{"id":65,"date":"2019-06-09T13:49:17","date_gmt":"2019-06-09T11:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/?p=65"},"modified":"2025-08-23T19:30:28","modified_gmt":"2025-08-23T17:30:28","slug":"die-ubischen-matronen-und-ihr-kult","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/die-ubischen-matronen-und-ihr-kult\/","title":{"rendered":"Die ubischen Matronen und ihr Kult"},"content":{"rendered":"<p><span>von Ulrike Pohl<\/span><\/p>\n<p>Man kann nicht behaupten, dass die Religionen und Kulte der westgermanischen St\u00e4mme weltbekannt sind, aber wenn sich Heiden und Heidinnen aus anderen L\u00e4ndern \u00fcberhaupt f\u00fcr kontinentale Ph\u00e4nomene interessieren, dann sind es sehr oft die Matres, die Matronen und ihr Kult.<\/p>\n<p>Allerdings scheint bei genauerem Hinsehen das Wissen \u00fcber diesen Kult und diejenigen, denen er galt, nicht sehr tief zu sein, zu viele Fragen stellen sich und bleiben auf den ersten Blick offen. Was hat \u00fcberhaupt ein Kult, der vor rund 1700 Jahren in dieser Form abebbte, uns Heutigen zu sagen und zu bieten?<\/p>\n<p>Daher m\u00f6chte ich heute einen kurzen \u00dcberblick bieten, der die neuere Forschung ber\u00fccksichtigen soll und sich wesentlichen Fragen n\u00e4hern will: Waren die Matronen nun keltisch, germanisch oder r\u00f6misch?\u00a0\u00a0Wo wurden sie verehrt? Was wissen wir \u00fcber den Ursprung und Ablauf des Kults und \u00fcber diejenigen, die die Matronen verehrten? Und sind die Matronen nun Ahneng\u00f6ttinnen oder Fruchtbarkeitsg\u00f6ttinnen?<\/p>\n<p>Diese Fragen k\u00f6nnen hier nicht abschlie\u00dfend beantwortet werden, aber wenn dieser Artikel dazu beitr\u00e4gt, dass ihr dem Thema nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Verstand n\u00e4herkommt, dann hat er seinen Zweck erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>Erscheinung und bildliche Darstellung der Matronenweihesteine<\/strong><\/p>\n<p>Bevor wir in die Tiefe gehen k\u00f6nnen, sind einige Vorbemerkungen n\u00f6tig. Beginnen wir mit einer kurzen zeitlichen Einordnung. Wir gehen zur\u00fcck in die Jahre vor der Zeitenwende. In unserem Untersuchungsbereich, grob gesagt eine Art Dreieck zwischen Neuss, Bonn und Aachen, lebte ein keltischer Stamm, die Eburonen. Die Eburonen behielten im Zuge des Gallischen Krieges nach einem Angriff auf r\u00f6mische Legionen im Jahre 54 v.d.Z. zun\u00e4chst die Oberhand, wurden aber dann von Caesar vernichtend geschlagen und in den Jahren 53 \u2013 51 v.d.Z. tats\u00e4chlich vernichtet, es \u00fcberlebte nur ein kleiner Rest. Ihr Stammesgebiet war weitgehend leer und wurde von Caesar quasi zur Pl\u00fcnderung freigegeben, bis Caesars Statthalter Agrippa um 38 v.d.Z. bzw. um 19 v.d.Z.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0den bis dato rechtsrheinisch im Gebiet der Lahn lebenden germanischen Ubiern, die Rom-freundlich waren und von anderen Germanenst\u00e4mmen bedr\u00e4ngt wurden, eine Umsiedlung in das ehemalige Eburonengebiet gestattete. Die erste gro\u00dfe Siedlung, die die Ubier gr\u00fcndeten, war das Oppidum Ubiorum, welches im Jahre 50 u.Z. das r\u00f6mische Stadtrecht erhielt und den Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensum trug \u2013 das heutige K\u00f6ln. Die Ubier trafen auf eine eburonische Restbev\u00f6lkerung und ab dem 1. Jahrhundert auf r\u00f6mische Veteranen und H\u00e4ndler, die sich hier niederlie\u00dfen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u00a0Es entstand eine Mischbev\u00f6lkerung, und die kulturelle Offenheit der Ubier sowohl keltischen als auch r\u00f6mischen Einfl\u00fcssen gegen\u00fcber<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>\u00a0sorgte auch f\u00fcr eine Vermischung religi\u00f6ser Formen und Vorstellungen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Der Bataveraufstand 69\/70 u.Z. brachte noch einmal gro\u00dfe Unruhe in das Gebiet, aber nach der Neurordnung der Provinzen und der Errichtung der Provinz Germania inferior im Jahre 85 u.Z. brach eine das 2. Jahrhundert \u00fcberdauernde Bl\u00fctezeit an,<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>\u00a0was sich zum Beispiel in Auftr\u00e4gen f\u00fcr Weihesteine oder Alt\u00e4re zeigte. Die Besatzung durch die R\u00f6mer brachte nat\u00fcrlich eine Romanisierung mit sich, deren Einfluss auf religi\u00f6se Ausdrucksformen stark sp\u00fcrbar ist.<\/p>\n<p>Die Ubier wechselten also von ihrem rechtsrheinischen Gebiet, das gegen\u00fcber demjenigen der Treverer lag, auf die andere Rheinseite, nur etwas weiter n\u00f6rdlich, und ihr Stammesgebiet in der damaligen Provinz Germania inferior ist dasjenige, in dem die allermeisten Zeugnisse des Kults der ubischen Matronen gefunden wurden.<\/p>\n<p>Die Matronen und Matres sind tats\u00e4chlich diejenigen Gottheiten, von denen uns im Gebiet der ehemaligen r\u00f6mischen Provinz Germania inferior am meisten Inschriften aus der Zeit nach der r\u00f6mischen Besetzung bis etwa zur Mitte des 3. Jahrhunderts<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>\u00a0erhalten geblieben sind. Es wurden bislang etwa 800 einzelne Inschriften<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>\u00a0auf Steindenkm\u00e4lern wie Weihesteinen, Alt\u00e4ren oder auch Grabsteinen gesichert, die den Matronen gewidmet sind, die h\u00e4ufig mit Beinamen angesprochen wurden, die wir als keltisch oder germanisch deuten k\u00f6nnen, oder die uns r\u00e4tselhaft sind. Von diesen Beinamen sind \u00fcber 100 verschiedene bekannt \u2013 einige Matronen wurden nur einmal erw\u00e4hnt, andere wiederum sehr h\u00e4ufig. Dass wir so viele Relikte haben, ist ein Gl\u00fcck, denn andere Quellen \u00fcber die Matronen- und Matresverehrung haben wir nicht! Es sind mehrere Matronenheiligt\u00fcmer bislang entdeckt und ausgegraben worden, so zum Beispiel<\/p>\n<p>\u2022 auf dem Domerberg bei Eschweiler-Fronhoven (Matronae Alaferchuiae und Matronae Amfratninae)<br \/>\n\u2022 in Nideggen-Abenden (Matronae Veteranehae)<br \/>\n\u2022 in Morken-Harff, Kreis Bergheim (Matronae Austriahenae)<br \/>\n\u2022 in Nettersheim-Zingsheim<br \/>\n\u2022 in Nettersheim-Zingsheim und in N\u00f6then\/Pesch.<\/p>\n<p>Den beiden letzten Fundst\u00e4tten werden wir uns ausf\u00fchrlich widmen.<\/p>\n<p>Ganz oft sehen die gefundenen Weihesteine so aus:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-920\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.1.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.1.jpg 602w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.1-204x300.jpg 204w\" alt=\"\" width=\"602\" height=\"886\" \/><figcaption>Abb.1 Stein f\u00fcr die Aufanischen Matronen, aus Bonn<\/figcaption><\/figure>\n<p>So aber sieht ein pr\u00e4chtiger und ansehnlicher Matronenweihestein aus:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<ul class=\"blocks-gallery-grid\">\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-921\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.2.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.2.jpg 662w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.2-227x300.jpg 227w\" alt=\"\" width=\"662\" height=\"874\" data-id=\"921\" data-full-url=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.2.jpg\" data-link=\"https:\/\/eldaring.de\/?attachment_id=921\" \/><\/figure>\n<\/li>\n<\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Abb. 2 Stein f\u00fcr die Aufanischen Matronen, aus Bonn<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wir erkennen drei in einer Nische auf einer Bank sitzende weibliche Figuren in ubischer Tracht,<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>\u00a0mit verschiedenen Attributen wie K\u00f6rben mit Fr\u00fcchten oder Brot versehen, manchmal K\u00e4stchen (Weihrauchk\u00e4stchen?) oder Zweige haltend. An den Seiten der Alt\u00e4re finden wir auch Baumdarstellungen, F\u00fcllh\u00f6rner oder augenscheinlich Opfergaben. Die beiden \u00e4u\u00dferen G\u00f6ttinnen tragen die typischen ubischen Hauben der verheirateten Frauen, die G\u00f6ttin in der Mitte ist h\u00e4ufig durch offenes Haar als M\u00e4dchen oder unverheiratete Frau gekennzeichnet.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>\u00a0Zus\u00e4tzlich zur einheimischen Tracht tragen 95% der Matronenfiguren ein Schmuckst\u00fcck, entweder einen Torques oder einen Lunula-Anh\u00e4nger.<sup><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0<\/sup>Wir sollten festhalten, dass diese Art der Alt\u00e4re und der sitzenden Darstellung von Gottheiten in der griechisch-r\u00f6mischen, also klassischen Tradition stehen, dass sich aber die Matronen durch ihre einheimische Tracht von anderen klassischen G\u00f6tterdarstellungen absetzen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Arch\u00e4ologisch fassbarer Beginn des Kults<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage, wann und wo die Verehrung der Matronen in dieser Form einsetzte bzw. wann die ersten Weihesteine geschaffen und gestiftet wurden, wurde lange Zeit mit der Antwort: um 160 u.Z. und in Bonn, wo man unter dem Bonner M\u00fcnster ein Aufanienheiligtum vermutet, beantwortet. Da die meisten Steine schwer datierbar sind \u2013 es befinden sich keine Angaben darauf, die eine Datierung erm\u00f6glichen \u2013, ist diese Frage nicht leicht zu beantworten, und der Dreh- und Angelpunkt zur Beantwortung war hier laut dem Historiker C.B. R\u00fcger der ber\u00fchmte und wundersch\u00f6ne Weihestein des Quintus Vettius Severus, der aufgrund der Namen der Konsuln 164 u.Z. datiert wird und lange Zeit als Prototyp und erster seiner Art angesehen wurde.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<ul class=\"blocks-gallery-grid\">\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-922\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.3.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.3.jpg 567w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.3-212x300.jpg 212w\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"801\" data-id=\"922\" data-full-url=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.3.jpg\" data-link=\"https:\/\/eldaring.de\/?attachment_id=922\" \/><\/figure>\n<\/li>\n<\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Abb. 3 sogenannter Vettiusstein<\/figcaption><\/figure>\n<p>R\u00fcger argumentierte, dass Soldaten der r\u00f6mischen \u201eLegio I Minerva\u201c den Kult quasi initiiert hatten, um sich nach dem erfolgreichen Partherfeldzug 166 u.Z. zu bedanken \u2013 die \u201eLegio I Minerva\u201c hatte an diesem Feldzug teilgenommen. Die Tatsache, dass eine Bauinschrift 161 u.Z. den Bau des Bonner Aufanientempels belegt, nahm R\u00fcger als Beleg daf\u00fcr, dass Bonn das Zentrum und Ausgangspunkt des Kults der ubischen Matronen war.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Dies wird heute anders gesehen, denn der Arch\u00e4ologe Frank Biller hat \u00fcberzeugend dargelegt, dass im Heiligtum Nettersheim, der \u201eG\u00f6rresburg\u201c, Pfostenspuren und die besondere Form des Umgangstempel darauf hinweisen, dass hier bereits vor dem steinernen Ausbau ein Kultplatz bestand. Auch im Heiligtum Nideggen-Abenden fanden bereits vor dem Ende des 1. Jahrhunderts kultische Handlungen statt, und auf dem Kultplatz N\u00f6then\/Pesch\u00a0waren alle n\u00f6tigen Einrichtungen schon in der 1. H\u00e4lfte des 2. Jahrhunderts vorhanden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Biller folgerte daraus, \u201edass konkrete Vorstellungen der M\u00fctterkulte in Niedergermanien bereits vor der Mitte des 2. Jahrhunderts u.Z. existierten und sich lediglich die \u00e4u\u00dfere Form der Dedikation \u00e4nderte.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich datierte Biller zwei Matronensteine, den des M. Valerius Crescens und des L. Vitellius Consors<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>\u00a0in die 2. H\u00e4lfte des 1. Jahrhunderts. Es ist allerdings richtig, dass die Praxis, in gro\u00dfem Stil den Matronen Weihesteine zu setzen, erst in der Mitte des 2. Jahrhunderts aufgekommen sein wird.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>\u00a0Auch der Fund eines Steins f\u00fcr die Aufanischen Matronen, der in Andalusien gefunden wurde und auf den Anfang des 2. Jahrhunderts datiert wird, belegt, dass eine Matronenverehrung bereits vor dem von R\u00fcger gesetzten Zeitpunkt praktiziert worden ist.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Das bedeutet: in der 2. H\u00e4lfte des 1. Jahrhunderts u.Z. tauchen die ersten Weihungen an Matronen im ubischen Gebiet auf, und richtig in Mode kommen sie in der 2. H\u00e4lfte des 2. Jahrhunderts. Ausgangspunkt dieser Kultpraxis war nicht Bonn, wie bislang gedacht. Der Bau des Aufanientempels und der Vettiusstein gelten \u201evielmehr als vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkte eines langsamen Entwicklungsprozesses der Matronenkulte [\u2026]\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Wo lag denn nun der Ausgangspunkt beziehungsweise das Zentrum des Kults, und wo kam er her? Um das zu beleuchten, sehen wir uns zun\u00e4chst die Namen der Matronen n\u00e4her an.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<ul class=\"blocks-gallery-grid\">\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-923\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.4.1.png\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.4.1.png 361w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.4.1-300x258.png 300w\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"311\" data-id=\"923\" data-full-url=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.4.1.png\" data-link=\"https:\/\/eldaring.de\/?attachment_id=923\" \/><\/figure>\n<\/li>\n<\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Abb. 4.1 Verteilung der Matres-Fundorte<\/figcaption><\/figure>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-924\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.4.2.png\" sizes=\"auto, (max-width: 668px) 100vw, 668px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.4.2.png 372w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.4.2-214x300.png 214w\" alt=\"\" width=\"668\" height=\"938\" \/><figcaption>Abb. 4.2: Verteilung der Matronen-Fundorte A: Inschriften mit Epiklesen, B: Inschriften ohne Epiklesen<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Titel und Epiklesen<\/strong><\/p>\n<p><em>Matronae<\/em>\u00a0ist Lateinisch und bezeichnet verheiratete Damen von Stand, edle Frauen. Dieser Titel wird unseren G\u00f6ttinnen im ubischen Territorium am h\u00e4ufigsten verliehen, in anderen Gebieten au\u00dferhalb des ubischen Territoriums finden wir auch die Bezeichnung\u00a0<em>Matres<\/em>, welches schlicht \u201eM\u00fctter\u201c hei\u00dft. W\u00e4hrend nicht immer klar war, ob und inwieweit diese unterschiedlichen Bezeichnungen andere Eigenschaften implizierten, wissen wir durch die vorkommende Nebeneinanderstellung der Begriffe in Inschriften, dass es keine gravierenden Unterschiede in der Qualit\u00e4t gegeben zu haben scheint.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Wie auf den Karten zu sehen ist, finden sich\u00a0<em>Matres<\/em>-Cluster in der Gallia narbonensis<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>\u00a0und zwar im Rhone-Tal. Hier haben die Weihesteine keltische oder gallor\u00f6mische Namen und sind an die\u00a0<em>Matres<\/em>\u00a0addressiert. Der Cluster direkt am Hadrianswall l\u00e4sst sich durch Truppenverschiebungen vom Kontinent erkl\u00e4ren, die dort gefundenen Weihesteine weisen auf eine Verbindung zu kontinentalgermanischen Clustern hin.<\/p>\n<p>Matronencluster, bei denen die Anrede der G\u00f6ttinnen haupts\u00e4chlich\u00a0<em>Matronae<\/em>\u00a0lautet, finden sich im niederrheinischen Gebiet sowie in der italischen Po-Ebene.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>\u00a0Insgesamt gehen wir von drei prim\u00e4ren Kultgebieten und einem sekund\u00e4ren aus. Die drei Hauptkultgebiete zeigen jeweils einen eigenst\u00e4ndigen, von den anderen relativ unabh\u00e4ngigen Kult.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Generell l\u00e4sst sich sagen, dass die Anrede\u00a0<em>Matres<\/em>\u00a0in der Regel mit keltischen Beinamen kombiniert wurde, und der Anrede\u00a0<em>Matrona<\/em>\u00a0meistens mit germanischen Beinamen. Au\u00dferdem scheint der Titel\u00a0<em>Matres<\/em>\u00a0insgesamt h\u00e4ufiger verwendet worden zu sein, allerdings offenbar von Dedikanten mit einem niedrigeren Status. Im Ubiergebiet dagegen ist der Titel\u00a0<em>Matronae<\/em>\u00a0am gel\u00e4ufigsten, was darauf hinweist, dass es eine\u00a0\u00a0Verbindung zu den (beinamenlosen) Matronen aus Oberitalien gibt. Da diese Verbindung aufzeigt, wie sich speziell der ubische Matronenkult entwickelte, werden wir darauf sp\u00e4ter noch eingehen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Sollte die Bezeichnung\u00a0<em>Matres<\/em>\u00a0tats\u00e4chlich die h\u00e4ufigere sein und eher dem einheimischen Verst\u00e4ndnis der Verehrer entsprechen, dann h\u00e4tten wir es bei den G\u00f6ttinnen eher mit M\u00fcttern als mit edlen Damen zu tun. Dies wiederum w\u00fcrde\u00a0m\u00f6glicherweise die Annahme st\u00fctzen,\u00a0\u00a0dass es eine inhaltliche Verbindung gibt zwischen den\u00a0<em>Matres<\/em>\u00a0und Matronen und der von dem angels\u00e4chsischen Gelehrten Beda in seinem 725 u.Z. erschienen Werk\u00a0<em>De temporum ratione<\/em>\u00a0erw\u00e4hnten\u00a0<em>modraniht<\/em>, der Nacht der M\u00fctter.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>\u00a0Diese Verbindung wird tats\u00e4chlich von einigen Fachleuten vermutet, so auch von Rudolf Simek.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Matrescluster im s\u00fcdlichen Gallien jedoch belegen durch fr\u00fche Inschriften, dass die Mutterg\u00f6ttinnen dort bereits vor der Zeitenwende von Kelten verehrt und in einem Fall auch mit keltischem Titel angesprochen wurden, und das zu einer Zeit, in der die Romanisierung noch nicht voll eingesetzt hatte. Bei diesem Cluster handelt es sich also um einen durch und durch keltischen Kult.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Manchmal finden wir auf den Inschriften nur die Anrede\u00a0<em>Matronae<\/em>, aber sehr h\u00e4ufig haben sie Beinamen, sogenannte Epiklesen, die uns wertvolle Hinweise darauf geben k\u00f6nnen, warum sie verehrt wurden und von wem. Diese Epiklesen haben linguistisch einen hohen Wert \u2013 sie sind Original\u00fcberlieferungen, die nicht wie bei schriftlichen Zeugnissen Abschreibfehler enthalten k\u00f6nnten. Auftretende Fehler sind durch Vulg\u00e4rlatein bzw. Unkenntnis der korrekten lateinischen Form oder bewusste Alternativschreibung zu erkl\u00e4ren.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die rheinischen Matronen haben wir \u00fcber 70 verschiedene Beinamen gefunden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>\u00a0Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Matronengruppen nur in einem Heiligtum verehrt wurden und au\u00dferhalb eines recht eng umgrenzten Gebiets gefundene Steine verschleppt wurden \u2013 d.h. jede Matronengruppe wurde in einem kleinen Gebiet verehrt und war lokal verwurzelt, und das bedeutet: Die Organisation der Verehrer d\u00fcrfte auf dem Verwandtschaftsprinzip beruht haben.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>\u00a0Prinzipiell kann man sagen, dass die Beinamen der Matronen lateinische Adjektive sind, das hei\u00dft, sie haben (weitestgehend) lateinische Endungen und stehen in einem lateinischen Kontext, aber viele Wortst\u00e4mme kommen entweder aus dem Germanischen oder aus dem Keltischen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>\u00a0Zwar gibt es Beinamen, die bei der Identifizierung Schwierigkeiten machen, die also sowohl von Germanisten als auch von Keltologen \u201ebeansprucht\u201c werden, sowie gemischte Namen, wie zum Beispiel keltische Wurzel und germanische Suffixe.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>\u00a0Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind sich nicht sicher, ob das bedeutet, dass keltische G\u00f6ttinnennamen ins Germanische \u201eausgeliehen\u201c wurden oder dass genuin keltische G\u00f6ttinnen von Germanen verehrt wurden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>\u00a0Des Weiteren ist auch damit zu rechnen, dass die Verehrer dieser Matronen aus einer keltisch-germanischen Mischbev\u00f6lkerung stammten, was sich in der Sprache und im religi\u00f6sen Ausdruck niederschlug.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>\u00a0Auch sind noch bei Weitem nicht alle Namen zufriedenstellend \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Ausgehend von den eindeutig gekl\u00e4rten Namen ergeben sich f\u00fcr die Beinamen grob gesagt\u00a0\u00a0vier semantische Beinamengruppen:<\/p>\n<p>1. Ableitungen von Stellenbezeichnungen oder Siedlungsnamen, also topische Namen, wie z.B.\u00a0den Matronae Mahalinehae (G\u00f6ttinnen der Gerichtsst\u00e4tte) oder den Matronae Austriahenae. Oder wie die Matronae Aufaniae, welches wir von *<em>au-fanja<\/em>\u00a0ableiten k\u00f6nnen und mit \u201evom abgelegenen Fenn, oder Moor\u201c \u00fcbersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>2. Ableitungen von Gew\u00e4ssernamen, speziell Fluss- oder Bachnamen, wie z.B.\u00a0Matronae Nersihenae (Fluss Niers), Matronae Renahenae (Rhein).<\/p>\n<p>3. Ableitungen von Ethnonymen, die auf Stammeszugeh\u00f6rigkeiten oder Personenverb\u00e4nde hinweisen, wie z.B. Matronae Frisavae, Matronae Treveri, Matronae Suebae. Je weiter weg von zu Hause die Dedikanten ihre Weihesteine errichten lie\u00dfen, desto allgemeiner wurden die tribalistischen Bezeichnungen \u2013 zuhause h\u00e4tte niemand die Bezeichnung \u201e<em>matres Germanis Suebis<\/em>\u201c oder \u201e<em>matres transmarinae<\/em>\u201c gew\u00e4hlt, aber in der Ferne war das angemessen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>4. Sogenannte\u00a0<em>nomina actoris<\/em>, also Namen, die bezeichnen, was die Matronen tun.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>\u00a0Zum Beispiel Matronae Alagabiae, \u201edie alles Gebenden\u201c, oder \u201edie freigiebig Gebenden\u201c oder MATRONAE Saitchamiae, \u201adie sich zauberisch Verh\u00fcllenden\u201c oder \u201edie\u00a0den verderblichen Zauber bannenden\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>\u00a0Interessanterweise lassen sich so gut wie keine negativen oder aggressiven Beinamen finden, sie weisen alle auf einen wohlwollenden und positiven, sogar liebevollen Charakter hin.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Gruppe stellen die topischen Namen, wobei umstritten ist, ob diese Ortsnamen von den Orten herr\u00fchren, an denen die Matronen zur Zeit der Weihung wirkten oder die sie verk\u00f6rpern, oder ob eventuell Ortsnamen mitgebracht wurden und noch aus der Zeit stammen, in der die Ubier rechts des Rheins lebten. Ganz allgemein kann man dies auch von keltischen Matronenbeinamen sagen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Wer waren die Verehrer der Matronen?<\/strong><\/p>\n<p>Bleiben wir bei den epigraphischen Informationen, die wir den Weihesteinen und Alt\u00e4ren entnehmen k\u00f6nnen, den Namen der Dedikanten, also der Menschen, die einen Stein oder Altar gestiftet haben. Hier ist die Situation stark vom Fundort der Weihungen und der entsprechenden Kultgemeinschaft abh\u00e4ngig. Die Dedikanten der Steine im Bonner Aufanientempel waren Angeh\u00f6rige der \u201eLegio I Minerva\u201c: h\u00f6chste Offiziere, deren Frauen sowie Vertreter der obersten provinzialen Verwaltungsschicht: Angeh\u00f6rige der Elite.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zum Beispiel Tiberius Claudius Iustus, ein\u00a0<em>duumvir<\/em>\u00a0und\u00a0<em>sacerdos<\/em>\u00a0der CCAA (Colonia Claudia Ara Agrippinensium), er hatte also ein hohes \u00f6ffentliches Amt inne und und war Kaiserpriester der Provinzhauptstadt. Er weihte nicht nur den aufanischen Matronen einen Stein, sondern auch dem Mercurius und dem Jupiter Optimus. Er wird auch auf einer Bauinschrift eines der drei Tempel in Nettersheim aufgef\u00fchrt, \u00fcbrigens ohne Titel, was darauf hinweist, dass der Tempelbau fr\u00fcher stattfand als die Weihung in Bonn.<\/p>\n<p>So exklusiv waren die Dedikantengruppen im Hinterland nicht. In Nettersheim finden wir Stiftungen von Beneficariern (die quasi polizeiliche Aufgaben innehatten) und Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen, da sich ganz in der N\u00e4he des Heiligtums eine Beneficarierstation befand und Milit\u00e4r stationiert war. In den anderen Heiligt\u00fcmern war nicht die Oberschicht oder das Milit\u00e4r Tr\u00e4ger des Kults, sondern es waren anhand ihrer einheimischen und bodenst\u00e4ndigen Namen eindeutig Zivilpersonen, und\u00a0dadurch k\u00f6nnen wir erkennen, dass es sich um Angeh\u00f6rige der germanisch-keltischen Mischbev\u00f6lkerung handelte, die seit dem Ende des 1. Jahrhunderts sogennannte Gentilnamen, sozusagen Familiennamen w\u00e4hlen durften, die vom Beinamen des Vaters abgeleitet worden waren. Manche Dedikanten hatten auch von den julisch-claudischen Kaisern das B\u00fcrgerrecht verliehen bekommen und w\u00e4hlten aus Dankbarkeit deren Namen. Zus\u00e4tzlich gab es sogenannte Peregrine, also Menschen ohne r\u00f6misches B\u00fcrgerrecht, die nur einen einzigen Namen trugen oder zus\u00e4tzlich den Vaternamen im Genitiv f\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Heiligtum in N\u00f6then\/Pesch k\u00f6nnen wir feststellen, dass die Gruppe der Weihenden aus Nachkommen der keltischen Urbev\u00f6lkerung und eingewanderten Ubiern bestand, der Kult also ein indigener war.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Wir werden auch im Weiteren sehen, dass sich die Tr\u00e4gerschaft der Matronenkulte im ubischen Territorium in erster Linie aus der bodenst\u00e4ndigen Bev\u00f6lkerung im Hinterland rekrutierte, die zwar nicht Elite wie in Nettersheim und vor allem Bonn war, aber nicht notwendigerweise auch arm. Die Streuung der Widmungen war sehr kleinr\u00e4umig, das hei\u00dft, dass nur wenige Matronengruppen (wie z.B. die Aufaniae) eine gr\u00f6\u00dfere Verbreitung innerhalb der Provinzen erfuhren.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>\u00a0Diese Verbreitung erfolgte\u00a0am h\u00e4ufigsten durch Angeh\u00f6rige des Milit\u00e4rs, die in der Ferne ihren einheimischen Gottheiten huldigten oder zu bestimmten milit\u00e4rischen Einheiten geh\u00f6rten, deren Schutzg\u00f6ttinnen die Matronen waren. So gab es zum Beispiel eine starke Verbindung zwischen den Matronae Aufaniae und der Legio I Minerva.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Neben den Beinamen der Matronen und den Namen der Dedikanten sind f\u00fcr uns auch die auf den Steinen verwendeten Weiheformeln interessant. Weiheformeln sind kurze, rituelle Formeln, die ausdr\u00fccken, warum der Dedikant sein Geschenk an die Gottheit macht. Der wissenschaftliche Terminus f\u00fcr ein Opfer oder Geschenk an eine Gottheit aus Dank lautet\u00a0<em>votum.<\/em>\u00a0In der r\u00f6mischen Religion war es \u00fcblich, solch ein\u00a0<em>votum<\/em>\u00a0zu stiften, eben als Dank oder manchmal auch als Bitte. Diese Weihungen wurden mit der Formel \u201e<em>votum solvit libens merito<\/em>\u201c oder VSLM versehen. Das bedeutet: er (oder sie) hat das Gel\u00fcbde gern und nach Geb\u00fchr eingel\u00f6st. Diese Formel finden wir auch auf den Weihesteinen.<\/p>\n<p>Sehr h\u00e4ufig allerdings sind andere Formeln zu finden, die die Wissenschaftler \u201eOffenbarungsinschriften\u201c nennen, denn sie weisen darauf hin, dass die Weihungen und Stiftungen ein Auftrag der G\u00f6ttinnen aufgrund einer Vision oder eines Traumes oder einer anderen Offenbarung waren. Diese Formeln lauten:<\/p>\n<p><em>Ex imperio<\/em>\u00a0(auf ihren Befehl \u2013 diese Formel wurde am h\u00e4ufigsten verwendet),\u00a0<em>ex iussu<\/em>\u00a0(im Auftrag),\u00a0<em>ex visu\u00a0<\/em>(nach einem \u201eGesicht\u201c, einem Traum),\u00a0<em>ex precepto\u00a0<\/em>(auf ihre Weisung hin). Diese Formeln wurden von \u00e4lteren Wissenschaftlern als \u201eunr\u00f6misch\u201c bezeichnet, aber weisen vielleicht auf eine besondere Eigenheit des Matronenkults hin, eine \u201espezifische Form ihres g\u00f6ttlichen Eingreifens\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>\u00a0Zudem d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass der Matronenkult kein Teil der\u00a0<em>religio romana<\/em>\u00a0war, sondern das Produkt eines interkulturellen Kontakts zwischen drei verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen, wie wir auch im weiteren sehen werden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Tempel und Heiligt\u00fcmer<\/strong><\/p>\n<p>Die entscheidenden arch\u00e4ologischen Funde zum ubischen Matronenkult wurden in den letzten 100 Jahren gemacht, man entdeckte neben hunderten von einzelnen Steinen auch mehrere Kultpl\u00e4tze und Tempelbezirke, wie zum Beispiel die in Morken-Harff (Matronae Austriahenae), in Eschweiler-Fronhoven, in Nideggen-Abenden, in Nettersheim und N\u00f6then\/Pesch. Die beiden letzten wollen wir uns nun etwas genauer anschauen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-925\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.5-1024x700.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.5-1024x700.jpg 1024w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.5-300x205.jpg 300w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.5-768x525.jpg 768w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.5.jpg 1228w\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"700\" \/><figcaption>Abb. 5 Kultplatz Nettersheim<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nettersheim<\/strong><\/p>\n<p>Die Anlage wurde 1909 ausgegraben und 1976\/1977 komplett freigelegt und teilrekonstruiert. Anhand der gefundenen Inschriften l\u00e4sst sich belegen, dass es sich um ein Heiligtum der Matronae Aufaniae gehandelt haben muss.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn45\"><sup>[45]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Anlage besteht aus einem mit einer Mauer umschlossenen Tempelbezirk mit drei Kultbauten. Der gr\u00f6\u00dfte dieser Bauten wird als gallor\u00f6mischer Umgangstempel eingesch\u00e4tzt, der \u00fcber eine\u00a0<em>cella<\/em>, also einen kleinen Kultraum verf\u00fcgte. Die\u00a0<em>cella<\/em>\u00a0wurde von einem Ziegeldach bedeckt, das auf Holzpfosten ruhte. Aufgrund der geringen Gr\u00f6\u00dfe kann eigentlich nicht von einem Umgangstempel gesprochen werden, und der Arch\u00e4ologe Heinz G\u00fcnter Horn ist der Meinung, dass der trapezoide Grundriss darauf hinweist, dass es sich um eine Einfriedung handelt, in deren Mitte ein umhegter Baum gestanden hat.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>\u00a0Eine fr\u00fchere Bauphase kann angenommen werden, und die etwas ungew\u00f6hnliche Form k\u00f6nnte darauf hinweisen, dass hier tats\u00e4chlich zum Beispiel auf einen Baum R\u00fccksicht genommen wurde. Warum das von Bedeutung ist, werden wir noch sehen.<\/p>\n<p>Man nimmt an, dass Votivsteine rings um den Haupttempel aufgestellt waren, heute sind dort die Abg\u00fcsse dreier Weihesteine zu sehen, die Originale befinden sich im Rheinischen Landesmuseum Bonn sowie im R\u00f6misch-Germanischen Museum K\u00f6ln. Neben Weihesteinen fand man au\u00dferdem Kleindevotionalien, darunter vermutlich eine Statuette der Venus und zwei Mars-Weihungen sowie in unmittelbarer N\u00e4he des Kultplatzes ein Merkurrelief.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Arch\u00e4ologische Funde in der unmittelbaren N\u00e4he lassen darauf schlie\u00dfen, dass sich hier Siedlungs- und Werkgeb\u00e4ude befunden haben, und eine r\u00f6mische Stra\u00dfe, die am\u00a0<em>vicus<\/em>\u00a0Marcomagus vorbeif\u00fchrte, war ebenfalls vorhanden. Es gab eine Beneficarierstation mit abgeordneten Soldaten der \u201eLegio I Minerva\u201c, die diese Station unterhielt, und deren Angeh\u00f6rige auch in Bonn, dem Standlager, ein Aufanienheiligtum errichteten, das unter dem Bonner M\u00fcnster vermutet wird. Eine Bauinschrift l\u00e4sst vermuten, dass das Heiligtum von Einwohnern des benachbarten (aber nicht namentlich genannten)\u00a0<em>vicus\u00a0<\/em>errichtet wurde, und zwar h\u00f6chstwahrscheinlich mit Bezug auf eine Vorg\u00e4ngeranlage. Das bedeutet: das Heiligtum wurde im 2. Jahrhundert von den r\u00f6mischen Soldaten und den Einwohnern des\u00a0<em>vicus<\/em>\u00a0umgestaltet und dann den Aufanien gewidmet. Die Bl\u00fctezeit dieses Heiligtums lag im 2. und 3. Jahrhundert u.Z., und Fundm\u00fcnzen zeigen, dass es noch Ende des 4., Anfang des 5. Jahrhunderts besucht wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>\u00a0W\u00e4hrend man in der \u00e4lteren Forschung davon ausging, dass das Heiligtum in Bonn das \u00e4ltere und damit Zentrum und Vorbild gewesen sein m\u00fcsse, sind Arch\u00e4ologen heute sicher, dass die Verehrung der Aufaniae vom Hinterland nach Bonn getragen wurde, und zwar durch Milit\u00e4rangeh\u00f6rige, die nach ihrem Kontakt mit dem einheimischen Kult diesen adaptierten und in eine r\u00f6mische Form brachten, und dass dies wiederum von der romanisierten Bev\u00f6lkerung aufgenommen wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0Damit w\u00e4re der Kult der aufanischen Matronen das Ergebnis eines kulturellen Austauschs zwischen der einheimischen keltisch-germanischen Bev\u00f6lkerung und R\u00f6mern. Dass die einheimischen Kultst\u00e4tten alle\u00a0in ihrer Natur offen waren \u2013 das hei\u00dft, neben den Matronen konnten hier auch andere G\u00f6tter und G\u00f6ttinnen verehrt werden \u2013 bef\u00f6rderte diesen religi\u00f6sen Transfer. Die Matronenheiligt\u00fcmer waren keine abgelegenen Pilgerheiligt\u00fcmer, sondern lagen in der Regel ganz nahe bei Siedlungen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>\u00a0Das Nettersheimer Heiligtum lag zudem auch verkehrstechnisch sehr g\u00fcnstig, so dass wir es hier mit einer Art \u201eAutobahnkapelle\u201c zu tun haben, in der Reisende z.B. Kleindevotionalien stifteten.<\/p>\n<p>Anhand der Weihesteine auf dem Nettersheimer Kultplatz und der Stifternamen k\u00f6nnen wir erkennen, dass nicht nur Soldaten, sondern auch Einheimische opferten, die aus einem b\u00e4uerlichen Gro\u00dffamilien- oder Sippenumfeld und nicht aus einem milit\u00e4rischen Umfeld stammten. Der Kultplatz wurde ja h\u00f6chstwahrscheinlich schon vor der Stationierung r\u00f6mischer Truppen genutzt. Der Arch\u00e4ologe Frank Biller sagt, dass das \u201eWesen der Matronen ganz auf den Kult der mythischen Ahnen sowie die Fruchtbarkeit des Landes ausgerichtet gewesen\u201c sei.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn51\"><sup>[51]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Der Name Aufaniae wird heute von *<em>au-fanja<\/em>\u00a0bzw. *<em>au-fani<\/em>\u00a0abgeleitet, welches bedeutet: \u201eabgelegenes Fenn\u201c. Die Aufaniae sind also die Matronen vom abgelegen Fenn, oder Sumpf.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn52\"><sup>[52]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ob die Matronenverehrer diesen Namen w\u00e4hlten, weil ihr Wohnort und damit der Wirkungskreis der Fruchtbarkeit spendenden Ahnm\u00fctter entsprechend gestaltet war, oder ob sie diesen Namen von einem fr\u00fcheren Territorium vor der Umsiedlung der Ubier mitbrachten, ist ungewiss.<\/p>\n<p><strong>Heidentempel N\u00f6then\/Pesch<\/strong><\/p>\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<ul class=\"blocks-gallery-grid\">\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\n<figure><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-926\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.6.tif\" alt=\"\" data-id=\"926\" data-link=\"https:\/\/eldaring.de\/?attachment_id=926\" \/><\/figure>\n<\/li>\n<\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Abb. 6 Befundplan des Kultplatzes N\u00f6then\/Pesch<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieser Tempelbezirk, im Volksmund auch \u201eHeidentempel\u201c genannt, wurde 1913\u20131918 freigelegt, eine Nachuntersuchung erfolgte 1962. Dabei ist besonders die Baugeschichte interessant: Der Tempelbezirk wurde in drei Perioden erbaut.<\/p>\n<p>Periode I liegt in der Mitte oder der zweiten H\u00e4lfte des 1. Jahrhunderts u.Z., also vor dem Bau des Bonner Heiligtums. Auf einem wohl schon bestehenden Kultplatz wird ein \u201eann\u00e4hernd rechteckiger, nicht \u00fcberdachter Hofraum \u201aarchitektonisch\u2018 gefa\u00dft\u201c,<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn53\"><sup>[53]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0es werden au\u00dferdem zwei kleinere Ost-West-orientierte Tempel und ein Speicherbau errichtet, die Anlage wird mit einem Gitterzaun eingefriedet.<\/p>\n<p>Periode II ist mit der zweiten H\u00e4lfte des 2. Jahrhunderts angegeben. Der kleinere der beiden Tempel wird abgerissen und durch einen gr\u00f6\u00dferen ersetzt, der engere Tempelbezirk erh\u00e4lt wohl eine Umfassungsmauer.<\/p>\n<p>Periode III: zweites Viertel des 4. Jahrhunderts. Abriss aller Geb\u00e4ude und Planierung des Platzes. Bau eines gallor\u00f6mischen Umgangstempels. Der Umgang besa\u00df ein Dach, das auf einem Kranz weit auseinanderstehender Sandsteins\u00e4ulen ruhte. Neben dem Umgangstempel\u00a0\u00a0lag ein offener, ummauerter Hof, der in der NO- bzw. SO-Ecke zwei kleine R\u00e4ume bereithielt. Im Hofbereich stand vermutlich ein kleines sechseckiges Tempelchen.<\/p>\n<p>An diesen Hof schloss die sogenannte Basilika an, deren Innenraum dreischiffig war: Das Mittelschiff war \u00fcberh\u00f6ht und die Seitenschiffe waren niedriger. An der Westseite befand sich eine Apsis. S\u00fcdlich der Basilika befand sich ein Fachwerkschuppen, der heute nicht mehr erkennbar ist. Weiterhin gab es einen Portikus, eine Wandelhalle, der auch einen Brunnen einbezog und heute durch eine Heckenbepflanzung sichtbar gemacht wurde.<\/p>\n<p>Soweit die arch\u00e4ologischen\/baulichen Gegebenheiten. Leider wurden in diesem Heiligtum keine vollst\u00e4ndigen Weihesteine gefunden, die hinreichend erhalten waren, um einen Abguss zu fertigen und sie aufzustellen, daher steht in der rekonstruierten Anlage ein Stein f\u00fcr die Aufanischen Matronen, der in Nettersheim gefunden wurde, sowie ein Stein, der zwar den Matronae Vacallinehae gewidmet ist, aber in Mechernich-Weyer gefunden wurde. Ansonsten wurden \u00fcber 300 Inschriftenfragemente gesichert, die zeigen, dass die Dedikanten haupts\u00e4chlich Einheimische aus der n\u00e4heren Umgebung waren und diese Steine zu Ehren der Vacallinehischen Matronen zwischen 150 u.Z. und 250 u.Z. im engeren Tempelbezirk der Periode II aufgestellt haben.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn54\"><sup>[54]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Allerdings geben uns die Tempelbauten Hinweise darauf, wie der Kult der Matronen durchgef\u00fchrt wurde bzw. organisiert war. Im Umgangstempel wird sich vermutlich ein Kultbild der Matronen befunden haben, es wird vermutet, dass weitere Weihesteine im Hof aufgestellt waren. Der Vorratsschuppen wurde vermutlich f\u00fcr Mobiliar und zur Lagerung von anderen Utensilien benutzt, und die Basilika diente, so wird vermutet, der Kurie als Versammlungsraum.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn55\"><sup>[55]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Was haben wir unter einer\u00a0<em>curia<\/em>\u00a0zu verstehen? Tr\u00e4ger der Matronenkulte waren, wie wir gesehen haben, Einheimische, Bewohner der umliegenden\u00a0<em>villae rusticae<\/em>, die an den Kultfeiern teilnahmen, Weihesteine widmeten etc. Diese Menschen bzw. M\u00e4nner waren in sogenannten Kurien organisiert, die namentlich sowohl mit Personenverb\u00e4nden als auch Matronentriaden zusammenhingen: z.B. die\u00a0<em>curia Austriahena<\/em>\u00a0oder die\u00a0<em>curia Amratnina<\/em>\u00a0zu den Matronae Austriahenae bzw. Matronae Amfratninae.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>\u00a0Diese Kurien waren m\u00f6glicherweise m\u00e4nnerb\u00fcndische Vereinigungen, Siedlungsgemeinschaften, die urspr\u00fcnglich auf einem Sippenverband beruhten, aber durch die Romanisierung aufgebrochen wurden und Neusiedler bzw. hinzugezogene Veteranen aufnahmen.<sup><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn57\">[57]<\/a><\/sup>\u00a0Die Kurien wurden durch die r\u00f6mische Verwaltung als Organisationsform anerkannt und erhielten dadurch einen offiziellen Rahmen, der ihnen die Eingliederung in das offizielle System der\u00a0<em>civitas<\/em>\u00a0erm\u00f6glichte. Es wird angenommen, dass deshalb viele Clankulte der Ubier \u00fcberdauerten und nicht wie bei den Nerviern, Tungrern oder Treverern, bei denen Kurien nur eine untergeordnete Rolle spielten, von den \u00f6ffentlichen r\u00f6mischen\u00a0<em>civitas<\/em>-Kulten aufgesogen wurden.<\/p>\n<p>Nochmal, weil es so sch\u00f6n ist: Diese Kurien gehen auf Kultgemeinschaften zur\u00fcck, die in den Matronen die Ahnengottheiten ihrer Sippen sehen. Auch Matronennamen, die auf Gew\u00e4sser und Fl\u00fcsse zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, k\u00f6nnen mit alten Ortsbezeichnungen zusammenh\u00e4ngen, die auf Personenverb\u00e4nde \u00fcbertragen wurden und sich auf alte Siedlungsbezeichnungen beziehen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>\u00a0Im Laufe des 1. Jahrhunderts, sp\u00e4testens seit dem 2. oder 3. Jahrhundert wurden diese Personenverb\u00e4nde durch Heirat mit Angeh\u00f6rigen der eburonischen Restbev\u00f6lkerung oder den Zuzug anderer Personengruppen aufgebrochen \u2013 es bestand eine Mischbev\u00f6lkerung, die weiterhin die Tempel nutzte und den Matronen huldigte, nur konstituierte sich die Glaubensgemeinschaft jetzt aufgrund ihres Wohnortes und nicht aufgrund ihrer Abstammung: Deshalb hatten die Tempel so lange Bestand!<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn59\"><sup>[59]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Basilika in N\u00f6then\/Pesch wird als Prototyp des Versammlungsortes einer Kurie angesehen. Insgesamt befinden die Arch\u00e4ologen aufgrund der bescheidenen Gr\u00f6\u00dfe und Ausstattung aller Matronenheiligt\u00fcmer, dass hier zwar ein r\u00f6mischer Stil \u00fcbernommen wurde, aber die l\u00e4ndliche und landwirtschaftlich verwurzelte Tr\u00e4gerschaft deutlich wird: Dies unterstreicht den ganz lokalen Charakter der Matronenkulte.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn60\"><sup>[60]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Ahnen- oder Fruchtbarkeitsgottheiten?<\/strong><\/p>\n<p>Aber was waren denn die Matronen nun genau? Die Antwort darauf gibt zum Beispiel Frank Biller, der sich aufgrund der engen Verbindung zwischen den Beinamen der Matronen und den Selbstbezeichnungen bestimmter Gro\u00dffamilien oder Personenverb\u00e4nde sicher ist, dass die ubischen Matronen \u00fcberwiegend als Ahnengottheiten verehrt wurden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn61\"><sup>[61]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Als\u00a0Beispiel gelten die Vacallinehae, die Austriahenae oder die Etrahenae und Gesahenae. So kennen wir zwei Inschriften, die beide Matronengruppen gemeinsam nennen: Die zweite Inschrift wird dahingehend interpretiert, dass Bassiana Materna, also die zur Mutter geh\u00f6rende Bassiana, den m\u00fctterlichen Ahnm\u00fcttern, ihre Schwester Bassiana Paterna den v\u00e4terlichen Ahnm\u00fcttern die Weihung widmet.<\/p>\n<p>\u201eNeben der Funktion als mythische M\u00fctter einer Sippe verf\u00fcgte die g\u00f6ttliche Trias zudem \u00fcber einen weiteren Wirkungskreis, der in den Reliefs auf den ihnen geweihten Alt\u00e4ren in den Vordergrund tritt. Auf allen Bildsteinen befinden sich steinerne Abbilder von Fr\u00fcchten wie \u00c4pfel, Birnen, Quitten, Trauben, Waln\u00fcsse oder Pinienzapfen, die entweder in den von den drei Frauen gehalten K\u00f6rben, oder aber in F\u00fcllh\u00f6rnern, auf Opfertischen oder auf der patera an der Oberseite der Alt\u00e4re liegen.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn62\"><sup>[62]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Matronen waren also auch f\u00fcr die Fruchtbarkeit der Natur zust\u00e4ndig, was einleuchtend ist, wenn man sich \u00fcberlegt, dass die allermeisten ihrer Verehrer und Verehrerinnen Bauern und Grundbesitzer waren. Diese Zust\u00e4ndigkeit erkl\u00e4rt sich auch durch qualifizierende Epiklesen wie die der Matronae Gabiae, \u201edie Freigiebigen\u201c, oder die Matronae Arvagastiae, \u201edie freigiebig Bewirtenden\u201c.\u00a0\u00a0Diese Matronen sind zwar als Segens- und Gl\u00fccksspenderinnen, aber eher nicht als Ahnm\u00fctter einzusch\u00e4tzen, trotzdem sind es origin\u00e4re Matronenkulte!<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn63\"><sup>[63]<\/sup><\/a>\u00a0F\u00fcr Sei\u00f0r-praktizierende Heiden mag es interessant sein, dass auch die Matronae Saitchamiae verehrt wurden, deren Beiname nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4rt werden kann:\u00a0Man ist sich aber wohl dar\u00fcber einig, dass man es mit einem Kompositum mit\u00a0<em>sait<\/em>\u2013 zu tun hat, abgeleitet von *<em>sai\u00fea<\/em>, was sowohl\u00a0\u00a0Zauber als auch Strick, Schlinge oder Saite bedeutet.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn64\"><sup>[64]<\/sup><\/a>\u00a0Diese Matronen w\u00e4ren m\u00f6glicherweise \u201edie den Zauber Abwehrenden\u201c, \u201eb\u00f6sen\u00a0Zauber Bannenden\u201c.<\/p>\n<p>Spannenderweise belegen Weihungen wie die an die Matres Hiannanefatae (\u201edie M\u00fctter der Cananefaten\u201c), die Matres Rema, Matres Treverae etc., dass die Vorstellung von mythischen Ahnm\u00fcttern nicht auf die Ubier beschr\u00e4nkt war. Da ein pangermanischer Ahnenkult nicht belegt werden kann, ist dies vielleicht der einzige Hinweis darauf, dass m\u00f6glicherweise doch eine gemeingermanische Vorstellung zugrunde lag.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in der Forschung davon ausgegangen wird, dass einige Matronen ganz klar mythische Ahnm\u00fctter sind, ist ihr allgemeiner segenspendender und ernte- und fruchtbarkeitsbringender Einfluss ebenfalls erkennbar.<\/p>\n<p>Bei allen ubischen Matronen fehlen jedoch Darstellungen von Babys, sie werden auch nicht stillend oder wickelnd dargestellt wie Matronen- oder Matresgruppen aus anderen Gebieten. Dies weist darauf hin, dass die ubischen Matronen nicht f\u00fcr die Fruchtbarkeit von Menschen und Kindersegen zust\u00e4ndig waren und eher nicht als Muttergottheiten zu betrachten sind.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn65\"><sup>[65]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Wir haben es hier also mit religi\u00f6sen Vorstellungen zu tun, die nicht einheitlich sind und sich von Kultgemeinschaft zu Kultgemeinschaft unterschieden haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Warum ist aber der Matronenkult im Ubierbereich so ausgepr\u00e4gt? Und warum finden wir in anderen westgermanischen Stammesgebieten wenig bis gar keine Weihesteine?<\/p>\n<p>Zum einen ist der Grund wohl in der wirtschaftlichen Struktur zu suchen. Die meisten Siedlungen im Ubierterritorium wurden meistens direkt aus Stein ohne Vorgeb\u00e4ude gebaut und ihr Bau l\u00e4sst sich in die Claudio-Neronische Zeit datieren. Was wiederum bedeutet, dass viele von ihnen auch von r\u00f6mischen Veteranen errichtet wurden, die nach ihrem Milit\u00e4rdienst hier Land zugewiesen bekamen. Wir k\u00f6nnen annehmen, dass darunter viele italische Soldaten waren, welches uns wiederum auf ein Gebiet zur\u00fcckwirft, in dem ebenfalls\u00a0<em>Matronae<\/em>\u00a0verehrt worden waren, n\u00e4mlich im Po-Tal\u00a0\u00a0sowie im Piemont und in der Lombardei.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn66\"><sup>[66]<\/sup><\/a>\u00a0Dort gefundene Weihesteine datieren aus der zweiten H\u00e4lfte des 1. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Diese Matronen hatten allerdings keine Beinamen, ein wesentlicher Unterschied. Wir wissen anhand von Grabsteinen in K\u00f6ln, dass eine ganze Reihe der dort begrabenen Soldaten oder Veteranen aus dieser Gegend kamen und einheimische Frauen heirateten. Ihre Integration war unproblematisch. Es ist also gut m\u00f6glich, dass sie erkannten, dass im Ubiergebiet \u00e4hnliche G\u00f6ttinnen verehrt wurden wie bei ihnen zu Hause, und aus dem Zusammenspiel zwischen italischen Kolonisten und Legionsveteranen und einheimischen Germanen und Kelten eine neue Kultform entstand, die daher nicht platt als Ergebnis der Romanisierung betrachtet werden kann, sondern als Ergebnis eines kulturellen Dialogs.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn67\"><sup>[67]<\/sup><\/a>\u00a0Im K\u00f6lner Hinterland, zum Beispiel in Nettersheim oder N\u00f6then\/Pesch\u00a0wurde diese r\u00f6mische Praxis der Weihesteine dann offenbar mit Begeisterung von der einheimischen Bev\u00f6lkerung \u00fcbernommen, die vorher ihren Ahnm\u00fcttern oder Fruchtbarkeitsg\u00f6ttinnen auf andere Weise oder in anderer Form geopfert und gestiftet hatte. In Nettersheim wiederum wurde das Setzen von Weihesteinen von Soldaten der Bonner \u201eLegio I Minerva\u201c \u00fcbernommen und ins Hauptlager gebracht, wo es von Eliteangeh\u00f6rigen im gro\u00dfen Stil und prestigetr\u00e4chtig ausge\u00fcbt wurde.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6glicher Ursprung der ubischen Matronenkulte<\/strong><\/p>\n<p>Wir wissen also nun, von wem die Matronen verehrt wurden: von Ubiern, die von der anderen Rheinseite eingewandert waren, von den verblieben eburonischen Einwohnern, von zugezogenen Angeh\u00f6rigen des Milit\u00e4rs oder Veteranen, die im ubischen Gebiet Land zugewiesen bekommen hatten. Wir wissen, wann die Sitte aufkam, Weihesteine im r\u00f6mischen Stil aufzustellen: Die ersten Steine finden sich gegen Ende des 1. Jahrhunderts, aber in der Mitte des 2. Jahrhunderts setzt die Tradition in voller St\u00e4rke ein. Anhand der Inschriften und der Art der Weihesteine sowie der Darstellung der Matronen in ubischer Tracht k\u00f6nnen wir erkennen, dass die Form dieses Kults zwar r\u00f6misch war, aber die Matronen als germanisch, keltisch oder als germanisch-keltisch aufgefasst wurden. Sie sind keine r\u00f6mischen Gottheiten.<\/p>\n<p>K\u00f6nnten sie mit der Mode, Weihesteine in r\u00f6mischer Form aufzustellen, sozusagen aus der Luft gegriffen worden sein? Sicher nicht. Alleine aufgrund der Tatsache, dass die Matronen germanische oder keltische oder keltogermanische Beinamen haben, vermuten die Forscher, dass \u201edie Kulte f\u00fcr diese Muttergottheiten auf vorr\u00f6mische Vorstellungen zur\u00fcckgehen.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn68\"><sup>[68]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auch aufgrund der Erkenntnis, dass einige Kultpl\u00e4tze nicht neu gebaut, sondern auf bestehenden Kultpl\u00e4tzen neu errichtet wurden,\u00a0\u00a0vermuten die Forscher, dass die Matronen bereits vorher verehrt wurden, man ist sich aber nicht dar\u00fcber einig, auf welche Weise das geschehen ist. Es gibt verschiedene Deutungsans\u00e4tze:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-927\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.7.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.7.jpg 459w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.7-175x300.jpg 175w\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"788\" \/><figcaption>Abb. 7 Mercurius Gebrinus<\/figcaption><\/figure>\n<p>a) Ziegenkult\u00a0\u2013\u00a0\u00a0Der\u00a0Historiker C.B. R\u00fcger ging aufgrund der Darstellung von Ziegen auf besonders imposanten Steinen davon aus, dass die Matronen als Fruchtbarkeitsg\u00f6ttinnen in einem Ziegenkult verehrt wurden, der durch den Kontakt mit der Bonner Legion eine Aufwertung erfuhr und sich zu einem anthropomorphen Kult wandelte. R\u00fcger argumentierte au\u00dferdem, dass in Matronenheiligt\u00fcmern gefundene Weihungen an Mercurius Gebrinus darauf schlie\u00dfen lassen, dass Mercurius Gebrinus der zu Fruchtbarkeitsg\u00f6ttinnen zwingende zugeh\u00f6rige Parhedros<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn69\"><sup>[69]<\/sup><\/a>\u00a0sei, und R\u00fcger f\u00fchrte den Beinamen Gebrinus auf keltisch\u00a0<em>gabros<\/em>\u00a0zur\u00fcck, Ziegenbock.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn70\"><sup>[70]<\/sup><\/a>\u00a0Tats\u00e4chlich gibt es eine kultische Verbindung zwischen Mercurius und den Matronen, davon zeugen zum Beispiel ein Merkurrelief, das in der N\u00e4he des Kultplatzes in Nettersheim gefunden wurde. Eine Inschrift aus Laurenzberg bezeugt zudem, dass Mitglieder der\u00a0<em>curia Amratnina<\/em>, ein Kultverein, der die Verehrung der Matronae Amfratninae organisierte und leitete, einen Tempel f\u00fcr Mercurius Leud(iac)anus stiftete, und auf der Seite eines Weihesteines f\u00fcr die alaferchuischen Matronen ist ein\u00a0<em>caduceus<\/em>\u00a0angebildet, ein Stab, der als Attribut des Mercurius gilt.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn71\"><sup>[71]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Mittlerweile wissen wir allerdings, dass der Matronenkult wie oben dargelegt nicht von der Bonner Legion initiiert worden war, wovon R\u00fcger damals fest \u00fcberzeugt war: Er hielt Bonn und die Bonner Dedikanten f\u00fcr die Ausl\u00f6ser dieser Tradition. Desweiteren besa\u00df Mercurius Gebrinus in Bonn tats\u00e4chlich ein eigenes\u00a0<em>templum<\/em>, wurde also nicht nur als Parhedros der Aufanischen Matronen in deren Heiligtum verehrt.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn72\"><sup>[72]<\/sup><\/a>\u00a0Zus\u00e4tzlich ist die Darstellung der Ziegen auf den Weihesteinen eher als\u00a0<em>topos<\/em>, als dekoratives Element im Kontext der klassischen Tradition zu verstehen und scheint nur einen allgemeinen religi\u00f6sen oder mythischen Charakter zu haben.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn73\"><sup>[73]<\/sup><\/a>\u00a0Aufgrund dessen gilt R\u00fcgers Ziegenkult-Hypothese als \u00fcberholt.<\/p>\n<p>b) Baumkult \u2013 Eine weitere These ist die, dass der Matronenkult auf einen Baumkult zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p>Einige Matronen werden Zweige in der Hand haltend dargestellt. B\u00e4ume sind oft auch zentral\u00a0\u00a0auf Weihesteinen abgebildet. Man k\u00f6nnte argumentieren, dass diese Baumabbildungen nur Teil einer sakralidyllischen Landschaft seien, aber ein Zweig in der Hand einer Matrone ist tats\u00e4chlich ein Attribut und kein Deko-Element.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn74\"><sup>[74]<\/sup><\/a>\u00a0Der Arch\u00e4ologe Horn befindet,\u00a0\u201eBaum- und Matronenkult geh\u00f6ren im Ubiergebiet offenbar eng zusammen; [\u2026]\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn75\"><sup>[75]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0Er h\u00e4lt es f\u00fcr gut m\u00f6glich, dass dies darauf hinweist, dass die Matronen bzw. Ahng\u00f6ttinnen, bevor sie bildhaft und in Menschengestalt verehrt wurden, in B\u00e4umen oder in Baumheiligt\u00fcmern verehrt wurden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn76\"><sup>[76]<\/sup><\/a>\u00a0Ein weiterer Hinweis ist in den Beinamen der Matronen zu finden: So finden wir z.B. die Matronae Ulauhinehae,\u00a0\u00a0deren Name vom germanischen\u00a0<em>lauha<\/em>\u00a0\u2013 Hain, lichte Stelle im Wald abgeleitet ist. Die Matronae Gratichihenae sind \u201edie vom Platz, wo junges Nadelholz steht\u201c. Die Matronae Alusneihae bzw. Alisneihae liegt das germanische\u00a0<em>aluz<\/em>\u00a0zugrunde, was dem heutigen Baumnamen Erle entspricht.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn77\"><sup>[77]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auf einem Weihestein f\u00fcr die Matronae Octocannae\u00a0\u00a0halten die drei Matronen jeweils einen Zweig in der Hand, und der Name der Triade l\u00e4sst sich durch ein keltisches Wort (mittelirisch\u00a0<em>ochtach<\/em>) auf die Bezeichnung Fichte zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n<p>Der wichtigste Beleg ist aber nach Meinung der Bef\u00fcrworter dieser Theorie derjenige, dass man in N\u00f6then\/Pesch einen umhegten Hof vorgefunden hat, der Mittelpunkt der Anlage war. Es wird vermutet, dass dort zun\u00e4chst ein heiliger Baum stand, der im 3. Jahrhundert vermutlich durch eine tats\u00e4chlich auch entdeckte Baumskulptur ersetzt wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn78\"><sup>[78]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Nehmen wir nun hinzu, dass wir von Tacitus wissen, dass die Germanen ihre G\u00f6tter in heiligen Hainen zu verehren pflegten, denken wir an den Semnonenhain, den Hain der Naharvaler und den Hain der Nerthus und bedenken auch, dass die Verehrung von einzelnen, besonders bemerkenswerten B\u00e4umen auch in christlicher Zeit und bis weit ins Mittelalter belegt ist (Karl\u00a0\u00a0der Gro\u00dfe verf\u00fcgt im Jahre 794 u.Z. bez\u00fcglich der \u201eeinhaltung des kirchlichen Gebots betreffs zerst\u00f6rung der h. B\u00e4ume und haine [sic]\u201c,<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn79\"><sup>[79]<\/sup><\/a>\u00a0dann erscheint eine Verbindung zwischen dem Matronenkult und einem Baumkult nicht abwegig, zumal ein Baum durchaus als M\u00fctterlichkeitssymbol aufgefasst werden kann, und\u00a0im germanischen Weltbild ein Baum das Zentrum der Welt ist (<em>axis mundi<\/em>).<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn80\"><sup>[80]<\/sup><\/a>\u00a0Ob es jedoch wirklich zwingend notwendig ist, einen pr\u00e4anthropomorphen und anikonischen Kult anzunehmen und ob es nicht bei Ahnengottheiten einleuchtender ist, dass diese auch vor den steinernen Kultbildern in menschlicher Gestalt, aber eventuell aus verg\u00e4nglichem Material hergestellt verehrt wurden? Es hat wenig Sinn, eine Bezeichnung wie\u00a0<em>Matronae<\/em>\u00a0bzw.\u00a0<em>Matres\u00a0<\/em>zu verwenden, die mit \u201everehrte Frauen, Ahnm\u00fctter\u201c zu \u00fcbersetzen w\u00e4re oder die sich mit Beiname als \u201edie M\u00fctter der \u2026\u201c interpretieren l\u00e4sst,\u00a0wenn sich der Kult vorher um Ziegen drehte oder das Objekt der Verehrung ein Baum war. Diese Meinung vertritt der Arch\u00e4ologe Ton Derks.\u00a0Theorien, die davon ausgehen, dass erst durch die Romanisierung der Kult quasi auf eine h\u00f6here Stufe erhoben wurde, beruhen laut Derks auf einem sehr traditionellen Konzept der Romanisierung (n\u00e4mlich von oben nach unten) und sind reduktionistisch und ethnozentrisch.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn81\"><sup>[81]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Frage nach dem Ursprung bleibt also bis auf Weiteres offen.<\/p>\n<p><strong>Ritus\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben gesehen, dass die Verehrung der ubischen Matronen in den Weihesteinen eine r\u00f6mische Form angenommen hatte, selbst wenn durch die Tracht und die Beinamen der G\u00f6ttinnen ein indigener germanischer oder keltischer Bezug ganz deutlich war, und selbst wenn wir annehmen, dass die Ubier einen Ahnenglauben und gegebenenfalls einen Ahnenkult von der anderen Rheinseite mitgebracht hatten.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn82\"><sup>[82]<\/sup><\/a>\u00a0Was wissen wir aber \u00fcber den Kult selbst? Was geschah in diesen Heiligt\u00fcmern?<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen wir auch hier\u00fcber einiges in Erfahrung bringen, und die Abbildungen auf den Weihesteinen zeigen Folgendes:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<ul class=\"blocks-gallery-grid\">\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-928\" src=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.8.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" srcset=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.8.jpg 567w, https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.8-224x300.jpg 224w\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"759\" data-id=\"928\" data-full-url=\"https:\/\/eldaring.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Abb.8.jpg\" data-link=\"https:\/\/eldaring.de\/?attachment_id=928\" \/><\/figure>\n<\/li>\n<\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Abb. 8 Stein des Candidinius Verus f\u00fcr die Aufanischen Matronen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wir sehen auf diesen Steinen, wie die Opfernden\u00a0<em>capite velato<\/em>, mit verh\u00fclltem Haupt, an den Altar treten, um etwas ins Feuer zu geben, vermutlich Weihrauch.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn83\"><sup>[83]<\/sup><\/a>\u00a0Diener halten Weihrauchk\u00e4stchen, eine Kanne, ein weiterer begleitet die Opferhandlung mit einer Doppelfl\u00f6te. Wie k\u00f6nnte sich so eine Begleitmusik wohl angeh\u00f6rt haben?<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn84\"><sup>[84]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auf einem anderen Stein sehen wir, dass das Opfer auch im Kreis der Familie vollzogen wurde. Viele weitere Darstellungen zeigen, dass den Matronen in erster Linie Getreide, Fr\u00fcchte und Obst geopfert wurden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn85\"><sup>[85]<\/sup><\/a>\u00a0Auch wurden die Alt\u00e4re, wie h\u00e4ufig zu sehen ist und wie es f\u00fcr r\u00f6mische Alt\u00e4re \u00fcblich war, mit Blumengirlanden geschm\u00fcckt.<\/p>\n<p>Diese Art des Opferns ist also ganz und gar im r\u00f6mischen Stil, wobei man davon ausgehen kann, dass die grunds\u00e4tzlichen Opfervorstellungen bei R\u00f6mern und Germanen nicht gegens\u00e4tzlich waren. Zu bedenken ist auch, dass die Darstellungen auf den Weihesteinen idealtypische Darstellungen sind \u2013 im Zweifelsfall werden die Riten im Hinterland eher mehr als weniger germanischen Beigeschmack gehabt haben.<\/p>\n<p>Ein weiterer interessanter Aspekt wurde durch den Fund eines Steins in Lyon an die Aufanischen Matronen aufgezeigt: In der Inschrift werden ein Platz zum Niederlegen, Speiseger\u00e4te und ein Tisch erw\u00e4hnt, was darauf hinweist, dass kultische Mahlzeiten auch zum Ritus des Matronenkults geh\u00f6rten. Kultmahle germanischer St\u00e4mme sind uns auch aus der Literatur bekannt, auch etymologisch finden sich daf\u00fcr Belege.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn86\"><sup>[86]<\/sup><\/a>\u00a0Belege f\u00fcr Tieropfer und vermutlich Verzehr durch die Opfernden finden sich auch auf Weihesteinen. Wahrscheinlich war die\u00a0<em>curia<\/em>\u00a0das Geb\u00e4ude innerhalb des Heiligtums, in welchem die Kultmahle stattfanden.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn87\"><sup>[87]<\/sup><\/a>\u00a0In N\u00f6then\/Pesch war die\u00a0<em>curia<\/em>\u00a0wahrscheinlich in der sogenannten Basilika untergebracht, einem dreischiffigen Bau, der heute noch erkennbar ist. Es gab auf diesem Kultplatz auch einen Brunnen sowie R\u00e4umlichkeiten und Geb\u00e4ude, in denen Utensilien und Kochger\u00e4te oder anderes Zubeh\u00f6r gelagert werden konnte.<\/p>\n<p>Weiterhin k\u00f6nnen wir wohl davon ausgehen, dass rituelle Umg\u00e4nge bzw. Prozessionen stattgefunden haben \u2013 im Heiligtum N\u00f6then\/Pesch k\u00f6nnte dies in der Wandelhalle geschehen sein, eine Umkreisung der\u00a0<em>cella<\/em>\u00a0und des dort befindlichen Kultbildes w\u00e4re auch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Auch hier \u00fcberschneiden sich r\u00f6mische und germanische Ritualbr\u00e4uche und Kultvorstellungen, da, wie wir wissen, bei den Germanen kultische Umz\u00fcge nicht unbekannt waren.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen also festhalten, dass zu einem Ritus folgende Elemente geh\u00f6ren konnten oder geh\u00f6rten: Prozession der Verehrer und Verehrerinnen zum Heiligtum oder um die\u00a0<em>cella<\/em>\u00a0herum, Opferung am Altar oder einem Kultbild von Weihrauch, Fr\u00fcchten, Getreide oder eventuell Getreideprodukten, Tieropfern, wahrscheinlich auch einem gemeinsamen kultischen Mahl. Die Weihesteine oder Kultbilder werden mit Blumengirlanden geschm\u00fcckt worden sein.<\/p>\n<p><strong>Das Ende der Matronen-Weihesteine<\/strong><\/p>\n<p>Geht man von datierbaren Weihesteinen aus, dann muss man feststellen, dass die Matronenkulte ab der Mitte des 3. Jahrhunderts in dieser Form nicht mehr praktiziert wurden. Die uns vorliegenden Darstellungen der Matronendreiheiten stammen vermutlich alle aus den Jahren zwischen 100 und 240 u.Z.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn88\"><sup>[88]<\/sup><\/a>\u00a0Allerdings, so Frank Biller, ist der Schluss der Inschriftensetzung nicht mit einem Abebben der Matronenverehrung gleichzusetzen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn89\"><sup>[89]<\/sup><\/a>\u00a0Die Verehrung wird mit anderen, arch\u00e4ologisch nicht fassbaren Materialien umgesetzt worden sein, oder es wurde einfach an vorhandenen Kultbildern geopfert. Vielleicht r\u00fcckte auch die Baumverehrung wieder st\u00e4rker in den Vordergrund, die sich belegbar bis ins Mittelalter tradierte.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn90\"><sup>[90]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche und politische Lage wurde in der Mitte des 3. Jahrhunderts schlechter, daher hatten immer weniger Menschen die finanziellen M\u00f6glichkeiten, einen Stein in Auftrag zu geben, und mit dem Fall des Limes 230\/260 u.Z. endete die Bl\u00fctezeit der germanischen Provinzen. Es finden sich in beiden germanischen Provinzen nur noch 20 Weihesteine, die nach 260 u.Z. datiert werden k\u00f6nnen. Die vorhandenen Kultst\u00e4tten wurden allerdings weiter genutzt und von Gl\u00e4ubigen frequentiert, der Kultplatz in N\u00f6then\/Pesch erfuhr sogar eine sp\u00e4te Umbauphase \u2013 allerdings lassen Funde dort vermuten, dass Weihesteine profanisiert\u00a0wurden, wahrscheinlich wurden schlie\u00dflich andere Gottheiten an diesen Orten verehrt, f\u00fcr deren Kultgeb\u00e4ude man die Weihealt\u00e4re verwendete, oder man kehrte zu einer anikonischen Verehrung zur\u00fcck. Dies war in Nettersheim vermutlich nicht der Fall, denn die Weihesteine wurden weder zerst\u00f6rt noch verschleppt, lediglich der Kultplatz wurde irgendwann aufgegeben.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn91\"><sup>[91]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Der Volkskundler Matthias Zender argumentiert sehr vorsichtig daf\u00fcr, dass es in der intensiven Verehrung der drei Jungfrauen Fides, Spes und Caritas im K\u00f6lner Raum\u00a0zumindest die M\u00f6glichkeit einer gewissen Kontinuit\u00e4t zur Matronenverehrung gibt: Erhaltene Matronensteine gaben einen Anlass f\u00fcr \u00dcberlieferungen und Ankn\u00fcpfungen an christliche Gestalten. Fides, Spes und Caritas sowie ihre Mutter, die Hl. Sophia, waren in der Ostkirche umfangreich verehrte Konkretisierungen der drei g\u00f6ttlichen Tugenden, sie wurden vor dem 6. Jahrhundert im Westen bekannt, und die Triade der T\u00f6chter dr\u00e4ngte in der Volkst\u00fcmlichkeit schnell die Mutter aus dem Bild, w\u00e4hrend die Kirche sich diesem Kult gegen\u00fcber zur\u00fcckhaltend verhielt. Es ist allerdings unzutreffend und unwissenschaftlich, aus jeder weiblichen Heiligentriade Nachfolgerinnen der Matronen oder Matres zu machen.<a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftn92\"><sup>[92]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Res\u00fcmee und Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>Ich hoffe, nun einige Fragen \u00fcber die Matronen, die h\u00e4ufig gestellt werden, beantwortet\u00a0\u00a0zu haben:<\/p>\n<p>Wir wissen nun, dass der Kult der Matronen zwar in r\u00f6mischer Form daherkommt, aber der Glaubensinhalt durchaus deutlich germanisch oder keltisch zu sein scheint, und dass es sich nicht einfach um ein Ergebnis einer top-down-Romanisierung gehandelt hat, bei der die R\u00f6mer den Germanen und Kelten, die ansonsten noch in einem barbarischen religi\u00f6sen Stadium verharrt w\u00e4ren, zeigten, wie das so geht mit dem Kult, sondern dass die Matronenverehrung eine Mischung aus verschiedenen kulturellen Einfl\u00fcssen darstellt, in der sich eben diese drei Kulturen gemeinsam wiederfanden.<\/p>\n<p>Wir wissen durch die Beinamen der Matronen, dass sie als Ahnm\u00fctter oder Fruchtbarkeitsbringerinnen und Schutzg\u00f6ttinnen verehrt wurden, und dass ihr Kult lokal sehr begrenzt war \u2013 dadurch ergibt sich die gro\u00dfe Vielfalt der Beinamen.<\/p>\n<p>Dass vermutet wird, dass die Ubier eine Form der Ahnenverehrung, eventuell sogar des Ahnenkults von der rechten Rheinseite mitgebracht haben, gibt uns Anlass zu der Annahme, dass dies auch bei anderen germanischen St\u00e4mmen der Fall war, das wird durch entsprechende Inschriften untermauert.\u00a0Ob diese Verehrung zum Beispiel in anthropomorpher Form oder als Baumkult gepflegt wurde oder g\u00e4nzlich anikonisch war, k\u00f6nnen wir allerdings noch nicht sagen.<\/p>\n<p>Wir wissen, welche Elemente im Ritus wichtig waren: Weihrauch wurde geopfert, es gab Fr\u00fcchte- und Getreideopfer, aber auch blutige Opfer, ein gemeinsames Kultmahl, eventuell eine Prozession sowie eventuell musikalische Begleitung. Dies sind (mit Ausnahme des blutigen Opfers) alles Elemente, die wir in moderne Rituale ebenfalls einbauen k\u00f6nnen oder die schon fester Bestandteil unserer Riten sind.<\/p>\n<p>Wir konnten erkennen, dass die Verehrung der G\u00f6ttinnen zun\u00e4chst clanzentriert war, sich aber durch die Vermischung der Bev\u00f6lkerung und die Offenheit des Kults zu einem gemeinschaftsbasierten Kult wandelte. Die G\u00f6ttinnen, die das Land besch\u00fctzten, wurden von denjenigen angerufen, die dort lebten, ob sie blutsverwandt waren oder seit Jahrhunderten dort lebten oder nicht. Damit ist der Kult ein gutes Beispiel daf\u00fcr, dass Blut und Boden-Vorstellungen f\u00fcr die Kultgemeinschaft offenbar keine Rolle gespielt haben. Es war wohl der Wunsch aller, auf diesem St\u00fcck Land gemeinsam gut leben zu k\u00f6nnen. Ihre Ahnm\u00fctter und Fruchtbarkeitsg\u00f6ttinnen brachten sie mit, und die schlugen Wurzeln, genau wie die Menschen. Auch wir k\u00f6nnen nur dort gedeihen, wo wir Wurzeln haben, oder Wurzeln wachsen lassen. Wo immer wir auch sind, die Matronen k\u00f6nnen uns dabei helfen.<\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Bauchhen\u00df, Gerhard (Hg.) (1987): Matronen und verwandte Gottheiten. Ergebnisse eines Kolloquiums. Akademie der Wissenschaften zu G\u00f6ttingen; Rheinisches Landesmuseum Bonn. K\u00f6ln: Rheinland-Verl. (Beihefte der Bonner Jahrb\u00fccher, 44).<\/p>\n<p>Bauchhen\u00df, Gerhard (2014): Die Weihealt\u00e4re aus Bonn. In: Alexandra Wilhelmine Busch und Alfred Sch\u00e4fer (Hg.): R\u00f6mische Weihealt\u00e4re im Kontext. Internationale Tagung in K\u00f6ln vom 3. bis zum 5. Dezember 2009 \u201cWeihealt\u00e4re in Tempeln und Heiligt\u00fcmern\u201d, veranstaltet durch das R\u00f6misch-Germanische Museum der Stadt K\u00f6ln und die Abteilung Rom des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts. Likias: Friedberg, S. 155\u2013178.<\/p>\n<p>Baudy, Gerhard J.: Baum. In: Hubert Cancik (Hg.): Apokalyptik \u2013 Geschichte (Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe, 2), S. 109\u2013116.<\/p>\n<p>Beck, No\u00e9mie (2009): Goddesses in Celtic Religion. Cult and Mythology: A Comparative Study of Ancient Ireland, Britain and Gaul. Zugl.: Universit\u00e9 Lumi\u00e8re Lyon 2, University College of Dublin, Diss., 2009. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/theses.univ-lyon2.fr\/documents\/lyon2\/2009\/beck_n#p=21&amp;a=TH.2.2.3, zuletzt gepr\u00fcft am 06.01.2019.<\/p>\n<p>Biller, Frank: Kultische Zentren und Matronenverehrung in der s\u00fcdlichen Germania Inferior. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.rheinische-geschichte.lvr.de\/Epochen-und-Themen\/Themen\/kultische-zentren-und-die-matronenverehrung-in-der-suedlichen-germania-inferior\/DE-2086\/lido\/57d11da75eb178.97404476.<\/p>\n<p>Biller, Frank (2010): Kultische Zentren und Matronenverehrung in der s\u00fcdlichen Germania inferior. Teilw. zugl.: Osnabr\u00fcck, Univ., Diss., 2005. Rahden: Leidorf (Osnabr\u00fccker Forschungen zu Altertum und Antike-Rezeption, 13).<\/p>\n<p>Derks, Ton (2013): Ein neuer Matronenaltar mit Opferszene aus Mechernich (Kr. Euskirchen). In:\u00a0<em>Arch\u00e4ologisches Korrespondenzblatt\u00a0<\/em>43, S. 237\u2013245.<\/p>\n<p>Derks, Ton; Jefferis, Christine (1998): Gods, temples and ritual practices. The transformation of religious ideas and values in Roman Gaul. Amsterdam: Amsterdam Univ. Press (Publication of the Pionier-project \u2018Power and Elite\u2019, 2).<\/p>\n<p>Epigraphik-Datenbank Clauss\/Slaby. Datenbank-Recherche. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/db.edcs.eu\/epigr\/epi.php?s_sprache=en, zuletzt gepr\u00fcft am 06.01.2019.<\/p>\n<p>Horn, Heinz G\u00fcnter (1987): Bilddenkm\u00e4ler des Matronenkultes im Ubiergebiet. In: Gerhard Bauchhen\u00df (Hg.): Matronen und verwandte Gottheiten. Ergebnisse eines Kolloquiums. K\u00f6ln: Rheinland-Verl. (Beihefte der Bonner Jahrb\u00fccher, 44), S. 31\u201354.<\/p>\n<p>K\u00f6bler, Gerhard (2014): Germanisches W\u00f6rterbuch. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/www.koeblergerhard.de\/germwbhinw.html, zuletzt gepr\u00fcft am 06.01.2019.<\/p>\n<p>Neumann, G\u00fcnter (1973-): Matronen. In: Heinrich Beck (Hg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd.\u00a019. Unter Mitarbeit von Johannes (begr.) Hoops. Berlin: De Gruyter, S. 438\u2013440.<\/p>\n<p>Petrikovits, Harald von: Altertum. In: Petri, Franz, Droege, Georg (Hg.): Rheinische Geschichte. In drei B\u00e4nden, 1\/1. Unter Mitarbeit von Max Braubach. 2. Auflage. 3 B\u00e4nde. D\u00fcsseldorf: Schwann.<\/p>\n<p>R\u00fcger, Christoph B.: Beobachtungen zu den epigraphischen Belegen der Muttergottheiten in den lateinischen Provinzen des Imperium Romanum, S. 1\u201330.<\/p>\n<p>R\u00fcger, Christoph B. (1983): A Husband for the Mother Goddesses \u2013 Some Observations on the Matronae Aufaniae. In: Sheppard Frere, Brian Hartley und John S. Wacher (Hg.): Rome and her northern provinces. Gloucester: Sutton, S. 210\u2013221.<\/p>\n<p>Shaw, Philip A. (2011): Pagan Goddesses in the early Germanic world. Eostre, Hedra and the cult of Matrons. London: Bristol Classical Press (Studies in early medieval history).<\/p>\n<p>Simek, Rudolf (1995): Lexikon der germanischen Mythologie. 2., erg. Aufl. Stuttgart: Kr\u00f6ner (Kr\u00f6ners Taschenausgabe, 368).<\/p>\n<p>Spickermann, Wolfgang (2008): Germania Inferior. T\u00fcbingen: Mohr Siebeck (Religion der r\u00f6mischen Provinzen, 3).<\/p>\n<p>Stolte, B. H. (2016): Die religi\u00f6sen Verh\u00e4ltnisse in Niedergermanien. Religion (Heidentum: Die religi\u00f6sen Verh\u00e4ltnisse in den Provinzen). Reprint 2014. Berlin, Boston: De Gruyter (Aufstieg und Niedergang der r\u00f6mischen Welt (ANRW) Principat, Bd. 18,1).<\/p>\n<p>WIld, John Peter (1968, 1. Halbband): Die Frauentracht der Ubier. In:\u00a0<em>Germania\u00a0<\/em>(46), S. 67\u201373.<\/p>\n<p>Zender, Matthias (1987): Die Verehrung von drei heiligen Frauen im christlichen Mitteleuropa und ihre Vorbereitungen in alten Vorstellungen. In: Gerhard Bauchhen\u00df (Hg.): Matronen und verwandte Gottheiten. Ergebnisse eines Kolloquiums. K\u00f6ln: Rheinland-Verl. (Beihefte der Bonner Jahrb\u00fccher, 44), S. 213\u2013228.<\/p>\n<p>Zimmer, Stefan, Heinrichs, Johannes (1973-): Ubier. In: Heinrich Beck (Hg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 31 (2006). Unter Mitarbeit von Johannes (begr.) Hoops. Berlin: De Gruyter, S. 355\u2013361.<\/p>\n<p><strong>Abbildungsverzeichnis<\/strong>:<\/p>\n<p>Abb.1: Epigraphik-Datenbank Clauss\/Slaby, ECDS-ID EDCS-1120227<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/db.edcs.eu\/epigr\/epi.php?s_sprache=en\">http:\/\/db.edcs.eu\/epigr\/epi.php?s_sprache=en<\/a>\u00a0Zuletzt abgerufen am 6.1. 2019<\/p>\n<p>Abb.2: Hartmann Linge, CC BY-SA 3.0,\u00a0<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=11809941\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=11809941<\/a><\/p>\n<p>Zuletzt abgerufen am 6.1.2019<\/p>\n<p>Abb.3: Epigraphik-Datenbank Clauss\/Slaby, ECDS-ID EDCS-11202290<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/db.edcs.eu\/epigr\/epi.php?s_sprache=en\">http:\/\/db.edcs.eu\/epigr\/epi.php?s_sprache=en<\/a>\u00a0Zuletzt abgerufen am 6.1. 2019<\/p>\n<p>Abb.4a und 4b: R\u00fcger 1987, S. 5-7<\/p>\n<p>Abb.5: H. Pohl 2018<\/p>\n<p>Abb.6: H.G. Horn, Die R\u00f6mer in Nordrhein-Westfalen, Stuttgart 1987, S. 343<\/p>\n<p>Abb.7: H. Weingartz, GNU Free Documentation License<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Bonn_altar_Gebrinius.jpg?uselang=de\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Bonn_altar_Gebrinius.jpg?uselang=de<\/a>\u00a0Zuletzt abgerufen am 6.1.2019<\/p>\n<p>Abb.8: kleon3, CC<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:2018_Rheinisches_Landesmuseum_Bonn,_Matronenaltar_vom_Bonner_M%C3%BCnster_3.jpg?uselang=de\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:2018_Rheinisches_Landesmuseum_Bonn,_Matronenaltar_vom_Bonner_M\u00fcnster_3.jpg?uselang=de<\/a>\u00a0Zuletzt abgerufen am 6.1.2019<\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0Zimmer\/ Heinrichs 2006, Stichwort Ubier<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u00a0Biller Kultische Zentren<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>\u00a0Zimmer\/Heinrichs 2006 S. 356<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\u00a0Biller Kultische Zentren<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>\u00a0Petrikovits 1978 S. 81ff.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 307<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>\u00a0Neumann 2001 Stichwort Matronen<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>\u00a0Wild 1968 passim. \u00dcbrigens ist dies keine Festtagstracht, sondern Alltagstracht, die vermutlich von der anderen Rheinseite mitgebracht wurde.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>\u00a0Horn 1987 S. 36<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. Ein Torques ist ein offener Halsreif, eine Lunula ein Schmuckst\u00fcck in Halbmondform, teils als Anh\u00e4nger, teils als Halsreif gefunden.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 53<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010, R\u00fcger 1987<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 267ff.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 268<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>\u00a0Epigraphik-Datenbank Clauss\/Slaby\u00a0EDCS-ID:\u00a0EDCS-11202083\/EDCS-ID:\u00a0EDCS-11100094<\/p>\n<p>Diese Online-Datenbank katalogisiert arch\u00e4ologische Funde, die Adresse ist im Literaturverzeichnis vermerkt.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 269<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 270<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 271<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 1998 S. 120<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>\u00a0Die Gallia narbonensis war eine r\u00f6mische Provinz im heutigen S\u00fcdfrankreich.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>\u00a0Die Po-Ebene bezeichnet ein Tiefland im Norden Italiens, nach dem gr\u00f6\u00dften Fluss Italiens \u201ePo\u201c benannt.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>\u00a0Shaw 2011 S. 42f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 44<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 45<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>\u00a0Simek 1995 Stichwort Matronenkult<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>\u00a0Beck 2009 1 I C. Es wird dort das Worts\u00a0<em>matron\u00a0<\/em>verwendet, das ist aber nicht Lateinisch, sondern der Genitiv Plural des keltischen Wortes\u00a0<em>matir<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>\u00a0Neumann 1987 S. 108. So ist z.B. die Endung\u00a0\u00a0\u201e-ims\u201c im Namen Aflims keine korrekte Latinisierung und scheint eine bewusste Schreibung gewesen zu sein, um den germanischen Charakter der Gottheiten beizubehalten.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 1998 S. 120, basierend auf Stolte 1986, 601\u2013603<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 2013 S. 240<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>\u00a0Neumann 1987 S. 105<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>\u00a0Neumann 1987<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>\u00a0Beck 2009 1 III C1)<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>\u00a0Beck 2009 1 III C2)<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>\u00a0Shaw 201 S. 46, Derks 1998 S. 127<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>\u00a0Neumann 1987 S. 109f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 111, Horn 1987 S. 156<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>\u00a0Neumann 1987 S. 115<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>\u00a0Beck 2009 Kap. 1, IIIB<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 282, auch ff.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 284\u2013286<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 287<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 288<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>\u00a0Spickermann 2008 S. 75, zu diesem Thema siehe auch Stolte 1986 S. 662f. und R\u00fcger 1987 S. 21<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a>\u00a0Im weiteren Biller 2010 S. 29 ff.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>\u00a0Horn 1987 S. 572<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref47\"><sup>[47]<\/sup><\/a>\u00a0Biller Kultische Zentren und Biller 2010 S. 315<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>\u00a0Horn 1987 S. 573<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 320<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 317<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref51\"><sup>[51]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 315<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref52\"><sup>[52]<\/sup><\/a>\u00a0Neumann 1987 S. 114f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref53\"><sup>[53]<\/sup><\/a>\u00a0Horn 1987 S. 342, im folgenden<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref54\"><sup>[54]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 345<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref55\"><sup>[55]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 290<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref57\"><sup>[57]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 291<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 292<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 293<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref60\"><sup>[60]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 1998 S. 122<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref61\"><sup>[61]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 295<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref62\"><sup>[62]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref63\"><sup>[63]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 295<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref64\"><sup>[64]<\/sup><\/a>\u00a0K\u00f6bler 20014 s.v.\u00a0<em>sai\u00fea<\/em>, \u00fcberpr\u00fcft am 6.2.2018<\/p>\n<p>Neumann 1987 S. 111<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref65\"><sup>[65]<\/sup><\/a>\u00a0Horn 1987 S. 54<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref66\"><sup>[66]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 1998 S. 128<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref67\"><sup>[67]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd., Derks 2013 S. 241<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref68\"><sup>[68]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 2013 S. 240<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref69\"><sup>[69]<\/sup><\/a>\u00a0Parhedros ist die Bezeichnung f\u00fcr den Gatten oder die Gattin einer Fruchtbarkeitsgottheit.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref70\"><sup>[70]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 272 ff., R\u00fcger 1983<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref71\"><sup>[71]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 273<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref72\"><sup>[72]<\/sup><\/a>\u00a0Bauchhen\u00df 2014 S. 157<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref73\"><sup>[73]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 274f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref74\"><sup>[74]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 287<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref75\"><sup>[75]<\/sup><\/a>\u00a0Horn 1987 S. 50<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref76\"><sup>[76]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 51<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref77\"><sup>[77]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 287f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref78\"><sup>[78]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 279f.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref79\"><sup>[79]<\/sup><\/a>\u00a0Zitiert nach Biller 2010 S. 281<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref80\"><sup>[80]<\/sup><\/a>\u00a0Baudy s.v. Baum<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref81\"><sup>[81]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 1998 S. 126<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref82\"><sup>[82]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 1998 S. 124<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref83\"><sup>[83]<\/sup><\/a>\u00a0Derks 2013 S. 241 Weihrauch oder Wein \u2013 das Voropfer des r\u00f6m. Opferritus\u00a0<em>ture et vino<\/em><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref84\"><sup>[84]<\/sup><\/a>\u00a0Auf youtube kann man sich eine Vorstellung machen:\u00a0https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=g9VBzjDw1Is<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref85\"><sup>[85]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 301f. J. Pompoianus und Bassiania Calla<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref86\"><sup>[86]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 303<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref87\"><sup>[87]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 304<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref88\"><sup>[88]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 308<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref89\"><sup>[89]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref90\"><sup>[90]<\/sup><\/a>\u00a0Biller 2010 S. 310<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref91\"><sup>[91]<\/sup><\/a>\u00a0Ebd. S. 209<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/36DFB2C6-B74B-4871-931D-19BD94730120#_ftnref92\"><sup>[92]<\/sup><\/a>\u00a0Zender 1987 passim<\/p>\n<p><strong>Erschienen 2019 in Herdfeuer 51<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ulrike Pohl Man kann nicht behaupten, dass die Religionen und Kulte der westgermanischen St\u00e4mme weltbekannt sind, aber wenn sich Heiden und Heidinnen aus anderen L\u00e4ndern \u00fcberhaupt f\u00fcr kontinentale Ph\u00e4nomene interessieren, dann sind es sehr oft die Matres, die Matronen und ihr Kult. Allerdings scheint bei genauerem Hinsehen das Wissen \u00fcber diesen Kult und diejenigen,&hellip; <br \/> <a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/die-ubischen-matronen-und-ihr-kult\/\">Read more<\/a><\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[16,11,15,17],"class_list":["post-65","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-goetter-und-andere","tag-archaeologie","tag-asen","tag-goetter","tag-quellenkunde"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65\/revisions\/121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}