{"id":316,"date":"2013-12-01T19:47:42","date_gmt":"2013-12-01T18:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/?p=316"},"modified":"2025-08-24T20:44:15","modified_gmt":"2025-08-24T18:44:15","slug":"von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/","title":{"rendered":"Von den Beschwernissen der letzten Reise \u2013 Jenseitsvorstellungen und Seelenglaube"},"content":{"rendered":"<p>von Kurt Oertel<\/p>\n<p>In einer Ver\u00f6ffentlichung \u00fcber Moorfunde in Schleswig-Holstein schreibt der Arch\u00e4ologe Herbert Jankuhn:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eBei Lottorf im Kreise Schleswig gibt es ein kleines Moor, in dem \u00fcber zehn Lederschuhe, z.T. abgetragene St\u00fccke, gefunden wurden, und da einzelne Schuhe auch in anderen Mooren auftreten, mu\u00df hier ein fest umrissener Brauch vorliegen, der es erforderte, da\u00df aus bestimmten Anl\u00e4ssen oder zu ganz bestimmten Zwecken Schuhe auf Mooren niedergelegt wurden. Welche Gedanken die Menschen der alten Zeit damit verbanden, wissen wir nicht.\u201c<span>\u00a0<\/span><sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote1sym\">1<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Das wissen wir in der Tat nicht. Eine Betrachtung anderer Quellen aber k\u00f6nnte den Blick immerhin in eine bestimmte Richtung lenken. Schuhe waren n\u00e4mlich auch ein wichtiger Bestandteil des Totenbrauchtums, und die damit verbundenen Vorstellungen, die auf heidnische Denkmuster zur\u00fcckgreifen d\u00fcrften, sind dabei noch deutlich erkennbar. Die sogenannten Totenschuhe, auch Hel-Schuhe genannt (altnordisch:<span>\u00a0<\/span><em>helsk\u00f3r<\/em>) geh\u00f6rten zu den wichtigsten Dingen, mit denen man Verstorbene auszustatten hatte. Nat\u00fcrlich steht dahinter zun\u00e4chst einmal die sehr real gedachte Reise in die Jenseitswelt, die der Verstorbene anzutreten hatte, und f\u00fcr die gutes Schuhwerk als genauso unerl\u00e4\u00dflich galt wie weitere Grabbeigaben auch. Nun gibt es aber eine wenig beachtete Quelle, die heutigen Heiden allein schon deshalb unbekannt ist, weil sie erstmals 1979 vollst\u00e4ndig und mit einer deutschen \u00dcbersetzung versehen ver\u00f6ffentlicht wurde,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote2sym\">2<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>und die uns m\u00f6glicherweise interessante Detaileinblicke er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Im Winter des Jahres 1189 fiel der im heutigen Gro\u00dfharrie bei Neum\u00fcnster lebende holsteinische K\u00e4tner Gottschalk in eine Art Koma, das so toten\u00e4hnlich war, dass seine Mitmenschen ihn bereits f\u00fcr verstorben hielten. Nach einigen Tagen aber kam er wieder zu sich und berichtete seinen verbl\u00fcfften Zeitgenossen von einer Jenseitsreise, die er in seinem komat\u00f6sen Zustand angetreten hatte und die von solch vision\u00e4rer Kraft war, dass zwei lokale geistliche Chronisten unabh\u00e4ngig voneinander seine Erz\u00e4hlung aufzeichneten. Nat\u00fcrlich hat Gottschalks Jenseitsvision, die auch heute noch \u00e4u\u00dferst kurzweilig zu lesen ist, \u00fcber weite Strecken unverkennbar christliche Z\u00fcge. Einige Teile aber scheinen klar heidnischen Ursprungs zu sein, was auch kaum verwundern kann: Holstein war zu der Zeit eigentlich noch Missionsland, in dem es ganze sechs Kirchen gab. Die zu der Zeit in Ost-Holstein siedelnden Slawen waren noch ganz und gar heidnisch, w\u00e4hrend im \u00fcbrigen Land noch eine Generation zuvor Sachsenrecht und Blutrache geherrscht hatten und ein Christentum bestenfalls dem Namen nach existierte. Die christliche Lehre, so wie sie der Analphabet Gottschalk kannte, kann ihm also bestenfalls durch die sporadischen Predigten der Geistlichen in Neum\u00fcnster vermittelt worden sein, w\u00e4hrend sein allt\u00e4gliches b\u00e4uerliches Umfeld noch voll von heidnischem Brauchtum und Glauben gewesen sein muss. Dar\u00fcber hinaus stellt der lange Text aber auch insofern einen kaum glaublichen Gl\u00fccksfall dar, als hier erstmals ausf\u00fchrlich ein Angeh\u00f6riger eben jener \u00e4rmlichsten b\u00e4uerlichen sozialen Schicht zu Wort kommt, die f\u00fcr uns ansonsten noch \u00fcber viele Jahrhunderte stumm bleiben wird. Aber lassen wir Gottschalk selbst erz\u00e4hlen, welcher Beschaffenheit der Weg in die Anderswelt war, auf dem ihn zwei Wesen leiteten, die ihm als Engel erschienen:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eAls wir aber etwa zwei Meilen auf unserem Wege zur\u00fcckgelegt hatten, kamen wir endlich zu einem Baum, den man Linde nennt. Er lud gewaltig in die Breite aus, ragte aber nur bis zu mittlerer H\u00f6he aus, war auch sehr sch\u00f6n anzusehen, und in seiner Krone schwebte ein Engel, als w\u00e4re er in der Luft. Der Baum war \u00fcber alle seine Zweige hin mit einer unz\u00e4hligen Menge von Schuhen best\u00fcckt, und der in der Luft schwebende Engel lie\u00df sich mit wundersamer Leichtigkeit herab und verteilte sie an die Ankommenden nach dem Ma\u00df ihrer verdienstlichen Taten. Da streckten vierzehn aus dem Zuge der uns Folgenden, die sich wohl Verdienste erworben hatten, ihre H\u00e4nde aus, um die Schuhe in Empfang zu nehmen, die der Engel, der durch die L\u00fcfte herabgeglitten war, ihnen freundlich hinreichte. W\u00e4hrend sie diese nun ihren F\u00fc\u00dfen anpa\u00dften und mit den daranh\u00e4ngenden Binderiemen ganz fest zuschn\u00fcrten, fragte ich die Engel, nach welchen Verdiensten und zu welchem Zweck sie die Schuhe vor den anderen bekommen h\u00e4tten. Und der eine von ihnen er\u00f6ffnete mir die L\u00f6sung des R\u00e4tsels und sagte: \u201aGewi\u00df haben sie sich mit Werken der Barmherzigkeit diese Gnade verdient, weil sie Armen und Bed\u00fcrftigen mit Kleidung und Schuhwerk ausgeholfen haben. Wie n\u00f6tig sie aber sind, das wirst du gleich erleben, denn sieh, da vorn \u00f6ffnet sich ein Feld \u2013 schau nur weit voraus \u2013 das nur f\u00fcr Schuhtr\u00e4ger begehbar sein wird.\u2018 Und siehe, da kamen wir nach einer kurzen Wegstrecke schnell zu eben diesem Feld. Da gab es keinen Platz zum Ausweichen, sondern der Weg f\u00fchrte mitten hindurch. Aber alles, was mir in jener Welt zu schauen verstattet war, unterschied sich nach Gestalt und Aussehen weit von dem, was es in der irdischen Welt zu sehen gibt. Deshalb muss ich, um \u00fcberhaupt etwas zu sagen, W\u00f6rter und Beispiele aus dieser sichtbaren Welt w\u00e4hlen. So war die gesamte Oberfl\u00e4che des Feldes mit einer Art nadelspitzer Stacheln besetzt und starrte dicht an dicht vor scharfen Borsten: ein Feld des Schreckens, dehnte es sich \u00fcber etwa zwei Meilen hin. Wer also Schuhe an den F\u00fc\u00dfen trug, ging ohne Beschwerden sicher dar\u00fcber. Die Barf\u00fc\u00dfigen aber \u2013 schwer zu sagen, welche Schmerzen und Qualen sie durchzustehen hatten. Denn wenn ihre F\u00fc\u00dfe von den spitzen Stacheln verletzt und durchstochen worden waren, st\u00fctzten sie sich statt der verletzten auf noch unversehrte Gliedma\u00dfen, bis sie, am ganzen Leibe zerstochen und zerschunden, diesen Leidensweg unter gr\u00f6\u00dfter M\u00fchsal zu Ende brachten. Ich selber aber \u2013 nun, ich war nur ein St\u00fcckchen vorw\u00e4rtsgegangen, und schon brach ich bei der f\u00fcrchterlichen Verletzung der F\u00fc\u00dfe zusammen. Da aber meine F\u00fchrer mich aufstehen hie\u00dfen und ich bei dem qu\u00e4lenden Schmerz nicht gehorchen konnte, kehrte der eine von ihnen zu dem Baum um und holte von da zwei Schuhe herunter. Die zog ich an und brachte dann ohne M\u00fche und Schmerzen den begonnenen Weg hinter mich<em>.<\/em>\u201c<sup><em><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote3sym\">3<\/a><\/em><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Was aber k\u00f6nnte uns nun zu der Annahme berechtigen, diese Dornenheide sei Teil des allgemeinen Jenseitsglaubens und nicht nur eine pers\u00f6nliche Vision Gottschalks gewesen? Seltsamerweise ist dieses Detail auch in anderen Quellen gut belegt, die geographisch und zeitlich weit auseinander liegen. So berichtet bereits Grimm von dem im englischen Yorkshire belegten Glauben, das Schenken von Schuhen an Bed\u00fcrftige sei deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil man nach dem Tode zun\u00e4chst durch das<span>\u00a0<\/span><em>whinny moor,<\/em><span>\u00a0<\/span>ein mit schrecklichen Dornen besetztes Land wandern m\u00fcsse.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote4sym\">4<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Hat man zu Lebzeiten aber ein Paar Schuhe verschenkt, so erwartet einen im Jenseits ein alter Mann, der einem genau dieses Paar Schuhe \u00fcberreicht, mit deren Hilfe man diese Dornenheide gefahrlos durchschreiten kann. Ob dieser \u201ealte Mann\u201c eine Erinnerung an Wodan\/Odin selbst ist, der ja zuallererst Gott der Toten war, ist dabei schwer zu sagen. M\u00f6glich aber ist das sehr wohl. Aus dem Elsass ist die Sage vom Tod einer Frau im Kindbett \u00fcberliefert, die bereits in der ersten Nacht nach ihrem Begr\u00e4bnis zur\u00fcckkehrt, an das Fenster klopft und sich bitter dar\u00fcber beklagt, dass man ihr keine Schuhe mitgegeben habe, denn sie m\u00fcsse durch Disteln und Dornen wandern. Und auch eine Tiroler Legende berichtet von einer mildt\u00e4tigen Jungfrau, die ihre einzigen Schuhe an Arme verschenkt und eben dieses Paar Schuhe nach ihrem Tod dann vor der Wanderung durch die Dornenheide an einem Busch h\u00e4ngend findet. Die Vorstellung dieser Dornenheide, die man nach dem Tod zu durchschreiten habe, l\u00e4sst gerade angesichts dieser extrem weiten geographischen Verbreitung also ein betr\u00e4chtliches Alter und eine vorchristliche Herkunft vermuten. Um so erkl\u00e4rlicher erscheint in diesem Licht auch die Ausstattung der Toten mit gutem Schuhwerk, um ihnen den Weg durch die Dornenheide in jedem Fall zu erleichtern und daf\u00fcr nicht auf eine Gnadengabe im Jenseits angewiesen zu sein. Auch in der isl\u00e4ndischen<span>\u00a0<\/span><em>Gisli saga<\/em><span>\u00a0<\/span>wird die Notwendigkeit des Anlegens der Totenschuhe f\u00fcr die Reise nach Walhall erw\u00e4hnt, wenn auch ohne konkrete Benennung der Gr\u00fcnde daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Die Totenschuhe \u2013 wie die Grabbeigaben insgesamt \u2013 d\u00fcrften aber noch einen weiteren Aspekt besessen haben. Nat\u00fcrlich basiert die Beigabensitte auch auf Liebe und Hochachtung dem Verstorbenen gegen\u00fcber, wobei man zu allen Zeiten und in allen Kulturen gleichzeitig stolz demonstrieren wollte, welchen Aufwand sich eine Familie bei einem Begr\u00e4bnis leisten konnte. Ein weiteres Element aber d\u00fcrfte in der Furcht vor dem Toten gelegen haben, der in alter Zeit ja auch nach seinem Ableben noch den Status einer juristischen Person besa\u00df: Wurden Verstorbene auf irgendeine Weise in ihren Rechten beschnitten, konnten sie allgemeinem Glauben nach n\u00e4mlich als Wiederg\u00e4nger oder auf andere Weise f\u00fcrchterliche Rache nehmen. Deshalb war es von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, alle mit dem Totenbrauchtum verbundenen Riten peinlich genau einzuhalten. In dem Zusammenhang ist die Sitte belegt, die Totenschuhe miteinander zu verschn\u00fcren, um die Wiederkehr des Toten zu verhindern.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote5sym\">5<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Dass damit auch der eigentliche Zweck verhindert wurde, n\u00e4mlich die Reise ins Jenseits, sollte dabei kein Kopfzerbrechen bereiten, denn in dieser Grauzone zwischen Religion und Aberglauben sind die Gesetze der Logik nicht immer anwendbar.<\/p>\n<p>Auch wenn bereits in fr\u00fchester Zeit seit dem Neolithikum der Gedanke vorherrschend scheint, dass es dem Toten im Jenseits an nichts fehlen sollte, scheint sp\u00e4ter wohl auch an eine symbolische Abfindung des Toten, der ja ein Erbe hinterlie\u00df, gedacht worden zu sein. Dem entspricht auch die in manchen europ\u00e4ischen Gebieten z\u00e4hlebige Sitte, jungen Menschen, die vor der Ehe sterben, symbolisch Br\u00e4utigam oder Braut anzutrauen, um die Anspr\u00fcche eines unvollendeten Lebens zu erf\u00fcllen. In den mittelalterlichen skandinavischen Gesetzen ist der Anspruch des Toten auf einen Teil seiner Habe schriftlich festgelegt. Frau und Kinder erhielten jeweils ein Drittel, das letzte Drittel aber stand dem Verstorbenen zu, was fr\u00fcher als Grabbeigaben, in christlicher Zeit als Zuwendung an die Kirche f\u00fcr Seelenmessen oder als Spende an die Armen verwendet wurde.<\/p>\n<p>All das bietet aber noch keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die zu Beginn dieses Artikels erw\u00e4hnten Schuhopfer in Mooren, denn dabei handelt es sich ja um isolierte Funde und nicht um Teile einer Bestattung. Auch die mit Schuhen verbundenen magischen Praktiken bieten keine letztliche Erkl\u00e4rung: Das Werfen von Schuhen ist in manchen Gegenden Teil von Bestattungs- und Hochzeitsbr\u00e4uchen, und auf Island warf man au\u00dfer M\u00fcnzen und Steinen auch Schuhe oder Schuhflicken auf die Steinhaufen, die \u00fcber den Gr\u00e4bern von Erschlagenen und Verungl\u00fcckten entlang der Reisewege errichtet waren.<\/p>\n<p>Zwei weitere Erkl\u00e4rungsm\u00f6glichkeiten w\u00e4ren denkbar: Wenn man den G\u00f6ttern Speise und Trank, Waffen und Schmuck opferte, dann m\u00f6glicherweise auch Kleidung und eben Schuhwerk, was sich auf Grund ihrer materiellen Verg\u00e4nglichkeit aber eben nur ausnahmsweise erhalten haben mag. In der<span>\u00a0<\/span><em>Edda<\/em><span>\u00a0<\/span>ist die Rede davon, dass zwei \u201eHolzm\u00e4nnern\u201c Kleidung \u00fcbergezogen wird, damit sie sich nicht mehr nackt f\u00fchlen.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote6sym\">6<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>H\u00e4ny versteht den Begriff \u2013 wohl f\u00e4lschlich \u2013 als Vogelscheuchen. Die anderen \u00dcbersetzer scheinen eher von h\u00f6lzernen G\u00f6tterbildern auszugehen, die auch angemessen gekleidet werden m\u00fcssen, zumal auch die Sagas Hinweise darauf bieten, dass G\u00f6tterstatuen mit tats\u00e4chlicher Kleidung und wertvollem Schmuck angetan waren. Grimm weist auf den bei Burchart von Worms erw\u00e4hnten Brauch hin, den Haus- und Hofgeistern auch Schuhe zu opfern.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote7sym\">7<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Aber auch den Ahnen wurden Schuhe geopfert,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote8sym\">8<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>und somit k\u00f6nnte die zweite \u2013 und vielleicht plausiblere \u2013 M\u00f6glichkeit f\u00fcr das Schuhopfer im Moor die sein, dass man hier Familienmitgliedern, die fern von Heimat und Sippe in der Fremde den Tod gefunden hatten, die als notwendig erachteten Hel-Schuhe auf diese Weise nachsandte, zumal auch aus sp\u00e4terer Zeit Belege daf\u00fcr vorzuliegen scheinen, dass man Toten nur einen Schuh mitgab.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote9sym\">9<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Kehren wir nun noch einmal zu der bemerkenswerten Jenseitsreise des Gottschalk zur\u00fcck, der nach \u00dcberwindung der Dornenheide auf seinem weiteren Weg an ein n\u00e4chstes Hindernis ger\u00e4t, das jeden mit der<span>\u00a0<\/span><em>Edda<\/em><span>\u00a0<\/span>Vertrauten sofort aufhorchen l\u00e4sst:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eAls wir dann in der beschriebenen Ordnung weitergingen, kamen wir an einen Flu\u00df, dessen Wesensart und Beschaffenheit den Ungl\u00fccklichen einen schrecklichen Anblick bot. Auf seiner Oberfl\u00e4che trug er n\u00e4mlich eine Art Verbund von messerscharfen Klingen aus verschiedenen Waffen, die so dicht ineinander verschr\u00e4nkt waren, da\u00df niemand h\u00e4tte hin\u00fcber k\u00f6nnen, ohne sich daran zu schneiden. Der Flu\u00df gewann auch an Breite bis zur Reichweite eines Trompetensto\u00dfes. Im gleichen Flu\u00df aber schwammen Holzbretter, die die Unschuldigen [\u2026] hin\u00fcbertrugen, und zwar in der Art, da\u00df auf einem Brett je nach seiner L\u00e4nge jeweils drei oder vier hin\u00fcberfuhren. Auch ich setzte mit zwei anderen auf einem dieser Bretter \u00fcber. Wenn sich jedoch einige von denen, die bis jetzt noch in eigene Schuld verstrickt waren, zur \u00dcberfahrt auf diese Bretter schwingen wollten, dann entzogen sich diese ihnen sogleich, als wollten sie vor ihnen fliehen, und nahmen keinen von ihnen, sondern nur die Guten auf. Die Anderen aber wurden beim Hindurchwaten von zahlreichen, immer neuen Schnitten so zerfetzt, dass sie am Ende d\u00fcnn wie ein Haar wirkten [\u2026]. Als alle hin\u00fcber waren, wurden sie wieder in den fr\u00fcheren Zustand der Unversehrtheit zur\u00fcckversetzt.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote10sym\">10<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Wer denkt bei dieser Beschreibung nicht sofort an den Fluss<span>\u00a0<\/span><em>Sl\u00ed\u00f0r<\/em>, der in der Edda folgenderma\u00dfen beschrieben wird:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eEin Flu\u00df str\u00f6mt von Osten durch Giftt\u00e4ler,<br \/>\nmit Messern und Schwertern, Sl\u00ed\u00f0r nennt er sich [\u2026]<br \/>\nDort sah ich waten durch rei\u00dfende Str\u00f6me<br \/>\nmeineidige M\u00e4nner und Verbrecher.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote11sym\">11<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Haben wir hier etwa den Hinweis auf eine typisch germanische Qualh\u00f6lle, in der es kein Feuer gibt, wohl aber starrende Str\u00f6me voll Sumpf und Schlamm, welche Schwerter w\u00e4lzen und die Meuchelm\u00f6rder und Meineidige durchwaten m\u00fcssen? In<span>\u00a0<\/span><em>Gr\u00edmnism\u00e1l<\/em><span>\u00a0<\/span>27 scheint ebenfalls auf diesen Fluss Bezug genommen zu werden, wenn er<span>\u00a0<\/span><em>Geirvimul<\/em><span>\u00a0<\/span>(d.h. der von Speeren Wimmelnde) genannt wird. Diese germanische \u201eWasserh\u00f6lle\u201c unterscheidet sich von der christlichen so scharf, dass auf den ersten Blick niemand an eine Entlehnung aus dem Christentum denken kann. Eher m\u00f6chte man da eine Urverwandtschaft mit den Strafleiden der griechischen Mythologie annehmen, die auch von \u201eH\u00f6llenfl\u00fcssen\u201c durchzogen wird und wo Tantalos bis zum Kinn im Strome steht und ewigen Durst leidet, weil sich die Wasseroberfl\u00e4che immer in genau dem Ma\u00dfe senkt, in dem er seinen Kopf zum Trinken nieder beugt.<\/p>\n<p>Zu Recht ist aber oft angemerkt worden, dass auf Grund eines fehlenden Begriffs von \u201eS\u00fcnde\u201c die germanische<span>\u00a0<\/span><em>Hel<\/em><span>\u00a0<\/span>kein Ort der Strafe sei, sondern lediglich ein allgemeiner Begriff f\u00fcr den Aufenthalt im Jenseits. Andererseits sollte man die Vorstellung nicht voreilig ablehnen, dass im Angesicht germanischer Konzepte ehrenhaften und unehrenhaften Handelns das nachtodliche Schicksal davon v\u00f6llig unbeeinflusst gewesen sein sollte. Gerade isl\u00e4ndische Quellen bringen n\u00e4mlich z.B. Wiederg\u00e4ngertum eindeutig mit asozialem Verhalten im irdischen Leben in Verbindung. Und f\u00fcr den Volksglauben, der in dieser Frage eine ganz entscheidende Rolle spielt und der nur wenige Ber\u00fchrungspunkte mit der skaldischen Poetik und Mythologie hatte, d\u00fcrfte stets zu vermuten sein, dass das menschliche Verhalten im Diesseits nicht ohne Resultat im Jenseits gewesen sein kann. Das scheint auch durch weitere Edda-Stellen unterstrichen zu werden, z.B. durch den Fluss<span>\u00a0<\/span><em>Wa\u00f0gelmir<\/em><span>\u00a0<\/span>(d.h. Furt-Schreier) \u2013 auch der offensichtlich ein Bestrafungsort im Jenseits:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eHarte Strafe wird Menschens\u00f6hnen,<br \/>\ndie in Wadgelmir waten:<br \/>\nWer mit Unwahrheit den anderen verl\u00fcgt,<br \/>\n\u00fcberlang schmerzen die Strafen.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote12sym\">12<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Und noch an einer weiteren Stelle wird in der<span>\u00a0<\/span><em>Edda<\/em><span>\u00a0<\/span>darauf hingewiesen, dass man \u201eder Schuld ledig leben m\u00fcsse, damit man es im Tode nicht entgelte.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote13sym\">13<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Nat\u00fcrlich kann man derart \u201emissliebige\u201c Stellen immer leicht als christliche Einfl\u00fcsse abtun. Und so sind auch weitgehend alle Fachgelehrten der Meinung, diese Fl\u00fcsse mit bestrafendem Charakter seien nicht urspr\u00fcnglich heidnisch, sondern hier seien christliche Vorstellungen eingedrungen. Und daf\u00fcr spricht tats\u00e4chlich einiges, denn die christliche Visionsliteratur des fr\u00fchen Mittelalters wimmelt geradezu von solchen Jenseitsbeschreibungen. Hier ist vor allem die aus dem 4. Jahrhundert stammende so genannte<span>\u00a0<\/span><em>Paulinische Apokalypse<\/em><span>\u00a0<\/span>zu nennen, die seit dem 9. Jahrhundert vielfach \u00fcbersetzt und bearbeitet wurde. Darin erschaut Paulus den finsteren Ort der Verdammten mit dem \u201ebestrafenden\u201c Strom, in dem die Ehebrecher waten, und einen feurigen Strom, in dem die Diebe und M\u00f6rder gepeinigt werden. Auch in der Vision Karls III. um 900 stehen die R\u00e4uber und Schl\u00e4ger in einem metallenen, also wirklich \u201eschweren\u201c Strom.<\/p>\n<p>Da derartige Beschreibungen aber weder der Bibel noch den Schriften der Kirchenv\u00e4ter entstammen, steht nach wie vor die Frage ihrer Herkunft im Raum. Dass sie erstmals innerhalb fr\u00fcher christlicher Quellen \u00fcberliefert sind, steht au\u00dfer Frage, dennoch ist der genaue Ursprung dieser und zahlreicher weiterer Elemente unm\u00f6glich mit letzter Sicherheit zu bestimmen. Das aber ist m\u00f6glicherweise darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Frage an sich \u2013 heidnisch oder christlich \u2013 v\u00f6llig falsch gestellt ist. Seit nunmehr fast 200 Jahren versucht die Forschung in den altnordischen Quellen christliche Einsch\u00fcbe zu erkennen und so rein Heidnisches zu trennen und herauszusch\u00e4len, und auch zahlreiche heutige Heiden zeigen sich stets um christliche Einfl\u00fcsse in den Quellen besorgt. Dabei scheint man oft wie selbstverst\u00e4ndlich von zwei Grundannahmen auszugehen, die sich bei n\u00e4herer Betrachtung aber beide als ideologische Schim\u00e4ren entpuppen.<\/p>\n<p>Die erste Annahme ist die, dass es so etwas wie eine \u201ereine und unverf\u00e4lschte\u201c Religion der Germanen \u00fcberhaupt jemals gegeben h\u00e4tte. Als Produkt einer Kultur entwickelt sich Religion in genau dem Ma\u00dfe wie die Kultur selbst. Von \u201eeiner\u201c germanischen Religion kann man sowieso nicht reden, sondern bestenfalls von \u201eden Religionen und Kulten der germanischen V\u00f6lker\u201c. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit muss sich Religion konstant ver\u00e4ndert haben, wie schon der Wechsel von der K\u00f6rper- zur Brandbestattung und viele andere Details beweisen, ohne dass wir die genauen Gr\u00fcnde daf\u00fcr kennen w\u00fcrden. Aber auch damals werden oft genug Kulturkontakte und entsprechende Einfl\u00fcsse der Grund daf\u00fcr gewesen sein. Ganz stark ist das verst\u00e4ndlicherweise im r\u00f6misch-keltisch-germanischen Mischgebiet zu beobachten, z.B. am Matronenkult, dem wohl alle drei V\u00f6lker anhingen und dessen urspr\u00fcnglich germanische Provenienz zunehmend diffuser wurde. Die zahlreichen Germanen in r\u00f6mischen Diensten d\u00fcrften auch dort mit neuen religi\u00f6sen Elementen konfrontiert worden sein, die sie aufnahmen und in entsprechender Form zur\u00fcck in ihre Heimat trugen. Die zahlreichen Beispiele, die wir daf\u00fcr kennen (wie z.B. die erstaunlich fr\u00fche germanische \u00dcbernahme des r\u00f6mischen Systems der nach Gottheiten benannten Wochentagsnamen), sind aufschlu\u00dfreich genug, um hier noch viel mehr annehmen zu k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich waren dabei alle beteiligten Religionen sowohl Gebende wie Nehmende. Und solch konstante \u00c4nderungen und Fortentwicklungen sind f\u00fcr die gesamte germanische Welt in vorchristlicher Zeit belegbar.<\/p>\n<p>Zu lange wurden die heidnischen Religionen Nordeuropas als in sich weitgehend abgeschlossene und unver\u00e4nderliche regionale Einheiten betrachtet, w\u00e4hrend inzwischen klar ist, dass sie quasi als variable Gr\u00f6\u00dfen betrachtet werden m\u00fcssen, die stets zeitbedingten Anpassungs- und Ver\u00e4nderungsprozessen unterworfen waren und teils auf kulturelle Erfordernisse, teils auf Anspr\u00fcche reagierten, die aus der Konkurrenz, Kooperation oder auch Koexistenz mit anderen Religionen erwuchsen. So wird auch die Fragestellung nach einer m\u00f6glichen \u201echristlichen Beeinflussung der Edda\u201c von Laien oft dahingehend missverstanden, als wenn es dabei um einzelne und isoliert stehende Verse ginge, die irgendein christlicher Schreiber dort listig eingeschmuggelt h\u00e4tte, was eine den damaligen Realit\u00e4ten der Literaturproduktion in keiner Weise entsprechende Vorstellung w\u00e4re. Das Problem stellt sich vielmehr auf viel breiterer Basis: Die Skandinavier hatten jahrhundertelang engsten wirtschaftlichen und kulturellen Kontakt mit dem christlichen Europa. Man besa\u00df das Monopol auf den f\u00fcr Christen verbotenen Sklavenhandel, handelte auch mit allem anderen quer durch Europa und die Mittelmeerwelt, lebte dort, kehrte aber auch immer wieder zur\u00fcck nach Skandinavien. Die Besiedlung Islands ging zu einem erheblichen Teil von Norwegern aus, die zuvor schon lange in Irland gelebt hatten, und die ihr durchweg irisches und christliches Hofpersonal mitbrachten.<span>\u00a0<\/span><em>\u00cdslendingab\u00f3k<\/em><span>\u00a0<\/span>vermerkt, dass sich bereits unter den ersten Siedlern zahlreiche Christen befanden. Angesichts der undogmatischen Pragmatik des Heidentums und dem Fehlen jeglicher Autorit\u00e4t, die \u00fcber eine \u201eReinheit der Lehre\u201c h\u00e4tte wachen k\u00f6nnen, ist es eine geradezu zwangsl\u00e4ufige Annahme, dass hier \u00fcber die Jahrhunderte (!) bis zur Niederschrift der altnordischen Quellen so manche Denkmuster und Inhalte aus dem \u00fcbrigen Europa \u00fcbernommen wurden.<\/p>\n<p>Letztendlich ist hier aber weder das eine noch das andere schl\u00fcssig beweisbar, da wir gerade \u00fcber die tats\u00e4chlichen Jenseitsvorstellungen altnordischer Zeit abgesehen von ein paar farbenpr\u00e4chtigen Bildern der Skaldik so gut wie nichts wissen. Angesichts unz\u00e4hliger kulturgeschichtlicher Belege f\u00fcr die soziologische Unausweichlichkeit solch wechselseitiger \u00dcbernahmeprozesse l\u00e4ge die Beweispflicht daf\u00fcr, dass (und vor allem warum!) das in diesem Fall ausnahmsweise nicht so gewesen sein sollte, allerdings bei den Gegnern dieser Annahme. Umgekehrt muss aber einger\u00e4umt werden, dass die Vorstellung guter und schlechter Jenseitsbereiche allein noch kein Beleg f\u00fcr eine zwangsl\u00e4ufig christliche Beeinflussung sein muss, denn dergleichen gibt es nicht ausschlie\u00dflich in der christlichen Lehre.<\/p>\n<p>Die zweite Annahme ist die, dass Christliches und Heidnisches bis hin zu den Details immer von unvereinbarer Gegens\u00e4tzlichkeit sei und sich gegenseitig ausschlie\u00dfen m\u00fcsse. Diese oftmals rein ideologisch motivierte Haltung ist eine moderne Konstruktion, die in hohem Ma\u00dfe die Realit\u00e4ten verkennt. Es gilt hier, drei unterschiedliche Phasen der Christianisierung zu unterscheiden: Die erste war die Arianisierung der Germanen: Fast alle in der V\u00f6lkerwanderung beschriebenen germanischen V\u00f6lker traten bereits als arianische Christen in das Licht der Geschichte, deren Bekenntnis damit in schroffem Gegensatz zu der durch den fanatischen Athanasius von Alexandria definierten \u201ekatholischen\u201c Lehre stand, da der kleinasiatische Bischof Arius in Jesus lediglich einen Menschen sah \u2013 einen sehr g\u00f6ttlich inspirierten zwar, aber nicht als wesensgleich mit Gott selbst. Wie es zu diesem rein innergermanischen, durchgreifenden und wohl sehr friedlichen Prozess der christlichen Arianisierung kam, entzieht sich mangels Schriftquellen g\u00e4nzlich unserer Kenntnis. Jedenfalls hatte jeder germanische Stamm seinen eigenen Bischof, \u00fcber den hinaus es keine kirchliche Hierarchie und erst recht keine Verbindung zu Rom gab, und die Gottesdienste wurden in germanischer Sprache abgehalten. Obwohl der Arianismus bereits im Jahr 325 auf dem Konzil von Nicaea zur Ketzerei erkl\u00e4rt worden war, war es aber dieses Bekenntnis, zu dem sich alle christianisierten germanischen St\u00e4mme der V\u00f6lkerwanderungszeit bekannten, und Langobarden und Westgoten hingen ihm noch bis in das 7. Jahrhundert hinein an.<\/p>\n<p>Die zweite Phase erfolgte in merowingischer Zeit im 6. Jahrhundert im heutigen S\u00fcddeutschland, die ebenfalls weit friedlicher ablief, als zahlreiche heutige Heiden das gerne wahrhaben m\u00f6chten. Das lag daran, dass es dort damals \u00fcberhaupt keine Macht gab, die in dieser Sache h\u00e4tte Gewalt aus\u00fcben k\u00f6nnen. Die Obrigkeit war selbst noch stockheidnisch, eine kirchliche Autorit\u00e4t vor Ort sollte es noch lange nicht geben, Rom war weit entfernt und gerade die P\u00e4pste hatten damals ganz andere Probleme, sodass die Kirche insgesamt sich nicht im Geringsten f\u00fcr eine Bekehrung der Germanen interessierte, was sich erst kurz darauf unter Papst Gregor I. (dem Gro\u00dfen) \u00e4nderte. Das ist auch der Grund, warum diese Mission aus einer geographisch ganz anderen Richtung erfolgte, n\u00e4mlich von den Britischen Inseln aus, deren seltsames Christentum \u2013 vor allem das irische \u2013 damals wenig mit Rom zu tun hatte und dort zunehmend als reine Ketzerei betrachtet wurde. Und es waren gerade irische Wanderm\u00f6nche, die hier wirkten. Die waren \u201eautonome\u201c Asketen, die keine Handlanger irgendeiner kirchlichen Hierarchie oder gar p\u00e4pstlicher Autorit\u00e4t waren, und bei ihnen gab es keinen Widerspruch zwischen ihren Predigten und ihrem Handeln. Die ansonsten beliebte Methode, zuerst die F\u00fcrsten zu bekehren (und damit \u00fcber den Weg der Gefolgschaftstreue auch deren Vasallen und Untertanen), wandten sie \u00fcberhaupt nicht an, sondern ganz im Gegenteil mieden sie alle gr\u00f6\u00dferen Siedlungen und F\u00fcrstensitze und verschwanden sofort in den wildesten Wald- und Gebirgsgebieten. Denn das Ideal dieser keltischen M\u00f6nche war die W\u00fcste. Da die in ihrer eigentlichen Form in Nordeuropa aber nicht existiert, bevorzugten sie tiefe, entlegene W\u00e4lder und am liebsten unbewohnte und unzug\u00e4ngliche Inseln. Dabei mussten sie notwendigerweise h\u00e4rteste Bauernarbeit verrichten, die W\u00e4lder roden und den Boden pfl\u00fcgen. In den Lebensbeschreibungen dieser M\u00e4nner aus der Merowingerzeit ist noch die Achtung davor sp\u00fcrbar, dass sie die alten germanischen Siedlungsgebiete, die seit der V\u00f6lkerwanderungszeit ver\u00f6det waren, wieder urbar machten. Diese M\u00e4nner waren f\u00fcr die Bekehrung S\u00fcddeutschlands verantwortlich. Und es ist verst\u00e4ndlich, welche \u00dcberzeugungskraft diese Bewegung auf das Landvolk ausge\u00fcbt haben muss. Diese irischen M\u00f6nche waren selbst einfache Landleute mit einem tiefen Gef\u00fchl f\u00fcr die Natur und ihre Wildheit. Sie standen der b\u00e4uerlichen Gesinnung der Germanen nahe genug, um jeden religi\u00f6sen D\u00fcnkel von oben herab zu vermeiden (auch wenn gerade der zur Tobsucht neigende Columban hier eine unr\u00fchmliche Ausnahme gewesen zu sein scheint). Es wurden auch keine Heiligt\u00fcmer zerst\u00f6rt, sondern die den G\u00f6ttern gezollte Verehrung wurde behutsam auf die Heiligen \u00fcbertragen. Die heiligen Quellen, B\u00e4ume und Steine, die den irischen Bekehrern aus ihrer Heimat so vertraut waren, wurden der Verehrung des Volkes erhalten, aber sie wurden neuen M\u00e4chten geweiht und mit neuen Gedankeng\u00e4ngen verkn\u00fcpft. Dass es unter solchen Umst\u00e4nden zu einer gerade im Volksglauben munteren Verquickung heidnischer und christlicher Vorstellungen kommen musste, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p>Die dritte Phase der Christianisierung erfolgte bekanntlich in karolingischer Zeit und war auf die n\u00f6rdlicheren Gebiete Deutschlands gerichtet (Sachsen, Friesen, Hessen usw.), und die lief in der Tat sehr viel brutaler ab. Als zu dieser Zeit aber auch die s\u00fcddeutschen Gebiete unter fr\u00e4nkischen Einfluss und damit unter den einer zumindest ansatzweise besser organisierten katholischen Kirche gerieten, stellte man entsetzt fest, dass diese s\u00fcddeutschen \u201eChristen\u201c noch recht heidnisch waren und gewaltige \u201eNacharbeit\u201c vonn\u00f6ten war. Da aber war es bereits geschehen, dass die Heiden zwar nominell zu Christen geworden waren, das Christentum dabei aber wiederum so viel Heidnisches und \u201eirische Ketzerei\u201c in sich aufgenommen hatte, dass gerade der l\u00e4ndliche Katholizismus im S\u00fcden Deutschlands einen bis in die Neuzeit wuchernden heidnisch-christlichen Synkretismus irischen Ursprungs darstellt. Wenn ein solch zwangsl\u00e4ufiger Prozess sogar direkt unter den Nasen eifrig missionierender M\u00f6nche unvermeidlich war, stellt sich umso mehr die Frage, wieso umgekehrt \u00e4hnliche Synkretismen gerade im skandinavischen Heidentum aus gegens\u00e4tzlicher Blickrichtung unm\u00f6glich gewesen sein sollten.<\/p>\n<p>Im Licht dieser historischen Tatsachen stellt es also keinen zwangsl\u00e4ufigen Widerspruch dar, dass mythologische Details nicht nur in Einzelf\u00e4llen sowohl heidnisch wie auch zugleich christlich sein k\u00f6nnen \u2013 auch wenn wir sie nur aus vordergr\u00fcndig christlich erscheinenden Texten kennen \u2013 und sie bereits von damaligen Zeitgenossen nicht mehr eindeutig der einen oder anderen Sph\u00e4re zuzuordnen waren. Und dieser Aspekt d\u00fcrfte sich in Einzelheiten der Visionsliteratur ganz besonders heftig niedergeschlagen haben, da ihre Bilder n\u00e4mlich oft einem kollektiven Unbewussten entspringen, sodass selbst Parallelen aus unterschiedlichen christlichen Texten heidnische Urspr\u00fcnge entsprechender Motive \u2013 in unserem Fall \u201eDornenheide\u201c und \u201eWaffenfluss\u201c \u2013 zumindest in keiner Weise ausschlie\u00dfen. Und wer auch nur ansatzweise mit der religi\u00f6sen Geistesgeschichte der Sp\u00e4tantike und der Verquickung von Christentum, Neuplatonismus und den orientalischen Mysterienkulten von Kybele, Mithras und Isis vertraut ist, d\u00fcrfte bei dieser Thematik und ihren allgegenw\u00e4rtigen Synkretismen sowieso \u00e4u\u00dferst zur\u00fcckhaltend mit Aussagen \u00fcber jegliche \u201eUnverf\u00e4lschtheit\u201c religi\u00f6ser Inhalte und Belange sein.<\/p>\n<p>Es gilt bei diesem Thema vor allem auch eine Tatsache verinnerlichen, die allzu oft verkannt oder nicht einmal ansatzweise erkannt wird (und die schwerlich auf unsere Zeit zu beschr\u00e4nken ist):<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eStrenggenommen haben die meisten Menschen w\u00e4hrend ihrer gesamten Lebenszeit auch nicht eine feste, sich gleichbleibende religi\u00f6se Anschauung. Denn der Mensch bet\u00e4tigt nur in bestimmten Momenten und Phasen seines Lebens eine bestimmte Glaubenshaltung; w\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teils seines Lebens ist sein Denken entweder \u00fcberhaupt nicht mit bestimmten metaphysischen Gedanken besch\u00e4ftigt oder wird von ganz anders gearteten \u00dcberzeugungen beherrscht. Auch der religi\u00f6se Mensch, der in den Stunden der Andacht oder in der Kirche, bei Vortr\u00e4gen, bei literarischen Arbeiten bestimmte metaphysische Anschauungen teilt oder verk\u00fcndet, steht im t\u00e4glichen Leben auf einem ganz anderen geistigen Boden. Im Beruf, in der Forschung, im Kriege ist er Materialist oder Skeptiker; wenn er zum Astrologen oder zur Kartenlegerin geht, huldigt er einem unchristlichen Schicksalsglauben, bedient er sich eines Amuletts oder Talismans, so werden primitive Vorstellungen in ihm lebendig. Wenn man also nicht die formelle Zugeh\u00f6rigkeit zu einem bestimmten Bekenntnis, sondern allein die geistige Haltung als das ausschlaggebende betrachtet, dann hat kaum eine Pers\u00f6nlichkeit eine einzige Glaubens\u00fcberzeugung, sondern deren viele. Diese Tatsache wird zumeist \u00fcbersehen, weil nur das Denken und Handeln in gewissen Feiertagsstimmungen in den Kreis der Betrachtung ger\u00fcckt wird und die theologischen Vorstellungen vom Glauben nur diese Momente ber\u00fccksichtigen.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote14sym\">14<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Und diese religi\u00f6s allgemein diffuse und widerspr\u00fcchliche Haltung d\u00fcrfte gerade angesichts des dunklen Tores, das jeder Mensch irgendwann durchschreiten muss, nirgendwo und zu keiner Zeit wesentlich anders gewesen sein. Bei all dem darf man nicht vergessen, dass das uns durch das Christentum heute so selbstverst\u00e4ndlich vermittelte Konzept einer Trennung von K\u00f6rper und Seele in den urspr\u00fcnglichen indoeurop\u00e4ischen und auch noch germanischen Anschauungen keine Entsprechung hat. Auch unter den in der altnordischen Literatur \u00fcberlieferten Bestandteilen der komplex wirkenden Pers\u00f6nlichkeitszusammensetzung (<em>hugr, hamr, \u00f6nd<\/em><span>\u00a0<\/span>usw.) findet sich keines, das dem Konzept einer \u201eSeele\u201c und ihrer parallelen Existenz zum K\u00f6rper vergleichbar w\u00e4re. Die nachtodliche Existenz betraf den Menschen in seiner Gesamtheit, nicht nur dessen \u201eSeele\u201c. Nur so erkl\u00e4rt sich auch die Vorstellung des Wiederg\u00e4ngers und das als sehr real und k\u00f6rperlich gedachte Weiterleben der Toten im Grabh\u00fcgel in Form der Alben oder bei Hel, was ja auch in den nordischen Quellen von Baldurs Willkommensfest bei Hel<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote15sym\">15<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>bis hin zu Gottschalks Vision deutlich wird, die alle noch recht k\u00f6rperlicher Natur zu sein scheinen. Nur im Gefolge solcher Vorstellungen l\u00e4sst sich \u00fcberhaupt auch die Sitte aufw\u00e4ndiger Grabbeigaben verstehen. Auch all die mittelalterlichen Vorstellungen entstammenden \u201eH\u00f6llenqualen\u201c sind so k\u00f6rperlicher Art, dass sie einer \u201eSeele\u201c eigentlich gar nichts anhaben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Als provokantes Fazit lie\u00dfe sich somit formulieren, dass die eigentliche \u201eSeelenlehre\u201c den Norden und andere Teile der indoeurop\u00e4ischen Welt bis heute nicht wirklich erreicht hat. Denn dieser Dualismus von Materie und Geist ist in Europa erstmals bei den griechischen Orphikern im 6. Jahrhundert v.d.Z. fassbar. Pl\u00f6tzlich galt die Seele als im K\u00f6rper wie in einem Gef\u00e4ngnis eingeschlossen,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote16sym\">16<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>die f\u00fcr eine alte Schuld Bu\u00dfe ableisten musste<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote17sym\">17<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>und die eben deshalb nun der Reinigung und L\u00e4uterung bedurfte. Aus der daraus abgeleiteten Unsterblichkeit dieser neu erfundenen \u201eSeele\u201c entstand somit zwangsl\u00e4ufig auch die Frage nach deren Aufenthaltsort vor und nach dem Tode, und deshalb ist uns aus dieser Zeit auch erstmals der Gedanke an eine Seelenwanderung als Antwort auf diese Problemstellung belegt. Herodot sagt uns, all diese fremdartigen Gedanken seien aus \u00c4gypten \u00fcbernommen worden, aber vermutlich d\u00fcrfte Pythagoras an deren Vermittlung und griechischer Ausformung wesentlich beteiligt gewesen sein, der ja angeblich in Babylonien und \u00c4gypten studiert hatte.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote18sym\">18<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Seine enge Verbindung zu den Orphikern ist belegt, und auch er vertrat die Lehre von der Seele als einer unsterblichen und im K\u00f6rper gefangenen spirituellen Einheit.<\/p>\n<p>Sowohl diese \u201eErbs\u00fcnde\u201c wie auch die Trennung von K\u00f6rper und Seele waren den Griechen und anderen indoeurop\u00e4ischen V\u00f6lkern zuvor aber g\u00e4nzlich fremd gewesen. Erst durch Platos Aufnahme dieser Vorstellung und der Ausformulierung seiner Seelenlehre wurde sie zu einem \u00e4u\u00dferst einflu\u00dfreichen Konstrukt der griechischen Philosophie, trug zu einer grunds\u00e4tzlichen Umbewertung nachtodlicher Vorstellungen bei und gelangte sp\u00e4ter eben von dort in sehr vereinfachter Form auch ins Christentum. Das wird bei einer Betrachtung der<span>\u00a0<\/span><em>psych\u00e9<\/em><span>\u00a0<\/span>bei Homer deutlich, die im Hades lediglich den Rang einer Schattenexistenz einnahm, nach dem Tode des Menschen an die Stelle des K\u00f6rpers trat und dort ohne jede Erinnerung an das Vergangene und ohne Bewusstsein des Gegenw\u00e4rtigen existierte. Die sich sp\u00e4ter durchsetzende Lehre einer ad\u00e4quaten Vergeltung des menschlichen Tuns im Jenseits h\u00e4tte angesichts des noch bei Homer zu findenden alt-indoeurop\u00e4ischen Konzepts somit gar nicht greifen k\u00f6nnen. Die Formlosigkeit und das Fehlen von<span>\u00a0<\/span><em>thym\u00f3s<\/em><span>\u00a0<\/span>und<span>\u00a0<\/span><em>phr\u00e9nes<\/em><span>\u00a0<\/span>(beides schwer \u00fcbersetzbare Bezeichnungen aus homerischer Zeit f\u00fcr \u201eBewusstsein\u201c, deren Sitz im Herz bzw. der Bauchdecke des Menschen angenommen wurde) innerhalb der<span>\u00a0<\/span><em>psych\u00e9<\/em><span>\u00a0<\/span>wird z.B. dem dar\u00fcber entsetzten Achilles klar, als ihm sein get\u00f6ter Liebhaber Patroklos im Traum erscheint.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote19sym\">19<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Bei Plato aber finden wir unter eben dem Begriff<span>\u00a0<\/span><em>psych\u00e9<\/em><span>\u00a0<\/span>pl\u00f6tzlich ein g\u00e4nzlich ver\u00e4ndertes Begriffsverst\u00e4ndnis, da der \u201eSeele\u201c nun pl\u00f6tzlich nicht nur die Teilhabe an der Welt des G\u00f6ttlichen \u2013 an den \u201eIdeen\u201c \u2013 zugesprochen wird, sondern sie wird pl\u00f6tzlich auch als der eigentliche und unver\u00e4nderliche Wesenskern des Menschen interpretiert. Geradezu zwangsl\u00e4ufig verbindet sich mit dieser Aufwertung der<span>\u00a0<\/span><em>psych\u00e9<\/em><span>\u00a0<\/span>eine Abwertung des K\u00f6rperlichen. Aber bereits bei Plato war die Sicht der Dinge nicht so simpel gewesen wie bei dem heutigen esoterischen Begriff der \u201eSeele\u201c. Er hatte die Seele in drei Aspekte unterteilt (Vernunftseele, Affektseele und Triebseele), wobei er nur der Vernunftseele ein Weiterleben zubilligte. Zudem stellt er seine Vorstellungen davon in den einzelnen Texten in mythisch sehr voneinander abweichenden Variationen dar,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote20sym\">20<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>ihnen allen aber ist gemeinsam, dass das Schicksal einer Wiedergeburt eher als Strafe aufgefasst wird und nur den moralisch Verwerflichen zugedacht ist, wohingegen sich die Guten auf den Aufenthalt in einer jenseitigen Welt z.B. nach dem Modell der \u201eInsel der Seligen\u201c freuen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Auch hier haben wir also eine weitere Quelle f\u00fcr sp\u00e4tere christliche Denkmodelle, wie \u00fcberhaupt der Hellenismus und erst recht der sp\u00e4tere Neuplatonismus dem Christentum in wesentlichen Aspekten den Boden bereitet hat. Platos Reinkarnationsverst\u00e4ndnis ist somit \u2013 ebenso wie im Hinduismus \u2013 keinesfalls als geistliches Tr\u00f6stungs- und Hoffnungsbild zu verstehen, sondern es erscheint gerade \u201ein dieser Perspektive weniger eine Frage der Religion als vielmehr eine Forderung der Staatsraison.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote21sym\">21<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Dennoch ist Platos Ausformung dieser Vorstellung die Grundlage aller noch heute g\u00fcltigen Popul\u00e4r-Konzepte der Seele als der eines unsterblichen Lebensprinzips des von ihr lediglich \u201ebewohnten\u201c sterblichen K\u00f6rpers und dem esoterisch-christlichen Denkansatz, der Leib sei auschlie\u00dflich ein \u201eKerker\u201c der Seele. H\u00e4tte er damals ahnen k\u00f6nnen, was er damit bis in heutige Zeit hinein anrichten sollte, w\u00e4re Plato in seinen Formulierungen m\u00f6glicherweise etwas vorsichtiger geblieben:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Abwertung des Materiellen, Leiblichen bei Plato und seinem Kreis war gewisserma\u00dfen noch eine akademische Spielerei aristokratischer M\u00fc\u00dfigg\u00e4nger, die es sich leisten konnten, das Materielle gering zu sch\u00e4tzen, weil sie sich um materielle Dinge nicht zu k\u00fcmmern brauchten \u2013 das besorgten ihre Haussklaven. Der Leib war zwar ein Gef\u00e4ngnis der Seele, aber \u2013 unter diesen Umst\u00e4nden \u2013 ein relativ komfortables; und die ganze materielle Welt war immerhin die bestm\u00f6gliche, weil stoffliche Verwirklichung ewiger Ideen durch den Sch\u00f6pfer. Die gnostische Abwertung von Materie und Leib war viel radikaler, wie denn jede Bewegung, die \u201avon unten\u2018 kommt, \u201aradikal\u2018 ist. Sie entsprang einem hautnahen Erleiden der materiellen und leiblichen<span>\u00a0<\/span><em>condition humaine<\/em><span>\u00a0<\/span>ihrer Zeit. Nach dem Zerfall des Alexanderreiches ver\u00e4nderte sich die materielle und geistige Situation der antiken Welt grundlegend. Das Griechentum hatte zwar (durch Alexander) eine universale Ausweitung erfahren: der griechisch sprechende Mensch war Weltb\u00fcrger geworden. Aber er war (durch seine Verpflanzung in fremde Kulturbereiche) im selben Ma\u00dfe auch heimatlos geworden. Die griechische<span>\u00a0<\/span><em>Polis<\/em><span>\u00a0<\/span>als Kleinstadtstaat und religi\u00f6se, politische und wirtschaftliche Einheit war im Zerfall: Der Kleinst\u00e4dter wurde zum unbehausten Gro\u00dfstadtmenschen. Die st\u00e4ndigen Kriege der Diadochen Alexanders \u2013 der Seleukiden, Antigoniden, Ptolom\u00e4er \u2013 f\u00fchrten zu einer zunehmenden Unsicherheit des Lebens [\u2026] Eine zunehmende pessimistische Weltschau und eine zunehmende Erl\u00f6sungsbed\u00fcrftigkeit reflektieren den Wandel der Verh\u00e4ltnisse, der die Angeh\u00f6rigen anderer Kulturen der alten Welt nat\u00fcrlich ebenso betraf wie die Griechen (wenn wir ihn auch an dieser Stelle gewisserma\u00dfen aus griechischer Sicht beschrieben haben). Die religi\u00f6se Bewegung der Gnosis als radikalster Ausdruck der ver\u00e4nderten Gesamtsituation ist deshalb auch [\u2026] kein spezifisch \u201agriechisches Ph\u00e4nomen\u2018, sondern ein Gesamtph\u00e4nomen der antiken<span>\u00a0<\/span><em>Oikumene<\/em>.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote22sym\">22<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Der gro\u00dfe Unterschied zwischen \u201eathanasischen\u201c (den sp\u00e4teren katholischen) Christen und Gnostikern bei der Seelenvorstellung lag darin, dass Erstere die Seele als reine Sch\u00f6pfung Gottes, die Gnostiker sie aber als einen Funken von G\u00f6ttlichkeit selbst \u2013 also als Teil Gottes \u2013 in jedem Menschen sahen.<\/p>\n<p>Jetzt aber sind wir der Entwicklung dieser Vorstellungen weit vorausgeeilt, deshalb zur\u00fcck zu Plato und seinem Kreis. Bereits sein Sch\u00fcler Aristoteles widersprach dessen Vorstellungen. Seiner \u00dcberzeugung gem\u00e4\u00df, dass Form und Stoff bei \u201eendlichen Wesen\u201c immer als Einheit existieren, ist f\u00fcr ihn auch die \u201eSeele\u201c verg\u00e4nglich. Erst recht Epikur wendet sich in einer recht modern anmutenden Argumentation gegen die pythagor\u00e4ische Esoterik, indem er die \u201eSeele\u201c lediglich als \u201eBeistreuung\u201c der menschlichen Gesamtzusammensetzung betrachtet, die sich mit der Aufl\u00f6sung des Menschen im Tode ebenfalls wieder in ihre Komponenten zersteut, da sie nach Vergehen des K\u00f6rpers nicht mehr \u00fcber ihre vorherigen F\u00e4higkeiten und somit auch \u00fcber kein ausschlie\u00dflich an die k\u00f6rperlichen Funktionen gebundenes Wahrnehmungsverm\u00f6gen mehr verf\u00fcgen kann.<\/p>\n<p>Auch im Judentum hatte es seit alters her keine ausgepr\u00e4gten Jenseitsvorstellungen gegeben, sondern lediglich die Annahme eines<span>\u00a0<\/span><em>Scheol<\/em><span>\u00a0<\/span>genannten Schattenreiches, das dem griechischen<span>\u00a0<\/span><em>Hades<\/em><span>\u00a0<\/span>aus homerischer Zeit und auch den anderen altorientalischen Vorstellungen sehr \u00e4hnlich war. Der Schwerpunkt j\u00fcdischen Glaubens lag \u2013 wie auch bei den Indoeurop\u00e4ern \u2013 klar auf einer rein diesseitigen Gerechtigkeits- und Heilsgarantie. Einer fehlenden Bestrafungsm\u00f6glichkeit im Jenseits wegen r\u00e4chten sich alle Verfehlungen deshalb ebenfalls ausschlie\u00dflich im Diesseits (vgl. hierzu beispielhaft die Vorstellungen im alttestamentarischen<span>\u00a0<\/span><em>Buch Hiob<\/em>), in H\u00e4rtef\u00e4llen und als Abschreckungsmuster sogar bis \u201ein die siebente Generation\u201c innerhalb der eigenen Familie hinein.<\/p>\n<p>Aber seit hellenistischer Zeit findet sich auch im Judentum pl\u00f6tzlich ein ganz anderer Glaube. Die sp\u00e4testens durch das babylonische Exil zunichte gemachten Tr\u00e4ume eines starken und geeinten israelitisch-jud\u00e4ischen Reiches und das damit verbundene Scheitern aller bisherigen theologischen Entw\u00fcrfe eines innerweltlichen Heils lie\u00dfen nun die Hoffung auf ein rein jenseitiges Heil entstehen. Das aber musste zwangsl\u00e4ufig mit apokalyptischen Vorstellungen von einem bald bevorstehenden Ende der Welt einhergehen, denn nur ein solches konnte Vorraussetzung f\u00fcr einen nun pl\u00f6tzlich als jenseitigen und perfekt erhofften Gerechtigkeitsausgleich f\u00fcr das in der Welt erlittene Unrecht sein. Dieser wiederum konnte sich aber als Vorbedingung dazu nur auf \u201eRechtgl\u00e4ubigkeit\u201c innerhalb der Gemeinde gr\u00fcnden, wodurch es innerhalb des Judentums nicht nur zu einem radikalen Paradigmenwechsel vom Kult zur Schriftgl\u00e4ubigkeit kam, sondern auch zu dem Entwurf einer endg\u00fcltig und linear endenden Weltgeschichte, die ihre Fortsetzung in einer vermeintlich transformierten und unbegrenzten andersweltlichen Existenz des Individuums zu finden hoffte.<\/p>\n<p>Wenn man aber annimmt, es handele sich dabei lediglich um die Vermischung einer neuen griechischen Unsterblichkeitsidee mit einer rein innerj\u00fcdischen Endzeitvision, ist das religionsgeschichtlich mit Sicherheit zu kurz gegriffen. Zwar mag hier durchaus die neue griechische Betonung der \u201eSeele\u201c als dem eigentlichen und best\u00e4ndigen menschlichen Wesenskern bei gleichzeitiger Abwertung der K\u00f6rperlichkeit eine Rolle gespielt haben, Tatsache d\u00fcrfte aber auch sein, dass sich durch die damals sehr tolerante iranische Herrschaft \u00fcber den Vorderen Orient (der die Juden ihre Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft ja \u00fcberhaupt verdankten) zahlreiche iranische religi\u00f6se Vorstellungen des<span>\u00a0<\/span><em>Avesta<\/em><span>\u00a0<\/span>im vorderen Orient ausgebreitet hatten, die ihren Eingang auch in das bis in vorexilische Zeit noch g\u00e4nzlich polytheistische Judentum fanden (gegen das die selbstgerechten B\u00fccher der Propheten ja unerm\u00fcdlich \u00e4tzen). So ist die drastische alttestamentarische Vision Ezechiels (37, 1-14) einer g\u00f6ttlichen Wiederbelebung menschlicher Gebeine eindeutig von iranischem Denken gepr\u00e4gt, das der Verfasser in Babylon gr\u00fcndlich kennengelernt haben d\u00fcrfte.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWenn jetzt in der nachexilischen Zeit unvermittelt der Gedanke auftritt, da\u00df vor dem bevorstehenden Weltende die Toten wieder lebendig werden, und diese Vorstellung sich bald mit dem eines allgemeinen Gerichts verbindet, dann liegt die Annahme nicht fern, da\u00df auch hier persischer Einflu\u00df sich auswirkt. Denn nach der Lehre der Zarathustrier jener Zeit wird am Schlu\u00df des gro\u00dfen Weltdramas der Heiland Saoshyant die Toten auferwecken und die Guten von den B\u00f6sen scheiden. Die iranische Lehre, da\u00df die Erde die Gebeine, das Wasser das Blut, die Pflanzen die Haare, das Feuer die Lebenskraft denen zur\u00fcckgeben werden, von denen sie sie bei ihrem Hinscheiden genommen haben, scheint in die Zeit zur\u00fcckzugehen, in welcher noch die Vorfahren der sp\u00e4teren Iranier und der arischen Inder ein Volk bildeten; schon im Rigveda finden wir den Glauben, da\u00df die einzelnen Bestandteile der Toten in die Gottheiten der Erde, des Feuers usw. eingehen. [\u2026] In Indien ist dieser Glaube sp\u00e4ter geschwunden und hat der Seelenwanderungstheorie Platz gemacht, in Persien dagegen hat er sich mit geschichtsmythologischen Gedanken verbunden und ist dadurch zu einem wesentlichen Element nicht nur der persischen Lehre, sondern auch der beiden vorderasiatischen Weltreligionen [Christentum und Islam] geworden.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote23sym\">23<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese buchst\u00e4blich k\u00f6rperlich gedachte avestisch-iranische Erweckung der Toten bei einem \u201eJ\u00fcngsten Gericht\u201c ist \u00fcber den Umweg \u00fcber das Judentum auch zu einer Glaubensgrundlage des Christentums geworden. Da das Christentum aber ebenfalls die Seelenvorstellungen (und die \u201eErbs\u00fcnde\u201c) aus dem Platonismus und der pythagor\u00e4ischen Esoterik \u00fcbernahm und sie dahingehend zum Extrem \u00fcberspitzte, dass die vermeintliche \u201eSeele\u201c von der platonischen Dreiheit auf eine Einheit reduziert wurde und nun als eigentlicher Identifikationstr\u00e4ger des Menschen galt (vgl. z.B. Matth. 10,28), w\u00e4hrend die k\u00f6rperlich-irdische Existenz sp\u00e4testens seit Augustinus als minderwertig und lediglich als vor\u00fcbergehende Unp\u00e4sslichkeit und Pr\u00fcfung empfunden wurde, haben diese zwei v\u00f6llig widerspr\u00fcchlichen Konzepte der k\u00f6rperlichen Wiederauferstehung einerseits und des Fortlebens der Seele andererseits zwangsl\u00e4ufig zu abenteuerlichen Gedankenkonstruktionen innerhalb der christlichen Dogmatik gef\u00fchrt, konnte die christliche Theologie doch neben der Vorstellung einer \u201eSeele\u201c, die bis zum \u201eJ\u00fcngsten Gericht\u201c in einem als<span>\u00a0<\/span><em>purgatorium<\/em><span>\u00a0<\/span>bzw. \u201eVorh\u00f6lle\u201c verstandenen Bereich des \u201eFegefeuers\u201c verblieb, auch deren endg\u00fcltige Wiedervereinigung mit dem K\u00f6rper f\u00fcr sich reklamieren. Schon der<span>\u00a0<\/span><em>Erste Korintherbrief<\/em><span>\u00a0<\/span>des Paulus versucht ab Kap. 15 diese Widerspr\u00fcche zu erkl\u00e4ren und zu entsch\u00e4rfen, indem er das offenbar bereits damals in der zivilisierten Welt unverst\u00e4ndliche Konzept der \u201eAuferstehung\u201c mit dem Blick auf platonische Begriffe wie \u201eUnverg\u00e4nglichkeit\u201c und \u201eUnsterblichkeit\u201c zu erkl\u00e4ren versucht, wobei die wirre Argumentation des Verfassers allerdings auch auf heutige Leser zwangsl\u00e4ufig wie eine unausgegorene Phantasterei wirken muss. Damit aber baute die christliche Theologie im Gegensatz zu der griechischen Unsterblichkeitsidee nicht mehr auf der dualistischen Trennung von K\u00f6rper und Seele auf, sondern auf eine Zur\u00fcckversetzung in den Zustand einer verwandelten K\u00f6rperlichkeit mit Einbeziehung des ganzen Menschen bei der endzeitlichen Wiederauferstehung zu einer ewigen Jenseitsexistenz, was sich wiederum mit den Vorstellungen des<span>\u00a0<\/span><em>Avesta<\/em><span>\u00a0<\/span>des Zoroaster (Zarathustra) deckt. Eben deshalb war die Ein\u00e4scherung im Christentum auch lange verboten und bleibt bis heute unter rheinischen und s\u00fcddeutschen Katholiken verp\u00f6nt, da die k\u00f6rperliche Wiederauferstehung der Gebeine durch die Verbrennung des K\u00f6rpers als unm\u00f6glich erachtet wird.<\/p>\n<p>Auch die indischen Veden kennen all diese Vorstellungen noch nicht, und Jenseitsvorstellungen besch\u00e4ftigten die Menschen der vedischen Zeit offenbar verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig: Zus\u00e4tzlich zu dem oben erw\u00e4hnten Modell eines Zerfalls der Pers\u00f6nlichkeit in ihre Bestandteile ist auch die Vorstellung nachweisbar, dass der Tote (nicht aber seine \u201eSeele\u201c!) in N\u00e4he seiner einstigen Behausung umherschweife und deshalb von seinen Angeh\u00f6rigen gespeist werden m\u00fcsse oder dass er in eine Unterwelt gelange oder (in sehr viel sp\u00e4teren Quellen) durch magische Riten der Brahmanen zum Himmel emporsteige, um in der Gemeinschaft der G\u00f6tter zu leben. Erst in der Upanishad-Zeit im ersten Jahrtausend vor der Zeitenwende, also ca. 2000 Jahre nach der indoeurop\u00e4ischen und knapp 1000 Jahre nach der vedischen Epoche, beginnt sich auch in Indien eine Vorstellung durchzusetzen, die dem Veda bis dahin v\u00f6llig fremd gewesen war, die f\u00fcr die ganze sp\u00e4tere Entwicklung der unter dem Begriff Hinduismus zusammengefassten Religionen Indiens aber von richtungsweisender Bedeutung werden sollte: der Glaube, dass der tote Mensch entsprechend seiner guten oder b\u00f6sen Taten (<em>karma<\/em>) auf Erden oder anderswo als Tier, Mensch, Gott oder in anderer Weise wiedergeboren werde. Sie ist zeitlich sogar \u00e4u\u00dferst pr\u00e4zise fassbar, da sie als bewusste Neuformulierung erstmals in Kap. 3,2,13 der<span>\u00a0<\/span><em>Brihad\u00e2ranyaka-Upanishad<\/em><span>\u00a0<\/span>des religi\u00f6sen Lehrers Y\u00e2jnavalkya aus dieser Zeit formuliert ist und m\u00f6glicherweise auf eine \u00dcbernahme dravidischer Vorstellungen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die zuweilen in ariosophisch-armanischen und esoterischen Kreisen ge\u00e4u\u00dferte Behauptung, bereits im Veda f\u00e4nde sich der Glaube an \u201eWiedergeburt\u201c, und dann mit Hinweis auf die raren (und eher r\u00e4tselhaften) Stellen auf eine \u201eWiedergeburt\u201c in dem altnordischen Schrifttum (s.u.) solch einen Glauben als \u201eur-indoeurop\u00e4isch\u201c zu postulieren, ist also quellenkundlich grober Unfug.<\/p>\n<p>Anders als in popul\u00e4r-medial weit verbreiteten Ansichten kennt der sich streng auf den historischen Buddha Siddhartha Gautama zur\u00fcckf\u00fchrende Buddhismus (im Gegensatz zu dem durch die mediale Pr\u00e4senz des Dalai-Lama heute fast schon popul\u00e4reren tibetischen Lamaismus) ebenfalls keine Seelenwanderungslehre, denn bereits die Vorstellung, es gebe \u00fcberhaupt ein \u201eIch\u201c, ein abgegrenztes personales Selbst, gilt dort als eine grundlegende T\u00e4uschung \u00fcber das Wesen der Wirklichkeit, \u00fcber die man sich in \u201eAchtsamkeitsmeditationen\u201c bewusst zu werden hat. Sind die individualisierenden Faktoren eines Menschen \u2013 n\u00e4mlich Unwissenheit und Begierde \u2013 durch das Erreichen von Wissen und Begierdelosigkeit aufgehoben, dann ist auch die Aufhebung und das Erl\u00f6schen der Individualit\u00e4t erreicht. Und da sich der ganze Erl\u00f6sungsvorgang im Buddhismus ausschlie\u00dflich auf das Erl\u00f6schen dieser Individualit\u00e4tsfaktoren richtet, wird f\u00fcr den Buddha die Annahme eines Selbst im Menschen logisch \u00fcberfl\u00fcssig. Zwar haben sp\u00e4tere buddhistische Schulen die Vorstellung eines karmischen Pers\u00f6nlichkeitsanteils entwickelt, der nach dem Tod die Zeugung eines neuen Lebens mit ausl\u00f6st (allerdings ohne selbst darin \u00fcberzugehen), um so den Kreislauf der Geburten in Gang zu halten \u2013 sowie auch die Vorstellung eines<span>\u00a0<\/span><em>Boddhisvata<\/em>, der aus Mitleid mit der Menschheit auf eine Aufl\u00f6sung im Nirwana verzichtet und sich deshalb aufgrund seiner spirituellen Erleuchtung bewusst und zielgenau zu reinkarnieren wei\u00df (so im Lamaismus). Gerade die fr\u00fchen in indoeurop\u00e4ischem<span>\u00a0<\/span><em>Pali<\/em><span>\u00a0<\/span>verfassten buddhistischen Texte aber betonen den Verfall des gesamten Selbst beim Tod, da dieses Selbst nur das Resultat einer Zusammenwirkung von Empfindung, Wahrnehmung und Intellekt ist, und somit eine ebenso zusammengesetzte Wirklichkeit wie z.B. ein Wagen, der nur aus seinen Einzelteilen besteht, von denen nach Zerst\u00f6rung des Wagens auch keines mehr seine fr\u00fchere Funktion weiter erf\u00fcllen kann. Genau wie bei den griechischen Philosophen ist aber auch im Buddhismus alles Zusammengesetzte dem Verfall unterworfen, und somit ist auch dort das vermeintliche Selbst lediglich eine verg\u00e4ngliche Struktur. Diese buddhistische Argumentation entspricht bis ins Detail der des griechischen Philosophen Epikur.<\/p>\n<p>Im Fall der von antiken Autoren \u00fcberlieferten Hinweise auf eine durch die keltischen Druiden vertretene \u201eSeelenwanderungslehre\u201c ist schon lange nachgewiesen, dass es sich dabei nicht um unabh\u00e4ngig voneinander entstandene Zeugnisse handelt, sondern um eine einzige Rezeptionslinie, die eindeutig auf Poseidonios zur\u00fcckzuf\u00fchren ist,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote24sym\">24<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>was deren Wahrheitsgehalt erheblich in Frage stellt, denn die Vorstellung liegt zu nahe, dass dieser die neuen griechischen Vorstellungen seiner Zeit auf die Druiden projizierte (die er schwerlich aus pers\u00f6nlicher Bekanntschaft gekannt haben d\u00fcrfte), um sie als wahre Weise im Sinn einer pythagor\u00e4ischen Lehre darzustellen. Diese antike Au\u00dfensicht wird au\u00dferdem nur scheinbar durch inselkeltische \u00dcberlieferungen gest\u00fctzt, die von unz\u00e4hligen Metamorphosen einiger weniger Protagonisten in mythologischen Erz\u00e4hlungen berichten. Diese auf G\u00f6tter und singul\u00e4re gottgleiche Sagengestalten bezogenen Vorg\u00e4nge und Bef\u00e4higungen belegen daher noch keineswegs die allgemeine Wiedergeburtsvorstellung in der keltischen Religionsgeschichte. Das selbe Problem stellt sich angesichts germanischer Parallelen (s.u.).<\/p>\n<p>Dabei sollte man auch bedenken (was von heutigen Kelten-Romantikern durchweg \u00fcbersehen wird), dass das Druidentum ja keine allgemein keltische Institution war. Es war vielmehr eine rein britische Eigenheit. Von all den \u00fcber ganz Kontinental-Europa von Spanien \u00fcber Mitteleuropa und das Donaugebiet bis nach Anatolien siedelnden keltischen V\u00f6lkern kannten nur die Gallier das Druidentum, das sie wohl aufgrund ihrer engen Beziehung zu ihren britischen Nachbarn von dort \u00fcbernommen hatten, denn alle gallischen Druiden mussten \u2013 genauso wie die irischen \u2013 ihre Ausbildung in Britannien absolvieren, wo die vor der nordwestlichen K\u00fcste von Wales liegende Insel Anglesey offenbar ein druidisches Zentrum war. Das v\u00f6llige Fehlen des Druidentums bei allen anderen Kelten l\u00e4sst es als wahrscheinlich erscheinen, dass dieses Ph\u00e4nomen Folge der Verschmelzung keltischer Einwanderer in Britannien mit der dortigen Urbev\u00f6lkerung und somit von dieser \u00fcbernommen war. Es w\u00e4re damit eine vor- bzw. nicht-indoeurop\u00e4ische Institution, wof\u00fcr gleichfalls spricht, dass kein anderes indoeurop\u00e4isches Volk auch nur \u00c4hnliches kannte. Da wir \u00fcber die nachtodlichen Vorstellungen der vor-indoeurop\u00e4ischen V\u00f6lker Europas mangels schriftlicher Quellen aber wenig Sicheres sagen k\u00f6nnen, ist nat\u00fcrlich auch nicht kategorisch auszuschlie\u00dfen, dass hier m\u00f6glicherweise postmortale Seelenvorstellungen existierten, die so ihren Weg in den Glauben der britischen Kelten fanden. Gemein-indoeurop\u00e4isch aber ist diese Vorstellung schon deshalb nicht, weil \u2013 wie aufgezeigt \u2013 das heutige Konzept des Dualismus einer vom K\u00f6rper unabh\u00e4ngig existierenden \u201eSeele\u201c gar nicht existierte.<\/p>\n<p>Aber was ist mit den vereinzelten Hinweisen auf eine \u201eWiedergeburt\u201c in den altnordischen Texten, die sich ja nicht ignorieren lassen? Dabei kann man selbst den besser informierten Heiden allerdings keinen Vorwurf machen, da hier die akademische Forschung selbst mit einigen Irrungen und Wirrungen zu k\u00e4mpfen hatte:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDa\u00df das Thema Reinkarnation in der Forschung zur altgermanischen Religionsgeschichte au\u00dferordentliche Popularit\u00e4t erlangt hat, h\u00e4ngt wesentlich mit einem genealogischen Traditionsmuster zusammen, das vom Weiterleben wichtiger Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale eines Verstorbenen in den Nachkommen der eigenen Sippe ausgeht. Was auf den ersten Blick daher wie eine auf den Radius der engeren Verwandtschaft eingegrenzte Reinkarnationslehre aussieht, entpuppt sich aber bei n\u00e4herer Betrachtung als eine die Generationen verbindende Partizipationsvorstellung: Im gleichnamigen Enkel leben markante Eigenschaften des verstorbenen Gro\u00dfvaters fort. Da\u00df dabei tats\u00e4chlich nicht das Motiv einer postmortalen Wiederverk\u00f6rperung im Zentrum der Aussage steht, illustriert die Geschichte von der verwandtschaftlichen Partizipation zwischen Thorgil Bodvarsson und Kolbein Arnorsson, dessen Tod erst 19 Jahre nach der Geburt Thorgils eintrat und dessen \u201aWiedergeburt\u2018 in Thorgil daher nicht als eine auf den vorangegangenen Tod folgende Reinkarnation verstanden werden kann, wie es asiatische, aber auch moderne westliche Reinkarnationskonzepte voraussetzen. In der Folgezeit bildete dieses von der Forschung \u2013 nicht zuletzt auch aufgrund der altnordischen Terminologie \u2013 heraufbeschworene Mi\u00dfverst\u00e4ndnis einer altgermanischen Reinkarnationslehre einen willkommenen und scheinbar legitimen Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr moderne Revitalisierungsversuche germanischer Religiosit\u00e4t. Die wissenschaftliche Erforschung vorchristlicher Kulturen in Nord- und Mitteleuropa hat auf diese Weise gerade im Kontext von Postmortalit\u00e4tsvorstellungen als Katalysator einen erheblichen Einflu\u00df auf das religi\u00f6se Selbstverst\u00e4ndnis neugermanischer Bewegungen gehabt.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote25sym\">25<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Belege daf\u00fcr im altnordischen Schrifttum sind auch mehr als d\u00fcnn, um es einmal gelinde auszudr\u00fccken, und werden zumeist an dem altnordischen Begriff<span>\u00a0<\/span><em>endrborinn<\/em><span>\u00a0<\/span>festgemacht. Die konkrete Vorstellung einer \u201eWiedergeburt\u201c beschr\u00e4nkt sich dabei sowieso auf wenige und extrem wirkende Ausnahmef\u00e4lle: In<span>\u00a0<\/span><em>Gautreks<\/em><span>\u00a0<\/span><em>saga<\/em><span>\u00a0<\/span>7 hei\u00dft es von Starka\u00f0r St\u00f3rvirksson, er sei ein wiedergeborener Riese gleichen Namens, da er Narben an den Stellen aufweise, an denen Thor seinem gleichnamigen riesischen Stammvater dessen sechs Arme ausgerissen habe. Der heilig gesprochene norwegische K\u00f6nig Olaf Haraldsson wird von einem Gefolgsmann gefragt, ob er eine \u201eWiedergeburt\u201c des legend\u00e4ren norwegischen Kleink\u00f6nigs Olaf Geirstad\u00e1lfr sei, was er w\u00fctend verneint. In den Helgi-Liedern des<span>\u00a0<\/span><em>Codex Regius<\/em><span>\u00a0<\/span>wird das Motiv der \u201eWiedergeburt\u201c ausschlie\u00dflich dazu verwendet, drei Paare miteinander zu verkn\u00fcpfen, die zwar nicht verwandtschaftlich verbunden sind, sich davon abgesehen aber sehr \u00e4hnlich sind: Es geht dabei stets um einen herausragenden Helden namens Helgi und um eine mit ihm verbundene Walk\u00fcre. Und in all diesen F\u00e4llen ist nicht nur die Namensgleichheit entscheidendes Merkmal, sondern auch die Beschr\u00e4nkung auf au\u00dfergew\u00f6hnliche soziale oder mythische Positionen: Held, Walk\u00fcre, K\u00f6nig, Riese, G\u00f6ttin\/Hexe (Letzteres im Fall der Gullveig\/Hei\u00f0 aus<span>\u00a0<\/span><em>V\u00f6lusp\u00e1<\/em><span>\u00a0<\/span>21f.) \u2013 nirgendwo aber wird das auch auf den \u201eBauern von nebenan\u201c ausgedehnt. Das letzte weitere Beispiel der Verwendung des Wortes stammt aus den<span>\u00a0<\/span><em>Postola s\u00f6gir<\/em>, wo in<span>\u00a0<\/span><em>Jons Baptista saga<\/em><span>\u00a0<\/span>II die Vorstellung als Irrglaube bezeichnet wird, Johannes der T\u00e4ufer sei der wiedergeborene Elias, was aber ein direkter R\u00fcckgriff auf Matth. 11,14 bzw. Joh. 1,21 und somit f\u00fcr altnordische Verh\u00e4ltnisse ohne Belang ist. W\u00e4re der Glaube an Wiedergeburt nach Art hinduistischer Vorstellungen allgemein verbreitet gewesen, g\u00e4be es in den Quellen auch viel mehr Belege daf\u00fcr. Diese aber sprechen gerade dagegen.<\/p>\n<p>Schaut man in die isl\u00e4ndischen Sagas, sieht die Geschichte n\u00e4mlich schon ganz anders aus. Gerade das von Gregor Ahn oben angesprochene Beispiel des in der<span>\u00a0<\/span><em>\u00deorgils saga star\u00f0a<\/em><span>\u00a0<\/span>berichteten \u201eWiedergeburtsverh\u00e4ltnisses\u201c zwischen m\u00fctterlichem Onkel und Neffen, das erst ab dem Punkt beginnt, als Kolbeinn zu einem Zeitpunkt stirbt, als sein Neffe \u00deorgils bereits 19 Jahre alt ist, liefert damit einen Schl\u00fcssel zum Erkl\u00e4rungsverst\u00e4ndis entsprechender altnordischer Begrifflichkeiten. Es geht dabei stets um die Weitergabe von<span>\u00a0<\/span><em>hamingja<\/em><span>\u00a0<\/span>oder<span>\u00a0<\/span><em>fylgja<\/em>, zweier au\u00dferpersonaler Pers\u00f6nlichkeitsaspekte, die nichts mit einer eigenen \u201eSeele\u201c zu tun haben, sondern die auf ganz anderen Denkmustern beruhen und quasi unabh\u00e4ngige und ein Eigenleben f\u00fchrende au\u00dferpersonale Aspekte sind, die das eigene Selbst lediglich locker begleiten, ihm aber nicht unl\u00f6sbar anhaften. Sie allerdings lie\u00dfen sich \u2013 auch schon zu Lebzeiten des Besitzers \u2013 auf andere Personen (in der Regel aus der eigenen Sippe) \u00fcbertragen, so z.B. auch im Fall von J\u00f6kulls letztem Willen in der<span>\u00a0<\/span><em>Vatnsd\u00e6la Saga<\/em><span>\u00a0<\/span>und in zahlreichen weiteren Beispielen.<\/p>\n<p>Trotz der h\u00f6chst problematischen Quellenlage, f\u00fcr die regional divergente arch\u00e4ologische Funde, ethnozentrisch gepr\u00e4gte Sekund\u00e4rberichte und christlich akkulturierte Textsammlungen charakteristisch sind, l\u00e4sst sich die Vorstellung von einem Weiterleben nach dem Tod als Grundkonsens germanischer Religionsgeschichte aber ebenfalls klar belegen, wobei die Details aber so erheblich variieren, dass daraus nicht einmal ansatzweise ein einheitliches Bild zu gewinnen ist. Aber wen sollte das verwundern? Angesichts der uns bereits in den germanischen Quellen v\u00f6llig unterschiedlich und widerspr\u00fcchlich entgegentretenden nachtodlichen Konzepte stellt sich ja \u00fcberhaupt die Frage, wie konkret solche Vorstellungen denn jemals ausgeformt waren. Das l\u00e4sst sich bis in die Gegenwart hinein erkennen: Selbst gl\u00e4ubige und bekennende Christen haben trotz angeblich eindeutiger Antworten durch ihre Religion oft die widerspr\u00fcchliche Empfindung, dass der Tote einerseits k\u00f6rperlich im Grab liegt, andererseits \u201eim Himmel\u201c ist und doch gleichzeitig als \u201eum einen herum\u201c erf\u00fchlt wird, w\u00e4hrend kaum jemand mehr \u00f6ffentlich die \u201eAuferstehung des Fleisches von den Toten\u201c zu vertreten wagt, die von einer im w\u00f6rtlichsten Sinne k\u00f6rperlichen Erweckung aller Rechtgl\u00e4ubigen aus dem Grab und ihrer auch k\u00f6rperlich gedachten Wiederherstellung anl\u00e4sslich des \u201eJ\u00fcngsten Gerichts\u201c ausgeht, die aber nach wie vor christliche Doktrin und unverzichtbarer Teil des Glaubensbekenntnisses ist.<\/p>\n<p>Die germanischen Jenseits-Reiche der Hel oder andere in den G\u00f6tterbereichen angesiedelte und verd\u00e4chtig christlich und verkl\u00e4rt wirkende Aufenthaltsst\u00e4tten der Toten wie Giml\u00e9 (<em>V\u00f6lusp\u00e1<\/em><span>\u00a0<\/span>64) sind uns zudem nur aus der auf rein h\u00f6fische Kreise zielenden skaldischen Dichtung vertraut. Die eher volkskundlichen Belege aber sprechen eine ganz andere Sprache: Hier wird klar von der Pr\u00e4senz und Wirksamkeit des Verstorbenen im Umkreis seiner Begr\u00e4bnisst\u00e4tte ausgegangen, der im Grabh\u00fcgel weiterlebte und von besonders hellsichtigen Personen dort auch erblickt werden konnte. Vor allem im s\u00fcdgermanischen Bereich ist diese mit einer gleichzeitigen Stilisierung des Grabh\u00fcgels zu einem Berg verbundene Anschauung anzutreffen. \u00dcber Erz\u00e4hlzyklen wie den im Berg fortlebenden Heldenkaiser (z.B. Barbarossa im Kyffh\u00e4user), von dem man sich in Notzeiten eine k\u00f6rperlich identische R\u00fcckkehr (nicht aber eine Reinkarnation!) erhoffte, ist diese urspr\u00fcnglich altgermanische Vorstellung schlie\u00dflich in der europ\u00e4ischen Kultur- und Religionsgeschichte des Mittelalters, aber auch in der Neuzeit weiter rezipiert worden.<\/p>\n<p>Nicht nur die im Fall hochgestellter Pers\u00f6nlichkeiten verschwenderischen Grabbeigaben sondern auch die Ma\u00dfnahmen gegen Wiederg\u00e4ngertum sprechen klar gegen einen allgemein-germanischen Glauben an \u201eWiedergeburt\u201c. Das Verschlie\u00dfen von Mund, Ohren und Nase sowie rituelle Fesselung im Beinbereich sind klar als Verhinderung eines Umgehens des Toten erkennbar, der bei entsprechendem Verdacht auch exhumiert, verst\u00fcmmelt und verbrannt wurde. Und gerade angesichts von Ph\u00e4nomenen wie der Wilden Jagd und dem Volksglauben, der die Julzeit umgibt, wonach die Toten zu gewissen Zeiten die Welt der Lebenden in sehr k\u00f6rperlich wirkender Form auf- oder heimsuchen k\u00f6nnen, ergibt sich eine klare Vorstellung: \u201eSie kn\u00fcpft daran an, dass die Toten nicht in einer anderen, sondern in dieser Welt leben.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote26sym\">26<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Welchen Sinn auch w\u00fcrden z.B. die Details der ber\u00fchmten Bestattungen von Oseberg oder Sutton Hoo machen, wenn die germanischen V\u00f6lker einer verkl\u00e4rten und entk\u00f6rperlichten \u201eReinkarnationslehre mit Karma-Bewusstsein\u201c angehangen h\u00e4tten, \u00fcber die Guido List in seiner ariosophischen Weltsicht so hingebungsvoll schwadroniert<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote27sym\">27<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>und die von dem rassenmystisch orientierten<span>\u00a0<\/span><em>Armanen-Orden<\/em><span>\u00a0<\/span>und anderen Anh\u00e4ngern von Lists \u201eAriosophie\u201c bis heute gl\u00e4ubig tradiert wird. Gerade die in dieser Hinsicht auff\u00e4llige<span>\u00a0<\/span><em>Germanische Glaubensgemeinschaft<\/em><span>\u00a0<\/span>(GGG) ist deshalb f\u00fcr Gregor Ahn auch Musterbeispiel f\u00fcr eine typische \u201eBerufung moderner esoterischer Kreise auf vermeintlich gesicherte keltische oder germanische Seelenwanderungslehren\u201c.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote28sym\">28<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Wer allerdings unbedingt darauf erpicht ist, heutige esoterische Wunschvorstellungen einer platonisch-christlichen Seele in die Quellen hineinzuinterpretieren, dem bieten die germanischen Quellen gerade aufgrund ihrer Sp\u00e4rlichkeit und Widerspr\u00fcchlichkeit nat\u00fcrlich eine willkommene Projektionsfl\u00e4che.<\/p>\n<p>Bil Linzie hat darauf hingewiesen, dass der Glaube an Wiedergeburt bereits auf dem Ersten Konzil von Konstantiopel 385 als H\u00e4resie erkl\u00e4rt wurde. Von dem Zeitpunkt, an dem erstmals christliche Bekehrer germanische Gebiete betraten, bis zur Christianisierung Skandinaviens 700 Jahre sp\u00e4ter entstanden unz\u00e4hlige antiheidnische Predigten, religi\u00f6se Vorschriften und Verbote, Briefe an den Papst und Aufz\u00e4hlungen heidnischer \u201eIrrlehren\u201c, die oft auch aus der Feder von Neubekehrten der ersten Generation stammten. Nirgendwo darin aber findet sich auch nur der geringste Hinweis auf einen Glauben an Wiedergeburt, und es ist kaum glaubhaft, dass den eifrigen Missionaren ein solch wichtiger und in ihren Augen s\u00fcndiger Glaube 700 Jahre lang v\u00f6llig entgangen sein sollte. Erst 200 Jahre nach der Bekehrung Islands taucht in der Literatur pl\u00f6tzlich wie aus dem Nichts erstmals eine \u201ewiedergeborene Sw\u00e1wa\u201c auf, ohne dass dem irgendwelche ideengeschichtlichen Motive vorausgegangen w\u00e4ren. Die Frage, warum die christlichen Verfasser der entsprechenden Texte den Glauben an Wiedergeburt auf einmal als Kennzeichen des vergangenen Heidentums darstellten, beantwortet Bil Linziesehr \u00fcberzeugend mit dem Hinweis auf die genau zeitgleich zur Entstehung der Texte einsetzenden Kreuzz\u00fcge gegen die Katharer in Frankreich (ab 1209), die nicht nur deshalb Tagesgespr\u00e4ch in ganz Europa waren, weil erstmals ein Kreuzzugsheer ein christliches Land \u00fcberfiel. Die Katherer n\u00e4mlich glaubten an die M\u00f6glichkeit der Wiedergeburt (zumindest wurden sie von ihren Verfolgern dessen bezichtigt), und so wurde dieser angebliche Glaube pl\u00f6tzlich geradezu zu einem Kennzeichen und Merkmal von H\u00e4resie und Irrlehre schlechthin. Und genau deshalb d\u00fcrfte dieser Glaube von den christlichen Verfassern der altnordischen Texte auch nachtr\u00e4glich dem 200 Jahre zuvor untergegangenen germanischen Heidentum ihrer Vorfahren bewusst und v\u00f6llig f\u00e4lschlich \u00fcbergest\u00fclpt worden sein.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote29sym\">29<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich darf auch nicht unterschlagen werden, dass das Wort \u201eSeele\u201c selbst s\u00fcd- bzw. ostgermanischen Ursprungs ist, das im Nordgermanischen aber keine etymologische Entsprechung hat, sondern in der altisl\u00e4ndischen Form<span>\u00a0<\/span><em>s\u00e1l<\/em><span>\u00a0<\/span>ein Lehnwort darstellt, das den Norden erst mit der Christianisierung erreichte. Allerdings handelt es sich bereits bei seinem ersten Auftreten in den Quellen in der Form<span>\u00a0<\/span><em>saiwilo<\/em><span>\u00a0<\/span>in Wulfilas Bibel\u00fcbersetzung um eine rein christliche Umdeutung. Die etymologische Ableitung von<span>\u00a0<\/span><em>saiwaz<\/em><span>\u00a0<\/span>(See) hilft nicht wirklich weiter, weil wir nicht wissen, was ein entsprechender Pers\u00f6nlichkeitsaspekt mit einem See zu tun gehabt haben k\u00f6nnte. Nat\u00fcrlich ist hier viel spekuliert worden, dass Seen die Aufenthaltsorte der Verstorbenen und Ungeborenen gewesen seien (vgl. die Teiche der Holle und den darin herumstapfenden Storch als Kinderbringer), aber das sind durchweg neuzeitliche Belege, die keinerlei Entsprechung in altnordischen oder irgendwelchen vorchristlichen Quellen haben (was nat\u00fcrlich nur von eingeschr\u00e4nktem Beweiswert gegen heidnische Vorstellungen w\u00e4re). Auch bei<span>\u00a0<\/span><em>saiwalo<\/em><span>\u00a0<\/span>muss es sich aber wohl um einen Teil des germanischen Pers\u00f6nlichkeitskomplexes gehandelt haben, der uns im Altnordischen m\u00f6glicherweise unter anderem Namen entgegentritt, und der k\u00fcnftig als christliche Entsprechung f\u00fcr<span>\u00a0<\/span><em>psych\u00e9<\/em><span>\u00a0<\/span>bzw.<span>\u00a0<\/span><em>anima<\/em><span>\u00a0<\/span>diente.<\/p>\n<p>Was hier f\u00fcr gewaltige inhaltliche Umdeutungen n\u00f6tig waren, machen aber gerade die Versuche klar, eine germanische Entsprechung f\u00fcr<span>\u00a0<\/span><em>pneuma<\/em><span>\u00a0<\/span>bzw.<span>\u00a0<\/span><em>spiritus<\/em><span>\u00a0<\/span>zu finden, wobei man sich mit dem \u00e4u\u00dferst problematischen Begriff<span>\u00a0<\/span><em>gaistaz<\/em><span>\u00a0<\/span>zu behelfen versuchte, der im Germanischen n\u00e4mlich ausschlie\u00dflich die Bedeutung hatte, die \u201eGeist\u201c auch in der heutigen deutschen Sprache noch als Nebenbedeutung hat: Gespenst.<\/p>\n<p>\u201eDie gotische (also ostgermanische) Bibel\u00fcbersetzung war ohnehin schon viel fr\u00fcher andere Wege gegangen und hatte<span>\u00a0<\/span><em>pneuma<\/em><span>\u00a0<\/span>durch<span>\u00a0<\/span><em>ahma<\/em><span>\u00a0<\/span>verdolmetscht (verwandt mit dt.<span>\u00a0<\/span><em>achten<\/em>. Wulfila r\u00fcckt also beim<span>\u00a0<\/span><em>pneuma<\/em>-Begriff das Denkverm\u00f6gen in den Vordergrund). Und bei den Nordgermanen behalf man sich mit einer \u201aLehn\u00fcbersetzung\u2018 von<span>\u00a0<\/span><em>spiritus<\/em>:<span>\u00a0<\/span><em>andi<\/em>. Im s\u00fcdlichsten Teil des s\u00fcdgermanischen Raumes (also im S\u00fcddeutschen) bestanden anfangs starke Widerst\u00e4nde gegen den Gebrauch des Wortes \u201aGeist\u2018 in der Kirchensprache. Auch hier hielt man sich an eine \u201aLehn\u00fcbersetzung\u2018 von<span>\u00a0<\/span><em>spiritus<\/em>:<span>\u00a0<\/span><em>\u00e2tum<\/em><span>\u00a0<\/span>(Atem). Ein Bekenntnis wie<span>\u00a0<\/span><em>ih gilaubu in heiligan geist<\/em><span>\u00a0<\/span>(so im fr\u00e4nkischen Taufgel\u00f6bnis aus dem 9. Jh.) mag in vielen s\u00fcddeutschen Ohren anfangs tats\u00e4chlich geklungen haben wie: Ich vertraue dem unverletzlichen Schreckgespenst. Man bekannte also lieber:<span>\u00a0<\/span><em>gilaubiu in \u00e2tum wihan<\/em><span>\u00a0<\/span>(so im Wei\u00dfenburger Katechismus des 9. Jh.). Doch hat sich schlie\u00dflich der \u201aGeist\u2018 auch hier durchgesetzt. Immerhin zeigt noch im 11. Jh. das oberdeutsche<span>\u00a0<\/span><em>Ezzolied<\/em><span>\u00a0<\/span>beachtliche Schwankungen: der geistliche Verfasser braucht das Wort<span>\u00a0<\/span><em>geist<\/em><span>\u00a0<\/span>nur ein einziges Mal, wo es n\u00e4mlich den (Lebens-)Odem bezeichnen soll, den Gott dem Menschen bei der Sch\u00f6pfung einhaucht (in Gen. 7,2:<span>\u00a0<\/span><em>pno\u00e9<\/em><span>\u00a0<\/span>bzw.<span>\u00a0<\/span><em>spiraculum<\/em>); dort aber, wo der Geist (Gottes Geist, der Heilige Geist) gemeint ist, setzt er<span>\u00a0<\/span><em>atem<\/em>.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote30sym\">30<\/a><\/sup><\/p>\n<p>All das belegt klar, dass es problemlose Entsprechungen f\u00fcr das christliche Seelenverst\u00e4ndnis im Germanischen eben nicht gab, sondern solche erst m\u00fchevoll konstruiert und germanischen Begriffen mit urspr\u00fcnglich ganz anderer Bedeutung gewaltsam \u00fcbergest\u00fclpt werden mussten. Wenn heutige Heiden von der \u201eSeele\u201c und deren nachtodlichem Schicksal reden, ist damit in der Regel in einem unhinterfragten popul\u00e4ren Verst\u00e4ndnis des Begriffs das als intellektuell-reflektierend erlebte Ich-Bewusstsein gemeint. Dieses jedoch w\u00e4re damals leicht mit der gemeingermanischen Bezeichnung<span>\u00a0<\/span><em>hug-<\/em><span>\u00a0<\/span>(althochdeutsch:<span>\u00a0<\/span><em>huge<\/em>, altnordisch:<span>\u00a0<\/span><em>hugr<\/em>) gleichzusetzen gewesen, was aber eben nicht erfolgte, woraus eben deutlich hervorgeht, dass die vermeintliche \u201eSeele\u201c gerade nicht mit dem Ich-Bewusstsein gleichgesetzt wurde. Exemplarisch l\u00e4sst sich das anhand der Wortwahl zu Beginn des<span>\u00a0<\/span><em>Magnifikats<\/em><span>\u00a0<\/span>in Otfrid von Wei\u00dfenburgs Evangeliendichtung aus dem 9. Jahrhundert veranschaulichen:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDa sprach die heilige Maria, was ihr im Sinne [<em>huge<\/em>] lag: \u201aNun soll mein<span>\u00a0<\/span><em>Geist<\/em>, der mit der<span>\u00a0<\/span><em>Seele<\/em><span>\u00a0<\/span>und den Gliedern des Leibes verbunden ist, den Herrn preisen. Ich bin des Herrn froh, all meine Tage freue ich mich im Gem\u00fct [<em>muote<\/em>] Gottes, meines Heilands.\u2018\u201c<\/p><\/blockquote>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eEs ist offenbar: Wo der geistliche Dichter an die biblisch-theologische Begrifflichkeit gebunden ist, gebraucht er \u201aSeele\u2018 und \u201aGeist\u2018 [\u2026] Wo er bei der Darstellung seelischer Vorg\u00e4nge und Zust\u00e4nde im Menschen freier formulieren kann, greift er auf die bew\u00e4hrte Ich-Seelen-Terminologie (<em>huge, muote<\/em>) zur\u00fcck. Dabei blieb es bis zur Neuzeit. Sollten au\u00dferhalb des \u201akirchlichen Sprachraums\u2018 kognitive, volitive oder emotionale Kr\u00e4fte und Prozesse zum Ausdruck gebracht werden, dann verwendete man \u201aWitz\u2018 (Denkkraft), \u201aMut\u2018, \u201aHerz\u2018 \u2013 nicht \u201aGeist\u2018 oder \u201aSeele\u2018. Erst unter dem Einflu\u00df Kartesianischer Philosophie wohl, die ja<span>\u00a0<\/span><em>esprit<\/em><span>\u00a0<\/span>oder<span>\u00a0<\/span><em>\u00e2me<\/em><span>\u00a0<\/span>als \u201adenkende Substanz\u2018 mit der F\u00e4higkeit, zu erkennen, zu wollen, zu f\u00fchlen, vom K\u00f6rper als \u201aausgedehnter Substanz\u2018 unterschied, wurden nun die deutschen W\u00f6rter \u201aGeist\u2018 und \u201aSeele\u2018 (als \u201a\u00dcbersetzung\u2018 von<span>\u00a0<\/span><em>esprit<\/em><span>\u00a0<\/span>und<span>\u00a0<\/span><em>\u00e2me<\/em>) auch Bezeichnungen f\u00fcr die inneren Vorg\u00e4nge und Zust\u00e4nde im Menschen.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote31sym\">31<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Sp\u00e4testens hier wird klar, wie kompliziert die Sachlage schon allein angesichts der Terminologie ist, da die entsprechenden Begrifflichkeiten bis heute einer erheblichen Bedeutungsinflation ausgesetzt waren. Leicht wird auch \u00fcbersehen, dass die europ\u00e4ische Religionsgeschichte sehr viel komplexer verlaufen ist, als es eine auch gerade von heutigen Heiden liebevoll gepflegte rein christozentrische Sichtweise naheliegen k\u00f6nnte. Bei aller Dominanz des Christentums ist die Geschichte aber doch von zahlreichen anderen Str\u00f6mungen mitgepr\u00e4gt worden: sei es die Religion der Katharer, die der europ\u00e4ischen Juden und Roma, die als heterodox ausgegrenzten Divinationspraktiken der Astrologie und des sogenannten Volks- oder Aberglaubens, die Religion von Migranten usw., was sich eben auch auf divergierende Seelen- und Postmortalit\u00e4tsvorstellungen bezieht. Diese Erkenntnisse haben sich verst\u00e4ndlicherweise aber erst in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts herausbilden k\u00f6nnen.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote32sym\">32<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Als Resultat all dessen l\u00e4sst sich deshalb postulieren, dass eine genaue und endg\u00fcltige Fassbarkeit nordeurop\u00e4ischer \u201eSeelen\u201c- und Jenseitsvorstellungen heute schlichtweg unm\u00f6glich ist, was nicht allein der Quellenlage sondern vielleicht mehr noch unserer eigenen und durch christliche Sozialisation zementierten Voreingenommenheit bez\u00fcglich dieser Begrifflichkeiten zuzuschreiben ist. Wer von uns Heutigen kann denn wirklich noch die germanische Vorstellung in all ihren Facetten nachvollziehen oder gar als Glaubenswahrheit akzeptieren, dass ein Held \u201eUrlaub\u201c aus Walhall erh\u00e4lt, um f\u00fcr eine sehr k\u00f6rperliche Liebesnacht mit seiner Witwe in seinen Grabh\u00fcgel zur\u00fcckzukehren?<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote33sym\">33<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Damit kommen wir zu der letztlich entscheidenden Frage, was uns all das f\u00fcr unser heutiges Heidentum geben kann.<\/p>\n<p>Historische Quellenkunde ist das eine, pers\u00f6nlicher Glaube \u2013 den man im Heidentum niemandem diktieren kann \u2013 das v\u00f6llig andere. Anders als die auch im Diesseits erfahrbare Pr\u00e4senz der G\u00f6tter bleibt uns das Wissen um das Reich jenseits des dunklen Tores, das am Ende einer jeden menschlichen Existenz steht, zu Lebzeiten verschlossen, und die Frage, was dahinter liegt \u2013 ja, ob \u00fcberhaupt etwas dahinter liegt \u2013, ist eine der \u00e4ltesten und gleichzeitig unbeantwortbarsten Fragen der Menschheit. W\u00fcssten wir Sicheres dar\u00fcber, w\u00fcrde das sehr zu einer Antwort auf die ebenso gro\u00dfe Frage nach dem \u201eSinn des Lebens\u201c beitragen \u2013 so zumindest glauben viele. Tats\u00e4chlich aber ist genau das Gegenteil der Fall. Ein \u201eSinn\u201c des Lebens kann immer nur insoweit existieren, wie man sich einen solchen selbst erarbeitet (oder erarbeiten will). Bei der Vielschichtigkeit jedes individuellen Lebens wird es auf diese Frage aber nie eine einzige oder gar f\u00fcr alle gleichlautende Antwort geben. Man mag in fortgeschrittenem Alter vielleicht sogar zu der Antwort kommen, dass es einen solchen Sinn eben nicht gibt, und erkennen, dass gerade diese Erkenntnis der \u201eSinn des Lebens\u201c ist. Aber sp\u00e4testens hier geraten wir endg\u00fcltig in das Reich individueller Spekulation.<\/p>\n<p>Die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Besch\u00e4ftigung mit Fragen zu diesem Thema erweist sich auch gerade nicht als Mittel zur Befreiung davon, sondern mag im Gegenteil leicht zu einem Hindernis dabei werden, geht es hier doch um ein intuitives Wissen, zu dem wir nie gelangen k\u00f6nnen, solange wir krampfhaft das zu bleiben versuchen, was wir sind, worauf auch Sokrates mit seinem Ausspruch hinweist: \u201eWer etwas zu sein meint, hat aufgeh\u00f6rt, etwas zu werden.\u201c Die oft ge\u00e4u\u00dferte heidnische Lebensweisheit, dass \u00dcberlegungen und Sorgen bez\u00fcglich einer nachtodlichen Existenz v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig seien, solange man sich mit bester Kraft vordringlich um das irdische Leben k\u00fcmmert und das so gut und ehrenhaft wie m\u00f6glich zu leben versucht, d\u00fcrfte einer gewissen Berechtigung aber nicht entbehren und scheint auch in bester \u00dcbereinstimmung mit den Quellen zu stehen. Je st\u00e4rker n\u00e4mlich der Glaube an eine Seele und deren nachtodliche Existenz ist, umso n\u00e4her liegt auch die gef\u00e4hrliche Tendenz einer theologischen Vertr\u00f6stung auf eine sp\u00e4tere Zeit und darauf, dass wir das, was wir an Schlechtem in unserem Leben erleben, eben dem\u00fctig zu erdulden haben, was mit dem heidnischen Geist Nordeuropas, wie er uns in allen Quellen entgegentritt, g\u00e4nzlich unvereinbar ist. Und zu allen Zeiten wurden Menschen, die ein sicheres Wissen \u00fcber die Existenz jenseits jenes Tores reklamierten und predigten, zu Recht entweder als Scharlatane, Spinner oder L\u00fcgner abgetan \u2013 zumindest von jenen Menschen, die selbst denken konnten. Und da es im Heidentum um dieses \u201eselbst denken k\u00f6nnen\u201c geht, was uns gerade angesichts des durch alle Zeugnisse der germanischen Religionsgeschichte als sehr locker betrachteten \u201eProblems\u201c des Todes best\u00e4tigt wird, sind alle quellenkundlichen Betrachtungen zu diesem Thema gerade angesichts der aus den altnordischen Quellen zahlreich ableitbaren und sich v\u00f6llig widersprechenden Modellen f\u00fcr eine individuelle Bew\u00e4ltigung dieses Themenkomplexes denn auch nur wenig hilfreich: Finden wir also Aufnahme bei Hel oder in der Halle unserer Lieblingsgottheit? Toben wir unter F\u00fchrung Wodans in der n\u00e4chtlichen Wilden Jagd \u00fcber das Land? Gehen wir wie Thorolf in der<span>\u00a0<\/span><em>Eyrbyggja Saga<\/em><span>\u00a0<\/span>in den n\u00e4chstgelegenen Berg ein und werden so zu den Alben und Bewohnern der Grabh\u00fcgel \u2013 und somit zu den verl\u00e4sslichen Schutzgeistern unserer eigenen Nachkommen? Oder sollte es uns gar verg\u00f6nnt sein, als Furcht und Schrecken verbreitende Wiederg\u00e4nger hingebungsvoll unsere spie\u00dfigen christlichen Nachbarn zu terrorisisieren, die wir schon zu Lebzeiten nicht leiden konnten?<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung dieser offenbar auch f\u00fcr viele heutige Heiden qu\u00e4lenden Frage kann aber nicht darin liegen, eine endg\u00fcltige Antwort darauf finden zu wollen, welche der verschiedenen nachtodlichen Vorstellungen einer lange versunkenen b\u00e4uerlichen oder kriegerischen Vergangenheit denn wohl objektiv \u201edie Richtige\u201c sei, sondern vielmehr in dem Erreichen eines geistigen Zustandes spiritueller Reife, der einen von den mit dieser Frage verbundenen \u00c4ngsten zu befreien vermag. Alle Helden der indoeurop\u00e4ischen Epik verlangte es genau deshalb eben auch nicht nach einem \u201eLeben nach dem Tod\u201c, sondern vielmehr nach Unsterblichkeit und G\u00f6ttlichkeit. Denn ein \u201eLeben nach dem Tod\u201c \u2013 sofern ein solches denn existiert \u2013 kann allen Denkmodellen nach naturgem\u00e4\u00df nie etwas Ewiges, sondern bestenfalls nur die Fortdauer einer zeitbedingten Form sein und somit bestenfalls das Schicksal jener beschreiben, die nur teilweise befreit in eine Jenseitswelt eingehen \u2013 oder eben das verzweifelte Wunschbild noch sehr von christlicher Erziehung beherrschter Gem\u00fcter. Unsterblichkeit aber ist das Ergebnis vollst\u00e4ndiger Befreiung, das Teilhaben am ewigen Jetzt des ewig wilden und g\u00f6ttlichen Urgrundes. Sterben hei\u00dft, ins kollektive Unbewusstsein einzutreten, sich darin zu verlieren, um in Form, in reine Form verwandelt zu werden.<\/p>\n<p>Der vielleicht anschaulichste Vergleich daf\u00fcr mag in dem Bild des Regentropfens liegen, der nach seiner langen Reise aus den Wolken auf die Oberfl\u00e4che des Meeres trifft und darin aufgeht. Zwar hat er danach keine individuelle Existenz mehr, aber dennoch geht bei seiner Vereinigung mit dem Meer kein einziges seiner Molek\u00fcle und Atome verloren, sondern sie alle gehen auf in der unendlichen Gesamtheit des Ozeans und bilden fortan einen Teil davon, bis sie durch Verdunstung vielleicht irgendwann wieder Teil irgendeines anderen Feuchtigkeitsanteils in der Welt werden. Und dieses Bild k\u00f6nnte auch als Verst\u00e4ndnisschl\u00fcssel f\u00fcr die entsprechenden Metaphern aller Religionen stehen: das \u201eEingehen in die Herrlichkeit Gottes\u201c der Christen, das<span>\u00a0<\/span><em>Nirwana<\/em><span>\u00a0<\/span>der Buddhisten und das<span>\u00a0<\/span><em>Samhadi<\/em><span>\u00a0<\/span>der Hindus, die Aufnahme in eine G\u00f6tterburg in<span>\u00a0<\/span><em>Asgard<\/em><span>\u00a0<\/span>oder die Umarmung durch<span>\u00a0<\/span><em>Hel<\/em><span>\u00a0<\/span>usw., wobei sich die Detailvorstellungen dabei je nach individuellem Verst\u00e4ndnis und soziologischem Entwicklungsstand einer Gesellschaft sehr unterscheiden m\u00f6gen. Gerade die germanischen Vorstellungen, die nicht von \u201eeiner (!) Seele\u201c sondern von zahlreichen und ganz unterschiedlichen Pers\u00f6nlichkeitsaspekten ausgehen, die beim Tod von deren Tr\u00e4ger auch wieder in ihre Einzelteile zerfallen und danach entweder vergehen oder sich anderweitig anhaften, haben damit m\u00f6glicherweise die alt-indoeurop\u00e4ischen Vorstellungen getreulich bewahrt, wie sich aus den oben erw\u00e4hnten vedischen, avestischen, epikur\u00e4ischen und buddhistischen Belegen ergibt, was meiner Metapher von der Aufl\u00f6sung des Regentropfens im Meer durchaus entsprechen k\u00f6nnte. Man sollte auch nicht \u00fcbersehen, dass hier m\u00f6glicherweise der ur-indoeurop\u00e4ische Mythos vom Tod des ersten Lebewesens \u2013 n\u00e4mlich der Zerteilung von Ymir in die Elemente der Welt, die ihre genaue Entsprechung auch im<span>\u00a0<\/span><em>Rig-Veda<\/em><span>\u00a0<\/span>hat \u2013 modellhaft eine individuelle Widerspiegelung beim Tod eines jeden einzelnen Menschen erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Im europ\u00e4ischen religi\u00f6sen Denken heutiger Zeit \u2013 und auch im Heidentum \u2013 f\u00e4llt n\u00e4mlich auf, dass man sich hier ausschlie\u00dflich auf eines der oben erl\u00e4uterten christlichen oder antiken Modelle beschr\u00e4nkt:<\/p>\n<p>1. Ewiges Leben als das theoretisch unsterbliche Weiterbestehen eines Kernbereichs des Individuums (z.B. der \u201eSeele\u201c) oder des gesamten Menschen in ver\u00e4nderter und nicht mehr verletzlicher Gestalt.<\/p>\n<p>2. W\u00f6rtlich verstandene Wiederauferstehung des Toten aus dem Grabe, wobei die durch den Tod getrennten Bestandteile K\u00f6rper und \u201eSeele\u201c wiedervereinigt und wieder zusammengef\u00fcgt auf eine ebenfalls unbefristete Jenseitsexistenz hoffen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>3. Reinkarnation\/Seelenwanderung\/Wiedergeburt als die mehrfache oder gar unbegrenzt h\u00e4ufige Wiederverk\u00f6rperung des als Ich-Bewusstseins verstandene Existenz jedes Individuums in einer neuen menschlichen Neuverk\u00f6rperung.<\/p>\n<p>Vor allem die aus christlichem Denken \u00fcbernommene Idee, eine m\u00f6gliche nachtodliche Existenzform sei im Gegensatz zur irdischen zeitlich nicht mehr befristet, scheint auch unter heutigen Heiden als selbstverst\u00e4ndlich angenommen und nie hinterfragt zu werden, obwohl gerade eine solche Vorstellung erhebliche philosophische Fragen aufwirft. Richtet man den Blick aber auf andere ethnische Religionen, findet man auch ganz andere Modelle: So wird z.B. in einzelnen afrikanischen Religionen zwar auch von einem Weiterleben von Seelen- oder Personenanteilen der verstorbenen Vorfahren in Individuen der nachfolgenden Generation ausgegangen, mit dieser Vorstellung ist aber weder ein Modell der Wiedergeburt noch das der Unsterblichkeit der Seele als Wesenskern des Menschen verbunden. Hier steht vielmehr die Einbettung des einzelnen Verstorbenen in den immer fortlaufenden Lebensfluss der Natur im Mittelpunkt, dessen Pers\u00f6nlichkeitsaspekte sich in der menschlichen Gemeinschaft vor allem in den Sozialbeziehungen der jeweiligen Sippenstruktur auswirken. Mit dem im Lauf mehrerer Generationen allm\u00e4hlichen Verblassen der sozialen Erinnerung an den Verstorbenen gehen diese dann aber ganz in der Sippengemeinschaft auf.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote34sym\">34<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Ein solch organisches Verst\u00e4ndnis der Nachwirkung Verstorbener k\u00f6nnte man problemlos aber auch aus den altnordischen Quellen ableiten.<\/p>\n<p>Aber nicht das verzweifelte Hoffen auf eine nachtodliche Weiterexistenz des beschr\u00e4nkten eigenen Ichs oder gar auf auf dessen st\u00e4ndiges Weiterbestehen in Form von Wiedergeburten nach dem Modell neumodischer Esoterik heilt die Angst vor dem Tod, sondern nur die letztendliche Bereitschaft zu der Erkenntnis, ihn als eine der gro\u00dfen und ewigen Formen des Lebens und der Verwandlung anzunehmen:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eJeder von uns ist aus einer Vielzahl von Ursachen entstanden und wird letztlich aus einer weiteren Vielzahl von Ursachen Zerfall und Aufl\u00f6sung erfahren \u2013 und in der Zeit dazwischen durch eine ebensolche Vielzahl von Ursachen andauernde Weiterentwicklung erleben. Auch wenn es verf\u00fchrerisch sein mag, sich mit einer oder ein paar dieser Ursachen zu identifizieren und sich an sie zu klammern wie an ein vermeintlich stabiles Flo\u00df in den Stromschnellen, so ist das doch zutiefst unvereinbar mit der wahren Natur der Dinge \u2013 und der unserer selbst. Denn auch dieses Flo\u00df wird am Ende in seine Einzelteile zerfallen, und die einzige Erkenntnis, die f\u00fcr uns \u00fcberhaupt irgendeine stabile Grundlage bilden kann, ist die Bereitschaft zu der Erkenntnis, dass wir selbst und die Wasser, die uns mit sich rei\u00dfen, letztendlich ein und dasselbe sind.\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote35sym\">35<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Um all das \u2013 und wie man daraus Trost auch f\u00fcr die eigene Person gewinnen kann \u2013 wusste auch noch jene altgl\u00e4ubige R\u00f6merin der Kaiserzeit, die sich dem neumodischen Seelenglauben ihrer Zeit wohl nicht so recht \u00f6ffnen konnte und deren bewegende Grabinschrift wie ein zeitloses Leuchtfeuer alt-indoeurop\u00e4ischer Vorstellungen \u00fcber den Abgrund der Jahrhunderte zu uns her\u00fcber lodert:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Cinis sum, cinis terra est, terra dea est, ergo mortua non sum<\/em><br \/>\n<em>(Asche bin ich, Asche ist Erde, die Erde ist eine G\u00f6ttin, also bin ich nicht tot).<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Vom Weiterleben des Individuums oder gar einer christlichen bzw. platonischen \u201eSeele\u201c ist auch hier nicht die Rede. Der heidnische Gl\u00e4ubige findet gen\u00fcgend Trost in der Vorstellung, dass er in das ewige \u201eStirb und Werde\u201c der g\u00f6ttlichen Natur eingebettet ist. Und so lehrt uns diese bewundernswerte Frau \u00fcber den Abgrund von zwei Jahrtausenden hinweg, dass Heidentum grundlegendes Vertrauen ist \u2013 und nicht esoterisches Besserwissen um eine nachtodliche Existenz.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h4>\n<p>Benz, Ernst: Die Vision. Erfahrungsformen und Bilderwelt. Stuttgart, 1969.<\/p>\n<p>B\u00f6hme, Angelika: Die Lehre von der Seelenwanderung in der antiken griechischen und indischen Philosophie. Ein Vergleich der philosophischen Grundlegung bei den Orphikern, bei Pythagoras, Empedokles und Platon mit den Upanishaden, dem Urbuddhismus und dem Jainismus. D\u00fcsseldorf, 1989<\/p>\n<p>Cohn, Norman: Cosmos, Chaos and the World to Come. The Ancient Roots of Apocalyptic Faith. New Haven, 1993<\/p>\n<p>Dinzelbacher, Peter: Die Jenseitsbr\u00fccke im Mittelalter. Wien, 1973 (zugl. Diss).<\/p>\n<p>[Ders.]: Die Visionen des Mittelalters. Ein geschichtlicher Umri\u00df, in: Zeitschrift f\u00fcr Religions- und Geistesgeschichte 30 (1978), S. 116-128.<\/p>\n<p>Ellis, Hilda R.: The Road to Hel. A Study of the Conception of Death in Old Norse Literature. Cambridge, 1943<\/p>\n<p>Erickson, Carolly: The Medieval Vision. Essays in History and Perception. Oxford, 1976.<\/p>\n<p>Fo\u00df, Rainer: Griechische Jenseitsvorstellungen von Homer bis Plato. Aachen, 1997<\/p>\n<p>Fritzsche, C.: Die lateinischen Visionen des Mittelalters bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts, in: Romanische Forschungen 2 (1886), S. 247-279; 3 (1887), S. 337-369. Nachtrag: Peters, E.: Zur Geschichte der lateinischen Visionslegenden, ebenda 8 (1896), S. 361-364.<\/p>\n<p>Greven, Joseph: Die Visionen des Holsteiners Gottschalk, in: Deutsches Dante-Jahrbuch 7 (1923), S. 39-58.<\/p>\n<p>Jirouskov\u00e1, Lenka: Die Visio Pauli. Wege und Wandlungen einer orientalischen Apokryphe<\/p>\n<p>im lateinischen Mittelalter. Leiden, 2006 (Mittellateinische Studien und Texte ; 34)<\/p>\n<p>Landau, Marcus: H\u00f6lle und Fegefeuer in Volksglaube, Dichtung und Kirchenlehre. Heidelberg, 1909.<\/p>\n<p>La Farge, Beatrice: \u201eLeben\u201c und \u201eSeele\u201c in den altgermanischen Sprachen. Studien zum Einflu\u00df christlich-lateinischer Vorstellungen auf die Volkssprachen. Heidelberg, 1991 (Skandinavistische Arbeiten 11).<\/p>\n<p>Owen, Douglas D.R.: The Vision of Hell. Edinburgh, 1970.<\/p>\n<p>Patch, Howard R.: The Other World. New York, 1970 (Smith College Studies in Modern Languages 1).<\/p>\n<p>R\u00fcegg, August: Die Jenseitsvorstellungen vor Dante und die \u00fcbrigen literarischen Voraussetzungen der Divina Commedia, 2 B\u00e4nde. Einsiedeln, 1945.<\/p>\n<p>Schmidt, Gerhard: The Vision of Thurkill, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 41 (1978), S. 50-64.<\/p>\n<p>Siuts, Hans: Jenseitsmotive im deutschen Volksm\u00e4rchen. Leipzig, 1911 (Teutonia 19).<\/p>\n<p>Sonnemanns, Heino: Seele \u2013 Unsterblichkeit \u2013 Auferstehung. Zur griechischen und christlichen Anthropologie und Eschatologie. Freiburg i.Br., 1984 (Freiburger Theologische Studien 128)<\/p>\n<p>Spilling, Herrad: Die Visio Tnugdali. Eigenart und Stellung in der mittelalterlichen Visionsliteratur bis zum Ende des 12. Jahrhunderts. M\u00fcnchen, 1975 (M\u00fcnchner Beitr\u00e4ge zur Medi\u00e4vistik und Renaissance-Forschung 21).<\/p>\n<p>Str\u00f6mb\u00e4ck, Dag: Om Draumkv\u00e6det och dess k\u00e4llor, in: Arv. Tidskrift f\u00f6r nordisk folkminneforskning 2 (1946), S. 35-70.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Endnoten<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote1anc\">1<\/a><span>\u00a0<\/span>Jankuhn, Herbert: Nydam und Thorsberg. Moorfunde der Eisenzeit. Neum\u00fcnster,<sup>7<span>\u00a0<\/span><\/sup>1967. S. 7f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote2anc\">2<\/a><span>\u00a0<\/span>Assmann, Erwin (Hrsg.): Godeschalcus und Visio Godeschalci. Neum\u00fcnster, 1979 (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins ; 74).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote3anc\">3<\/a><span>\u00a0<\/span>Ebenda S. 168 f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote4anc\">4<\/a><span>\u00a0<\/span>Grimm, Jacob: Deutsche Mythologie (Nachdr. der 4. Aufl. Berlin 1875-78). Graz, 1968. S. 697<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote5anc\">5<\/a><span>\u00a0<\/span>Zu den sp\u00e4teren mit den Totenschuhen verbundenen Brauchtumsvarianten vgl. ausf\u00fchrlich B\u00e4chthold-St\u00e4ubli, H. (Hrsg.): Handw\u00f6rterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin, 2000. Bd. 7, Sp. 1333 ff.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote6anc\">6<\/a><span>\u00a0<\/span>H\u00e1vam\u00e1l 49, bei Simrock 48, bei Genzmer 62<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote7anc\">7<\/a><span>\u00a0<\/span>Grimm a.a.O., S. 398<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote8anc\">8<\/a><span>\u00a0<\/span>Vgl. B\u00e4chthold-St\u00e4ubli, a.a.O., Bd. 7, Sp. 1336<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote9anc\">9<\/a><span>\u00a0<\/span>Ebenda Bd. 5, Sp. 1081 mit Literaturhinweisen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote10anc\">10<\/a><span>\u00a0<\/span>Assmann a.a.O., S. 171<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote11anc\">11<\/a><span>\u00a0<\/span>V\u00f6lusp\u00e1 36 u. 39<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote12anc\">12<\/a><span>\u00a0<\/span>Reginsm\u00e1l 4<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote13anc\">13<\/a><span>\u00a0<\/span>Sigrdr\u00edfum\u00e1l 22\/23<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote14anc\">14<\/a><span>\u00a0<\/span>Glasenapp, Helmuth von: Die f\u00fcnf Weltreligionen. M\u00fcnchen,<sup>7<\/sup><span>\u00a0<\/span>1998. S. 451f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote15anc\">15<\/a><span>\u00a0<\/span>Baldrs draumar 6f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote16anc\">16<\/a><span>\u00a0<\/span>Vgl. Platon:<span>\u00a0<\/span><em>Gorgias<\/em><span>\u00a0<\/span>493a;<span>\u00a0<\/span><em>Kratylos<\/em><span>\u00a0<\/span>400c;<span>\u00a0<\/span><em>Phaidon<\/em><span>\u00a0<\/span>67cd; 69cd<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote17anc\">17<\/a><span>\u00a0<\/span>N\u00e4mlich f\u00fcr den Gottesmord an dem jugendlichen Dionysos durch die titanischen Ahnen der Menschen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote18anc\">18<\/a><span>\u00a0<\/span>Vgl. dazu Ker\u00e9nyi, Karl.: Phytagoras und Orpheus, in [Ders.]: Humanistische Seelenforschung. M\u00fcnchen, 1966. S. 15-51; sowie Burkert, W.: Orphism and Bacchic Mysteries. New Evidence and Old Problems of Interpretation. Berkeley, 1977.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote19anc\">19<\/a><span>\u00a0<\/span>Homer II, 23,62\u201384,91-107<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote20anc\">20<\/a><span>\u00a0<\/span>In den Dialogen<span>\u00a0<\/span><em>Phaidon<\/em>,<span>\u00a0<\/span><em>Phaidros<\/em><span>\u00a0<\/span>und<span>\u00a0<\/span><em>Timaios<\/em>, vor allem aber in der<span>\u00a0<\/span><em>Politeia<\/em><span>\u00a0<\/span>und den<span>\u00a0<\/span><em>Nomoi.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote21anc\">21<\/a><span>\u00a0<\/span>Zander, Helmut: Geschichte der Seelenwanderung in Europa. Alternative religi\u00f6se Traditionen von der Antike bis heute. Darmstadt, 1999. S. 80.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote22anc\">22<\/a><span>\u00a0<\/span>Hasenfratz, Hans-Peter: Die Seele \u2013 Einf\u00fchrung in ein religi\u00f6ses Grundph\u00e4nomen. Z\u00fcrich, 1986. S. 70f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote23anc\">23<\/a><span>\u00a0<\/span>Glasenapp a.a.O., S. 230<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote24anc\">24<\/a><span>\u00a0<\/span>Vgl. Lonigan, P. R.: The Druids. Priests of the Ancient Celts. Westport, 1996 (Contributions to the Study of Religion 45), S. 14f. u. 98f.; sowie Maier, B.: Die Religion der Kelten. G\u00f6tter \u2013 Mythen \u2013 Weltbild. M\u00fcnchen, 2001. S. 142-144.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote25anc\">25<\/a><span>\u00a0<\/span>Ahn, Gregor: Unsterblichkeit \u2013 Auferstehung \u2013 Reinkarnation. Postmortalit\u00e4tsmodelle in der europ\u00e4ischen Religionsgeschichte, in: Kontinuit\u00e4ten und Br\u00fcche in der Religionsgeschichte. Festschrift f\u00fcr Ander Hultg\u00e5rd zu seinem 65. Geburtstag am 23.12.2001, hrsg. von Michael Stausberg. Berlin, 2001 (RGA-Erg.-Bd. 31), S. 12-43, zitierte Stelle S. 22f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote26anc\">26<\/a><span>\u00a0<\/span>Br\u00fcning, Christian: Die Wilde Jagd. Kiel, 2007 (Herdfeuer 16), S. 33<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote27anc\">27<\/a><span>\u00a0<\/span>List, Guido (von): Das Geheimnis der Runen. Gro\u00df-Lichtenfelde 1907, S. 7 f.; sowie [Ders.]: Die Armanenschaft der Ario-Germanen. Zweiter Teil. Wien, 1911. S. 11<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote28anc\">28<\/a><span>\u00a0<\/span>Ahn a.a.O., S. 19 u. 36<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote29anc\">29<\/a><span>\u00a0<\/span>Linzie, Bil: Gab es einen altnordischen Glauben an Wiedergeburt? In: Heidnisches Jahrbuch 5 (2011)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote30anc\">30<\/a><span>\u00a0<\/span>Hasenfratz a.a.O., S. 91f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote31anc\">31<\/a><span>\u00a0<\/span>Ebenda S. 92f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote32anc\">32<\/a><span>\u00a0<\/span>Vgl. dazu ausf\u00fchrlich Gladikow, Burkhard: M\u00f6gliche Gegenst\u00e4nde und notwendige Quellen einer Religionsgeschichte, in: Germanische Religionsgeschichte. Quellen und Quellenprobleme, hrsg. von Heinrich Beck. Berlin, 1992. S. 3-26 (RGA, Erg.-Bd. 5); sowie [Ders.]: Europ\u00e4ische Religionsgeschichte, in: Lokale Religionsgeschichte, hrsg. von Hans. G. Kippenberg. Marburg, 1995. S. 21-42<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote33anc\">33<\/a><span>\u00a0<\/span>Helgaqvi\u00f0a Hundingsbana \u00f6nnor (Das Zweite Helgilied im<span>\u00a0<\/span><em>Codex Regius<\/em>), 40-51.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote34anc\">34<\/a><span>\u00a0<\/span>Vgl. Sundermeier, Theo:<span>\u00a0<\/span><em>The Individual and the Community in African Traditional Religions<\/em>. Hamburg, 1998 (Beitr\u00e4ge zur Missionswissenschaft und Interkulturellen Theologie 6), S. 14-17; Abimola, Wande:<span>\u00a0<\/span><em>The Yoruba Concept of Human Personality<\/em>, in: La Notion de Personne en Afrique Noir. Paris, 1973, S. 73-89; Bastide, Roger:<span>\u00a0<\/span><em>Le Principe d\u2019Individuation (Contribution \u00e0 une Philosophie Africaine)<\/em>, Ebenda S. 33-43<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/12\/01\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/#sdfootnote35anc\">35<\/a><span>\u00a0<\/span>Bainbridge, William:<span>\u00a0<\/span><em>\u00dcber das heidnische Ego<\/em>, in: Herdfeuer 8 (2005), S. 18f.<\/p>\n<p><strong>Erschienen 2008 in<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Heidnisches Jahrbuch<\/strong><\/em><strong><span>\u00a0<\/span>3 und 2013 in Herdfeuer 37\u00a0<\/strong><em><strong><\/strong><\/em><strong><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt Oertel In einer Ver\u00f6ffentlichung \u00fcber Moorfunde in Schleswig-Holstein schreibt der Arch\u00e4ologe Herbert Jankuhn: \u201eBei Lottorf im Kreise Schleswig gibt es ein kleines Moor, in dem \u00fcber zehn Lederschuhe, z.T. abgetragene St\u00fccke, gefunden wurden, und da einzelne Schuhe auch in anderen Mooren auftreten, mu\u00df hier ein fest umrissener Brauch vorliegen, der es erforderte, da\u00df&hellip; <br \/> <a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/von-den-beschwernissen-der-letzten-reise-jenseitsvorstellungen-und-seelenglaube\/\">Read more<\/a><\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[34,28,60,41],"class_list":["post-316","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-historisches","tag-christentum","tag-heidentum","tag-jenseits","tag-polytheismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=316"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":352,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316\/revisions\/352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}