{"id":297,"date":"2013-06-15T15:43:36","date_gmt":"2013-06-15T13:43:36","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/?p=297"},"modified":"2025-08-24T20:45:19","modified_gmt":"2025-08-24T18:45:19","slug":"holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/","title":{"rendered":"Holda, Frigga, Percht und Hel \u2013 eine strukturale Betrachtung"},"content":{"rendered":"<p>von Petra Bolte<\/p>\n<p>Die Besch\u00e4ftigung mit den Zeugnissen f\u00fcr die heidnische Religion unserer Vorfahren \u2013 mittelalterliche skandinavische Autoren, kontinentalgermanische Volksm\u00e4rchen, arch\u00e4ologische Funde, \u00fcberliefertes Volksbrauchtum, sprachwissenschaftliche Forschung \u2013 f\u00fchrt fast zwangsl\u00e4ufig zur Frage: Kontinentalgermanisch oder nordisch, wo sind die Schnittmengen, wo die Unterschiede zwischen den Gottheiten? Der vorliegende Beitrag greift diese Fragen auf im Rahmen einer strukturalen Betrachtung der kontinentalgermanischen Holda und Percht und der nordischen Frigga und Hel.<\/p>\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis der oft eher verschwommenen Gemeinsamkeiten der Gottheiten germanischer V\u00f6lker wird gern eine gemeinsame Entstehungsgeschichte angenommen mit Ursprungs-Numina,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote1sym\">1<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>die durch die Auseinanderentwicklung erst indoeurop\u00e4ischer V\u00f6lker und dann germanischer St\u00e4mme unterschiedliche Auspr\u00e4gungen erfuhren, bis sie mehr oder weniger klar voneinander zu trennen waren.<\/p>\n<p>Es erscheint plausibel, dass analog zur Entwicklung der Sprachen sich auch religi\u00f6se Vorstellungen aus einer gemeinsamen Wurzel heraus verzweigt und eine Eigenst\u00e4ndigkeit im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelt haben. Diese Annahme halte auch ich im Wesentlichen f\u00fcr einleuchtend, dennoch wird sie m.E. zu unkritisch und zu ausschlie\u00dflich verwendet.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote2sym\">2<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Ein Grund daf\u00fcr mag in der im deutschsprachigen Raum verbreiteten Vorliebe f\u00fcr historisierende Modelle liegen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist Friedrich Engels\u2019 \u201eDer Ursprung der Familie\u201c.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote3sym\">3<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Engels postulierte im 19. Jh. ein allgemeing\u00fcltiges Stufenmodell der Menschheitsentwicklung. Zwar ist dieses Modell seither vielfach durch ethnographische Forschung widerlegt worden, behauptet aber immer noch einen Platz in der Vorstellungswelt vieler Menschen, weil es in seiner chronologischen Linearit\u00e4t so bestechend logisch erscheint. Aber nicht alles, was linear ist, ist logisch, geschweige denn richtig \u2013 und umgekehrt.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu wird mitunter versucht, einzelne Gottheiten zu isolieren, um sie besser zu verstehen und beispielsweise Wodan s\u00e4uberlich von Odin \u2013 oder, wie j\u00fcngst durch GardenStone, von Merkur \u2013 zu scheiden und herauszustellen, dass diese eben nicht miteinander identisch seien.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote4sym\">4<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Dieser Ansatz hat seinen spirituellen Wert darin, sich einem Numen in einer ganz eigenen Tiefe und Besonderheit zu n\u00e4hern, und seinen wissenschaftlichen Wert darin, eine spezifische, regionale Tradition in den ihr eigenen Z\u00fcgen zu identifizieren und einer unkritisch historisierenden Betrachtungsweise ihre Grenzen aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Was dieser Ansatz jedoch nicht leistet, ist, die nicht zu leugnende \u201egef\u00fchlte\u201c \u00dcbereinstimmung mancher G\u00f6tter zu erfassen und verstehen zu helfen oder aber die sehr wohl offensichtliche, aber nicht empirisch l\u00fcckenlos zu erh\u00e4rtende N\u00e4he bestimmter Numen zu beleuchten (anstatt sie in Abrede zu stellen).<\/p>\n<p>Alternativ zu den vorgenannten Ans\u00e4tzen m\u00f6chte dieser Artikel eine strukturale Herangehensweise anbieten am Beispiel von Frigg, Holle, Percht und Hel. Diese Herangehensweise stellt nicht die zu Spekulationen einladenden Fragen \u201eWie sind die G\u00f6ttinnen entstanden, wo kommen sie her, welche war zuerst da, welchem Volk geh\u00f6rt welche G\u00f6ttin?\u201c Stattdessen wird anhand der belegten Attribute aufgezeigt, was die Menschen \u2013 egal wo und zu welcher Zeit \u2013 mit ihnen verbanden und verbinden und was die Gottheiten untereinander verbindet (ohne das Trennende zu leugnen).<\/p>\n<p>Die strukturale Sicht erlaubt uns au\u00dferdem, der Vorstellungswelt unserer Vorfahren als einer gleichberechtigten zu begegnen, da wir sie nicht als \u201evergangen\u201c, \u201evergessen\u201c oder gar \u201everaltet\u201c klassifizieren m\u00fcssen. Sieht doch der \u201eVater des Strukturalismus\u201c Claude Levi-Strauss den<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e<em>Hauptwert der Mythen und Riten darin, Beobachtungs- und Denkweisen, wenn auch nur als Restbest\u00e4nde, zu erhalten(\u2026) jene(n) Entdeckungen (\u2026) der sinnlich wahrnehmbaren Welt in Begriffen des sinnlich Wahrnehmbaren. (\u2026) Zehntausend Jahre vor den anderen erworben und gesichert sind sie noch immer die Grundlage unserer Zivilisation.\u201c<\/em><sup><em><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote5sym\">5<\/a><\/em><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Und so verwundert die archaische Anziehungskraft, die die heidnischen Numina nach wie vor entfalten, dann auch weniger, denn nach wie vor sprechen sie das sinnlich Wahrnehmbare in ebenjenen Begriffen an und entfalten ihre Wirkm\u00e4chtigkeit \u00fcber die Grenzen von Zeit und Raum hinweg.<\/p>\n<p>Dieser Denkrichtung folgend werden die genannten G\u00f6ttinnen, ggf. auch die spezielle Beziehung zu einem m\u00e4nnlichen Partner als auch zum Tod hier vorgestellt und anschlie\u00dfend mithilfe eines Rasters eine strukturale Zusammenschau gegeben.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Holda<\/strong><\/h4>\n<p>Holda (alias Holle, Hulda) gilt als eine G\u00f6ttin des Volksglaubens unserer kontinentalgermanischen Vorfahren.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote6sym\">6<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Sie wacht \u00fcber zahlreiche b\u00e4uerliche und handwerkliche K\u00fcnste, insbesondere \u00fcber das Spinnen. Unter dem Namen Frau Holle hat sie den Wandel der Zeiten \u00fcberdauert als eine der bekanntesten M\u00e4rchengestalten \u00fcberhaupt, aus Volkes Sagenschatz in die Schriftkultur gerettet von Jacob und Wilhelm Grimm. Zun\u00e4chst von Jacob Grimm beschrieben,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote7sym\">7<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>hat sich in unserer Zeit dankenswerter Weise GardenStone der Aufgabe gestellt, die verbliebenen Wissensfragmente \u00fcber Frau Holle zusammenzutragen und in einer \u00fcberaus gelungenen Weise aufzubereiten.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote8sym\">8<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Bis weit in christliche Zeit und protestantische Gefilde hat Frau Holle ihren Platz behauptet, der zugleich unterirdisch mit einem magischen Zugang in einen tiefen Brunnen hinab als auch hoch oben am Himmel zu verorten ist, von wo sie es beim Betten aufsch\u00fctteln schneien l\u00e4sst. Ein magischer Ort, den wir in unserer Welt widergespiegelt finden auf dem hessischen Berg Mei\u00dfner, wo ein See hoch auf dem Berg den Naturgesetzen zu trotzen scheint, angemessen dem Wohnsitz einer G\u00f6ttin.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote9sym\">9<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Sie gilt als hell, erscheint uns in ihrer freundlichen Form als \u201eWei\u00dfe Frau\u201c. Der Zutritt zu ihrem Reich ist den Menschen normalerweise verhehlt, doch die Verzweifelten (Goldmarie) und die Verwegenen (Pechmarie) k\u00f6nnen sie durchaus finden. Sie gibt ihren Sch\u00fctzlingen Obdach, Arbeit und Brot und unterzieht sie dabei ihrer Pr\u00fcfung. Kein akademisches Wissen besticht sie, nur die Herzensbildung, die Tugenden sind es, die sie bewertet, und am Ende wirkt sie unbestechlich gerecht und \u00fcbersch\u00fcttet ihre ahnungslosen Pr\u00fcflinge mit Gold oder aber Pech.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote10sym\">10<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Doch diese bekannte Geschichte von der Frau Holle enth\u00fcllt uns viel mehr als eine simple Moral \u00fcber Flei\u00df und Faulheit. Sie weist uns auf ihre substantielle N\u00e4he zu gleich zwei Gestalten der eddischen Dichtung hin: Frigg und Hel. Dies ist umso bemerkenswerter, als es sich bei Letzteren um Kontrahentinnen handelt.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Frigga<\/strong><\/h4>\n<p>Frigg \u2013 der Wortbedeutung nach die \u201egeliebte (Ehe-)Frau\u201c<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote11sym\">11<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>\u2013 wird uns aus skandinavischen Quellen als vornehmste Asin geschildert, ihr Gemahl ist Allvater selbst. Sie hat als Einzige neben ihrem Gemahl Odin Zugang zu Hlidskalf, dem h\u00f6chsten Ort, von wo aus sie die Geschicke der Menschen schaut, ohne dar\u00fcber zu schwatzen. Denn Schweigen ist Gold, wie noch heute die Ringe, die die durch sie gesch\u00fctzte Ehe symbolisieren. Bis heute ist der traditionelle Tag der Eheschlie\u00dfungen der Freitag (Frijatag<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote12sym\">12<\/a><\/sup>).<\/p>\n<p>Frigg tritt aus den skandinavischen, bereits unter christlichem Einfluss stehenden Quellen des Mittelalters \u00e4hnlich einer germanischen Hausherrin hervor, welche, ausgestattet mit dem Schl\u00fcsselrecht, die Vorr\u00e4te und die Hofhaltung versah, das Gesinde f\u00fchrte, sich als Gastgeberin Ehre gab und von deren Management Wohl und Wehe der Sippe abhing. Daher nimmt es nicht Wunder, dass Frigg mit der F\u00fclle assoziiert ist. Nach Snorri ist Fulla Gehilfin der Frigg, w\u00e4hrend nach dem Zweiten Merseburger Zauberspruch Volla als Schwester neben Frija steht.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote13sym\">13<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Doch obwohl Frigg mitunter als eine etwas spr\u00f6de Dame daherkommen mag \u2013 so tr\u00e4gt sie ihren Namen als Liebende nicht zu Unrecht. Als liebende Mutter beeindruckt sie, als sie alle Wesen bittet, Balder aus der Unterwelt zu weinen. Balder, ihr Lieblingssohn, ist, wie auch Frigg, eine durch und durch strahlende, helle Gestalt.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Percht<\/strong><\/h4>\n<p>Dieser helle Aspekt findet sich wieder in Gestalt der Percht, deren Namen auch in den Varianten Frau Berchte, Bertha, Biord, Hildaberta, Preckt u.a. durch J. Grimm von ahd. \u201eperahta\u201c, die Leuchtende, Gl\u00e4nzende, hergeleitet wird.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote14sym\">14<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>In den oberdeutschen Gebieten spielt sie eine weitgehend gleiche Rolle wie die Holle im nieder- und mitteldeutschen Raum. Wie Holle erscheint auch sie als \u201eWei\u00dfe Frau\u201c. Doch tritt sie bereits zur Zeit der Grimms h\u00e4ufiger bedrohlich und strafend in Erscheinung, dann einer M\u00e4rchenhexe \u00e4hnlicher, h\u00e4ufiges Attribut ist das Eisen, z.B. eine eiserne Nase. Mancherorts wird explizit in \u201esch\u00f6ne\u201c und \u201eschiache\u201c Perchten unterschieden.<\/p>\n<p>Ehrenh\u00f6fer hat uns j\u00fcngst an seinen pers\u00f6nlichen Erfahrungen mit dem zeitgen\u00f6ssischen Perchten-Brauchtum in den Alpen teilhaben lassen. Hier findet sich ungebrochen eine Tradition, der Wilden Jagd zu huldigen, teils mit dem Fokus auf der weiblichen Perchta, teils auf den m\u00e4nnlichen Krampussen oder Klausen, die sowohl an den heiligen Nikolaus und an dessen dunklen Begleiter Knecht Ruprecht angelehnt sind, in jedem Fall aber auch an den Woden (s\u00fcddt.: Wuotes \/ Muotes) gemahnen. Ehrenh\u00f6fer bel\u00e4sst es nicht bei der ethnographischen Darstellung, sondern reflektiert diese vor dem Hintergrund religionswissenschaftlicher und germanistischer Forschung. Er zieht die Schlussfolgerung<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e\u2026<span>\u00a0<\/span><em>dass die Hauptmotive der Perchta identisch sind mit Motiven der zentralen germanischen weiblichen G\u00f6ttinnenfiguren<span>\u00a0<\/span><\/em>Frigg\/Freyja<em><span>\u00a0<\/span>(\u00fcber deren Zweiteilung Uneinigkeit besteht) und die sich in den Numina<span>\u00a0<\/span><\/em>Herke \/ Wode \/ Holle<em><span>\u00a0<\/span>und sogar der keltischen G\u00f6ttin<span>\u00a0<\/span><\/em>Brixta<em><span>\u00a0<\/span>wiederfinden Somit stellt sie eine Manifestation der h\u00f6chsten Mutter-, Haushalts- und Fruchtbarkeitsg\u00f6ttin dar.\u201c<\/em><sup><em><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote15sym\">15<\/a><\/em><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Verwandtschaft zwischen Percht und Holda und beider mit der ab dem Nieders\u00e4chsischen nordw\u00e4rts anzutreffenden Frau Frick, Herke, Wode, Gode, Gaue u.a. ist vorz\u00fcglich beschrieben worden von Erika Timm, die mit Akribie die Spuren der genannten Numina in einer Vielzahl von Quellen zum Volksbrauchtum aufgesp\u00fcrt, dokumentiert und gedeutet hat. Timm zufolge sind diese weiblichen Numina einander sehr nah, auch bei unterschiedlicher Auspr\u00e4gung des regionalen Brauchtums und eingedenk der auch keltisch-noreischen Z\u00fcge der Percht.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote16sym\">16<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Ihnen gemeinsam ist die Aufgabe als Kulturbringerin \u2013 sie lehren und wachen \u00fcber wichtige Kulturtechniken, allen voran das Spinnen, aber auch Ackerbautechniken sowie Eisenverarbeitung. Gemeinsamer Zug ist auch ihre zwiesp\u00e4ltige Rolle in den Rauhn\u00e4chten.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>G\u00f6ttin und Gott<\/strong><\/h4>\n<p>Hervorzuheben ist, dass diese im Volksglauben verankerten G\u00f6ttinnen nicht nur indirekt oder aufgrund akademischer Deutung eine N\u00e4he zu Frigg zukommt. Sondern wie Timm aufgezeigt hat, verweisen manche ihrer Namensgebungen unmittelbar auf Frigg, wie Frau Frick\/Fricke\/Fricka, oder aber mittelbar, wie Frau Wode\/Gode\/Gaue, also des Woden\/Goden\/Gauen Ehefrau. Hier findet sich die strukturale Parallele \u201eFrigg, Odins Frau\u201c und \u201eFrau Wode, des Woden Frau\u201c. Etwas spekulativer, aber doch bedenkenswert ist eine m\u00f6gliche Verwandtschaft der fruchtbarkeitsspendenden Frau Herke mit der ebenfalls fruchtbarkeitsspendenden altenglischen Erce bzw. Erd-Mutter eorthan modor<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote17sym\">17<\/a><\/sup>, was wiederum an die Verbindung Odin-J\u00f6rd gemahnt.<\/p>\n<p>Als Anf\u00fchrerin der Wilden Jagd begegnet uns die G\u00f6ttin h\u00e4ufiger als ihr m\u00e4nnliches Pendant. Im Nordosten und im Nordwesten des heutigen Deutschland dominiert zwar der wilde J\u00e4ger bzw. der Herr Wode. Doch schon ab L\u00fcbeck und von Schwerin und L\u00fcneburg bis Stettin an wird die wilde Jagd \u00f6fters weiblich, was sich nach S\u00fcden und Westen bis zu den Alpen und \u00fcber den Rhein hinaus fortsetzt. Gelegentlich f\u00fchren beide als Paar die Jagd an. Der m\u00e4nnliche Partner der Holle\/Percht begegnet uns bisweilen in den M\u00e4rchen, insbesondere in der Bechsteinschen Sammlung als wilder Mann, graues M\u00e4nnlein, b\u00e4rtiger Alter. Seine Attribute weisen immer wieder auf den Woden hin. In manchen von Bechstein gesammelten Volksm\u00e4rchen nimmt er just die Rolle ein, die wir gemeinhin von Frau Holle kennen: Er pr\u00fcft und belohnt oder bestraft meist junge Menschen.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote18sym\">18<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>So finden wir letztlich ein g\u00f6ttliches Paar vor, das die Menschen Kulturtechniken lehrt, sie mit Wohlwollen pr\u00fcft und belohnt oder aber straft. Regional sind unterschiedliche Gewichtungen gesetzt \u2013 auch zwischen G\u00f6ttin und Gott \u2013 doch das Grundmuster bleibt erkennbar.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>G\u00f6ttin, Tod und Geburt<\/strong><\/h4>\n<p>Zwar begreift die eddische Dichtung Odin nicht nur als Kriegs-, sondern auch als Totengott, letzteres wom\u00f6glich seine urspr\u00fcngliche Aufgabe. Doch seine nordische Partnerin Frigg ber\u00fchrt den jenseitigen Bereich eigenartigerweise nicht. Vielmehr die an Rang und Ansehen ebenb\u00fcrtige Vanin Freyja vereinigt Fruchtbarkeit, Kriegertum und Herrschaft \u00fcber einen Teil des Totenreichs in ihrer Person, w\u00e4hrend Frigg im Vergleich dazu seltsam fleischlos und reduziert erscheint.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote19sym\">19<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Anscheinend traute der kontinentale Volksglaube der Holle\/Percht mehr zu, denn diese herrscht nicht nur \u00fcber die Spinnstuben und W\u00e4schezuber, sondern f\u00fchrt ein zwielichtiges Regiment in den Zw\u00f6lften, in denen sie wie der Winterwind durch die Lande st\u00fcrmt mit den Geistern der Toten im Gefolge. Doch auch noch als Anf\u00fchrerin der Wilden Jagd verliert sie ihren Charakter als Liebende nicht ganz, wusste man doch in ihrer Obhut die verstorbenen Kinder. Umgekehrt entstammen die Seelen der Neugeborenen ihrem magischen Teich. So steht sie im Winter f\u00fcr die Bedrohungen (Sturm) wie f\u00fcr das Sch\u00f6ne (Schnee) der kalten Jahreszeit.<\/p>\n<p>Indem die G\u00f6ttin die Wilde Jagd f\u00fchrt, gibt sie den zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4ften ein Ventil. Einem Sieg des Chaos beugt sie insgeheim vor, indem sie die Jagd lenkt und die Menschen zuvor lehrt, sich anhand einfacher Regeln zu sch\u00fctzen. Diese Regeln zielen im Wesentlichen darauf ab, Haus, Hof, W\u00e4sche, Vorr\u00e4te in Schuss zu halten, einfache Tugenden, die das A und O zur \u00dcberbr\u00fcckung der Winterzeit darstellen. Und wie sie so die Gefahr der winterlichen Naturgewalten kanalisiert, so bannt sie auch die Gefahr, die durch das Chaos entsteht, das Sonne und Mond anstellen, die sich anscheinend nicht einigen k\u00f6nnen, wie lange so ein Jahr eigentlich dauern soll. Die Herrin der Zw\u00f6lften besch\u00e4ftigt uns in dieser Zeit der Unbestimmtheit mit allerlei unterhaltsamem Brauchtum angefangen beim 5. Dezember (dem Vorabend zu Nikolaus<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote20sym\">20<\/a><\/sup>), Lucia-Tag<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote21sym\">21<\/a><\/sup>, Jul, Weihnachten, Silvester, Neujahr, bis mindestens zum 6. Januar (man kann sogar f\u00fcr eine l\u00e4ngere Phase bis Karneval pl\u00e4dieren), wie eine gute Mutter, die ihre Kinder mit lustigen Spielen ablenkt, wenn es in Wahrheit brenzlig wird. Schon allein daf\u00fcr sollten wir dankbar sein.<\/p>\n<p>Doch die Rauhn\u00e4chte stehen f\u00fcr mehr als die Ordnung im Haus und das Durchstehen des Winters.<\/p>\n<p>Das Jul-Fest, die Heilige Nacht der Wintersonnenwende, hie\u00df bei den Angeln \u201eModranecht\u201c \u2013 die M\u00fctternacht.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote22sym\">22<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>Die Geburt eines Kindes unter vor-medizinischen Bedingungen ist auch eine \u201eWilde Jagd\u201c zwischen Leben und Tod, zwischen unvorstellbarem Schmerz und unvergleichlicher Euphorie (wenn alles gut gegangen ist). Und wenn es nicht gut gegangen ist \u2013 dann ist es die G\u00f6ttin pers\u00f6nlich, die sich der Verstorbenen annimmt. Eine tr\u00f6stliche Vorstellung! Kein Wunder, dass mit der Christianisierung erneut ein Geburts-Ereignis mit dieser Nacht verkn\u00fcpft bzw. eine zumindest f\u00fcr die Angeln nachgewiesene Vorstellung in ein christliches Bild \u00fcbersetzt wurde.<\/p>\n<p>Hier soll auch an den (nicht nur) schwedischen Brauch des Lucia-Tages erinnert werden. Am 13. Dezember stellen dort junge Frauen in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern mit Lichterkronen die Lucia dar. Nach offizieller Lesart eine christliche Heilige, doch kann man es f\u00fcr Zufall halten, dass am vormaligen Datum der Wintersonnenwende (bis ins 18. Jahrhundert), eine \u201eWei\u00dfe Frau\u201c, deren Name \u201eLicht\u201c oder \u201eLeuchtende\u201c bedeutet, in die H\u00e4user einzieht? Wohl kaum. Hier geht es offenkundig um die Geburt des Lichts, und es ist die \u201eWei\u00dfe Frau\u201c, die es hervorbringt. Diese Lucias \u00e4hneln im \u00dcbrigen frappant vielen Darstellungen vom Christkind, das nur zu gern h\u00f6chst feminin dargestellt wird und kaum jemals als m\u00e4nnliches Wickelkind.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hel<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn der helle Aspekt der kontinentalgermanischen G\u00f6ttin als \u201eWei\u00dfer Frau\u201c in Frigg wieder zu finden ist, wo bleibt dann die auf den Tod bezogene Seite der G\u00f6ttin als Anf\u00fchrerin der \u201eWilden Jagd\u201c in der eddischen Dichtung? Die Antwort lautet simpel: bei der Hel. Die Hel mit ihrer hellen und dunklen Seite, die eine eherne Gerechtigkeit repr\u00e4sentiert, die die Toten beherbergt abz\u00fcglich jener Krieger, welche in Odins und Freyjas Gefolge k\u00e4mpfen. Snorri erw\u00e4hnt sie als Anf\u00fchrerin eines gespenstischen Totenheeres in den Ragnar\u00f6k. Das erinnert an die \u201eWilde Jagd\u201c, allerdings ohne den Kontext der Rauhn\u00e4chte. Die Hel ist wie Holle unbestechlich gerecht, ihre helle und dunkle Seite \u2013 die dunkle Seite als blau oder schwarz beschrieben \u2013 erinnern an das Gold und das Pech, welches die Holle vergibt<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote23sym\">23<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>oder auch an die pr\u00e4chtige Perchta, die in ihrer bedrohlichen Auspr\u00e4gung jedoch von Eisen gezeichnet ist. Die poetische Farbe des Eisens aber ist blau,<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote24sym\">24<\/a><\/sup><span>\u00a0<\/span>wie die dunkle Seite der Hel. In ihrer unbestechlichen Gerechtigkeit ist sie zwar keine Stifterin von Liebe und Ehe \u2013 doch unter ihrem Schutz finden Baldur und Nanna wieder zusammen und auch die um die Ehe mit Sigurd betrogene Brynhild macht sich im Bewusstsein, im Recht zu sein, nach ihrem Freitod auf den Helweg, um mit Sigurd vereint zu sein, was ihr im Leben verwehrt war.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote25sym\">25<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Mit ihrem Totenheer bricht die Hel zwar nicht zwischen den Jahren \u00fcber uns herein, wohl aber zwischen den Zeitzyklen. In den Ragnar\u00f6k kulminieren der ins \u00dcberdimensionale verl\u00e4ngerte Winter und die Vernichtung von Mond und Sonne, mithin der Zeit an sich, zu einer das bekannte Universum vernichtenden Katastrophe. W\u00e4hrend die Asen die alte Ordnung von Raum und Zeit zu verteidigen suchen, geht dem verzweifelten Kampf zum Trotz die Welt unter, und die Hel mit ihrem Totenheer ist mittendrin, noch dazu auf der \u201efalschen\u201c Seite. Struktural betrachtet haben wir es hier mit einem ganz \u00e4hnlichen Geschehen zu tun wie bei den Rauhn\u00e4chten, nur dass es sich statt des \u00dcbergangs zwischen den Jahren um einen \u00dcbergang zwischen den Zeitaltern handelt.<\/p>\n<table class=\"wp-block-table\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Hel<\/strong><\/td>\n<td><strong>Holle \/ Percht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>hell und schwarz-blau<\/td>\n<td>wei\u00df\/strahlend\/gold und schwarz-eisern<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ragnar\u00f6k<\/td>\n<td>Rauhn\u00e4chte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Totenheer<\/td>\n<td>Totengeister<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Seelen der nicht im Kampf Gestorbenen<\/td>\n<td>Geister der Kinder und Greise<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sonne und Mond werden verschlungen, die Dimension \u201eZeit\u201c endet<\/td>\n<td>Sonne und Mond stehen im Widerspruch, das Jahr endet<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verl\u00e4ngerter, vernichtenden Winter<\/td>\n<td>St\u00fcrmischer, bedrohlicher Winter<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eine neue Welt entsteht<\/td>\n<td>Ein neues Jahr beginnt<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Hel erscheint u.U. nur deshalb als Figur der \u201efalschen\u201c Seite, weil in der eddischen Dichtung die positive Frigg so schismatisch von der negativen Hel geschieden ist. Der kontinentale Volksglaube hat in der Gestalt von Holle und Co. beide Seiten der G\u00f6ttin in einer Gestalt zugelassen.<\/p>\n<table class=\"wp-block-table\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Frigg<\/strong><\/td>\n<td><strong>Holle \/ Percht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>hell<\/td>\n<td>wei\u00df\/strahlend<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Herrscht in der H\u00f6he (Wolken \/ Sternen \/ Hlidskjalf)<\/td>\n<td>Herrscht in der H\u00f6he (Bettzeug = Wolken \/ Berg Mei\u00dfner \/ Schnee)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Herrin der F\u00fclle und Haushaltung<\/td>\n<td>Belohnt die Flei\u00dfigen in Haus und Garten<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wird angerufen bei Kinderwunsch<\/td>\n<td>Birgt die Kinderseelen im Teich und bringt diese zur Geburt hervor<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gattin Odins<\/td>\n<td>Gattin des Woden<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ehe (Ring), Goldg\u00fcrtel<\/td>\n<td>Gold (Ring)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Etymol. N\u00e4he zu lat. frigus = K\u00e4lte?<\/td>\n<td>Schnee + Rauhn\u00e4chte = Winter<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die vier G\u00f6ttinnen nebeneinander gestellt ergibt folgendes Schema.<\/p>\n<table class=\"wp-block-table\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Frigg<\/strong><\/td>\n<td><strong>Holle<\/strong><\/td>\n<td><strong>Percht<\/strong><\/td>\n<td><strong>Hel<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Helle Himmelsk\u00f6nigin<\/td>\n<td>Wei\u00dfe Frau<\/td>\n<td>Wei\u00dfe Frau<\/td>\n<td>Helle H\u00e4lfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Strahlend, Gold<\/td>\n<td>strahlend, Gold<\/td>\n<td>Etymol. die Leuchtende, Gl\u00e4nzende<\/td>\n<td>Helle H\u00e4lfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Fruchtbarkeit, F\u00fclle, gute Haushaltung<\/td>\n<td>Fruchtbarkeit, F\u00fclle, gute Haushaltung<\/td>\n<td>Fruchtbarkeit, F\u00fclle, gute Haushaltung<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Darstellungen mit Spinnrad<\/td>\n<td>Kulturbringerin f\u00fcr Haus, Hof, Ackerbau (v.a. Spinnen)<\/td>\n<td>Kulturbringerin f\u00fcr Haus, Hof, Ackerbau (v.a. Spinnen und Eisenverarbeitung)<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Hlidskalf<\/td>\n<td>\u00dcber den Wolken, bringt den Schnee<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Fensalir (\u201eMoorsaal\u201c)<\/td>\n<td>Unterirdisch: im Teich oder im Berg<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Totenreich<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sch\u00fctzt die Ehe<\/td>\n<td>Stiftet Ehen<\/td>\n<td><\/td>\n<td>F\u00fchrt Paare post mortem wieder zusammen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td>Eisen, u.a. eiserne Nase<\/td>\n<td>Schwarz-blaue H\u00e4lfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>F\u00fchrt die Wilde Jagd in den Raun\u00e4chten<\/td>\n<td>F\u00fchrt die Wilde Jagd in den Raun\u00e4chten<\/td>\n<td>F\u00fchrt das Totenheer in den Ragnar\u00f6k<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mutter Balders und H\u00f6ds<\/td>\n<td>Birgt die ungeborenen Kinder, nimmt die verstorbenen Kinder auf (Volksmund: \u201eda schwammst du noch im gro\u00dfen Teich\u201c f\u00fcr \u201eda warst du noch nicht geboren\u201c)<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Entl\u00e4sst Balder und H\u00f6d aus dem Totenreich<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Frigg, Odins Frau<\/td>\n<td>Frau Frick\/Wode\/Gode\/Gaue, des Woden\/Goden\/Gauen Frau<\/td>\n<td>Frau Frick\/Wode\/Gode\/Gaue, des Woden\/Goden\/Gauen Frau<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Interessanterweise verweist die Etymologie des Namens Holda\/Holle auf sowohl Frigg\u2019sche wie auf Hel\u2019sche Eigenschaften. Es stecken n\u00e4mlich auf der Frigga-Seite die Worte hell, hold, huldigen, (heil, heilig?) darin, ebenso wie auf der Hel-Seite die Worte H\u00fclle, verh\u00fcllen, verhehlen und last not least die christliche H\u00f6lle. Simek schlie\u00dft eine Verbindung Frau Holle-Hlodyn-Huld-Hel-Hludana \u2013 letztere auf f\u00fcnf lateinischen Weihestein-Inschriften vom Niederrhein als Matrone belegt \u2013 sowie zu Nehalennia nicht aus.<sup><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote26sym\">26<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Die Etymologie der Percht gibt lediglich die positiven Frigg\u2019schen Aspekte wieder, auch wenn das heutige Brauchtum st\u00e4rker auf den sinisteren Charakter der Wilden Jagd hinweist.<\/p>\n<p>Doch Frigg und Hel sind unvereinbar. Oder\u2026? Nun, Friggs Rolle als Mutter Balders und H\u00f6durs ist eindeutig. Sie gebiert beide, beide sind unzertrennlich, doch dann t\u00f6tet der eine den anderen, ihr Gemahl gibt die T\u00f6tung des T\u00f6ters in Auftrag nach den Regeln der geltenden Ordnung. Diese Regeln erweisen sich aber als unzul\u00e4nglich: Ein Bruder (H\u00f6dur) muss get\u00f6tet werden, obwohl er moralisch unschuldig scheint, daf\u00fcr muss ein neuer Bruder (Vali) her, dessen Zeugung wiederum moralisch verwerflich ist, um den ermordeten Baldur zu r\u00e4chen, der davon auch nicht wieder lebendig wird. So kommt ein Prozess in Gang, an dessen Ende gerade diese bestehende Ordnung, die gesch\u00fctzt werden soll, mitsamt dem ganzen All zerst\u00f6rt wird. Doch siehe da: Es ist die Hel, die nach dem Ende der Ragnar\u00f6k Baldur und H\u00f6dur frei gibt, denn sie war es, die die Br\u00fcder in der Katastrophe geborgen hatte und sie nach der Entstehung einer neuen Welt in diese gewisserma\u00dfen \u201egebiert\u201c (sie \u201eauf die Welt kommen\u201c l\u00e4sst). So wird ausgerechnet die Hel zur Mutter der Wiedergeburt der S\u00f6hne Friggs.<\/p>\n<p>Ist das Fazit dieser Betrachtung nun, dass Frigg und Holle, Percht und Hel eins seien? Jein!<\/p>\n<p>Die strukturale Zusammenschau l\u00e4sst uns einen Blick erhaschen auf die Verzweigung durch Raum und Zeit der Numina, ihrer Symbolik und ihrer Funktion. Das Schema ist durchaus erweiterbar, lie\u00dfe sich z.B. um Freyja erg\u00e4nzen. Es ist auf einen Blick erkennbar, dass die Vorstellungswelten \u00fcber Raum, Zeit, Sprache hinweg einander \u00fcberlappen, das die Menschen ein Bed\u00fcrfnis nach der G\u00f6ttin f\u00fchlen und f\u00fchlten, nach ihren hellen, wie dunklen Aspekten \u2013 und dass die Gottheiten dieses Bed\u00fcrfnis allzeit beantworten, sei es in Gestalt zweier Gegenspielerinnen, sei es in einer Gestalt mit freundlicher und strafender Seite.<\/p>\n<p>In der strukturalen \u00dcbersicht wird das gemeinsame, in Gegensatzpaaren wie Hell und Dunkel geordnete Denkmuster leichter fassbar, die die g\u00f6ttlichen Manifestationen, die uns als Frigg, Holle, Percht oder Hel begegnen, hervorbringt und durch sie hervorgebracht wird. Darin hat jede G\u00f6ttin ihr eigenes Recht je nach Region, Stamm, Brauchtum oder Epoche und zugleich ist die G\u00f6ttin \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c als die einzelne Tradition.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literatur<\/strong><\/h4>\n<p>Ludwig Bechstein: S\u00e4mtliche M\u00e4rchen. Vollst\u00e4ndige Ausgabe der M\u00e4rchen Bechsteins nach der Ausgabe letzter Hand unter Ber\u00fccksichtigung der Erstdrucke. D\u00fcsseldorf: Patmos\/Artemis &amp; Winkler 2003 (1857)<\/p>\n<p>Christian Br\u00fcning: Die wilde Jagd. In: Herdfeuer \u2013 die Zeitschrift des Eldaring e.V. 16, 2007, S. 5-34<\/p>\n<p>Ulf Diederichs (Hrsg.): Germanische G\u00f6tterlehre \u2013 nach den Quellen der Lieder- und der Prosa-Edda. (Lieder-Edda \u00fcbersetzt von Felix Genzmer, Prosa-Edda \u00fcbersetzt von Gustav Neckel.) M\u00fcnchen: 6. Aufl. Diederichs 1997<\/p>\n<p>Uwe Ehrenh\u00f6fer: Mythen der Alpen: Perchten, Klausen, Krampusse \u2013 modernes Brauchtum und die Wilde Jagd. In: Herdfeuer \u2013 die Zeitschrift des Eldaring e.V. 32, 2010, S. 4-14<\/p>\n<p>Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates. Berlin: 16. Aufl. Dietz 1987 (1884)<\/p>\n<p>GardenStone: G\u00f6ttin Holle \u2013 Auf der Suche nach einer germanischen G\u00f6ttin. Norderstedt: Books on Demand. 2. vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete Ausgabe 2006<\/p>\n<p>Ders. Der Merkur-Wodan-Komplex.In: Herdfeuer \u2013 die Zeitschrift des Eldaring e.V. 29, 2010, S. 4-47<\/p>\n<p>Br\u00fcder Grimm: Kinder- und Hausm\u00e4rchen \u2013 Ausgabe letzter Hand. Hrsg. Heinz R\u00f6lleke. Stuttgart: Reclam 2009 (nach der 7. Auflage 1857)<\/p>\n<p>Grimm, Jacob: Deutsche Mythologie, Wiesbaden: Matrixverlag 2007 (nach der 4. Aufl. Berlin 1875-78)<\/p>\n<p>Claude Levi-Strauss: Das wilde Denken, Frankfurt\/M.: Suhrkamp 7. Aufl. 1989. (La pens\u00e9e sauvage, Paris 1962, aus dem Franz\u00f6sischen von Hans Naumann)<\/p>\n<p>Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart: Kr\u00f6ner 3. Aufl. 2006<\/p>\n<p>Die Edda des Snorri Sturluson. Ausgew\u00e4hlt, \u00fcbersetzt und kommentiert von Arnulf Krause. Stuttgart: Reclam 2008<\/p>\n<p>Erika Timm unter Mitarbeit von Gustav Adolf Beckmann: Frau Holle, Frau Percht und verwandte Gestalten \u2013 160 Jahre nach Jacob Grimm aus germanistischer Sicht betrachtet. Stuttgart: Hirzel 2003<\/p>\n<p>J. R. R. Tolkien: Die Legende von Sigurd und Gudrun, Hrsg. Christopher Tolkien, \u00dcbers. Hans-Ulrich M\u00f6hring, Stuttgart: Klett-Cotta 2010<\/p>\n<p>Andreas Zautner: Die Nacht der Hullefrauen. In: Herdfeuer \u2013 die Zeitschrift des Eldaring e.V. 28, 2010, S. 20-24<\/p>\n<p>Ders: Die richtige Datierung der Rauhn\u00e4chte und des Weihnachtsfestes. In: Herdfeuer \u2013 die Zeitschrift des Eldaring e.V. 32, 2010, S. 15-19<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Internet-Quellen:<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gigapolis.com\/zauberwald\/wolf\/beinteinsson.htm\">http:\/\/www.gigapolis.com\/zauberwald\/wolf\/beinteinsson.htm<\/a><br \/>\n(Recherche 23.10.2011)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.homomagi.de\/MerseburgerZaubersprueche.htm\">http:\/\/www.homomagi.de\/MerseburgerZaubersprueche.htm<\/a><br \/>\n(Recherche 25.07.2011)<\/p>\n<p>http\/\/thomasnesges.de\/edda\/helreidh_brynhildar.html<br \/>\n(Recherche 24.01.2007)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weihnachtsmann\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weihnachtsmann<\/a><br \/>\n(Recherche 10.03.2012)<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Endnoten<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote1anc\">1<\/a><span>\u00a0<\/span>\u00fcbernat\u00fcrliche, h\u00f6here Wesen, Gottheiten<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote2anc\">2<\/a><span>\u00a0<\/span>U.a. werden damit kulturelle Einfl\u00fcsse der vorgermanischen Gro\u00dfgr\u00e4berleute, auf die die indoeurop\u00e4ischen Einwanderer trafen, ignoriert. Dass es diese Einfl\u00fcsse gegeben hat, ergibt sich aber daraus, dass auch nach der indoeurop\u00e4ischen Einwanderung Grabanlagen der Gro\u00dfgr\u00e4berleute bis in die Eisenzeit weiter verwendet wurden und noch heute insgeheim kultische Verehrung erfahren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote3anc\">3<\/a><span>\u00a0<\/span>Engels 1987 (Ersterscheinungsdatum der verwendeten Literatur siehe Literaturverzeichnis)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote4anc\">4<\/a><span>\u00a0<\/span>GardenStone, Herdfeuer 29<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote5anc\">5<\/a><sup><span>\u00a0<\/span><\/sup>Levi-Strauss1989, S. 29<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote6anc\">6<\/a><span>\u00a0<\/span>Ynglinga saga nennt lediglich als Randgestalt eine Zauberin Huldr, Sturlunga saga eine Riesin Hulda.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote7anc\">7<\/a><span>\u00a0<\/span>J. Grimm 2007, S. 223 ff.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote8anc\">8<\/a><span>\u00a0<\/span>GardenStone 2006. Sein Buch sei hiermit w\u00e4rmstens empfohlen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote9anc\">9<\/a><span>\u00a0<\/span>Timm 2003, S. 136-138<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote10anc\">10<\/a><span>\u00a0<\/span>Br. Grimm 2009 (KHM), S. 144-147<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote11anc\">11<\/a><span>\u00a0<\/span>\u201cF. ist am sinnvollsten zu alts\u00e4chs. Fri, altengl. Freo \u201aFrau\u2018, altind. Priya \u201aGeliebte\u2018 zu stellen.\u201c Simek 2006, 118<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote12anc\">12<\/a><sup><span>\u00a0<\/span><\/sup>Diederichs 1997, S. 223. Frija \u2013 eine kontinentalgermanische Entsprechung Friggs. Weitere Namen: Fria, Friia, Frea, Freya \u2013 inwieweit hier eine \u00dcberschneidung mit der Vanin Freyja gegeben ist, w\u00e4re als eigenst\u00e4ndiges Thema zu behandeln und muss hier au\u00dfen vor bleiben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote13anc\">13<\/a><span>\u00a0<\/span>\u201eth\u00fb biguol en Fr\u00eeia, Uolla era suister\u201c,<span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/www.homomagi.de\/MerseburgerZaubersprueche.htm\">http:\/\/www.homomagi.de\/MerseburgerZaubersprueche.htm<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote14anc\">14<\/a><span>\u00a0<\/span>J. Grimm 2007, S. 228<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote15anc\">15<\/a><span>\u00a0<\/span>Ehrenh\u00f6fer, Herdfeuer 32, S. 9<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote16anc\">16<\/a><span>\u00a0<\/span>Timm 2003. Bez\u00fcglich des Volksbrauchtums sei auch auf die Artikel von Zautner: Die Nacht der Hullefrauen (Herdfeuer 28) und von Br\u00fcning: Die Wilde Jagd (Herdfeuer 16) verwiesen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote17anc\">17<\/a><span>\u00a0<\/span>Timm 2003, S. 57f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote18anc\">18<\/a><sup><span>\u00a0<\/span><\/sup>Bechstein 2003, s. 75 ff. Im M\u00e4rchen der Goldmaria und der Pechmaria tritt ein \u201eMann von schreckbar wildem Aussehen\u201c, der \u201eTh\u00fcrschemann\u201c als strafende oder belohnende Instanz auf. Im M\u00e4rchen der sieben Schwanen (S. 253 ff.) rettet ein \u201ealter weiser Meister, der in dem Walde wohnte, Weisheit zu pflegen\u201c sieben ausgesetzte Geschwisterkinder und zieht sie auf. \u201eDer Garten im Brunnen\u201c (S. 413 ff) ist es \u201eein graues M\u00e4nnlein\u201c, das einen armen Jungen mit Gold belohnt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote19anc\">19<\/a><span>\u00a0<\/span>Sveinbj\u00f6rn Beinteinsson sah offenbar Freyja als gleichberechtigte Gemahlin an Odins Seite: \u201e Freyja, die Goettin der Fruchtbarkeit ist sehr wichtig. Sie ist die Gemahlin O\u00f0ins.\u201c, so in einem Interview. (Der Zeitpunkt des Interviews ist nicht angegeben, Sveinbj\u00f6rn verstarb 1993.)<span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/www.gigapolis.com\/zauberwald\/wolf\/beinteinsson.htm\">http:\/\/www.gigapolis.com\/zauberwald\/wolf\/beinteinsson.htm<\/a>, Recherche 23.10.2011.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote20anc\">20<\/a><span>\u00a0<\/span>Oft wird der Weihnachtsmann statt auf Odin\/Wodan vorzugsweise auf St. Nikolaus zur\u00fcckgef\u00fchrt, so im deutschen Wikipedia-Artikel \u201eWeihnachtsmann\u201c (Recherche 10.03.2012). Doch vielleicht muss man umgekehrt auch im Nikolaus Z\u00fcge des Alten sehen, denn warum sollte es ein Bischof des 4. Jahrhunderts aus dem entlegenen Myra es ins regionale Brauchtum als Partner der Percht schaffen, wenn es da nicht bereits den wilden Mann gegeben h\u00e4tte?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote21anc\">21<\/a><span>\u00a0<\/span>Timm 2003, S. 80ff. stellt die (nicht nur schwedische) Lucia in eine Reihe mit Holle und Percht<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote22anc\">22<\/a><span>\u00a0<\/span>Zautner, in Herdfeuer 32, S. 15f.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote23anc\">23<\/a><sup><span>\u00a0<\/span><\/sup>Dieses Farbenspiel finden wir auch am Holunder, dem Holle-Baum par excellence, wieder, der uns im Sommer mit winzigen wei\u00dfen Bl\u00fcten an seinen Dolden erfreut, die tats\u00e4chlich wie Schneeflocken aussehen, welche uns im Sp\u00e4tsommer mit ihrer Verwandlung in blauschwarze Beeren frappieren. Sowohl Bl\u00fcten wie Beeren sind wohlschmeckend und dienen als Heilmittel bei fiebrigen Erkrankungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote24anc\">24<\/a><span>\u00a0<\/span>Noch J.R.R. Tolkien beschreibt in seiner genialen Nachdichtung des W\u00f6lsungenliedes Sigurds Schwert Gram mit den Versen \u201ea blade they brought him \/\/ with blue edges\u201c, Tolkien 2010, S. 168.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote25anc\">25<\/a><span>\u00a0<\/span>Br\u00fcnhildens Todesfahrt, Die Edda \u2013 Simrock-\u00dcbersetzung http\/\/thomasnesges.de\/edda\/helreidh_brynhildar.html, Recherche 24.01.2007<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eldaring.de\/2013\/06\/15\/holda-frigga-percht-und-hel-eine-strukturale-betrachtung\/#sdfootnote26anc\">26<\/a><span>\u00a0<\/span>Simek 2006, S. 196)<\/p>\n<p><strong>Erschienen 2013 in Herdfeuer 36<\/strong><em><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Petra Bolte Die Besch\u00e4ftigung mit den Zeugnissen f\u00fcr die heidnische Religion unserer Vorfahren \u2013 mittelalterliche skandinavische Autoren, kontinentalgermanische Volksm\u00e4rchen, arch\u00e4ologische Funde, \u00fcberliefertes Volksbrauchtum, sprachwissenschaftliche Forschung \u2013 f\u00fchrt fast zwangsl\u00e4ufig zur Frage: Kontinentalgermanisch oder nordisch, wo sind die Schnittmengen, wo die Unterschiede zwischen den Gottheiten? 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