{"id":75,"date":"2008-12-01T13:59:12","date_gmt":"2008-12-01T12:59:12","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/?p=75"},"modified":"2025-08-24T20:49:31","modified_gmt":"2025-08-24T18:49:31","slug":"wie-schreibt-man-eigentlich-in-runen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wie-schreibt-man-eigentlich-in-runen\/","title":{"rendered":"Wie schreibt man eigentlich in Runen?"},"content":{"rendered":"<p>Der als Frage formulierte Titel dieses Beitrages mag auf den ersten Blick befremdlich erscheinen, da Runenkenntnis vielen \u00c1satr\u00fa-Anh\u00e4ngern als grunds\u00e4tzliches Glaubensgut ihrer Religion gilt. Das beschr\u00e4nkt sich bei den meisten allerdings auf Besch\u00e4ftigung mit den magisch-esoterischen Bedeutungen der Einzelrunen des \u00e4lteren Futhark, erstreckt sich aber selten auf die \u201ewirklichen\u201c Runen, also tats\u00e4chliche Inschriften. Das soll keinesfalls abf\u00e4llig gemeint sein, denn diese Inschriften sind in Sprachen verfasst, f\u00fcr deren Verst\u00e4ndnis man sie studiert haben muss und die zudem in ihrer \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrzahl in unterschiedlichen Formen des j\u00fcngeren Futhark (korrekter: Futhork) ausgef\u00fchrt sind.<\/p>\n<p>Aber um diesen Aspekt soll es hier und jetzt gar nicht gehen, sondern vielmehr darum, wie man heutiges Deutsch m\u00f6glichst authentisch in runische Schreibweise umsetzen kann, wenn einem \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 daran gelegen ist. Angesichts der oft peinlichen Unbeholfenheit, die einem vor allem im Internet dabei immer wieder begegnet, m\u00f6chte ich hier einfach ein paar sinnvolle Vorschl\u00e4ge aus fachwissenschaftlicher Sicht zu den Problemen und ihrer m\u00f6glichen L\u00f6sung \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal die Frage: Warum sollte man heutiges Deutsch \u00fcberhaupt runisch schreiben? Die m\u00f6glichen Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig und durchweg legitim:<\/p>\n<p>1. Ganz allgemein macht nichts mehr und schneller mit den Lautwerten und Formen der Runen vertraut, als Schreib\u00fcbungen in heutiger Sprache, woran manche ja auch einfach nur gro\u00dfe Freude haben. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen \u00fcber eine eher zuf\u00e4llige Begegnung mit den Runen zu \u00c1satr\u00fa finden.<\/p>\n<p>2. Heidnische K\u00fcnstler und Handwerker nutzen oft Runen, um ihre Werke \u00e4sthetisch zu bereichern. Besonders hier ergibt sich die Notwendigkeit, \u00fcberzeugende L\u00f6sungen f\u00fcr Inschriften in heutigem Deutsch zu finden, damit die Wirkung einer oft handwerklich-k\u00fcnstlerisch gelungenen Arbeit nicht durch eine eher ungl\u00fcckliche Verwendung von Runen geschm\u00e4lert wird.<\/p>\n<p>3. Kinder in einem bestimmten Alter sind von Geheimschriften fasziniert, die ihre Altersgenossen nicht lesen k\u00f6nnen, durch die sie aber mit Gleichgesinnten kommunizieren k\u00f6nnen. Hier bietet sich f\u00fcr Eltern also ein ein p\u00e4dagogisches Bet\u00e4tigungsfeld, Runenkenntnis in reizvollem Kontext an den Nachwuchs weiterzugeben, wobei es ohne reichhaltige Schreib\u00fcbungen nicht geht.<\/p>\n<p>4. Und dann gibt es da noch den magischen Kontext, in dem Runen immer noch h\u00e4ufige Verwendung finden. Wer dabei allerdings meint, unbedingt authentische altnordische Formeln nutzen zu m\u00fcssen, die man in einem entsprechenden Fachbuch entdeckt hat, sollte konsequenterweise die Authentizit\u00e4t dann aber auch bei der Ritzung der Runen umsetzen, indem dazu das j\u00fcngere Futhark mit seinen ganz eigenen und nicht ganz einfachen Regeln genutzt wird. Altnordische Texte in Runen des \u00e4lteren Futhark ausdr\u00fccken zu wollen, ist zwar nicht unm\u00f6glich, wenn man einige von dessen Lautwerten manipuliert, eine solche Ignoranz gegen\u00fcber der eigenen religi\u00f6sen und kulturgeschichtlichen Tradition sollte aber gerade von Heiden doch lieber vermieden werden.<\/p>\n<p>Als sich im fr\u00fchen Mittelalter die vormals einheitliche germanische Sprache in verschiedene Zweige aufzuspalten und sich das Nordgermanische als eigenst\u00e4ndige Variante zu entwickeln begann, wurde offenbar empfunden, dass das \u00e4ltere Futhark dem nicht mehr gerecht werden konnte. Deshalb wurden in Form der angels\u00e4chsischen und skandinavischen Varianten neue Formen entwickelt, die den ver\u00e4nderten Sprachformen auch lautlich Rechnung tragen konnten. Im ersten Fall wurden etliche neue und zus\u00e4tzliche Runenformen entwickelt, was die naheliegendste L\u00f6sung des Problems darstellte. In den Formen des j\u00fcngeren Futhark Skandinaviens dagegen ging man einen umgekehrten Weg: Im Lauf des 7. bis 8. Jahrhunderts reduzierte man die 24 Zeichen auf 16, wobei sie in etlichen F\u00e4llen nicht nur graphisch ganz neu gestaltet wurden, sondern nun auch noch f\u00fcr unterschiedliche Phoneme (Lauteinheiten) stehen konnten \u2013 ein intellektuell erstaunlicher und in der Schriftgeschichte recht einzigartiger Prozess, dessen genaue Hintergr\u00fcnde in vielen Aspekten noch unklar sind. Wirklich n\u00f6tig gewesen w\u00e4re das aus heutiger Sicht in dieser Radikalit\u00e4t n\u00e4mlich nicht, sondern man h\u00e4tte den \u00fcberlieferten Runen in Einzelf\u00e4llen einfach neue Lautwerte zuordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn bereits mit dem \u00dcbergang zur skandinavischen Vendelzeit solches als n\u00f6tig erachtet wurde, bringt unser Hochdeutsch uns bez\u00fcglich des \u00e4lteren Futhark aber erst recht in eine Notsituation. Das allerdings liegt weniger an unserer Sprache, sondern viel mehr an unserem lateinischen Alphabet und unseren heutigen Regeln der Rechtschreibung. Die sich daraus ergebenden Probleme k\u00f6nnen aber leicht umgangen bzw. gel\u00f6st werden, wenn man sich zun\u00e4chst einmal die absolute und eiserne Grundregel authentisch-runischer Schreibweise zu eigen macht, auf der auch alle folgenden Ausf\u00fchrungen beruhen, dass W\u00f6rter n\u00e4mlich immer genau so geschrieben werden, wie sie auch ausgesprochen werden.<\/p>\n<p>Gerade unter diesem Aspekt stellt der h\u00e4ufigste Fehler die Benutzung von KAUNAN bei der im Deutschen so h\u00e4ufigen Lautverbindung CH und SCH dar, wie man es regelm\u00e4\u00dfig findet. KAUNAN hat immer nur den Lautwert K verk\u00f6rpert, deshalb ist die Rune zur Darstellung in dieser Lautverbindung v\u00f6llig ungeeignet. Angesichts dessen, dass sowohl im Gemeingermanischen wie im Altnordischen das H eine wesentlich gutturalere Qualit\u00e4t hatte, also eher so ausgesprochen wurde, wie unser CH in \u201emachen\u201c, verbietet sich KAUNAN hier sowieso. Ein einfaches HAGLAZ f\u00fcr jedes CH, bzw. SOWILO-HAGLAZ f\u00fcr SCH w\u00e4re hier also gleicherma\u00dfen logischer wie befriedigender und v\u00f6llig ausreichend. Eine zus\u00e4tzliche individuelle L\u00f6sung k\u00f6nnte die Verwendung der unterschiedlichen HAGLAZ-Formen in der nordischen und kontinentalen Variante mit einem oder zwei \u201eZweigen\u201c (in diesem Fall Querstrichen) sein, die man f\u00fcr die verschiedenen lautlichen Qualit\u00e4ten des deutschen CH nutzen k\u00f6nnte (z.B. bei der unterschiedlichen Aussprache des Lautes in \u201ewachen\u201c und \u201eweichen\u201c). Im Fall einer weiteren Lautverbindung des CH k\u00e4me KAUNAN aber sehr wohl zum Einsatz, n\u00e4mlich z.B. bei \u201ewachsen\u201c, das runisch zu \u201ewaksen\u201c w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der zweite h\u00e4ufige (und weit peinlichere) Fehler findet sich im Fall von ALGIZ. In den g\u00e4ngigen runischen Umschrifttabellen wird der Lautwert mit Z transkribiert, was aber sehr missverst\u00e4ndlich ist. Dieses Z steht lautschriftlich n\u00e4mlich f\u00fcr ein stimmhaftes (\u201eweiches\u201c bzw. \u201esummendes\u201c) S, wof\u00fcr gerade viele der Runennamen mit ihrer Endung das n\u00e4chstliegende Beispiel darstellen. Die meisten Heiden d\u00fcrften (hoffentlich) verinnerlicht haben, dass z.B. der Runenname ANSUZ eben nicht \u201eAnsutz\u201c ausgesprochen wird. Im Germanischen fand sich ein solch stimmhaftes S nie im Anlaut, sondern immer nur am Ende eines Wortes. Das ist im heutigen Deutschen genau umgekehrt, wo das S am Wortanfang immer stimmhaft ist, ein solches am Wortende aber nicht mehr existiert. Lediglich in einigen s\u00fcddeutschen Dialektgebieten hat sich das stimmlose (\u201escharfe\u201c bzw. \u201ezischende9) S als Anlaut erhalten. Die klare Konsequenz w\u00e4re also: SOWILO f\u00fcr stimmloses und ALGIZ f\u00fcr stimmhaftes S. Allerdings spr\u00e4che im Sinne einer Vereinfachung auch wenig dagegen, ALGIZ ganz fallen zu lassen und SOWILO f\u00fcr beide Formen des S wie auch f\u00fcr das -\u00df- zu verwenden, dessen Lautgestalt ja nicht von dem stimmlosen S abweicht. Das deutsche Z wiederum w\u00e4re seiner Aussprache als TS wegen folgerichtig durch TIWAZ-SOWILO auszudr\u00fccken. Die \u201eWurzel\u201c w\u00fcrde runisch also zur \u201eWurtsel\u201c.<\/p>\n<p>Die deutschen Umlaute sind einfach in den Griff zu bekommen: Entweder macht man sie wie in der alten deutschen Schriftsprache durch ein dem Vokal angeh\u00e4ngtes E deutlich, oder man bel\u00e4sst es bei dem einfachen Vokal \u2013 ein ebenfalls legitimes Vorgehen, wenn man die Praxis im j\u00fcngeren Futhark bedenkt, wo die entsprechenden Runen ganz unterschiedliche Vokale und auch Umlaute repr\u00e4sentieren konnten. Angesichts sp\u00e4terer Tradition \u201epunktierter\u201c Runen, wobei z.B. das K des j\u00fcngeren Futhark mit einem Punkt \u00fcber dem Zweig zum G wurde, w\u00e4re somit auch die Punktierung wie in der heutigen Schriftsprache eine gangbare M\u00f6glichkeit f\u00fcr individuelle L\u00f6sungen bei den Umlauten.<\/p>\n<p>Unser lateinisches Alphabet beinhaltet seiner Herkunft wegen einige f\u00fcr die deutsche Sprache v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssige Buchstaben, die aber gerade deshalb einfach zu umgehen sind. Da haben wir zun\u00e4chst das Q. Da es allerdings nur in der Kombination QU auftaucht, ist die Aufl\u00f6sung KAUNAN-WUNJO die naheliegendste L\u00f6sung. Die \u201eQuelle\u201c w\u00fcrde runisch somit zur \u201eKwelle\u201c. Der n\u00e4chste Fall ist das V, das seiner Aussprache als F wegen durch FEHU darzustellen w\u00e4re. Das seltene X ist nat\u00fcrlich einfach als KAUNAN-SOWILO aufzul\u00f6sen, da seine lautliche Qualit\u00e4t z.B. in \u201emixen\u201c keinen Unterschied zu dem identischen Laut in \u201ewachsen\u201c darstellt. Der dritte dieser exotischen Buchstaben ist das Y, das als gesprochenes \u00dc den im letzten Abschnitt vorgeschlagenen Umlautregeln unterliegen w\u00fcrde. Der letzte zu dieser Gruppe geh\u00f6rende Buchstabe ist das Z, dessen Umsetzung bereits im vorletzten Abschnitt behandelt wurde. Auch im Futhark wird allerdings eine Rune f\u00fcr unsere Sprache \u00fcberfl\u00fcssig, n\u00e4mlich \u00deURISAZ, da das damit ausgedr\u00fcckte stimmlose TH (wie im englischen \u201ething\u201c) im Deutschen nicht mehr existiert. Dieser Aussprache wegen verbietet sich die Verwendung der Rune auch in den F\u00e4llen, wo die Buchstabenverbindung TH im Deutschen auftaucht (\u201eTheorie\u201c oder \u201eNothilfe\u201c).<\/p>\n<p>Als letzter Fall bleiben die Diphthonge. Mit diesem Begriff bezeichnet man in der Sprachwissenschaft zusammengesetzte Laute, wobei im heutigen Deutschen f\u00fcr unser Thema nur zwei von Bedeutung sind: EU und EI. Da EU (wie auch \u00c4U) als OI gesprochen wird, w\u00fcrde nach runischer Praxis der \u201eBeutel\u201c also zum \u201eBoitel\u201c. Schwieriger wird es es bei dem h\u00e4ufigen EI (gesprochen als AI). Das liegt daran, dass es einige Unsicherheit dar\u00fcber gibt, f\u00fcr welche Laute die Runen ISAZ und IWAZ urspr\u00fcnglich standen. Man vermutet, dass ISAZ sich aus EISAZ entwickelt hat und anfangs f\u00fcr den Diphtong EI bzw. \u00c4I stand, wohingegen das I durch IWAZ ausgedr\u00fcckt wurde. Da sich durch Wandel der Sprache aber schon fr\u00fch dieser Diphthong verlor und zum I wandelte, wurde EISAZ zu ISAZ, wodurch IWAZ nun \u00fcberfl\u00fcssig wurde. Das w\u00fcrde auch erkl\u00e4ren, warum IWAZ nur in \u00e4ltesten Inschriften auftaucht und danach schnell v\u00f6llig au\u00dfer Gebrauch geriet. Unser heutiges EI k\u00f6nnte man zwar einfach durch ANSUZ-ISAZ ausdr\u00fccken (das \u201eBein\u201c w\u00fcrde also zum \u201eBain\u201c), man k\u00f6nnte f\u00fcr diesen Diphthong aber auch die \u201eEibenrune\u201c IWAZ reaktivieren. Da sich der Rune sonst kein anderer Laut zuweisen lie\u00dfe, w\u00fcrde sie andernfalls genau so \u00fcberfl\u00fcssig wie \u00deURISAZ. Das h\u00e4tte auch den praktischen Vorteil, dass man diese im Deutschen sehr h\u00e4ufige Lautverbindung durch eine einzige Rune ausdr\u00fccken k\u00f6nnte. Ganz streng genommen w\u00e4re es sprachgeschichtlich zwar umgekehrt korrekter (IWAZ f\u00fcr I und ISAZ f\u00fcr EI), daf\u00fcr aber d\u00fcrfte ISAZ f\u00fcr I heute einfach zu verwurzelt zu sein. Kein Diphthong, aber ebenfalls ein zusammengesetzter Laut, n\u00e4mlich unser NG, wird von der Rune INGWAZ dargestellt. Die darf man dann auch gerne f\u00fcr den entsprechenden Laut nutzen, so z.B. in \u201eRing\u201c, nicht aber, wenn die Buchstabenverbindung anders ausgesprochen wird, wie z.B. in \u201eBirkengr\u00fcn\u201c.<\/p>\n<p>Zum Schluss noch ein paar Hinweise f\u00fcr diejenigen, die es ganz und gar authentisch haben m\u00f6chten: Nasale (im Deutschen N und M) vor homorganen (an derselben Stelle im Mund gebildeten) Konsonanten wurden runisch nicht geschrieben. Das w\u00fcrde sich im Deutschen auf die Lautverbindungen NT bzw. ND und MP bzw. MB beschr\u00e4nken. An Hand eines konkreten Beispiels: In dem Wort \u201eWinter\u201c w\u00fcrde das N wegfallen, wie auch das M in dem Wort \u201ePumpe\u201c. Warum das so war, wissen wir nicht. Die in diesem Fall naheliegendste Erkl\u00e4rung daf\u00fcr ist aber, dass die Aussprache des Nasals dabei so vage war, dass er als eigenst\u00e4ndiges Phonem lautlich kaum erkennbar war. Doppelkonsonanten, die eine Kurzsprechung des vorangehenden Vokals signalisieren (\u201eH\u00fctte\u201c), waren runisch genauso ungel\u00e4ufig wie das Gegenteil, n\u00e4mlich die Dehnung des Vokals durch angeh\u00e4ngtes H (\u201eReh\u201c), Vokalverdoppelung (\u201eKlee\u201c), ein dem I angeh\u00e4ngtes E (\u201eKnie\u201c) oder gar Kombination dieser Mittel (\u201eVieh\u201c). Die Anwendung auch dieser Regeln w\u00fcrde allerdings hei\u00dfen, die Authentizit\u00e4t bis an die Schmerzgrenze zu treiben, da bei ihrer Anwendung das Ergebnis zunehmend unverst\u00e4ndlicher w\u00fcrde und Falschlesungen vorprogrammiert w\u00e4ren, weil dann z.B. die \u201eRatte\u201c zu einer \u201eRate\u201c und die \u201eH\u00fctte\u201c zur Mehrzahl von \u201eHut\u201c w\u00fcrden. Auch das zur Verk\u00fcrzung des vorhergehenden Vokals dienende CK mag man im Einzelfall durch verdoppeltes K ausdr\u00fccken, um die \u201eBacke\u201c nicht zur \u201eBake\u201c werden zu lassen.<\/p>\n<p>Diese Vorschl\u00e4ge und ihre Umsetzung m\u00f6gen manchen zun\u00e4chst sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig erscheinen. Abgesehen davon, dass sie sowieso lediglich als reine Anregung f\u00fcr die gedacht sind, die Bedarf daf\u00fcr und\/oder Freude an entsprechenden Versuchen haben, sprechen aber zwei gewichtige Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen L\u00f6sungsweg: Zum einen ist man damit auf einen Schlag alle Probleme los, die sich aus der starren \u00dcbertragung unseres Alphabets bzw. unserer Rechtschreibregeln dabei sonst immer ergeben, und zum anderen w\u00fcrde man damit authentisch genau der historischen Praxis der Runenmeister aus alter Zeit folgen.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Anmerkung<\/h4>\n<p>Im Fall der Wahl und Schreibweise der erschlossenen \u00e4ltesten Runennamen bin ich in diesem Beitrag den bei D\u00fcwel angegebenen Formen der deutschen Forschungstradition gefolgt, also KAUNAN statt KENAZ, LAGUZ statt LAUKAZ usw.:<\/p>\n<p>D\u00fcwel, Klaus: Runenkunde. 3. Aufl., Stuttgart 2001. (Sammlung Metzler, 72)<\/p>\n<p><strong>Erschienen 2008 in Herdfeuer 22<\/strong><strong><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der als Frage formulierte Titel dieses Beitrages mag auf den ersten Blick befremdlich erscheinen, da Runenkenntnis vielen \u00c1satr\u00fa-Anh\u00e4ngern als grunds\u00e4tzliches Glaubensgut ihrer Religion gilt. Das beschr\u00e4nkt sich bei den meisten allerdings auf Besch\u00e4ftigung mit den magisch-esoterischen Bedeutungen der Einzelrunen des \u00e4lteren Futhark, erstreckt sich aber selten auf die \u201ewirklichen\u201c Runen, also tats\u00e4chliche Inschriften. 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