{"id":312,"date":"2004-11-01T15:59:27","date_gmt":"2004-11-01T14:59:27","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/?p=312"},"modified":"2025-08-24T20:53:46","modified_gmt":"2025-08-24T18:53:46","slug":"thorgerd-goettin-dise-fylgja-oder-walkuere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/thorgerd-goettin-dise-fylgja-oder-walkuere\/","title":{"rendered":"Thorgerd \u2013 G\u00f6ttin, Dise, Fylgja oder Walk\u00fcre?"},"content":{"rendered":"<p>von Kurt Oertel<\/p>\n<p>Zu Recht wird wird oft darauf hingewiesen, dass es neben den Hochg\u00f6ttern der Edda zahlreiche \u2013 regional ganz unterschiedliche \u2013 Kulte und Wesenheiten gegeben haben muss, deren Verehrung im allt\u00e4glichen religi\u00f6sen Leben aber wahrscheinlich sehr viel wichtiger und pr\u00e4senter war. Darunter d\u00fcrften auch etliche der G\u00f6tternamen fallen, die uns durch r\u00f6mische Quellen f\u00fcr die fr\u00fchen germanischen V\u00f6lker auf dem Kontinent \u00fcberliefert sind. Zwar wird immer wieder versucht, diese Namen mit den eddischen G\u00f6ttern zur Deckung zu bringen, aber diese Versuche muten oft recht willk\u00fcrlich an und sind meistens hochspekulativ. Diese Versuche sagen somit viel mehr \u00fcber heutige Systematisierungsbestrebungen als \u00fcber die tats\u00e4chlichen damaligen Verh\u00e4ltnisse aus. Man muss mit der Erkenntnis leben, dass der germanische (und genauso der keltische) Polytheismus ein unkontrollierbarer Wildwuchs war, der sich alle hundert Kilometer in v\u00f6llig verschiedener Auspr\u00e4gung zeigte, das aber nat\u00fcrlich vor dem Hintergrund eines gemeinsamen und identischen Weltbildes. Zwar d\u00fcrfte bei den gro\u00dfen Volkszusammenk\u00fcnften den bekannten Hochgottheiten geopfert worden sein, in der allt\u00e4glichen Praxis aber d\u00fcrfte es erhebliche Unterschiede nicht nur zwischen Volk und Stamm, sondern sogar auch zwischen Stamm und Sippe gegeben haben, da man sich mit den allt\u00e4glichen Sorgen und Bed\u00fcrfnissen wahrscheinlich sehr viel eher an Alben und Disen, Haus- und Landgeister, Baum- und Quellwesenheiten und andere regional verehrte Gottheiten wandte. Diese Praktiken sind durch schriftliche Quellen leider nur andeutungsweise \u00fcberliefert, ein Mangel, der nur unwesentlich dadurch gemildert wird, dass diese Kulte sehr viel hartn\u00e4ckiger \u00fcberlebt haben und ihre Spuren in l\u00e4ndlichen Gegenden bis in neuere Zeit verfolgbar sind.<\/p>\n<p>\u00dcber eine dieser nur regional verehrten Gottheiten \u2013 und zwar eine weibliche \u2013 liegen nun auch f\u00fcr den altnordischen Bereich einige ungew\u00f6hnlich detaillierte Erw\u00e4hnungen in mehreren Sagas vor, die ihrer weitgehenden Unbekanntheit in \u00c1satr\u00fa-Kreisen wegen hier einmal vorgestellt und kurz kommentiert werden sollen. Optimisten seien aber gewarnt, denn endg\u00fcltige Aufkl\u00e4rung \u00fcber Ursprung, Natur und Funktion dieser Gottheit geben die Quellen leider nicht her. Andererseits aber ist ihre Bezeugung so eindeutig, dass es sich dabei auch nicht lediglich um eine literarische Erfindung der Saga-Dichter handeln kann.<\/p>\n<p>Der Name dieser Gottheit ist Thorgerd H\u00f6lgibrudhi (oder korrekter: \u00deorger\u00f0r H\u00f6lgibr\u00fa\u00f0r), was w\u00f6rtlich mit \u201eThorgerda, H\u00f6lgis Braut (bzw. Frau)\u201c \u00fcbersetzt werden kann. Der prominenteste Verehrer dieser G\u00f6ttin war der m\u00e4chtige Jarl H\u00e1kon, der von 970 bis 995 im norwegischen Halogaland herrschte und der dem bereits von der Mission arg bedr\u00e4ngten Heidentum zu neuem Aufschwung verhalf.<\/p>\n<p>Die erste Belegstelle handelt von dem Aufbruch eines gewissen Sigmund Brestisson zu einer nicht ungef\u00e4hrlichen Seereise, und Jarl H\u00e1kon will ihn daf\u00fcr g\u00f6ttlichen Schutzes versichern:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eSo gab der Jarl Sigmund das Geleit und fragte: \u201aWas meinst du jetzt zu allem und auf wen setzt du dein Vertrauen?\u2018 Sigmund antwortete: \u201aIch vertraue auf meine Kraft und St\u00e4rke.\u2018 Der Jarl sprach: \u201aDas geht nicht. Du musst dein Vertrauen auf das Wesen setzen, dem ich wohl vertraue, und das ist Thorgerd H\u00f6lgisbraut. Wir m\u00fcssen zu ihr gehen und dort dein Heil versuchen.\u2018 Sigmund stellte ihm das anheim. Und nun gingen sie auf einem Pfade zum Walde und dann weiter auf einem kleinen Seitensteg. Sie kamen auf eine Lichtung, und dort stand ein Haus, das von einem Zaun von Pf\u00e4hlen umgeben war. Dies Haus war sehr sch\u00f6n. Mit Gold und Silber waren dessen Holzschnitzereien verziert. Hakon und Sigmund gingen mit nur wenigen Leuten in das Haus. Viele G\u00f6tterbilder waren darin und manche Glasfenster am Hause, so dass es nirgendwo Schatten gab. Eine pr\u00e4chtig geschm\u00fcckte Frau war im Hause, gerade dem Eingang gegen\u00fcber. Der Jarl warf sich ihr zu F\u00fc\u00dfen und lag lange so da. Dann stand er auf und sagte zu Sigmund, sie m\u00fcssten der Frau ein Opfer darbringen und Silber auf den Stuhl vor ihr niederlegen. \u201aAber daran werden wir sehen\u2018, sagte Hakon, \u201awie sie unser Opfer aufnimmt und mir zu willen ist: ob sie den Ring losl\u00e4sst, den sie in ihrer Hand tr\u00e4gt. Dieser Ring wird dir, Sigmund, Gl\u00fcck bringen.\u2018 Der Jarl versuchte den Ring zu nehmen, aber es d\u00fcnkte Sigmund, als ob die Frau ihre Hand zu einer Faust ballte, und der Jarl bekam den Ring nicht. Der Jarl warf sich noch einmal vor ihr nieder, und Sigmund sah, dass er weinte. Dann erhob er sich wieder und griff noch einmal nach dem Ringe. Jetzt war er lose. Der Jarl gab Sigmund nun den Ring und sagte, er d\u00fcrfe sich nie von diesem Ringe trennen. Und Sigmund versprach es.\u201c<\/p>\n<p><cite><em>F\u00e6reyinga saga<\/em>, Kap. 23<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Existenz des Heiligtums, das hier in der N\u00e4he Trondheims angesiedelt ist, gilt in der Forschung durchaus als glaubhaft. Die Beschreibung des Tempels mit Glasfenstern aber erinnert eher an kontinentale Kirchen, die es in der Form in Norwegen nicht gab. Auch einige andere Details k\u00f6nnten eher romantische Ausschm\u00fcckung aus sp\u00e4terer Zeit sein, hier vor allem die Art des Betens. Das aber muss nicht der Fall sein, sondern hier k\u00f6nnte im Gegenteil auch einer der wenigen Hinweise tiefer pers\u00f6nlicher Fr\u00f6mmigkeit und inniger Verbindung mit einer Gottheit vorliegen, wie sie sonst aus Erw\u00e4hnungen von Opferfeiern nicht hervorgeht, die teilweise doch eher wie ein n\u00fcchterner Gesch\u00e4ftsabschluss mit den G\u00f6ttern wirken.<\/p>\n<p>Die zweite Belegstelle spielt w\u00e4hrend der Schlacht im norwegischen Hj\u00f6rungerfjord im Jahr 986, den Quellen nach eine der spektakul\u00e4rsten Seeschlachten der Wikingerzeit, als die norwegische Flotte unter Jarl H\u00e1kon sich des Angriffs der d\u00e4nischen Jomswikinger erwehren musste. Nach Bericht der Saga k\u00e4mpften dabei auf norwegischer Seite 300 Schiffe, denen \u00fcber 120 Kriegsschiffe gr\u00f6\u00dfter Bauart der Jomswikinger entgegenstanden.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDa hatte auch Jarl Hakon das ganze Heer an Land gesetzt, und so entstand nun eine Pause im Gefecht, und der Jarl fand sich mit allen seinen S\u00f6hnen zusammen. Jarl H\u00e1kon sprach: \u201aEs sieht mir so aus, als ob der Kampf anf\u00e4ngt, gegen uns auszufallen. Ich bef\u00fcrchte das Schlimmste davon, mit diesen Leuten zu k\u00e4mpfen, und nun kommt es auch dahin. Auf diese Weise werden wir kein Gl\u00fcck haben, wenn wir nicht irgendeinen guten Rat finden. Ich will aufs Land gehen, ihr aber passt inzwischen mit dem Heere auf, wenn sie angreifen sollten.\u2018 Nun ging der Jarl auf die Insel hinauf und wanderte fort in den Wald, warf sich auf die Knie nieder und betete und schaute nach Norden. Mit seinen Gebeten kam es darauf hinaus, dass er seine Sch\u00fctzerin Thorgerd H\u00f6lgabrud anrief. Aber sie wollte seine Bitte nicht h\u00f6ren und war zornig. Er bot ihr mancherlei zum Opfer an, aber sie wollte nichts annehmen, und es d\u00fcnkte ihn hoffnungslos. Es kam soweit, dass er ihr Menschenopfer anbot, aber sie wollte es nicht annehmen. Er bot ihr zuletzt seinen sieben Jahre alten Sohn, der Erling hie\u00df, und den nahm sie an. Der Jarl \u00fcbergab den Knaben nun seinem Knecht Skopti; und der ging hin und brachte den Knaben um. Darauf begab sich der Jarl zu seinen Schiffen zur\u00fcck und spornte nun sein Heer von neuem an: \u201aIch wei\u00df jetzt gewiss, dass uns der Sieg beschieden ist; geht nun umso besser vor. Denn ich habe den beiden Schwestern Thorgerd und Irpa f\u00fcr unseren Sieg ein Gel\u00fcbde getan.\u2018 Nun ging der Jarl auf sein Schiff, und sie r\u00fcsteten sich aufs neue. Und darauf ruderten sie zum Angriff. Aufs neue erhob sich da nun der grimmigste Kampf. Und bald begann es im Norden dick am Himmel heraufzukommen, und es bezog sich schnell. Auch ging der Tag zur Neige. Demn\u00e4chst prasselten Blitze und Donner, und dann setzte ein heftiger Schneesturm ein. Die Jomswikinger hatten gegen das Wetter zu streiten. Der Schneesturm war so ungeheuerlich, dass die M\u00e4nner kaum aufrecht stehen konnten. Die M\u00e4nner waren aber vorher aus den Kleidern gefahren, der Hitze wegen, und nun fing es an kalt zu werden. Dennoch setzten sie den Kampf ohne Fehl fort. Aber wenn auch die Jomswikinger Steine oder Waffen schleuderten oder mit Speeren schossen, warf der Sturm dies alles auf sie zur\u00fcck und dazu den Geschosshagel ihrer Feinde. Havard der Schl\u00e4ger sah zuerst H\u00f6lgabrud im Heere Jarl Hakons und viele andere hellseherische M\u00e4nner. Und als der Schneesturm etwas nachlie\u00df, sahen sie, dass von jedem Finger der Unholdin ein Pfeil flog und jeder einen Mann traf, und sie sagten es Sigvaldi. Und er sprach: \u201aMir scheint, dass wir nicht gegen Menschen allein k\u00e4mpfen; aber doch ist notwendig, dass jeder leiste, soviel er kann.\u2018 Als der Schneesturm etwas nachlie\u00df, rief Jarl Hakon zum andern Mal zu Thorgerd und sagte, er habe es sich viel kosten lassen. Da fing es zum zweiten Mal an, finster zu werden von einem Schneesturm, und der war nun viel gr\u00f6\u00dfer und schwerer als vorher, und gleich zu Beginn des Unwetters sah Havard der Schl\u00e4ger, dass zwei Weiber auf das Schiff des Jarls gekommen waren und beide dasselbe Gebaren hatten. Da sprach Sigvaldi: \u201aJetzt will ich fortfliehen, und das sollen alle meine Mannen tun. Das haben wir nicht gelobt, gegen Hexen zu k\u00e4mpfen; auch ist es jetzt umso schlimmer als vorher, da es nun zwei Unholdinnen sind.\u2018\u201c<\/p>\n<p><cite><em>J\u00f3msv\u00edkinga saga<\/em>, Kap. 15<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Die hier erw\u00e4hnte Irpa wird teilweise auch in den anderen hier vorgestellten Berichten als ebenfalls g\u00f6ttlich verehrte Schwester der Thorgerd erw\u00e4hnt, hat in all diesen Erz\u00e4hlungen aber eine reine Statistenrolle. Sonst wei\u00df man gar nichts \u00fcber sie. Ihr Name l\u00e4sst sich wahrscheinlich von<span>\u00a0<\/span><em>jarpr<\/em><span>\u00a0<\/span>(dunkelbraun) ableiten. Sie allein deshalb aber als \u201eErdg\u00f6ttin\u201c zu betrachten, d\u00fcrfte sehr voreilig sein. Das grausam wirkende Opfer des eigenen Sohnes an die Thorgerd wird von der Forschung durchweg angezweifelt und einer dem Heidentum ablehnend eingestellten christlichen Ausmalung verd\u00e4chtigt. M\u00f6glich ist aber auch eine Weihung des Sohnes, die nicht immer ein Menschenopfer bedeutete, sondern einen k\u00fcnftigen, speziell dieser Gottheit geweihten Dienst des so Geweihten meinte.<\/p>\n<p>Es gibt weitere Berichte. In<span>\u00a0<\/span><em>Flateyarb\u00f3k<\/em><span>\u00a0<\/span>(I, 123) findet sich die Geschichte, wie Jarl H\u00e1kon sich f\u00fcr Ungemach an dem Skalden Thorleif r\u00e4cht. Dazu beschw\u00f6rt H\u00e1kon abermals Thorgerd und ihre Schwester Irpa f\u00fcr ein Werk schw\u00e4rzester Zauberei. Aus einem Holzstamm schnitzte man gemeinsam eine menschliche Figur, in die man das Herz eines get\u00f6teten Mannes einf\u00fcgte. Der Holzmann wurde auf die F\u00fc\u00dfe gestellt und durch Zauberei dazu gebracht, dass er reden und gehen konnte. H\u00e1kon gab ihm nun den alten Speer H\u00f6lgis, der im Tempel der Thorgerd aufbewahrt wurde und schickte die Spukgestalt nach Island, wo sie auftragsgem\u00e4\u00df Thorleif mit dem Speer durchbohrte.<\/p>\n<p>Die<span>\u00a0<\/span><em>Nj\u00e1ls saga<\/em><span>\u00a0<\/span>(Kap. 88) wei\u00df zu berichten, dass auch im Gudbrandstal (das sich oberhalb Oslos nach Norden erstreckt) ein Tempel der Thorgerd stand, der H\u00e1kon und Gudbrand selbst geh\u00f6rte. Ein \u00fcbel beleumundeter Zeitgenosse, Viga Hrappr (d.h. Totschlags-Hrapp), beraubt die G\u00f6tterfiguren ihres Goldschmucks und steckt den Tempel danach in Brand. Der Bericht erw\u00e4hnt, dass im Tempel nicht nur Figuren der Thorgerd und Irpa, sondern auch eine von Thor \u2013 auf seinem Wagen fahrend dargestellt \u2013 stand. Der Beschreibung nach waren das lebensgro\u00dfe Statuen, die nicht nur mit Goldringen geschm\u00fcckt, sondern wohl auch mit echter Kleidung angetan waren. Der Text im Wortlaut:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDamals war Jarl H\u00e1kon zu einem Gelage bei Gudbrand gezogen. In der Nacht ging der Mords-Hrapp zu dem Gotteshaus des Jarls und Gudbrands. Er trat in das Haus ein. Er sah die Thorgerd H\u00f6lgabrud sitzen, die war so gro\u00df wie ein erwachsener Mann. Sie hatte einen gro\u00dfen Goldring am Arm und eine Leinenhaube auf dem Kopf. Er zog ihr die Haube weg und nahm ihr den Goldring ab. Da sah er Thor auf seinem Wagen und nahm ihm einen zweiten Goldring ab. Einen dritten nahm er von der Irpa und schleppte die Bildnisse alle hinaus und nahm ihren ganzen Anzug an sich. Darauf legte er Feuer an das Gotteshaus und verbrannte es. Hernach ging er fort. Eben wurde es Morgen [\u2026] Jarl H\u00e1kon und Gudbrand gingen diesen Morgen fr\u00fch zu dem Gotteshaus und fanden es verbrannt und die drei G\u00f6tter drau\u00dfen, ihres ganzen Schmuckes bar. Da ergriff Gudbrand das Wort: \u201aGro\u00dfe Macht ist unseren G\u00f6ttern verliehen, dass sie selbst aus dem Feuer herausgegangen sind!\u2018 \u2013 \u201aDas werden nicht die G\u00f6tter getan haben\u2018, sagte der Jarl: \u201aein Mensch wird den Tempel verbrannt und die G\u00f6tter herausgetragen haben. Aber die G\u00f6tter r\u00e4chen nicht alles auf der Stelle.\u2018\u201c<\/p>\n<p><cite><em>Nj\u00e1ls saga<\/em><span>\u00a0<\/span>(Kap. 88)<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Nat\u00fcrlich wird die Verfolgung des \u00dcbelt\u00e4ters sofort aufgenommen, bei der die Saga ein interessantes Details zu berichten wei\u00df:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDa trug ihnen der Jarl auf, nach ihm zu suchen, aber sie fanden ihn nicht. Der Jarl selbst half bei der Suche und sagte nun, sie sollten vorerst ausruhen. Der Jarl ging allein von allen M\u00e4nnern fort und sagte, niemand d\u00fcrfe mit ihm gehen, und blieb eine Weile aus. Er fiel auf die Knie und hielt die H\u00e4nde vor die Augen. Dann ging er zu den anderen zur\u00fcck. Er sagte zu ihnen: \u201aKommt mit mir!\u2018\u201c<\/p>\n<p><cite><em>Nj\u00e1ls saga<\/em><\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Hier scheint der Jarl eine Trancetechnik anzuwenden, um Informationen \u00fcber den Aufentahlt des Tempelsch\u00e4nders zu erlangen. Sie funktioniert in der Saga auch, denn kurz darauf trifft man auf den B\u00f6sewicht, der im weiteren Verlauf der Saga auch sein wohlverdientes Ende findet.<\/p>\n<p>Ein weiterer Bericht in der<span>\u00a0<\/span><em>Har\u00f0ar saga<\/em><span>\u00a0<\/span>(Kap. 19) wird insgesamt eher skeptisch beurteilt. Dort wird n\u00e4mlich gesagt, es habe auch auf Island einen Tempel der Thorgerd gegeben, die in dieser Saga die Schwester eines ziemlich gespenstischen Wikingers namens Soti ist, dessen Grabh\u00fcgel von H\u00f6rd zuvor aufgebrochen und beraubt wurde. Der Gode Grimkell ist einer ihrer eifrigen Verehrer und sucht den Tempel h\u00e4ufig auf, um Thorgerds Rat zu suchen. Bei einem seiner Besuche sieht er nun pl\u00f6tzlich, wie sich die G\u00f6tterbildnisse selbst im Tempel zur Abreise r\u00fcsten und muss erfahren, dass Thorgerd ihm ihren Schutz entzieht, um zu seiner Tochter \u201e\u00fcberzugehen\u201c. Vor Zorn dar\u00fcber steckt Grimkell den Tempel in Brand, was er lieber h\u00e4tte unterlassen sollen, denn noch am selben Abend ist er ohne erkennbaren Anlass tot. Der Text im Wortlaut:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eGrimkel ging zum Tempel der Thorgerd H\u00f6lgabrud und wollte f\u00fcr Thorbj\u00f6rgs Ehe beten. Als er aber in den Tempel kam, da waren die G\u00f6tter in gro\u00dfer Bewegung und im Aufbruch von ihren Alt\u00e4ren. Grimkel fragte: \u201aWas hat das zu bedeuten, und wohin soll\u2019s gehen? Wem wollt ihr nun Heil bringen?\u2018 Thorgerd antwortete: \u201aKein Heil werden wir H\u00f6rd bringen, denn er hat meinem Bruder Soti einen guten Goldring geraubt und ihm manch anderen Schimpf angetan. Eher m\u00f6chte ich der Thorbj\u00f6rg Heil bringen, denn \u00fcber ihr steht ein so helles Licht, dass ich f\u00fcrchte, das wird uns [d.h.: dich und mich] trennen. Du aber hast nur noch eine kurze Frist zu leben.\u2018 Da ging Grimkel fort und war auf die G\u00f6tter sehr zornig. Er ging heim, holte Feuer und verbrannte den Tempel mit allen G\u00f6ttern und sagte, sie sollten ihm nicht noch einmal Ungl\u00fcck ansagen. Und als man am Abend bei Tische sa\u00df, da fiel der Gode Grimkel pl\u00f6tzlich tot hin. Er wurde s\u00fcdlich vom Hofe bestattet.\u201c<\/p>\n<p><cite><em>Har\u00f0ar saga<\/em><span>\u00a0<\/span>(Kap. 19)<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>In Kap. 36 der Saga unterliegt der Titelheld H\u00f6rd seinen Feinden, und zwar indem \u201edie Heerfessel \u00fcber ihn kommt\u201c. Diese Heerfessel wird als mythische Personifizierung l\u00e4hmenden Entsetzens gedeutet, und wurde dem Glauben nach einem Menschen von walk\u00fcrenhaften Frauen oder Disen \u00fcbergeworfen. Auch im Merseburger Zauberspruch findet das seine Entsprechung. Zwar wird in der Szene nicht ausdr\u00fccklich gesagt, dass Thorgerd die Urheberin dieser Heerfessel ist, aufgrund ihrer Auskunft in der oben zitierten Stelle ist es aber sehr wahrscheinlich, dass die damaligen Zuh\u00f6rer das so verstanden..<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die Skepsis, die man der Saga bez\u00fcglich ihrer historischen Hintergr\u00fcnde \u2013 und hier vor allem der Existenz eines Tempels der Thorgerd auf Island \u2013 entgegenbringt, fasst der \u00dcbersetzer Friedrich Ranke im Kommentar zusammen: \u201eDie Neigung des sp\u00e4teren Bearbeiters l\u00e4sst sich deutlich erkennen: er liebt das Fantastische, M\u00e4rchenhaft-Gruselige [\u2026] Die Geschichte von H\u00f6rd f\u00fchrt uns mitten in die Phantasiewelt der erfundenen, mythischen und romantischen Erz\u00e4hlungen [\u2026] Thorgerd H\u00f6lgabrud gestaltet das Motiv der Todansage nicht im Stil der klassischen Bauernerz\u00e4hlungen, sondern im Geschmack einer Zeit, die sich aus dem Heidentum der Vorfahren den phantastischen Aufputz f\u00fcr ihre an seelischen Problemen \u00e4rmeren Geschichten holte. Bei der Heerfessel, der zauberhaften L\u00e4hmung, mit der H\u00f6rd in seinen letzten Augenblicken zu k\u00e4mpfen hat, m\u00f6chte man zweifeln, welcher Schicht sie angeh\u00f6rt; der Ton dieser Szene ist so stark und heldenliedhaft [\u2026].\u201c (S. 16 f.)<\/p>\n<p>Wenn man den zwei letztgenannten Belegen noch einen weiteren Bericht aus<span>\u00a0<\/span><em>Flateyarb\u00f3k<\/em><span>\u00a0<\/span>(I, 407-409) zugesellt, nach dem der missionsw\u00fctige K\u00f6nig Olaf Tryggvason den Tempel Thorgerds beraubt und ihr Bildnis verbrannt haben soll, bekommt man den Eindruck, dass hier die Erinnerung an einen tats\u00e4chlichen Tempelbrand vorliegt, der wahrscheinlich in die gewaltt\u00e4tige Phase der Bekehrungsgeschichte Norwegens f\u00e4llt und die danach auf unterschiedliche Weise literarisch verarbeitet wurde. Bei dieser Episode weist Olaf \u00fcbrigens schadenfroh darauf hin, wie \u201elieb\u201c H\u00e1kon die Thorgerd gewesen sei. Dabei k\u00f6nnte ein weiteres Motiv durchschimmern, das in der Skaldik mehrfach angedeutet wird, dass n\u00e4mlich der Herrscher als symbolisch mit der Schutzg\u00f6ttin des Landes verm\u00e4hlt angesehen werden konnte und der Segen des Herrschers \u00fcber das Land dieser Quelle entsprang.<\/p>\n<p>Was l\u00e4sst sich nach all dem nun endg\u00fcltig \u00fcber die Figur der Thorgerd sagen?<\/p>\n<p>Es muss sich um eine nur lokal verehrte Gottheit gehandelt haben. Die Hinweise auf einen Tempel auf Island wirken eher fiktiv, die auf die zwei Tempel bei Trondheim und im Gudbrandstal dagegen \u00fcberzeugender. Aber auch Snorri wei\u00df Interessantes zu berichten:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eEs ist \u00fcberliefert, dass jener K\u00f6nig H\u00f6lgi, nach welchem Halogaland benannt ist, der Vater der Thorgerd H\u00f6lgabraut war. Ihnen beiden wurden Opfer dargebracht und der Grabh\u00fcgel H\u00f6lgis wurde aus abwechselnden Schichten von Gold oder Silber \u2013 das war das Opfergeld \u2013 und von Erde und Steinen hergestellt.\u201c<\/p>\n<p><cite><em>Sk\u00e1ldskaparm\u00e1l<\/em><span>\u00a0<\/span>42<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Seltsam nur, dass H\u00f6lgi hier als Vater und nicht als Mann der Thorgerd bezeichnet wird. Bei Saxo dagegen wird sie dem Namen gem\u00e4\u00df als Frau H\u00f6lgis dargestellt. Zwar ist nicht mit letzter Sicherheit festzustellen, ob diese Thorgerd mit der von H\u00e1kon Verehrten identisch ist, denn alle Bestandteile des Namens Thorger\u00f0r H\u00f6lgabru\u00f0r d\u00fcrften h\u00e4ufig vorgekommen sein. Gerade die menschliche Natur des Namens macht aber deutlich, dass hier mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit eine wirkliche, menschliche Frau Vorbild war. Es spricht also einiges daf\u00fcr, dass sie m\u00f6glicherweise eine Ahnfrau Jarl H\u00e1kons war. Hier lediglich ein markantes Beispiel f\u00fcr Ahnenverehrung anzunehmen, w\u00fcrde bei der Art der beschriebenen Verehrung aber zu kurz greifen. Vielleicht haben wir hier also ein gutes Beispiel f\u00fcr den Disenkult, denn in den Disen vermutet man ja die menschlichen Ahnfrauen der Familie. M\u00f6glich w\u00e4re auch ihr Charakter als Fylgja des Geschlechts von H\u00e1kon, denn die Fylgja ist auch f\u00fcr Sippen, nicht nur f\u00fcr Einzelpersonen bezeugt. Und diese Theorie w\u00fcrde sich mit der Annahme ihrer Natur als Ahnfrau keineswegs ausschlie\u00dfen. Grimm wiederum vermutete, Thorgerd und Irpa seien urspr\u00fcnglich V\u00f6lven, menschliche Seherinnen gewesen, die so ber\u00fchmt waren, dass sie nach ihrem Tode verehrt worden seien und verweist auf die Parallele der kontinentalen Veleda, die in einem Turm lebte und auch zu Lebzeiten bereits \u00fcberirdische Verehrung genoss.<\/p>\n<p>Ihre Hilfe im Kampf gegen die Jomswikinger wie auch bei der Heerfessel H\u00f6rds hat aber auch etwas Walk\u00fcrenhaftes und erinnert an die Idisen des Merseburger Zauberspruches, die ebenfalls als Kampfhelferinnen dargestellt sind. Dazu kommt, dass ihr Beiname auch anders \u00fcberliefert ist, n\u00e4mlich als Thorgerd H\u00f6lgatroll (oder H\u00f6rgatroll). Auch die sp\u00e4tere Volkstradition scheint sich ihrer \u201eTrollnatur\u201c erinnert zu haben (siehe die oben erw\u00e4hnte Quelle \u00fcber die zauberische Belebung des Holzmannes). In einer weiteren Quelle bittet eine Hexe<span>\u00a0<\/span><em>(trollkona),<\/em><span>\u00a0<\/span>man m\u00f6ge sie jetzt nicht aufhalten, denn sie sei auf dem Weg zu einer Zauber- oder Hexenversammlung<span>\u00a0<\/span><em>(trolla\u00feing),<\/em><span>\u00a0<\/span>und unter den Namen der Teilnehmer, die die Hexe daraufhin aufz\u00e4hlt, befindet sich auch Thorgerda H\u00f6rgatroll. Der Begriff \u201eTroll\u201c ist erst in nachmittelalterlichen M\u00e4rchen zu einem Synonym f\u00fcr \u201eRiese\u201c geworden. Die urspr\u00fcngliche Bedeutung aber scheint die eines d\u00e4monischen und schadenszauberischen Wesens im Sinne von \u201eHexe\u201c gewesen zu sein. F\u00fcr diese Wesen der niederen Mythologie gab es zahlreiche weitere Begriffe: Nachtreiterin, Abendreiterin, Dunkelreiterin, Dachreiterin, Trollweib usw. Das aber kann schwerlich die urspr\u00fcngliche Natur Thorgerds gewesen sein, denn dass H\u00e1kon Trolle und Hexen angebetet h\u00e4tte, ist v\u00f6llig unwahrscheinlich, da er au\u00dfer Thorgerd auch eifrig Thor und Odin opferte. Er scheint zu dieser Thorgerd aber wohl mehr Vertrauen gehabt zu haben. Aber von Anfang an scheint ihr f\u00fcr andere etwas Unheimliches angehaftet zu haben. Diese Z\u00fcge d\u00fcrften kaum einem sp\u00e4teren christlichen Einfluss zuzuschreiben sein, denn sonst h\u00e4tte man in diesen Erz\u00e4hlungen die anderen heidnischen G\u00f6tter ja auch entsprechend d\u00fcster und absto\u00dfend dargestellt, was aber nicht der Fall war.<\/p>\n<p>Obwohl Thorgerd also sehr viel h\u00e4ufiger erw\u00e4hnt wird als manch andere G\u00f6ttinnen der altnordischen Welt, ist ihre Natur dennoch schwer zu durchschauen. Es ist dieser Undurchschaubarkeit wegen sogar vermutet worden, sie sei eine vorgermanische Gottheit einer skandinavischen Urbev\u00f6lkerung. Letzteres aber ist Au\u00dfenseitermeinung und eher unwahrscheinlich. Wenn es aber stimmt (und die Quellen legen das nahe), dass es H\u00e1kon war, der ihren wohl urspr\u00fcnglich in und um Trondheim beheimateten Kult bis ins Gudbrandstal verbreitetete (und durch Auswanderer m\u00f6glicherweise sogar bis nach Island, obwohl diese Aussage nicht glaubhaft wirkt), ist das ein interessantes Zeichen daf\u00fcr, dass sich auch in solch sp\u00e4ter Zeit \u00f6rtlich begrenzte Kulte durch rein politische Verh\u00e4ltnisse ausgedehnt haben k\u00f6nnen. Das k\u00f6nnte dann auch in Bezug auf fr\u00fchere Zeiten ein hilfreicher Ansatz bei der Frage nach Geographie und Ausbreitung einzelner Kulte sein.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literatur<\/strong><\/h4>\n<p>Die deutschen \u00dcbersetzungen der Sagatexte wurden nach folgenden Ausgaben zitiert, wobei entscheidende Stellen noch einmal mit dem altnordischen Originaltext verglichen wurden:<\/p>\n<p>F\u00e6reyinga saga<br \/>\nDie Geschichte von den Leuten auf den F\u00e4r\u00f6ern. In: Gr\u00f6nl\u00e4nder und F\u00e4ringer Geschichten. \u00dcbertragen von Felix Niedner. Jena: Diederichs 1912. (Sammlung Thule. Bd. 13)<\/p>\n<p>J\u00f3msv\u00edkinga saga<br \/>\nDie Geschichte von den Seekriegern auf Jomsburg. In: Die Geschichten von den Orkaden, D\u00e4nemark und der Jomsburg. \u00dcbertragen von Walter Baetke. Jena: Diederichs 1924 (Sammlung Thule. Bd. 19)<\/p>\n<p>Nj\u00e1ls saga<br \/>\nDie Geschichte vom weisen Njal. \u00dcbertragen von Andreas Heusler. Jena: Diederichs 1922 (Sammlung Thule. Bd. 4)<\/p>\n<p>Har\u00f0ar saga (Holmverja saga)<br \/>\nDie Geschichte von H\u00f6rd dem Ge\u00e4chteten. In: F\u00fcnf Geschichten von \u00c4chtern und Blutrache. \u00dcbertragen von Andreas Heusler und Friedrich Ranke. Jena: Diederichs 1922 (Sammlung Thule. Bd. 8)<\/p>\n<p><strong>Erschienen 2004 in Herdfeuer 6<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt Oertel Zu Recht wird wird oft darauf hingewiesen, dass es neben den Hochg\u00f6ttern der Edda zahlreiche \u2013 regional ganz unterschiedliche \u2013 Kulte und Wesenheiten gegeben haben muss, deren Verehrung im allt\u00e4glichen religi\u00f6sen Leben aber wahrscheinlich sehr viel wichtiger und pr\u00e4senter war. Darunter d\u00fcrften auch etliche der G\u00f6tternamen fallen, die uns durch r\u00f6mische Quellen&hellip; <br \/> <a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/thorgerd-goettin-dise-fylgja-oder-walkuere\/\">Read more<\/a><\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[20,57,15,28,56],"class_list":["post-312","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-goetter-und-andere","tag-asatru","tag-disen","tag-goetter","tag-heidentum","tag-walkueren"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=312"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":366,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312\/revisions\/366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}