{"id":133,"date":"2003-06-01T19:44:05","date_gmt":"2003-06-01T17:44:05","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/?p=133"},"modified":"2025-08-24T20:54:14","modified_gmt":"2025-08-24T18:54:14","slug":"was-ist-heidentum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/was-ist-heidentum\/","title":{"rendered":"Was ist Heidentum?"},"content":{"rendered":"<p>von Kurt Oertel<\/p>\n<p>Da vielen Menschen \u00fcberhaupt nicht klar ist, was der Begriff Heidentum urspr\u00fcnglich und in heutigem Selbstverst\u00e4ndnis genau bezeichnet, wird das hier einmal sehr allgemeinverst\u00e4ndlich aufgezeigt.<\/p>\n<p>Der Begriff Heidentum l\u00f6st oft gro\u00dfe Missverst\u00e4ndnisse aus, die meist aus Nichtwissen resultieren. Deshalb soll hier einmal allgemeinverst\u00e4ndlich dargelegt werden, was der Begriff eigentlich bedeutet. \u00dcber lange Zeit wurde er gerade kirchlicherseits und auch in allgemeinem Sprachverst\u00e4ndnis mit Atheismus, also dem Leugnen von Religion schlechthin, gleichgesetzt oder aber generell auf alle nichtchristlichen Religionen angewandt. Heidentum ist aber nichts weiter als die Selbstbezeichnung jener Religionen, die in Europa vor Einf\u00fchrung des Christentums herrschten. Dazu geh\u00f6rten nicht nur die bekannteren Religionen der Griechen und R\u00f6mer, sondern auch die der Nordeurop\u00e4er, also die der Slawen, Kelten, Balten, Germanen, Finnen usw.<\/p>\n<p>Die vorchristlichen Religionen Nord-Europas werden auch oft als \u201eNaturreligionen\u201c bezeichnet, so wie viele \u00e4hnliche Religionen in anderen Teilen der Welt auch. Aber dieser Begriff ist sehr missverst\u00e4ndlich, denn viele Leute stellen sich dabei vor, dass Anh\u00e4nger von Naturreligionen Tiere, Felsen oder B\u00e4ume anbeten w\u00fcrden. Das ist nat\u00fcrlich v\u00f6lliger Unsinn. Zwar wird die Natur sehr viel mehr als gleichberechtigte Sch\u00f6pfung angesehen, angebetet aber wird sie nie. Solche Vorstellungen gehen ausschlie\u00dflich auf das Unverst\u00e4ndnis fr\u00fcher Missionare zur\u00fcck, die nicht-christliche Fr\u00f6mmigkeit nur als \u201eGeisterfurcht\u201c und deren Gebete und Riten nur als \u201eprimitive Magie\u201c ansehen konnten. Die Anh\u00e4nger solcher Religionen wurden als unreife Kinder angesehen, die nicht zu einem Gott, sondern zu \u201eG\u00f6tzen\u201c beteten, die dann im schlimmsten Fall als \u201eD\u00e4monen\u201c oder gar gleich als der Teufel selbst bezeichnet wurden. Deshalb soll auf ein weitverbreitetes Missverst\u00e4ndnis gleich an dieser Stelle hingewiesen werden: Heiden sind keine Satanisten. Das k\u00f6nnen sie gar nicht sein, denn um an die Existenz eines Satan \u00fcberhaupt zu glauben, muss man zun\u00e4chst einmal 150-prozentiger Christ sein, und genau das sind Heiden eben nicht. Das Heidentum kennt keinen Teufel und keine H\u00f6lle. Genausowenig hat das Heidentum etwas mit Esoterik oder Okkultimus zu tun, denn diese Begriffe bezeichnen sogenannte Geheimlehren, die nur ausgew\u00e4hlten Personen zug\u00e4nglich gemacht werden. Bei den heidnischen Religionen gibt es aber keine Geheimnisse oder Geheimlehren, genauso wenig wie bei den meisten anderen Religionen, sondern es war schlicht und einfach die allgemeine Volksreligion unserer Vorfahren.<\/p>\n<p>Leider wird auch heute noch der Begriff \u201eHeidentum\u201c oft mit der Vorstellung barbarischer Wilder verbunden, die irgendwelche finsteren und grausamen Rituale vollf\u00fchrten. Dieses Klischee zieht sich durch B\u00fccher und Filme und wurde fr\u00fcher tats\u00e4chlich sogar auch in der Schule gelehrt (wobei dann nat\u00fcrlich geflissentlich verschwiegen wurde, dass z.B. auch Goethe und Schiller bekennende und \u00fcberzeugte Heiden waren). Viele Menschen sind im Religionsunterricht noch mit solchen Vorstellungen gef\u00fcttert worden, als diese schon l\u00e4ngst \u00fcberholt waren. Vorurteile sind oft schwer auszurotten, aber leicht weiterzugeben, auch (oder gerade!) wenn sie auff\u00e4llig kindisch sind. Aber dem Christentum war es \u00fcber Jahrhunderte zur Gewohnheit geworden, alle anderen Religionen als minderwertig anzusehen, und Naturreligionen wurden als geradezu \u201eprimitiv\u201c angesehen. Diese Auffassung liegt nicht nur an der langen Verteufelung der alten Religionen durch das Christentum, sondern auch an einer naiven Fortschrittsgl\u00e4ubigkeit, die es als selbstverst\u00e4ndlich ansieht, dass der moderne Mensch wegen der rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Technik den Menschen fr\u00fcherer Zeiten auch sittlich \u00fcberlegen sei. Und genau das ist ein sehr gro\u00dfer Irrtum.<\/p>\n<p>Besonders \u00e4rgerlich aus heidnischer Sichtweise sind viele Filme und Romane, die Welten aus einer uralten Zeit entstehen lassen und in denen es von Magiern, Priesterinnen und geheimnisvollen Gottheiten wimmelt. All das soll \u201eHeidnisches\u201c darstellen, es basiert aber fast immer v\u00f6llig auf dem christlichen Konzept eines ewigen Kampfes des Guten gegen das B\u00f6se, wobei das B\u00f6se immer die Welt versklaven will. Das ist eine ausschlie\u00dflich christliche Sichtweise der Welt, die nichts mit einem heidnischen Weltbild zu tun hat, denn einen solch christlichen Dualismus zwischen absolut gut und absolut b\u00f6se gibt es im Heidentum nicht. Gerade diese christliche Vorstellung der Dualit\u00e4t, der ewige Kampf zwischen Gut und B\u00f6se, ist auch noch in den K\u00f6pfen von Menschen vorherrschend, die sich \u00fcberhaupt nicht f\u00fcr christlich beeinflusst oder sogar f\u00fcr atheistisch halten, ohne dass sie merken w\u00fcrden, wie sehr ihr nat\u00fcrliches Denken dadurch zerst\u00f6rt worden ist, dass sie nicht mehr abw\u00e4gen, die Dinge nicht mehr aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten k\u00f6nnen und von einem Extrem ins andere fallen. Auch im Heidentum gilt es, eine Balance zwischen guten und eher sch\u00e4dlichen Str\u00f6mungen und Kr\u00e4ften zu halten, aber das funktioniert auf sehr viel harmonischere Weise und kommt ohne die Vorstellung des absolut B\u00f6sen aus. Die Erkl\u00e4rung menschlicher Dummheit, allzu verst\u00e4ndlicher Schw\u00e4chen, Fehler und Unzul\u00e4nglichkeiten reicht in der Regel aus, um hinreichend zu erkl\u00e4ren, warum es mit der Welt nicht gerade zum Besten bestellt ist.<\/p>\n<p>Der Begriff \u201eNaturreligion\u201c wird vor allem dazu benutzt, um ihn von dem der \u201eOffenbarungsreligion\u201c zu unterscheiden. Unter Offenbarungsreligion versteht man eine Religion, die auf einen einzelnen Gr\u00fcnder zur\u00fcckgeht und die er selbst (oder seine direkten Anh\u00e4nger) in schriftlicher Form niedergelegt hat. Eine solche Schrift gilt dann als \u201eheilig\u201c und unver\u00e4nderbar. Der Religionsgr\u00fcnder behauptet, diese Schrift selbst von Gott \u201eempfangen\u201c zu haben. Alle Anh\u00e4nger dieser Religion sind somit gezwungen, jedes Wort dieser Verk\u00fcndigung f\u00fcr bare M\u00fcnze zu nehmen. Eigene religi\u00f6se Erfahrungen sind nicht erw\u00fcnscht, da sie ja der offiziellen Lehre widersprechen k\u00f6nnten. Als \u201eVermittler\u201c zwischen den Menschen und dem G\u00f6ttlichen gibt es vielmehr eine Priesterschaft, die den g\u00f6ttlichen Willen und die Worte der Schrift nach eigenem Gutd\u00fcnken oder jeweiliger Notwendigkeit \u201eauslegt\u201c.<\/p>\n<p>Naturreligionen dagegen besitzen weder einen Gr\u00fcnder, der sich das alles ausgedacht hat, noch \u201eheilige Schriften\u201c. Solche Schriften, die in bestimmten historischen Zusammenh\u00e4ngen entstanden sind und f\u00fcr diese Zeiten vielleicht g\u00fcltig waren, m\u00fcssen im Lauf von Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden nat\u00fcrlich unverst\u00e4ndlich werden. Es bedarf dann gro\u00dfer Spitzfindigkeit und Manipulation, einen Text, der z.B. f\u00fcr ein vergleichsweise winziges nomadisches Volk aus dem Alten Orient vor 3000 Jahren seine G\u00fcltigkeit gehabt haben mag, f\u00fcr heutige nordeurop\u00e4ische Gegebenheiten als \u201eWahrheit\u201c auszulegen bzw. \u00fcberhaupt noch auf v\u00f6llig ver\u00e4nderte gesellschaftliche Realit\u00e4ten anwenden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf religi\u00f6ser Autorit\u00e4t basieren Naturreligionen zwar auch, doch bei ihnen entspringt sie einer anderen Quelle. Was man glauben und tun soll, das sagt den Christen ihre Kirche, die sich dabei auf Konzile, Synoden und Bekenntnistexte beruft. Deren Antworten lauten einheitlich und grenzen zugleich eine Konfession gegen die andere streng ab. Das sucht man in Naturreligionen vergeblich. Dort beruht religi\u00f6se Autorit\u00e4t auf Erfahrung. Weil jeder Mensch neue und andere Erfahrungen macht, lehrt und handelt er auch anders als andere, vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Weltsicht versteht sich. Doch w\u00fcrde niemand aus Unterschieden in Lehre oder Praxis eine Abgrenzung von \u201ewahrem\u201c oder \u201efalschem\u201c Glauben folgern, wie es sich im religi\u00f6sen Verst\u00e4ndnis unserer Gesellschaft eingeb\u00fcrgert hat.<\/p>\n<p>Naturreligionen beruhen also insgesamt weniger auf reinem \u201eGlauben\u201c, sondern auf konkreter und f\u00fcr alle nachpr\u00fcfbarer Erfahrung. Dort werden Weisheiten nicht schriftlich fixiert, sondern m\u00fcndlich weitergegeben. M\u00fcndliche \u00dcberlieferung aber passt sich stets den notwendigen Gegebenheiten an, ohne dass deswegen die symbolischen Bilder selbst ver\u00e4ndert werden m\u00fcssen. Dazu kommt, dass Naturreligionen Techniken kennen, die jedem Menschen helfen k\u00f6nnen, einen Kontakt mit h\u00f6heren M\u00e4chten selbst herzustellen, selbst Antworten zu finden und Wahrheiten konkret \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen und sich nicht auf letztlich un\u00fcberpr\u00fcfbare Aussagen irgendwelcher Gurus, Priester oder angeblich \u201eheiliger\u201c Schriften zu verlassen. Wenn z.B. ein junger Indianer seine Vision sucht und sich dazu unter Fasten und anderen Techniken lange in die Einsamkeit zur\u00fcckzieht, kommt er danach mit Antworten zur\u00fcck, nicht mit vagen Vermutungen. Dass auch Jesus genau dieselbe Technik anwandte, die auch zu denselben Ergebnissen f\u00fchrte, als er vierzig Tage in die W\u00fcste ging und dort seine Vision hatte, scheint dabei kaum einem Christen bewusst zu sein. Und er sagte nicht \u201eBetet mich an\u201c, sondern \u201eFolget mir nach\u201c (d.h. geht denselben Weg, den auch ich gegangen bin, um zu \u00e4hnlichen Erkenntnissen zu gelangen). Auch die katholische und die griechisch\/russisch-orthodoxe Kirche kannte in fr\u00fcherer Zeit noch diese Techniken. Sie kennt sie immer noch, vermittelt sie aber bezeichnenderweise nicht mehr bzw. nur noch in kl\u00f6sterlichem Umfeld.<\/p>\n<p>Die christliche Vorstellung eines \u201eHeils\u201c, das bereits von Gott selbst ein f\u00fcr allemal erwirkt ist, gibt es im Heidentum nicht. Dort bleibt es Aufgabe der menschlichen Gemeinschaft, im Zusammenhang mit g\u00f6ttlichen und nat\u00fcrlichen Kr\u00e4ften, dieses \u201eHeil\u201c zu erwirken. Diese Aufgabe wird als Verantwortung f\u00fcr den Fortbestand einer harmonisch funktionierenden Welt gesehen, auf Gleichgewicht und soziale Ausgewogenheit, und das lenkt die religi\u00f6se Aufmerksamkeit und Hinwendung notwendigerweise auf das Hier und Jetzt der Gegenwart. Deshalb sind Heiden auch keine fr\u00f6mmelnden \u201eJenseits-Apostel\u201c, sondern Menschen, die mit beiden Beinen fest im t\u00e4glichen Leben stehen und f\u00fcr die das Handeln mehr z\u00e4hlt als fromme Gedanken und Worte. Nat\u00fcrlich kennt man auch im Heidentum eine g\u00f6ttliche Kraft, die in allem wirkt und erkennbar ist. Diese erfahrbare Kraft ist aber gerade f\u00fcr die schwer fassbar, die sie nie erlebt haben, denn hier geht es nicht um Aussagen einer Lehre oder Theorie, sondern um konkrete eigene Erfahrungen, die dem religi\u00f6s entfremdeten Durchschnittseurop\u00e4er oft fremd und unbegreiflich bleiben. Und weil diese Gabe die gesamte Sch\u00f6pfung umfasst, f\u00fchlt man sich auch mehr mit Tieren, Pflanzen, Fl\u00fcssen verbunden. Diese Haltung wurde fr\u00fcher als \u201eAnimismus\u201c bezeichnet und \u00fcberlegen bel\u00e4chelt. Dieser Begriff ist in der seri\u00f6sen Religionswissenschaft aber gl\u00fccklicherweise schon lange eingemottet und in einem Zeitalter \u00f6kologischer Bewusstseinswerdung durch die realistischere Erkenntnis ersetzt worden, dass sich der Mensch in Naturreligionen eben nicht zum Herrn der Gesch\u00f6pfe macht, sondern sich eher als Bruder unter Br\u00fcdern versteht.<\/p>\n<p>In Naturreligionen kennt man keine radikale Trennung von Gott und Welt, keinen strengen Unterschied zwischen religi\u00f6s und weltlich. Dort bildet Religion den ganzheitlichen Untergrund f\u00fcr das gesamte Leben, sie l\u00e4sst sich nicht \u201eabl\u00f6sen\u201c und als eigene isolierte Rubrik betrachten. Es ist ja bezeichnend, dass im Heidentum, z.B. bei indianischen oder afrikanischen Kulturen, Arzt, Psychotherapeut und Priester oft noch immer eine Person sind, und das meistens sehr erfolgreich.<\/p>\n<p>Aus all dem folgt nat\u00fcrlich auch, dass Naturreligionen nicht werben und keinerlei Mission betreiben, w\u00e4hrend die sogenannten \u201eWeltreligionen\u201c alle Welt bekehren wollen. Naturreligionen halten sich auch in keiner Weise f\u00fcr \u201ebesser\u201c als andere Religionen, sondern sind zutiefst einem Weltbild verpflichtet, bei dem sich religi\u00f6se Unterschiede aus unterschiedlichen ethnischen Traditionen ergeben, die in jeder Hinsicht als nat\u00fcrlich, normal und vor allem gleichwertig akzeptiert werden. Begriffe wie \u201efalscher\u201c oder \u201eIrr-\u201c oder gar \u201eAberglaube\u201c kennen sie nicht, woraus sich eine Toleranz ergibt, die den Offenbarungsreligionen unbekannt ist, da diese sich notgedrungen zu der Behauptung erdreisten m\u00fcssen, es g\u00e4be nur eine einzige Wahrheit und Sichtweise, und sie h\u00e4tten diese als Einzige erkannt. Daraus folgt vor allem auch, dass das Heidentum keine \u201eSekte\u201c ist. Dieser Begriff reizt Heiden sehr zum Lachen, weil es \u201eSekten\u201c ja per Definition nur in zentral normierten Religionen geben kann, die gerade dem Heidentum fremd sind. \u201eSekte\u201c bedeutet immer \u201eAbspaltung (von einem Hauptstrom)\u201c. Das Heidentum aber ist keine Abspaltung von irgendetwas, sondern selbst der Hauptstrom der eigenen Religion, und zwar einer mit jahrtausendealter Tradition. Schlie\u00dflich kommt auch niemand auf die Idee, die R\u00f6mer und Griechen der Antike als \u201eSekte\u201c zu bezeichnen, nur weil sie ihre eigene heidnische Religion aus\u00fcbten. Das heutige Heidentum wirbt nicht um Anh\u00e4nger, sondern lediglich um Verst\u00e4ndnis und Toleranz.<\/p>\n<p>Einer der gr\u00f6\u00dften Unterschiede zwischen konventionellem Christentum und Heidentum liegt in der Beziehung zwischen Menschen und Gottheiten. Die meisten Menschen lernen schon in ihrer Kindheit, dass es nur einen einzigen m\u00e4nnlichen Gott gibt, der allm\u00e4chtig und allwissend ist und dessen Willen sie sich unterwerfen m\u00fcssen, um religi\u00f6se und weltliche Erf\u00fcllung zu finden. Diese Lehre ist \u00fcber Jahrhunderte dazu benutzt worden, um die Unterwerfung der Frauen, soziale Unterschiede und die Unterdr\u00fcckung individuellen Denkens zu rechtfertigen. Im Gegensatz dazu ist im Heidentum Unterwerfung das Letzte, was die Gottheiten fordern w\u00fcrden. Diese Gottheiten sprechen keine Gebote f\u00fcr die aus, die an sie glauben. Stattdessen bieten sie Herausforderungen, um Mut im Ungl\u00fcck und St\u00e4rke gegen\u00fcber Schwierigkeiten zu zeigen. Sie wollen, dass man selbst\u00e4ndig als freier Mensch dasteht, um auf die eigenen F\u00e4higkeiten zu vertrauen, die Gaben des Lebens und die Talente des eigenen Geistes zu nutzen, die eben diese Gottheiten einem verliehen haben, damit man den Lebensweg, den man gew\u00e4hlt hat, auch erfolgreich gestalten kann. Und daraus folgt nun eine der Einschr\u00e4nkungen, warum der alte heidnische Weg nicht f\u00fcr jeden Menschen geeignet ist: Menschen, die darauf angewiesen sind, dass andere oder irgendwelche \u201eheiligen\u201c Schriften ihnen dauernd sagen, was sie zu tun haben, Menschen, die nicht willens sind, Verantwortung f\u00fcr das eigene Leben zu \u00fcbernehmen, Menschen, die zu schwach sind, eine \u00fcberzeugte Ethik und einen individuellen Charakter aus sich selbst heraus zu entwickeln, Menschen, die z.B. in Form der biblischen Zehn Gebote erst ein g\u00f6ttliches Verbotssystem ben\u00f6tigen, um Selbstverst\u00e4ndlichkeiten zu begreifen, f\u00fcr die ist der alte heidnische Weg in der Tat die falsche Alternative.<\/p>\n<p>Einer der nachhaltigsten Sch\u00e4den des Ein-Gott-Glaubens liegt in der Zerst\u00f6rung der nat\u00fcrlichen Beziehung zwischen M\u00e4nnern und Frauen. Der christliche Gott wurde stets als m\u00e4nnlich angesehen, die weiblichen Aspekte wurden \u00fcber lange Jahrhunderte vom Christentum verteufelt und unterdr\u00fcckt. Das geschah so nachhaltig, dass es gesellschaftlich bis heute nachwirkt. In den alten heidnischen Gesellschaften wurde das Weibliche hoch geachtet. So zeigt uns die nordeurop\u00e4ische heidnische Mythologie, dass das Weibliche der Schl\u00fcssel zu verborgener Weisheit sein kann, und die G\u00f6ttinnen sind sehr starke und eigenst\u00e4ndige Kr\u00e4fte. Der Gott der Bibel schuf den Mann nach seinem Bild und danach aus Adams Rippe eine Frau. In der nordischen Mythologie dagegen wurden der erste Mann und die erste Frau gleichzeitig aus zwei B\u00e4umen geschaffen, einer Esche und einer Ulme. Wenn wir die heidnischen Mysterien verstehen, k\u00f6nnen wir auch die M\u00e4nner und Frauen wieder besser verstehen. Wir k\u00f6nnen unsere Unterschiede sehen und damit beginnen, eine Einheit zu bilden. Dabei ist es sehr wichtig, die Ansichten der patriarchalischen Religionen aufzugeben. Eine Gesellschaft, an der die Frauen nicht gleichberechtigt teilnehmen k\u00f6nnen, kann niemals eine wirkliche Gesellschaft sein.<\/p>\n<p>Ein weiterer gro\u00dfer Unterschied besteht darin, dass das Heidentum den Begriff der \u201eS\u00fcnde\u201c nicht kennt. Nat\u00fcrlich gibt es auch dort eine Ethik, die sehr genau zwischen gutem und schlechten, zwischen ehrenhaftem und unehrenhaftem Tun unterscheidet. Die Vorstellung einer \u201eErbs\u00fcnde\u201c aber (also die Vorstellung, man werde automatisch mit einem schweren seelischen Makel geboren) w\u00fcrde im Heidentum nicht den geringsten Sinn ergeben, genauso wenig wie die Vorstellung, kein Mensch k\u00f6nne selbst einen Zustand des Heils oder der \u201eErl\u00f6sung\u201c erreichen, sondern der k\u00f6nne nur durch Priester als Mittler Gottes garantiert werden. Einerseits wachen die heidnischen Gottheiten also nicht kleinlich \u00fcber S\u00fcnde und Tugendhaftigkeit, andererseits aber bieten sie auch keine M\u00f6glichkeit an, moralische Verfehlungen durch ein Reuebekenntnis vor ihrem Angesicht zu \u201evergeben\u201c. Sie haben allerdings sehr viel mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr allzu menschliche Fehler, Schw\u00e4chen und Bed\u00fcrfnisse, als es der Gott der Bibel hat. Aber in heidnischer Tradition ist jeder Mensch f\u00fcr seine Taten und deren Konsequenzen voll und ganz selbst verantwortlich.<\/p>\n<p>Bei den teilweise bizarren Aussagen und vor allem inneren Widerspr\u00fcchen der Offenbarungsreligionen sollte es sehr zum Nachdenken anregen, dass die heidnischen Naturreligionen, die alle Jahrtausende \u00e4lter als z.B. das Christentum sind, \u00fcberall auf der Welt und unabh\u00e4ngig voneinander zu weitgehend identischen Ergebnissen gekommen sind. Wenn wir uns einmal ein Treffen zwischen einem indianischen Medizinmann, einem keltischen Druiden, einem afrikanischen Heiler, einer germanischen Seherin und einem sibirischen Schamanen vorstellen, d\u00fcrfen wir sicher sein, dass diese Personen nicht ann\u00e4hernd mit solchen Verst\u00e4ndigungsproblemen zu k\u00e4mpfen h\u00e4tten, wie es z.B. zwischen einem katholischen Theologen, einem j\u00fcdischen Rabbiner und einem muslimischen Imam der Fall w\u00e4re. Denn die erste Gruppe teilt konkrete eigene und identische Erfahrungen, w\u00e4hrend im zweiten Fall \u00fcber abstrakte Aussagen von Schriften diskutiert w\u00fcrde. Wenn man in religi\u00f6sem Zusammenhang \u00fcberhaupt den Begriff \u201eobjekiver Wahrheit\u201c verwenden darf, d\u00fcrfte er im Fall der heidnischen Gruppe also zumindest sehr viel \u00fcberzeugender ausfallen.<\/p>\n<p>Nun ist all das in einem Fall bereits von breiten Kreisen der \u00d6ffentlichkeit begriffen worden, n\u00e4mlich im Fall der indianischen Religionen. Indianische Spiritualit\u00e4t erfreut sich im Westen hoher Wertsch\u00e4tzung. Kein Mensch w\u00fcrde diese Spiritualit\u00e4t heute noch als \u201eprimitives Heidentum\u201c bezeichnen, wie es noch vor 50 Jahren der Fall war, sondern viele Menschen haben verstanden, dass diese Form der Spiritualit\u00e4t vieles von dem heilen kann, an dem die Entwurzelung unserer Zeit so oft krankt.<\/p>\n<p>Aber die indianischen Religionen sind nicht unsere eigenen Wurzeln. Und wenn wir etwas von ihnen lernen k\u00f6nnen, dann das: unser eigenes spirituelle Erbe wiederzuentdecken. Leider wissen die meisten Menschen einfach nicht, dass auch hierzulande genau die religi\u00f6sen Traditionen existieren, die wir an exotischen Kulturen so gerne bewundern. Die vorchristlichen Religionen des alten Europa sind von \u00e4hnlich komplexem Zuschnitt, von einem solchen Reichtum an altem Wissen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die menschliche Natur und Zusammenh\u00e4nge mit dem G\u00f6ttlichen, wie die hochstehendsten Religionen aus anderen Teilen der Welt auch.<\/p>\n<p>Oft h\u00f6rt man den Vorwurf, heidnische Religionen seien heutzutage lediglich ein Schmelztiegel verschiedener Traditionen und Philosophien aus aller Welt. Das mag auf gro\u00dfe Teile der sogenannten Esoterik-Szene zutreffen, wo in der Tat Elemente v\u00f6llig verschiedener Herkunft wahllos vermischt werden. Auf das Heidentum trifft das nicht zu, denn Heiden legen im Allgemeinen gro\u00dfen Wert auf die Kenntnis historischer Quellen und bem\u00fchen sich, ihre Religion so authentisch wie m\u00f6glich zu leben. Au\u00dferdem wird behauptet, dass die heutigen Heiden gar keine richtige Vorstellung von den alten Traditionen haben und sie deshalb nicht so praktizieren k\u00f6nnen, wie ihre Vorfahren es taten. Es stimmt zwar, dass eine Menge Wissen zerst\u00f6rt wurde, aber sehr viel Wissen ist gl\u00fccklicherweise auch \u00fcberliefert worden, vor allem bei den baltischen und germanischen Religionen. D\u00fcster sieht es allerdings im Fall der Kelten aus, vom originalen keltischen Heidentum wissen wir in der Tat sehr wenig. Sicher sind unsere Rituale modernisiert worden, aber das m\u00fcssen sie auch sein, denn wir leben im Hier und Jetzt. Die heidnischen Traditionen aber sind immer noch lebendig. Sie sind kein verkrustetes Gebilde, das in der Vergangenheit verhaftet ist. Die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert und wir mit ihnen. Was sich aber nicht ge\u00e4ndert hat, ist die menschliche Natur, und es ist heute noch genauso wichtig wie fr\u00fcher, uns und die geistigen Kr\u00e4fte, die uns umgeben, zu verstehen.<\/p>\n<p>Das alte Wissen ist nicht versch\u00fcttet. Es hat sich nicht nur in unz\u00e4hligen Volksbr\u00e4uchen erhalten, die bis heute sehr lebendig sind, in M\u00e4rchen und Sagen, sondern in entlegenen Gegenden Skandinaviens und des Baltikums haben sich auch die alten Mythen und Techniken bis in moderne Zeit noch teilweise ungebrochen erhalten. Zudem hat die historische und religionswissenschaftliche Forschung hier in jahrzehntelanger stiller Arbeit sehr viel geleistet und viele der verloren geglaubten Details und Zusammenh\u00e4nge ans Licht gebracht.<\/p>\n<p>Kritik am Heidentum ist gerne erlaubt, sie macht genauso viel Sinn, wie Kritik an jeder anderen Religion auch. Sie sollte dann aber von Menschen kommen, die auch wissen, wovon sie reden. Kritik von Menschen, bei denen sich bei n\u00e4herer Nachfrage dann herausstellt, dass sie kaum etwas N\u00e4heres \u00fcber ihre eigene Religion wissen, geschweige denn \u00fcber das Heidentum, bleibt in der Regel sehr unglaubw\u00fcrdig. Wenn z.B. Christen nicht einmal wissen (oder nicht wissen wollen), welcher Religionszugeh\u00f6rigkeit Jesus war, ist die Grenze des Ertr\u00e4glichen wahrlich erreicht.<\/p>\n<p>Besonders gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig scheint vielen die Vorstellung des Glaubens an mehrere Gottheiten zu sein. Es ist aber ein grundlegender Irrtum, der bis heute von christlicher Seite besteht, die Wesensart der heidnischen G\u00f6tter mit der ihres einzigen Gottes gleichzusetzen und darin einen unaufl\u00f6slichen Gegensatz zu sehen. Schlie\u00dflich haben auch Christen, Juden und Muslime genaue Entsprechungen zu den heidnischen Gottheiten: die gro\u00dfe Zahl von Engeln, Erzengeln und anderen himmlischen Heerscharen mit genauer Abstufung ihrer Kompetenzen. Im Katholizismus kommt noch die gewichtige Schar der Schutzheiligen hinzu. Und deren Funktionen entspricht auch sehr viel mehr z.B. denen der heidnischen G\u00f6tter. Die heidnischen Gottheiten sind nicht allm\u00e4chtig oder allwissend, sie unterstehen einem h\u00f6heren Prinzip, das allerdings nicht pers\u00f6nlich, sondern als ein ewiges Weltgesetz gedacht wird, dem alles unterworfen ist.<\/p>\n<p>Was aber gerade von bibelgl\u00e4ubigen Christen dagegen eingewandt wird, l\u00e4sst sich am leichtesten durch die Bibel selbst widerlegen. Aus zahlreichen Bibelstellen ergibt sich n\u00e4mlich mit Sicherheit die Existenz zahlreicher Gottheiten. Man sollte mit Ps. 82 beginnen, wo schon am Beginn gesagt wird, dass Jahwe \u201einmitten der Versammlung der G\u00f6tter\u201c steht. Dass die Israeliten auch weibliche Gottheiten (die \u201eHimmelsk\u00f6nigin\u201c) verehrten, geht ganz klar aus Jeremias 7, 18 und 44, 16 f. hervor. Gleichzeitig machen diese Stellen deutlich, dass es sich bei dieser Verehrung weiblicher Kr\u00e4fte nicht um eine exotische Sonderform g\u00f6ttlicher Verehrung handelte. Im Buch der Richter 11,24 wird klar gesagt, dass andere L\u00e4nder und V\u00f6lker auch andere G\u00f6tter haben, in I Sam. 26,9 klagt David dar\u00fcber, dass er au\u00dferhalb seines Landes auch zu anderen G\u00f6ttern beten m\u00fcsse, in Jon. 1,3 will sich der Prophet Jonas dem Machtbereich Jahwes durch Flucht nach Tarsis entziehen. In 5 Mose 4,19 wird Jahwe \u201eGott der G\u00f6tter\u201c genannt, in 5 Mose 4,19 und 29,25 ist anderen V\u00f6lkern auch die Verehrung anderer G\u00f6tter zugeteilt. Auch Jes.Sirach 17,14 nimmt an, dass \u00fcber andere V\u00f6lker auch andere G\u00f6tter herrschen. Die Beispiele lie\u00dfen sich beliebig vermehren. Gerade die Bibel geht also von der Existenz zahlreicher Gottheiten aus. Der dort verehrte Jahwe war lediglich der f\u00fcr die Gegend \u201ezust\u00e4ndige\u201c Gott, und immer wieder wird gerade in der Bibel gesagt, dass er ausschlie\u00dflich der Gott des Volkes Israel und keines anderen Volkes sei. Insofern st\u00f6\u00dft gerade biblisch orientierte christliche Kritik am Heidentum oft ins Leere. Sie ist in der Regel meistens ziemlich peinlich, weil sich dadurch regelm\u00e4\u00dfig offenbart, dass die meisten Christen das Alte Testament nicht einmal ansatzweise kennen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich begegnet man oft der grunds\u00e4tzlichen Frage, wozu eigentlich \u00fcberhaupt noch Religion? Aber diese Frage klingt, als k\u00f6nne man Religion einfach abschaffen, und ist in etwa so sinnvoll, wie die Frage, warum man noch denken sollte. Religi\u00f6se Fragen stellen sich von selbst. Die marxistische Theorie, nach der das Ph\u00e4nomen Religion nur die Kompensation menschlichen Leids und Elends sei und Religion von selbst verschwinden w\u00fcrde, wenn man eben dieses Leid und Elend abschafft, hat sich nicht nur als historisch v\u00f6llig falsch erwiesen, sondern ging vor allem von einem f\u00fcr das 19. Jahrhundert typischen v\u00f6llig eurozentrischen Weltbild aus. Schlie\u00dflich ist Religion ja kein Produkt der westlichen Industriegesellschaft, sondern gerade \u201egl\u00fcckliche\u201c Naturv\u00f6lker hatten stets die weitentwickelsten und bl\u00fchendsten Religionen. Nat\u00fcrlich kann man die Frage nach der eigenen Endlichkeit und nach dem Sinn des Lebens verdr\u00e4ngen, sich ablenken und versuchen, nur in der Gegenwart zu leben (eine ganze Unterhaltungsindustrie lebt davon), aber keinem Menschen wird es gelingen, die wirklich wichtigen Fragen des Lebens zu verdr\u00e4ngen. Sie werden ihn einholen und am Ende mit umso gr\u00f6\u00dferer Wucht zur\u00fcckkommen. Aus dem geradezu panischen Zwang, das eigene Gl\u00fcck in der begrenzten Lebenszeit selbst herstellen zu m\u00fcssen, koste es was es wolle, und dieses Gl\u00fcck vor allem in materiellen und nicht in eigenen geistigen Fortschritten zu suchen, entsteht das meiste Unheil in dieser Welt. Wer aber nicht alle \u00e4u\u00dferlichen Gl\u00fcckserwartungen in den wenigen Jahren seiner Lebenszeit unterbringen muss, der lebt einfach gelassener \u2013 und vor allem gl\u00fccklicher.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss man nicht dem Heidentum anh\u00e4ngen, um ein gl\u00fcckliches und erf\u00fclltes Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Das gr\u00fcndet sich viel mehr auf die F\u00e4higkeit, mit der Freiheit, die unsere Gesellschaft uns bietet, auch umgehen zu k\u00f6nnen, und Verantwortung f\u00fcr das eigene Tun zu zeigen. Das erfordert eine gewisse St\u00e4rke, die nicht alle Menschen in gleicher Weise besitzen. Gerade die heidnischen Religionen aber k\u00f6nnen unsere geistigen M\u00f6glichkeiten st\u00e4rken, uns mehr Chancen bieten und unser Denken erweitern \u2013 nicht einengen. Denn der heidnische Glaube ist frei von jeglichen festgeschriebenen Dogmen, und Einzelne k\u00f6nnen ihre Veranlagungen frei entwickeln. Er lehrt uns vor allem auch, f\u00fcr unser eigenes Leben die Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Die Freiheit, die uns gl\u00fccklicherweise auch in religi\u00f6sen Fragen zu Gebote steht, sollten wir nutzen, um den Weg zu w\u00e4hlen, der unserem Leben die beste Selbstverwirklichung zuteil werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die heidnische Bewegung in heutiger Zeit ging von den skandinavischen L\u00e4ndern aus, in denen die alten Traditionen ja am l\u00e4ngsten \u00fcberlebt hatten. Das heutige Heidentum ist nicht zentral organisiert. Es gibt keinerlei heidnische \u201eKirche\u201c, es gibt keine zentrale F\u00fchrung und erst recht keinen \u201eGuru\u201c oder \u00e4hnliche Figuren, die irgendeine Lehre vorgeben, der man zu folgen hat. Solche Tendenzen sind dem Heidentum v\u00f6llig fremd, wie aus dem bisher Gesagten hoffentlich deutlich genug hervorgehen sollte. Die Szene besteht aus zahlreichen kleinen Gruppen und Einzelpersonen in vielen L\u00e4ndern, die zwar auf lokaler Ebene oftmals Kontakt haben und mehr oder weniger zusammenarbeiten, die im Allgemeinen aber h\u00f6chst individuelle Meinungen haben. Genau dieser letzte Umstand steht einer zentralen Bewegung auch sehr entgegen, und sehr viele Heiden sind genau dar\u00fcber auch sehr froh. Auch der Eldaring versucht diesen Zustand nicht zu \u00e4ndern. Der Verein bem\u00fcht sich lediglich darum, Interessierten durch Mitgliedschaft mit Informationen, Kontakten usw. weiterhelfen zu k\u00f6nnen, woran bei vielen Menschen tats\u00e4chlich gro\u00dfes Interesse besteht. Und wenn es mit diesen Zeilen gelingen w\u00fcrde, auch in der breiten \u00d6ffentlichkeit ein paar der d\u00fcmmsten Vorurteile abbauen zu k\u00f6nnen, w\u00e4re das einer der sch\u00f6nsten Erfolge.<\/p>\n<p><strong>Erschienen 2003 in Herdfeuer 1<\/strong><em><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt Oertel Da vielen Menschen \u00fcberhaupt nicht klar ist, was der Begriff Heidentum urspr\u00fcnglich und in heutigem Selbstverst\u00e4ndnis genau bezeichnet, wird das hier einmal sehr allgemeinverst\u00e4ndlich aufgezeigt. Der Begriff Heidentum l\u00f6st oft gro\u00dfe Missverst\u00e4ndnisse aus, die meist aus Nichtwissen resultieren. 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