{"id":119,"date":"2011-12-15T19:29:09","date_gmt":"2011-12-15T18:29:09","guid":{"rendered":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/?p=119"},"modified":"2025-08-24T20:46:42","modified_gmt":"2025-08-24T18:46:42","slug":"wie-man-sich-vor-trollen-schuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wie-man-sich-vor-trollen-schuetzt\/","title":{"rendered":"Wie man sich vor Trollen sch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"<p>von Eran<br \/>\n\u00dcbersetzung aus dem Englischen von Kurt Oertel<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teil 1: Das Grundproblem<\/h2>\n<p>Wir alle haben verschiedentlich mit ansehen m\u00fcssen, wie heidnische Gruppen oder auch gr\u00f6\u00dfere Vereine und Dachverb\u00e4nde durch innere Streitigkeiten zerst\u00f6rt wurden und zerfielen. In manchen F\u00e4llen ist das einfach nur Teil des nat\u00fcrlichen Kreislaufs von Entstehung und Zerfall, wobei sich etwas \u00dcberaltertes aufl\u00f6st, um Platz f\u00fcr neues Wachstum zu erm\u00f6glichen. In anderen F\u00e4llen jedoch traf dieser Zerfall auch hoffnungsvolle heidnische Gruppierungen, die noch jung und unverbraucht wirkten. Dabei kam es nicht nur zu einer Zerst\u00f6rung dieser Gruppen von innen heraus, sondern auch erfahrene Veteranen und hoch geachtete Personen, die das Heidentum lange Zeit hingebungsvoll mit aufgebaut hatten, fanden sich danach oft in einem Zustand v\u00f6lliger Desillusionierung wieder, weil sie dabei solche Verletzungen und Anfeindungen erlebt hatten, dass sie daran innerlich zerbrachen.<\/p>\n<p>Die Mechanismen hinter solchen Vorg\u00e4ngen erscheinen oft r\u00e4tselhaft und undurchschaubar. Wenn ein solcher Prozess noch im Vollzug begriffen ist, ist es fast immer unm\u00f6glich, klar zu erkennen, was falsch l\u00e4uft. Untersucht man danach dann die Tr\u00fcmmer der Katastrophe, scheint es immer noch so, als h\u00e4tten alle nur das Richtige zu tun versucht. Zwar gab es offensichtlich Missverst\u00e4ndnisse und kommunikative Defizite, aber genauso offensichtlich schienen sich alle Beteiligten aufrichtig und ernsthaft um eine produktive Anwendung der Regeln zur Konfliktbew\u00e4ltigung bem\u00fcht zu haben. Aber aus v\u00f6llig unverst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden machte das alles nur noch schlimmer. Und die zuvor Angesehensten der Gemeinschaft, die als die ethisch Integersten galten und die sich dabei am intensivsten um gutwillige L\u00f6sungen bem\u00fcht hatten, die Geduldigsten und Verst\u00e4ndnisvollsten \u2013 ausgerechnet sie wurden dabei aufgerieben. Ihre Kraft und St\u00e4rke wurden ins Nichts aufgesogen, ihr Idealismus wurde gebrochen, und sie zogen sich danach zutiefst verletzt ins Private zur\u00fcck und wollten mit dem organisierten Heidentum nichts mehr zu tun haben, wodurch ihr Wissen und ihre Erfahrung dem Heidentum auf immer verloren gingen. Fast k\u00f6nnte einen das in Verfolgungswahn verfallen lassen und den Verdacht n\u00e4hren, dass irgendwelche unguten Kr\u00e4fte einen Geheimplan verfolgen, der die f\u00e4higsten K\u00f6pfe des Heidentums unsch\u00e4dlich machen will.<\/p>\n<p>Vor einiger Zeit ver\u00f6ffentlichte Isaac Bonewits die Besprechung eines Buches, das sich diesem Thema widmet. Dieses Buch von Kenneth Haugk tr\u00e4gt den Titel<span>\u00a0<\/span><em>Antagonists in the Church: How to Identify and Deal with Destructive Conflict<span>\u00a0<\/span><\/em>(Augsberg Publishing House, Minneapolis 1988). Der Rezensent empfiehlt dieses Buch w\u00e4rmstens, obwohl es aus christlicher Sicht und f\u00fcr ein christliches Zielpublikum von Priestern und in der Kirche engagierten Laien geschrieben ist. Er behauptet, dieses Buch mache deutlich, was ansonsten immer nur als undurchschaubarer Prozess erlebt wird. Und damit hat er v\u00f6llig Recht.<\/p>\n<p>F\u00fcr Heiden ist die Lekt\u00fcre des Buches allerdings deshalb ziemlich nervt\u00f6tend, weil der Verfasser offenbar tats\u00e4chlich davon \u00fcberzeugt ist, dass alle innerchristlichen Auseinandersetzungen und Konflikte ausschlie\u00dflich ein reines Werk des Teufels mit dem Ziel sind, den einzig wahren christlichen Glauben und die Kirche zu vernichten. Wenn man diesen christlichen Unsinn aber einmal \u00fcberliest, wird man in dem Buch eine F\u00fclle unglaublich n\u00fctzlicher Erkenntnisse finden. F\u00fcr alle, die jemals einen der oben beschriebenen zerst\u00f6rerischen Prozesse in heidnischen Gruppen oder Vereinen selbst erleben mussten, bietet das Buch Einsichten und Erkl\u00e4rungen, wie man sie sich nie zu erhoffen wagte. Das Buch m\u00fcsste nat\u00fcrlich unter heidnischem Aspekt umgeschrieben werden, weil es speziell dem Heidentum eigene (positive wie negative) Aspekte gibt, die das Buch von Haugk f\u00fcr eine rein christliche Leserschaft verst\u00e4ndlicherweise nicht abdecken kann.<\/p>\n<p>Fangen wir also mit der wichtigsten und grundlegendsten Erkenntnis an: Es ist nicht so, dass solche Konflikte \u201eeinfach passieren\u201c. Gerade die wirklich zerst\u00f6rerischen und zersetzenden Streitereien, die kleine Gemeinschaften wie gro\u00dfe Vereine gleicherma\u00dfen zerrei\u00dfen k\u00f6nnen und die regelm\u00e4\u00dfig gerade die wertvollsten Mitglieder vertreiben, geschehen nicht etwa zuf\u00e4llig, und sie sind auch nicht nur eine Folge von Missverst\u00e4ndnissen oder kommunikativen Defiziten. Nein, sie geschehen deshalb, weil bestimmte Menschen sie bewusst ausl\u00f6sen. Es gibt Menschen mit bestimmten Pers\u00f6nlichkeitsmustern, die das konstante Ausl\u00f6sen von Konflikten genauso n\u00f6tig brauchen wie andere Menschen ihr t\u00e4glich Brot. Wenn ein solcher Mensch sich austoben darf, funktioniert keine Strategie von Konfliktbew\u00e4ltigung mehr, weil diese Person nicht das geringste Interesse an einer Beilegung des Konflikts hat. Im Gegenteil macht man die Dinge nur umso schlimmer, je mehr Geduld und Verst\u00e4ndnis man dabei aufzubringen versucht, weil diese Person genau das dazu missbrauchen wird, um den Streit zu verl\u00e4ngern und zu verschlimmern.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise sind solche Menschen eher selten und lassen sich f\u00fcr gew\u00f6hnlich als solche erkennen, bevor sie ernstlichen Schaden anrichten k\u00f6nnen. Aufgrund ihrer typischen Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale k\u00f6nnen sie dingfest gemacht werden, und das ist die Vorbedingung, um ihre Techniken zu vereiteln und unwirksam zu machen. Angemessen mit ihnen umgehen zu k\u00f6nnen, erfordert allerdings ein geh\u00f6riges Ma\u00df an Wissen und Erfahrung, das man sich zuvor erarbeitet haben muss. Es erfordert im Notfall aber vor allem die Bereitschaft zu schnellem und entschlossenem Handeln mit allen einem zu Gebote stehenden Mitteln. In einer kleinen und regional begrenzten Heidengruppe kann man sich relativ leicht gegen solche Menschen sch\u00fctzen. Leider ist das auf h\u00f6herer Ebene nicht so leicht. Schleicht sich solch eine Person n\u00e4mlich in gro\u00dfe Vereine und Dachverb\u00e4nde ein, kann sie dort durch gezielte Verleumdungen und b\u00f6swillige Ger\u00fcchte viel Schaden anrichten, bevor das Problem \u00fcberhaupt erkannt wird. Und auch dann ist es nicht einfach, wirkungsvoll dagegen vorzugehen.<\/p>\n<p>In dieser auf sieben Teile angelegten Artikelserie werde ich die Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale dieser Menschen beschreiben, wie man sie erkennt, auf welche Warnsignale man dabei zu achten hat sowie die Ma\u00dfnahmen, die gegen sie anzuwenden sind, und welche \u00fcberhaupt nichts bewirken. Ich werde auf die Gr\u00fcnde eingehen, warum gerade heidnische Gruppen solche Menschen anziehen und wie man die eigene Gruppe besser gegen sie sch\u00fctzen kann. Da es dabei auch um religi\u00f6se Zusammenh\u00e4nge geht, werde ich ebenfalls ein paar theologische Gedanken dazu \u00e4u\u00dfern. Egal wie Haugk die Dinge sieht, als Heiden brauchen wir das nicht als Konflikt zwischen \u201egut und b\u00f6se\u201c zu betrachten, sondern als Notwendigkeit, unsere Mitmenschen so zu behandeln, wie es jedem einzelnen angemessen ist. Wir haben es hier auch nicht mit einem Geheimplan oder einer Verschw\u00f6rung zu tun, sondern mit ganz nat\u00fcrlichen Prozessen, auch wenn sie sehr unangenehm sind \u2013 genauso wie Seuchen und Hochwasser ganz nat\u00fcrliche Dinge sind. Wenn die G\u00f6tter als Herrscher \u00fcber die Natur uns mit solchen Katastrophen belegen, muss das nicht hei\u00dfen, dass wir passiv daneben stehen und die Folgen einfach nur akzeptieren m\u00fcssen. Wenn man in einer Gegend lebt, die z.B. von Hochwasser oder Lawinen gef\u00e4hrdet ist, kann und sollte man von vornherein entsprechende Ma\u00dfnahmen treffen, um drohende Sch\u00e4den solcher Katastrophen so gut wie m\u00f6glich in Grenzen zu halten.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte all dies nur als Vorschl\u00e4ge verstanden wissen. Wer zu besseren Methoden des Umgangs mit dem Problem gefunden hat, sollte die in jedem Fall auch anwenden \u2013 und dieses Wissen bitte an uns andere weitergeben. Im n\u00e4chsten Teil dieser Artikelserie werde ich eine Liste von Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen solcher Menschen vorstellen und darlegen, auf welche Warnsignale man dabei achten sollte. Aber hier geht es zun\u00e4chst einmal um ein grunds\u00e4tzliches Verst\u00e4ndnis des Ph\u00e4nomens, mit dem wir es zu tun haben.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Suche nach einer treffenden Bezeichnung<\/strong><\/h4>\n<p>Die wirklich zerst\u00f6rerischen Konflikte in Gruppen jeder Art werden von Menschen verursacht, die davon besessen sind, andere in ein Kr\u00e4ftemessen zu verwickeln, bei dem man selbst nicht gewinnen kann. Solche Menschen haben f\u00fcr gew\u00f6hnlich wenig Selbstbewusstsein und Selbstachtung, nehmen keine R\u00fccksicht auf andere, haben Probleme mit der Realit\u00e4tswahrnehmung und weisen oft erhebliche Symptome von Verfolgungswahn auf. Aus ihrem geringen Selbstbewusstsein heraus entsteht der Wunsch, andere niederzumachen, damit sie selbst im Vergleich als besser dastehen. Da sie keine R\u00fccksicht auf andere nehmen, interessiert es sie \u00fcberhaupt nicht, welchen Schaden sie anrichten, ja, oft erkennen sie nicht einmal, dass sie \u00fcberhaupt Schaden angerichtet haben. Da sie unf\u00e4hig sind, zwischen der Wirklichkeit und den Phantasien in ihrem Kopf unterscheiden zu k\u00f6nnen, sind sie sehr \u00fcberzeugende L\u00fcgner, weil sie oftmals tats\u00e4chlich an den Unsinn glauben, den sie von sich geben. Ihr Verfolgungswahn ist dabei in vielen F\u00e4llen allerdings durchaus berechtigt: Wenn sie ihren inneren Trieben folgen, richten sie ma\u00dflosen Schaden an und ziehen damit den Zorn anderer auf sich. Paranoiker haben eben deshalb zahlreiche Feinde und nur wenige Freunde.<\/p>\n<p>Durch all das sind sie \u00fcber die Jahre hinweg sehr vorsichtig, verschlossen und verschlagen geworden, was sie oft hinter einer sorgf\u00e4ltig zur Schau getragenen Maske \u00e4u\u00dferer Freundlichkeit verbergen. In einem Fall war der Lieblingsspruch einer dieser Personen das ber\u00fchmte Wort von Machiavelli: \u201eBinde deine Freunde eng an dich, aber deine Feinde noch enger.\u201c Auf diese Art von Falschheit und Doppelz\u00fcngigkeit gilt es also zu achten.<\/p>\n<p>Kenneth Haugk nennt diese Sorte zersetzend t\u00e4tiger Menschen \u201eAntagonisten\u201c, um dadurch den christlichen Leser immer an den Antagonismus zwischen Satan und dem Gott der Bibel zu erinnern. In heidnischem Kontext ist diese Vorstellung einer ewigen Auseinandersetzung aber unangemessen, und deshalb sollten wir einen besser zu heidnischen Mythen und Symbolen passenden Begriff w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>\u201eShiva\u201c oder \u201eKali\u201c w\u00e4ren da schon etwas bessere Alternativen. Schlie\u00dflich ist Zerst\u00f6rung ein ganz nat\u00fcrlicher Prozess, auch wenn wir dazu lieber den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Abstand halten. Andererseits beziehen zerst\u00f6rerische Personen einen Gro\u00dfteil ihrer Kraft aus der Angst und Einsch\u00fcchterung, die sie bei ihren Opfern ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, deshalb w\u00fcrde man ihnen mit einer Bezeichnung wie \u201eKali\u201c viel zu viel Ehre erweisen. Besser w\u00e4re also ein Begriff, der sie nicht als gr\u00f6\u00dfer erscheinen l\u00e4sst als sie sind, ohne aber die von ihnen ausgehende Gefahr zu verharmlosen. Es gibt das Sprichwort \u201eJedes \u00d6kosystem braucht seine Maden\u201c, und den Begriff \u201eMaden\u201c habe ich dementsprechend auch schon auf sie bezogen geh\u00f6rt, aber das geht wiederum zu extrem in die andere Richtung und verharmlost diese Menschen zu sehr. Deshalb habe ich mich f\u00fcr die Bezeichnung \u201eTroll\u201c entschieden. In zahlreichen europ\u00e4ischen Mythologien und \u00dcberlieferungen sind Riesen, Trolle und Oger Verk\u00f6rperungen der Kr\u00e4fte des Chaos, Naturkr\u00e4fte, die oft gegen die Grenzen unserer Zivilisation anbranden oder auch gegen die Formen, die die Natur selbst geschaffen hat. Das Chaos ist keine \u201eb\u00f6se\u201c Macht sondern einfach nur die Kehrseite aller sch\u00f6pferischen Kr\u00e4fte. Zerst\u00f6rerisch handelnde Menschen als \u201echaotisch\u201c und nicht als \u201eb\u00f6se\u201c zu betrachten ist sehr hilfreich, um sie gerade in heidnischem Zusammenhang zu verstehen und richtig einzuordnen. Unter den Verk\u00f6rperungen des Chaos geh\u00f6ren Trolle oft zu den st\u00e4rksten dieser Kr\u00e4fte \u2013 sie k\u00f6nnen aber unwillentlich auch komisch bzw. l\u00e4cherlich wirken, wie in vielen Sagen und M\u00e4rchen \u00fcber sie deutlich wird. Trolle sind leicht auszutricksen, wenn man sich mit ihnen auskennt, und das Sonnenlicht verwandelt sie in harmlose Felsbrocken. Das Verst\u00e4ndnis der wahren Natur solcher Menschen ist somit unser \u201eSonnenlicht\u201c, das ihnen ihre Kraft nimmt und sie unsch\u00e4dlich macht.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die inneren Triebkr\u00e4fte<\/strong><\/h4>\n<p>Trolle k\u00f6nnen nichts daf\u00fcr, dass sie Trolle sind. Sie wollen genauso wenig bewusst zerst\u00f6ren, wie ein Pest-Floh Menschen t\u00f6ten und eine Lawine H\u00e4user zerst\u00f6ren will. Das liegt einfach in der Natur dieser Ph\u00e4nomene. Eine Lawine bahnt sich gnadenlos und unaufhaltsam ihren Weg ins Tal, und wenn man ihr zuf\u00e4llig im Wege steht, hat man eben Pech gehabt. Man hat die Lawine nicht ausgel\u00f6st und h\u00e4tte sie auch nicht verhindern k\u00f6nnen. Genauso folgt das zersetzende Treiben eines Trolls einem inneren Antrieb, der ihn so handeln l\u00e4sst, wie er es tut. Nichts, was du tun k\u00f6nntest, wird ihn dazu bringen, sich anders zu verhalten. Man kann nur eines tun: einen gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Abstand halten, wenn die Lawine abgeht.<\/p>\n<p>Oft begreifen Trolle den Schaden nicht, den sie anrichten. Ein in die Enge getriebener Marder, der an Tollwut leidet, will dich nicht wirklich zerfleischen, er will nur entkommen. Genauso wird auch eine zersetzende Person normalerweise abstreiten, dass sie anderen Leid zuf\u00fcgen wollte. In Wirklichkeit wollen diese Menschen etwas ganz anderes, n\u00e4mlich das, was auch alle anderen Menschen wollen und brauchen: Selbsterf\u00fcllung, Best\u00e4tigung, Sicherheit usw. Nur ist es dabei so, dass Trolle absolut kranke Methoden einsetzen, um diese Ziele zu erreichen. Und wenn sie die erreicht haben, fl\u00fcstert ihnen ihre eigene Unsicherheit ein, dass das Erreichte nicht von Dauer sein wird, also wollen sie immer noch mehr davon. Unsere vorl\u00e4ufige Grunderkenntnis muss also lauten: Trolle sind kranke Menschen, deshalb kann man nicht erwarten, dass sie sich wie reife und vern\u00fcnftige Menschen benehmen. Und mit ihnen genauso umzugehen, als seien sie reife und vern\u00fcnftige Menschen, ist deshalb so, als w\u00fcrde man sich einem in die Enge getriebenen tollw\u00fctigen Marder genauso n\u00e4hern, wie der eigenen verschmusten Katze. Die Folgen sind sehr unsch\u00f6n.<\/p>\n<p>Ein tollw\u00fctiger Marder oder ein Pest-Floh werden sich schwerlich \u00fcber Nacht in eine wohlt\u00e4tige Fee verwandeln. Genauso wenig ein Troll. Wenn man nicht gerade ein brillianter und sehr erfahrener Psychotherapeut ist, gibt es absolut nichts, was man tun k\u00f6nnte, um den Troll zu \u00e4ndern. Was immer man normalerweise tut, um anderen Menschen zu helfen, wird in diesem Fall sogar alles nur noch schlimmer machen. Wenn man der Falschheit und dem Zerst\u00f6rungswillen des Trolls mit Geduld und Verst\u00e4ndnisbereitschaft begegnet, lernt der Troll daraus nur eines: Falschheit und Zerst\u00f6rungswillen werden durch Geduld und Verst\u00e4ndnis belohnt. Das best\u00e4rkt den Troll nur darin, in seinem Verhalten fortzufahren.<\/p>\n<p>Trolle brauchen den Konflikt so wie andere Menschen ihr t\u00e4glich Brot. Egal, wie Menschen auf das Verhalten eines Trolls reagieren, jede nur m\u00f6gliche Reaktion gibt ihm das Gef\u00fchl, etwas Bedeutsames erreicht zu haben. Ihres geringen Selbstwertgef\u00fchls wegen empfinden sie jede Reaktion auf ihr Tun besser als gar keine. Und da Angst und Hass sehr starke Gef\u00fchle sind, gibt es ihnen das Gef\u00fchl gro\u00dfer Macht und Einflussm\u00f6glichkeit, wenn sie diese Gef\u00fchle bei anderen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Schl\u00e4gt ihnen Hass entgegen, n\u00e4hrt das au\u00dferdem ihren Verfolgungswahn (\u201eSeht ihr? Ich hatte Recht, niemand kann mich leiden!\u201c) und ermutigt sie zu weiteren solchen Handlungen, die bei anderen schon zuvor Hass und Angst hervorgerufen hatten (\u201eIch muss als Erster zuschlagen!\u201c). Begegnet man ihnen aber mit Zuneigung und Verst\u00e4ndnis, h\u00e4lt sie das genauso wenig von ihrem Tun ab, da sie sich nach Zerw\u00fcrfnis und Streit sehnen, nicht aber nach Zuneigung. Ihres Verfolgungswahns wegen werden sie dann glauben, dieses Verhalten solle sie t\u00e4uschen und in Sicherheit wiegen, und werden davon \u00fcberzeugt sein, freundliches Verhalten ihnen gegen\u00fcber sei Teil einer t\u00fcckischen Falle (\u201eIch wei\u00df, dass mich keiner mag. Weshalb tust du also so, als sei das bei dir anders? Was steckt dahinter?\u201c)<\/p>\n<p>Da Trolle lebensnotwendig des Streits bed\u00fcrfen, sind sie darin auch sehr ge\u00fcbt. Erfahrung ist ein guter Lehrmeister, und die meisten Trolle d\u00fcrften bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie alt genug sind, sich einer heidnischen Gemeinschaft anzuschlie\u00dfen, erhebliche Erfahrung darin gesammelt haben. Wenn \u00fcber die eigene Gruppe also das Ungl\u00fcck hereinbrechen sollte, Ziel eines Troll-Angriffs zu werden, ist es keine gute Idee, mit denselben Mittel zur\u00fcckschlagen zu wollen. Trolle haben eine Meisterschaft darin entwickelt, Frontalangriffe gegen sich zum eigenen Vorteil umzuwandeln. Noch besser sind sie darin, darauf mit subtilen Manipulationen zu reagieren. Eine ihrer erfolgreichsten Verteidigungsstrategien besteht darin, sich dabei selbst als Opfer einer \u201eHetzkampagne\u201c darzustellen. Wie immer man darauf auch reagiert und egal, wie ma\u00dfvoll und kontrolliert die eigene Reaktion dabei ausf\u00e4llt, sie beginnen danach allen zu erz\u00e4hlen, wie gemein, boshaft und nachtragend du in Wirklichkeit bist. Das ist eine bew\u00e4hrte Methode, um deine eigenen Freunde gegen dich einzunehmen, und pl\u00f6tzlich steht man ganz alleine da und verf\u00e4llt daraufhin selbst dem Verfolgungswahn. Diese Taktik hat zus\u00e4tzlich den Vorteil, die Aufmerksamkeit von dem Verhalten des Trolls abzulenken, durch das er die Situation zuvor \u00fcberhaupt erst herbeigef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Wenn zwischen gutwilligen und intelligenten Menschen Missverst\u00e4ndnisse auftreten, kann man in einem konstruktiven Dialog fast immer kl\u00e4ren, was genau an welcher Stelle schief gelaufen ist, und dadurch solche Spannungen auch wieder aus der Welt schaffen. Bei einem kranken Menschen wie dem Troll hat das aber nicht die gew\u00fcnschte Wirkung. Versuche nie, einem Troll gegen\u00fcber etwas erkl\u00e4ren zu wollen. Wenn du dich mit einem Troll zusammensetzt und ihm erkl\u00e4rst: \u201eDiese Handlung von dir hat den und den Schaden angerichtet. Diese Behauptung hat zu jenem Streit gef\u00fchrt. Und hierbei hat du mich missverstanden, was zu jeden Problem gef\u00fchrt hat \u2026\u201c usw., dann verr\u00e4t man dem Troll damit lediglich, welche seiner Strategien erfolgreich waren und welche nicht. Solch ein Versuch verschafft dem Troll also genau die Informationen, die er braucht, um den Konflikt zu verl\u00e4ngern und zu verschlimmern. Wenn du ihm sagst: \u201eWir k\u00f6nnen das Problem l\u00f6sen, indem wir dies oder jenes machen\u201c, dann hast du den Troll damit genau wissen lassen, welche Aktionen er zu sabotieren hat. Trolle versprechen dir gerne das Blaue vom Himmel, um dich in Sicherheit zu wiegen und dich glauben zu lassen, das Problem sei damit gel\u00f6st. Danach aber verstehen sie es meisterlich, Rechtfertigungen daf\u00fcr zu finden, warum sie ihre Versprechen gebrochen haben, oder sie finden Wege, sie geschickt zu umgehen, also geht der Konflikt immer weiter. Vor allem, wenn weitere Personen einbezogen sind, verstehen Trolle es hervorragend, die Diskussion vom Wesentlichen abzulenken \u2013 n\u00e4mlich von ihrem eigenen zersetzenden Treiben.<\/p>\n<p>Somit hilft also weder Geduld noch Nachsicht. Mit denselben Mitteln zur\u00fcckzuschlagen hilft auch nicht \u2013 und Zuneigung und Verst\u00e4ndnis genauso wenig. Es ist aussichtslos, die Lage sachlich kl\u00e4ren zu wollen, ebenso das Entwickeln von L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen und Kompromissen, der Versuch einer Mediation oder eines konstruktiven Dialogs. Sich mit einem Troll in eine Diskussion einzulassen, macht alles nur noch schlimmer, und all solche Versuche werden zwangsl\u00e4ufig b\u00f6se enden. Andererseits aber sind das nat\u00fcrlich genau die Mittel, die man bei Menschen anwenden sollte, die keine Trolle sind. Die meisten Menschen sind vern\u00fcnftig und konstruktiv. Trolle sind das nicht und sollten deshalb auch nicht so behandelt werden, als seien sie es. Trolle sind krank, man kann sie nicht heilen, und sie wollen auch gar nicht geheilt werden. Und sie in deiner N\u00e4he zu dulden, wird letztlich nur damit enden, dass du selbst dadurch den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Schaden auf dich ziehst.<\/p>\n<p>Die einzig wirksame Methode im Umgang mit Trollen liegt also ganz klar auf der Hand. Sie ist auch sehr einfach \u2013 zumindest in der Theorie: Lass dich nicht mit Trollen ein! Und wenn sich einer in die eigene Gemeinschaft oder den Verein eingeschlichen hat, muss er (oder sie) sofort ausgeschlossen werden, sobald man erkannt hat, dass man es mit einem Troll zu tun hat. Auf keinen Fall darf man dar\u00fcber ausgiebig mit dem Troll selbst diskutieren, um ihm die Hintergr\u00fcnde der eigenen Entscheidung erkl\u00e4ren zu wollen. Er wird einfach ausgeschlossen \u2013 und damit hat es sich.<\/p>\n<p>Aber so sollte man nat\u00fcrlich nicht mit vern\u00fcnftigen Personen verfahren, nur weil man vielleicht mit jemandem eine ernstliche Meinungsverschiedenheit oder ein Zerw\u00fcrfnis hat, das m\u00f6glicherweise lediglich auf Missverst\u00e4ndnissen beruht. Das n\u00e4chste Hauptproblem ist also nicht die Frage, wie man mit Trollen umgeht, sondern wie man sie rechtzeitig und zuverl\u00e4ssig erkennt.<\/p>\n<p>Genau darauf werde ich im n\u00e4chsten Teil dieser Artikelserie eingehen.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teil 2: Das Erkennen von Trollen<\/h2>\n<p>Im ersten Teil dieser Artikelreihe habe ich einige Eigenschaften destruktiver Menschen jener Sorte beschrieben, die heidnische Gemeinschaften zerst\u00f6ren und Vorstandsmitglieder in den Wahnsinn treiben k\u00f6nnen. Diese wirklich zerst\u00f6rerischen Konflikte werden von Menschen verursacht, die davon besessen sind, andere in ein Kr\u00e4ftemessen zu verwickeln, bei dem man nicht gewinnen kann. Solche Menschen haben f\u00fcr gew\u00f6hnlich wenig Selbstachtung, nehmen wenig R\u00fccksicht auf andere, haben Probleme mit ihrer Wahrnehmung der Realit\u00e4t und weisen oft erhebliche Symptome von Verfolgungswahn auf. Solche Menschen sind krank, man kann sie nicht heilen und sie wollen auch gar nicht geheilt werden, und sie in deiner N\u00e4he zu dulden, wird dir schlie\u00dflich allergr\u00f6\u00dften Schaden zuf\u00fcgen. Sie so zu behandeln, als seien sie vern\u00fcnftige und konstruktive Menschen, macht alles nur noch schlimmer. Und wenn man dem Tun eines Trolls z.B. mit Verst\u00e4ndnis und Geduld begegnet, wird er daraus lediglich die Lehre ziehen, dass du auf seine Zersetzungsarbeit mit Verst\u00e4ndnis und Geduld reagierst, und das wird ihn nur zu weiteren Untaten ermutigen.<\/p>\n<p>Ich habe f\u00fcr solche Menschen den Begriff \u201eTrolle\u201c gew\u00e4hlt und st\u00fctze mich damit auf das mythische und folkloristische Bild der M\u00e4chte des Chaos, die aber nat\u00fcrlich auch zerst\u00f6rerisch sind. Dieses Bild ist tief in dem Symbolismus Europas verwurzelt. Das Wort vermittelt etwas von ihrer Gef\u00e4hrlichkeit, l\u00e4sst aber auch die komischen bzw. l\u00e4cherlichen Seiten durchklingen, die Trolle in zahlreichen M\u00e4rchen besitzen. Ein Gro\u00dfteil der Macht, die destruktive Menschen aus\u00fcben, n\u00e4hrt sich aus der Angst und Unschl\u00fcssigkeit, die sie bei anderen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Wenn man ihre l\u00e4cherliche Seite nicht aus dem Blick verliert, kann man ihnen schon viel von dieser Macht nehmen.<\/p>\n<p>Die richtige Umgehensweise mit einem Troll besteht in sofortigem Ausschluss aus der Gruppe. Sehr kleine Gruppen sind in der Hinsicht gut dran. Auch wenn es keine F\u00fchrungsperson mit der alleinigen Autorit\u00e4t zu solchen Entscheidungen gibt, kann die Gefahr in einer kleinen Gruppe aber eher erkannt und es kann schnell gehandelt werden, da es hier selten Statuten und Satzungen gibt, die ein solches Vorgehen im Detail regeln w\u00fcrden. Man sagt der Person einfach, sie solle verschwinden und sich nie wieder blicken lassen. Das ist bei gr\u00f6\u00dferen Gruppen und gro\u00dfen Vereinen anders, dort gibt es in der Regel strenge Vorgaben und b\u00fcrokratische Regeln f\u00fcr einen Ausschluss mit offiziellen Anh\u00f6rungen, Mehrheitsbeschl\u00fcssen usw. Trolle lieben dergleichen und sind in der Lage, gr\u00f6\u00dfere Vereine mit solchen Verhandlungen \u00fcber Monate oder gar Jahre besch\u00e4ftigt zu halten. Trolle brauchen den Streit wie andere Leute ihr t\u00e4glich Brot, und formale Anh\u00f6rungen mit der Notwendigkeit zahlreicher Stellungnahmen \u2013 selbst wenn es dabei um ihren eigenen Ausschluss geht \u2013 stellen f\u00fcr sie eine B\u00fchne dar, auf der sie geradezu \u00fcber sich selbst hinauswachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Also nochmals auf den Punkt gebracht: Die beste M\u00f6glichkeit des Umgangs mit einem Troll ist der sofortige Ausschluss aus der Gruppe. Mit allen Dingen in der Natur sollte man auf angemessene Weise umgehen. Man l\u00e4sst ja auch nicht zu, dass sich ein Skorpion oder eine Kobra in der eigenen Sockenschublade einnisten. Das soll nicht hei\u00dfen, die Kobra sei \u201eb\u00f6se\u201c, es soll nur hei\u00dfen, dass nach allgemein menschlicher Ansicht die eigene Sockenschublade nicht der angemessene Wohnort f\u00fcr eine Kobra ist. Genauso will man, dass der Troll sein Zersetzungswerk woanders aus\u00fcbt und er sich von der eigenen heidnischen Gruppe fernh\u00e4lt. Dabei sagt man ihm einfach klipp und klar, dass er gehen soll. Dabei sollte man sich nicht mit zeremoniellen Formalien oder Erkl\u00e4rungen aufhalten, denn die w\u00fcrden dem Troll nur wieder Material liefern, dich in den n\u00e4chsten Konflikt hineinzuziehen. Sie w\u00fcrden dem Troll au\u00dferdem klarmachen, was genau bei seiner Strategie funktioniert hat und was nicht, und es gibt keinen Grund daf\u00fcr, den Troll auch noch bei der Perfektion seiner Troll-K\u00fcnste zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Aber genauso wenig, wie man ein zahmes Meerschweinchen im Wald aussetzen w\u00fcrde, m\u00f6chte man einen normalen Mitmenschen auch nicht so behandeln wie einen Troll. Das bedeutet, dass es wichtig ist, die Unterschiede zwischen einem gutwilligen Mitmenschen und einem Troll zu kennen, genauso wie man den Unterschied zwischen einem Meerschweinchen und einer Kobra kennen sollte.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Identifizierung des Trolls<\/strong><\/h4>\n<p>Nun kommen wir zu den typischen Eigenschaften von Trollen. Diese Aufz\u00e4hlung sollte man als Hilfe zum Erkennen von Warnsignalen und Alarmzeichen benutzen. Aber dabei ist nat\u00fcrlich eine gewisse Vorsicht und gro\u00dfe Verantwortung n\u00f6tig. Auch sehr vern\u00fcnftige Menschen k\u00f6nnen zeitweise einige dieser Eigenschaften zeigen. Als Heiden sollte uns ein strenger Dualismus fremd sein. Wenn bei jemandem ab und zu einmal ein paar dieser Merkmale auftreten, hat er wahrscheinlich nur einmal einen schlechten Tag gehabt und muss deshalb noch lange kein Troll sein. Und das v\u00f6llige Fehlen all dieser Eigenschaften bei einem Menschen bedeutet auch nicht, dieser m\u00fcsse ein ideales Mitglied der Gruppe sein. Hier ist also vor allem gesunder Menschenverstand gefragt, und es gibt keinen Grund, jetzt sofort panisch alle Mitheiden auf die nachfolgend aufgef\u00fchrten Merkmale hin zu \u00fcberpr\u00fcfen. Handlungsbedarf besteht nur in F\u00e4llen eindeutiger Verhaltensauff\u00e4lligkeit, keinesfalls soll hier aber einem pr\u00e4ventiven Verfolgungswahn das Wort geredet werden.<\/p>\n<p>Umgekehrt wiederum gibt es nur sehr wenige Trolle, bei denen sich all diese Eigenschaften \u2013 oder auch nur die meisten davon \u2013 gleichzeitig finden lassen. Wonach es Auschau zu halten gilt, ist ein ganz bestimmtes Muster: Wenn eine Person etliche dieser Eigenschaften aufweist \u2013 und zwar konstant \u2013 oder auch, wenn sie nur drei oder vier davon aufweist, die aber in extremer Form und ebenfalls konstant, dann hat man mit gro\u00dfer Sicherheit einen Troll vor sich.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Extreme Liebensw\u00fcrdigkeit<\/strong><\/em>. Trolle haben oft die Eigenschaft, dass jeder sie auf Anhieb mag. Sie k\u00f6nnen von sehr einnehmendem Wesen sein und wirken erstaunlich offen und freundlich. Deshalb muss man aber nicht sofort jedem gegen\u00fcber misstrauisch sein, von dem man einen guten ersten Eindruck hat. Auch wahre Wissende haben oft ein hohes Ma\u00df an pers\u00f6nlichem Charisma. Aber im Verbund mit weiteren Warnsignalen k\u00f6nnte dies auch auf den ersten Versuch einer Manipulation hindeuten. Trolle haben diese F\u00e4higkeit, beim ersten Eindruck liebenswert und sympathisch zu wirken, notgedrungen perfektionieren m\u00fcssen, um nicht sofort erkannt zu werden, was meistens gut funktioniert<strong>.<\/strong><span>\u00a0<\/span>Und das hat sie wahrscheinlich auch davor bewahrt, schon in jungen Jahren enthauptet zu werden.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Einschmeichelei<\/strong><\/em>. Dieser Aspekt h\u00e4ngt eng mit ihrer Liebensw\u00fcrdigkeit zusammen. Versucht diese Person, dir Honig um den Mund zu schmieren, dabei gleichzeitig deine schwachen Punkte herauszubekommen (jeder hat welche) und damit so umzugehen, dass es dir schmeichelt, um sich deine Akzeptanz zu erschleichen? Macht dir diese Person Geschenke, die in keinem Verh\u00e4ltnis zum Grad eurer Vertrautheit und Bekanntschaft stehen?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Schlechtmacherei<\/strong><\/em>. Scheint diese Person es zu genie\u00dfen, auf Irrt\u00fcmer, Fehler, Unterlassungen, Unf\u00e4higkeiten und schlechte Angewohnheiten anderer hinzuweisen? Und scheint diese Person damit andeuten zu wollen, sie selbst sei besser daf\u00fcr geeignet, die Aufgaben oder Pflichten dieser Leute zu \u00fcbernehmen? Und stellt diese Person dir manchmal Fragen, deren Antworten sie schon kennt, nur um herauszufinden, ob du sie auch kennst?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Gruppenwanderer<\/strong><\/em>. Ist diese Person in der Vergangenheit dauernd von einer Gruppe zur anderen gewechselt und meistens (oder immer) im Streit wieder gegangen? Erz\u00e4hlt sie nur Negatives \u00fcber diese anderen Gruppen und ihre Mitglieder und \u00e4u\u00dfert sie eine allgemeine Ablehnung von deren Vorstandsmitgliedern oder anderer geachteter Personen im Heidentum?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Angeberei<\/strong><\/em>. Versucht diese Person, dich mit der Aufz\u00e4hlung von bekannten Personen im Heidentum zu beeindrucken, denen sie allen schon begegnet sein will? Oder mit all den verschiedenen religi\u00f6sen Traditionen, die sie studiert und den Initiationen, die sie durchlaufen hat? Gibt es dabei dauernd Andeutungen auf ihre unvergleichlichen Erfahrungen, F\u00e4higkeiten und Kenntnisse? (Wirkliche Weise haben es nicht n\u00f6tig, damit anzugeben).<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Exzessive Ablehnung von Regeln<\/strong><\/em>. Viele Heiden sind ausgepr\u00e4gte Individualisten. Wenn man aber Mitglied in einer heidnischen Gruppe ist, muss man sich an bestimmte Regeln halten, egal wie locker oder restriktiv die angelegt sind. Trolle hassen solche Regeln. Vern\u00fcnftige Menschen, die mit den Regeln einer Gruppe nicht einverstanden sind, erkennen problemlos, dass die Gruppe nicht ihren Vorstellungen entspricht, und machen sich ohne Groll oder Feindschaft auf die Suche nach einer passenderen Gemeinschaft. Ein Troll dagegen wird seinen Zorn pers\u00f6nlich gegen die Gruppenmitglieder richten, wenn ihm etwas an den Regeln der Gruppe nicht passt.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Streitstifter<\/strong><\/em>. Ist diese Person auff\u00e4llig oft in Streitigkeiten und zersetzende Konflikte verwickelt? Scheint es immer dann zum Streit zu kommen oder ein Streit wieder aufzuflammen, wenn diese Person auftaucht oder anwesend ist (bzw. in der Zeit kurz danach)? Ist diese Person bereit, eigene Verantwortung f\u00fcr ihre Rolle in fr\u00fcheren Streitigkeiten zu \u00fcbernehmen, oder wird die Schuld daran immer anderen zugeschoben?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Geheimnisvolle \u201eAndere\u201c<\/strong><\/em>. Tragen an den Problemen dieser Person angeblich immer nur irgendwelche \u201eAnderen\u201c Schuld? Sind umgekehrt gewisse \u201eAndere\u201c angeblich immer einer Meinung mit dieser Person? Gibt diese Person alle m\u00f6glichen Geschichten weiter, die ihr angeblich von \u201eAnderen\u201c erz\u00e4hlt worden sind? Und weicht diese Person geschickt allen gezielten Fragen danach aus, wer genau denn diese \u201eAnderen\u201c sind oder waren?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Religi\u00f6se Praxis<\/strong><\/em>. Zeigt diese Person in anderen Bereichen seines Lebens unethisches, ehrloses, und unaufrichtiges Verhalten? Ein Mensch, der in anderen Bereichen seines Lebens falsch und zersetzend ist, kann ein solches Verhalten nicht einfach ablegen, wenn er einer heidnischen Gruppe beitritt, sondern wird diese Destruktivit\u00e4t unweigerlich in die Gemeinschaft hineintragen. Trolle versuchen deshalb m\u00f6glichst zu verhindern, dass man genauere Einblicke in ihre sonstigen Lebensverh\u00e4ltnisse und ihr Privatleben gewinnt.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 L\u00fcgner<\/strong><\/em>. Wird diese Person oft eindeutiger L\u00fcgen \u00fcberf\u00fchrt? Und ist sie dann mit Ausreden, windigen Erkl\u00e4rungen oder Gegenanschuldigungen immer schnell zur Hand? Solche Erkl\u00e4rungen k\u00f6nnen oft sehr einfallsreich sein. Eine \u00fcbliche Behauptung ist, dass man dann wohl ohne b\u00f6se Absicht irgendetwas missverstanden oder verwechselt h\u00e4tte. Ein entlarvter Troll hat zur \u201eErkl\u00e4rung\u201c seiner h\u00e4ufigen Falschaussagen unl\u00e4ngst aber sogar eine neue Behinderung erfunden, an der er angeblich leide: \u201eAurale Dyslexie\u201c.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Aufzeichner und Tagebuchschreiber<\/strong><\/em><strong>.<\/strong><span>\u00a0<\/span>Trolle lieben schriftliche Aufzeichnungen \u2013 die sie dann nat\u00fcrlich so abfassen, dass sie selbst in gl\u00e4nzendem Licht dastehen, alle anderen aber als Idioten und B\u00f6sewichte. Diese Aufzeichnungen z\u00fccken sie dann im geeigneten Moment, um zu \u201ebeweisen\u201c, wie gemein irgendjemand sich angeblich verhalten habe, oder um ihre eigenen unhaltbaren Behauptungen zu untermauern. Nat\u00fcrlich machen sich auch vern\u00fcnftige Menschen Aufzeichnungen, und somit ist nicht jede Person, die ein \u2013 inhaltlich oft sehr subjektives \u2013 Tagebuch f\u00fchrt, deshalb schon ein Troll. Aber benutzt diese Person solche sehr subjektiven pers\u00f6nlichen Aufzeichnungen, um eigene Behauptungen zu st\u00fctzen? Und strotzen diese Aufzeichnungen dann von extremen Eigenschaftsw\u00f6rtern und Andeutungen bez\u00fcglich des angeblichen Geisteszustandes von anderen? Und scheint diese Person unf\u00e4hig zu der Erkenntnis, dass solche Aufzeichnungen ein rein subjektives Zeugnis und nicht etwa objektive Beweise sind?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Exzessiver Sarkasmus<\/strong><\/em>. Geisteswitz ist eine gute Sache, dauernder und \u00e4tzender Sarkasmus auf Kosten anderer aber nicht. Scheint diese Person nicht begreifen zu k\u00f6nnen, wie verletzend und destruktiv ihr konstanter Sarkasmus ist und welchen Schaden sie damit anrichtet?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Nervens\u00e4gen<\/strong><\/em>. Liegt einem diese Person st\u00e4ndig mit Fragen, Vorschl\u00e4gen oder dem Jammern \u00fcber die eigenen Probleme in den Ohren? Erwartet sie, dass du dann sofort alles stehen und liegen l\u00e4sst, um sich nur ihren Anliegen zu widmen? Und ist sie beleidigt oder w\u00fctend, wenn du das nicht kannst oder willst?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Politisch-soziales Engagement<\/strong><\/em>. Ein soziales und politisches Bewusstsein ist eine gute Sache, und zahlreiche Heiden sind gerade in Umweltbelangen oder gegen Rechtsextremismus politisch aktiv. Aber solch ein Einsatz kann auch eine Maske f\u00fcr selbsts\u00fcchtige Forderungen oder f\u00fcr das Verlangen nach pers\u00f6nlicher Macht sein. \u00dcbersch\u00fcttet diese Person all die mit Verachtung, die sich in derselben Sache nicht mit \u00e4hnlichem Eifer engagieren? Missbraucht diese Person ihr Engagement, um Streit vom Zaun zu brechen \u2013 auch in Situationen, in denen die Bew\u00e4ltigung ganz anderer Aufgaben angesagt ist?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Schlechte Verlierer \/ schlechte Gewinner<\/strong><\/em>. Wie verh\u00e4lt sich diese Person in Diskussionen und Auseinandersetzungen \u2013 aber auch bei Freizeitvergn\u00fcgungen wie Spielen und Wettk\u00e4mpfen \u2013 angesichts ihres Ausgangs? Geht ein Gewinnen mit ausgepr\u00e4gter und h\u00e4mischer Schadenfreude einher und ein Verlieren mit \u00fcbellaunigen Bemerkungen und noch langem Herumreiten darauf? Wie stellt diese Person Konflikte dar, in die sie in der Vergangenheit verwickelt war? Werden pers\u00f6nliche Auseinandersetzungen eher in Begriffen von Sieg und Niederlage verstanden und nicht als Versuch einer Probleml\u00f6sung? Erwecken vermeintliche Niederlagen ein Rachebed\u00fcrfnis? Nutzt diese Person unterschiedliche Formen der Einsch\u00fcchterung oder passiv-aggressive Techniken, um ihre Ziele zu erreichen?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Geheimnistuerei und Tratsch<\/strong><\/em>. Die geschickte Platzierung von Informationen und das Streuen von Ger\u00fcchten und Verleumdungen ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge von Trollen. Sei vorsichtig, wenn dir eine Person allzu viele Details \u201estreng vertraulich\u201c offenbart oder dich vor auff\u00e4llig vielen Leuten warnt, mit denen sie fr\u00fcher einmal zu tun hatte, oder vor denen, die sie dauernd in ihren Erz\u00e4hlungen erw\u00e4hnt. Scheint sie geradezu versessen darauf zu sein, dir alle intimen Details aus anderen Gruppen oder heidnischen Richtungen verraten zu m\u00fcssen? Dann wird sie in ihrer n\u00e4chsten Gruppe \u00fcber dich und euch mit genau derselben Geringsch\u00e4tzung herziehen. Ist diese Person unangemessen stolz darauf, solche \u201eGeheimnisse\u201c zu kennen und angebliche Insiderkenntnisse zu besitzen, zu denen andere keinen Zugang haben?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Zweierlei<span>\u00a0<\/span><\/strong><\/em><em><strong>Ma\u00dfstab<\/strong><\/em>. \u201eWenn du irgendwelche Vorw\u00fcrfe \u00e4u\u00dferst, ist das nur boshaftes Geschw\u00e4tz. Aber ich dr\u00fccke damit nur meine Gef\u00fchle aus, oder ich will damit nur jemand anderen vor einer Gefahr warnen!\u201c \u2013 \u201eWenn ich etwas Negatives \u00fcber dich sage, ist das eine wohl\u00fcberlegte Feststellung, aber alles, was du hinter meinem R\u00fccken \u00fcber mich verbreitest, sind nur b\u00f6swillige Verleumdungen!\u201c Trolle sind unf\u00e4hig oder nicht willens, die ethischen Anspr\u00fcche und Verhaltensweisen, die sie von anderen Menschen erwarten und fordern, auch auf sich selbst zu beziehen. Sie werden allen anderen genau das Verhalten zum Vorwurf machen, das sie selbst praktizieren. Ist diese Person unf\u00e4hig oder nicht willens, andere Sichtweisen und Standpunkte zu verstehen?<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Besserwisserei<\/strong><\/em>. Wenn eine Person deiner Gruppe neu beitritt, l\u00e4sst sie dann sofort durchblicken, wie man ihrer Meinung nach alles besser machen k\u00f6nnte? Versucht diese Person, die Regeln der Gemeinschaft zu dehnen oder ganz in Frage zu stellen? Bedenke: Das Heidentum bietet viele Wege an, und man muss nicht die Bed\u00fcrfnisse eines jeden Einzelnen erf\u00fcllen, der zu einem st\u00f6\u00dft. Wenn einem Neumitglied alles an eurer Gruppe nicht passt, dann soll er sich doch eine Gruppe suchen, die ihm besser gef\u00e4llt oder selbst eine gr\u00fcnden.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Verdrehung heidnischer Grundwerte<\/strong><\/em>. Werte wie Treue, Ehre, das Stehen zu den eigenen ethischen Werten, eine eigene Sichtweise der Welt und ein individuelles Verst\u00e4ndnis der G\u00f6tter \u2013 all das und vieles mehr sind wichtige Prinzipien im Heidentum, bez\u00fcglich derer keiner einem anderen Vorschriften zu machen hat. Diese Individualit\u00e4t bei Heiden ist eine unersch\u00f6pfliche Kraftquelle f\u00fcr Trolle, um ihr zersetzendes Tun zu rechtfertigen. Dazu sp\u00e4ter mehr. Das eindeutige Warnsignal: Versucht eine Person, ihr ehrloses Verhalten mit dem Hinweis auf heidnische Grundwerte oder mit Schlagw\u00f6rtern aus Esoterik oder<span>\u00a0<\/span><em>New Age<\/em>-Terminologie zu rechtfertigen?<\/p>\n<p>Dieser letzte Punkt der Liste ist von ganz besonderer Bedeutung, da Trolle eine Meisterschaft darin entwickelt haben, heidnische Grundwerte zu ihren eigenen Zwecken so zu verdrehen, dass sich ihr zersetzendes Treiben damit gut tarnen l\u00e4sst. Diese Technik erweist sich oft als erschreckend wirkungsvoll, weil damit ihr Tun \u2013 selbst ihren Opfern gegen\u00fcber \u2013 scheinbar gut zu rechtfertigen ist. Und daraus k\u00f6nnen gro\u00dfe Schwierigkeiten dabei entstehen, einen Troll los zu werden, selbst wenn er (oder sie) f\u00fcr alle offensichtlich sein dreistes Zerst\u00f6rungswerk weiter betreibt, was sich aber vor allem in gr\u00f6\u00dferen Vereinen zu einem riesigen Problem entwickeln kann, wo man die gesamte b\u00fcrokratische Maschinerie der Satzung und personal-, zeit- und arbeitsintensive Prozesse in Bewegung setzen muss, um den Troll unsch\u00e4dlich zu machen. Trolle schaffen es dabei regelm\u00e4\u00dfig, auch wohlmeinende und vern\u00fcnftige Leute auf ihre Seite zu ziehen und sogar einen Spaltpilz bis hinein in die entsprechende Untersuchungskommission zu tragen, sodass es selbst dort zu offenem Krieg untereinander kommen kann. Menschliche Trag\u00f6dien sind dabei in jedem Fall vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Weil das Verst\u00e4ndnis dieser speziellen Technik der Trolle von allergr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit ist, werde ich die n\u00e4chste Folge dieser Artikelreihe ganz diesem Thema widmen. In der Folge darauf werde ich auch deutlich machen, warum gerade heidnische Gruppen ein solch dankbares Zielobjekt f\u00fcr die Angriffe von Trollen darstellen. Wenn man erst einmal verstanden hat, wo genau dabei unsere verwundbaren Stellen liegen, kann man auch erfolgreiche Abwehrstratgegien gegen den Einfall von Trollen entwickeln, indem man die Attraktivit\u00e4t der eigenen Gemeinschaft f\u00fcr Trolle vermindert oder zumindest die m\u00f6glichen Folgesch\u00e4den von Troll-Angriffen in Grenzen halten kann. Daf\u00fcr aber ist es unerl\u00e4sslich zu wissen, wo genau im Heidentum die offenen Einfallstore f\u00fcr Trolle zu finden sind, die sie immer wieder f\u00fcr ihre Angriffe nutzen.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teil 3: Troll-Philosophie<\/h2>\n<p>Diese Artikelserie besch\u00e4ftigt sich damit, wie man mit zersetzenden Menschen in heidnischen Gemeinschaften umgeht. Es gibt eine bestimmte Art von Menschen, die es zwanghaft dazu treibt, all das niederzurei\u00dfen, was andere aufgebaut haben. Ich benutze f\u00fcr solche Menschen den Begriff \u201eTrolle\u201c, weil ich mich damit einer sehr m\u00e4chtigen und sehr alten europ\u00e4ischen Vorstellung von den zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4ften des Chaos bediene. Zerst\u00f6rerisch und machtvoll sind sie, ja \u2013 aber auch leicht auszutricksen und fast schon l\u00e4cherlich, wenn man erst einmal begriffen hat, was sie antreibt und wo ihre schwachen Punkte liegen.<\/p>\n<p>Trolle lieben es, heidnische Grundwerte zu verdrehen, um ihre eigene Zersetzungst\u00e4tigkeit zu verschleiern. Diese Technik funktioniert oftmals erschreckend gut, weil sie so ihr Tun scheinbar zu rechtfertigen in der Lage sind \u2013 sogar gegen\u00fcber ihren Opfern. Gleichzeitig erschwert das die eigene Rechtfertigung daf\u00fcr, den Troll m\u00f6glichst umgehend aus der eigenen Gemeinschaft zu entfernen, selbst wenn der Troll weiterhin offen seiner Zersetzungst\u00e4tigkeit nachgeht. Das kann vor allem in gr\u00f6\u00dferen Vereinen oder Dachorganisationen zu einem echten Problem werden, weil es hier sehr formalisierter Prozeduren und Anwendungen der Satzung bedarf, um einen Troll loszuwerden. Trolle k\u00f6nnen sehr manipulativ mit heidnischen Grundwerten operieren und sogar Streit und offenen Krieg in die Arbeitsgemeinschaft hineintragen, die mit der L\u00f6sung des Problems beauftragt ist.<\/p>\n<p>Die heidnische Weltsicht beinhaltet zahlreiche Aspekte, die Trolle leicht zu ihren Gunsten manipulieren und verdrehen k\u00f6nnen. Sobald ein Troll als solcher erkannt ist, wird er sich zu seiner Verteidigung oft auf heidnische Konzepte wie dem Recht auf eine eigene Sicht der Dinge, Loyalit\u00e4t und Gefolgschaftstreue und eigene ethische Ideale berufen, vielleicht auch darauf, dass er sich gerade in einem Reha-Programm irgendeiner Art befindet sowie mit dem Gegenvorwurf, es w\u00fcrde \u201evon oben\u201c autorit\u00e4re Macht gegen ihn ausge\u00fcbt. Solche Vorw\u00fcrfe k\u00f6nnen auf andere Mitglieder sehr \u00fcberzeugend wirken \u2013 und auch auf einen selbst, sogar dann, wenn man pers\u00f6nliches Opfer dieses Trolls ist. Und sie k\u00f6nnen einen gerade in solchen Momenten verunsichern und z\u00f6gerlich werden lassen, in denen eher Selbstbewusstsein das Gebot der Stunde w\u00e4re.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie Trolle heidnische Grundwerte verdrehen<\/strong><\/h4>\n<p>Im Folgenden m\u00f6chte ich einige markante Beispiele daf\u00fcr auff\u00fchren, wie Trolle heidnische Grundwerte verdrehen, um ihr zersetzendes und \u00fcbles Tun zu erkl\u00e4ren oder zu verteidigen.<\/p>\n<p>1. Erwischt man einen Troll bei einer glatten L\u00fcge, wird er einem damit kommen, dass Realit\u00e4t eine sehr subjektive Erfahrung ist, die sich jedem anders darstellt. Er wird dann \u00fcberzeugend behaupten, f\u00fcr ihn h\u00e4tte sich das in dem Moment aber so \u201eangef\u00fchlt\u201c, und dass du kein Recht h\u00e4ttest, ihm deine eigene Form der Realit\u00e4tswahrnehmung aufzuzwingen. Ist es nicht gerade ein Grundwert des Heidentums, die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Realit\u00e4t zu tolerieren? Danach wird einem wahrscheinlich sofort vorgehalten werden, man wolle die eigene Ethik auch dem Troll vorschreiben. Aber hat der Troll nicht dasselbe Recht auf die Entwicklung einer eigenen Ethik f\u00fcr sich selbst? Ist es nicht gerade ein Grundwert des Heidentums, dass es Menschen dazu ermutigt, ihr eigenes Wertesystem zu entwickeln und somit auch die Wege, wie sie sich dem G\u00f6ttlichen ann\u00e4hern?<\/p>\n<p>2. Wenn du z\u00f6gerst, einem Troll, der dich in der Vergangenheit konstant belogen hat, auch nur noch ein Wort zu glauben, wird er dir vorwerfen, du w\u00fcrdest ihm nicht auf derselben Augenh\u00f6he begegnen wollen, wie es doch heidnischen Grundwerten entsprechen w\u00fcrde. Und verlangen diese Grundwerte nicht auch, dass du dem Wort eines anderen Heiden zu trauen hast?<\/p>\n<p>3. Etliche Trolle sind gut mit der Terminologie (aber nicht ihrer Bedeutung) der sogenannten Zw\u00f6lf-Schritte-Programme diverser Selbsthilfegruppen zur Suchtentw\u00f6hnung vertraut. Sag einem Troll, er m\u00f6ge von seiner zersetzenden T\u00e4tigkeit innerhalb deiner Gruppe Abstand nehmen, und dir wird entgegnet werden, du m\u00f6gest gef\u00e4lligst nicht sein \u201eReha-Programm\u201c sabotieren. Haben Heiden nicht Toleranz gegen\u00fcber allen unterschiedlichen spirituellen Wegen zu zeigen?<\/p>\n<p>4. Sag einem Troll, dass seine zersetzende T\u00e4tigkeit in deiner Gruppe einfach nicht zu tolerieren ist, und du wirst pl\u00f6tzlich als autorit\u00e4r, unflexibel und kontrolls\u00fcchtig bezeichnet werden. Heiden m\u00fcssen doch jeglichem autorit\u00e4rem Gehabe ablehnend gegen\u00fcberstehen, oder etwa nicht?<\/p>\n<p>5. Wenn du eine irgendeine Meinung \u00e4u\u00dfern solltest, die dem Troll nicht behagt, wird dir der Vorwurf zuteil werden, f\u00fcr dich gebe es nur \u201edie eine und einzige allein selig machende Wahrheit\u201c, und du wirst sofort mit der Inquisition oder dem Papst gleichgesetzt werden. Heiden lehnen doch schlie\u00dflich jegliche Dogmatik ab, oder nicht? Wie kannst du es also wagen, deine Meinung anderen vorschreiben zu wollen?<\/p>\n<p>In all diesen F\u00e4llen missbraucht der Troll die heidnischen Grundwerte nat\u00fcrlich nicht nur als Entschuldigung f\u00fcr sein eigenes Verhalten, sondern auch dazu, um f\u00fcr sich selbst jegliche Akzeptanz der Verantwortung f\u00fcr das eigene Handeln m\u00f6glichst zu vermeiden. Solche Argumente dienen lediglich dem Zweck, dich (bzw. alle anderen Beteiligten) von den Kernpunkten des eigentlichen Problems abzulenken: dem zersetzenden Handeln des Trolls selbst, einem Handeln, das der Troll mit dem listigen Vorschieben heidnischer Grundwerte zu maskieren trachtet.<\/p>\n<p>Man kann es nicht oft genug sagen: Auf keinen Fall sollte man all dies mit dem Troll selbst er\u00f6rtern. Das bringt \u00fcberhaupt nichts. Wenn man erst einmal die Gewissheit hat, dass man es tats\u00e4chlich mit einem Troll zu tun hat, ist jegliche Diskussion nutzlos und dient letztlich nur dem Troll. Mit ihm \u00fcber heidnische Grundwerte diskutieren zu wollen, anstatt ein scharfes Auge auf sein Tun zu richten, ist genau das, was sich der Troll von dir w\u00fcnscht, weil es wiederum von dem wirklichen Problem ablenkt. Au\u00dferdem wird der Troll deine Argumente nur zu der Behauptung missbrauchen, in Wirklichkeit w\u00fcrdest du selbst ja die heidnischen Grundwerte ablehnen, und da er in der Verdrehung von Tatsachen und Behauptungen sehr geschickt ist, wirst du pl\u00f6tzlich sehr dumm dastehen, wenn sich der Troll dabei gleichzeitig auch vor anderen produzieren kann.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gegenpositionen<\/strong><\/h4>\n<p>Zu den oben angef\u00fchrten f\u00fcnf Punkten m\u00f6chte ich deshalb hier auch die n\u00f6tigen Gegenargumente auff\u00fchren, die man sich zur St\u00e4rkung der eigenen Position zu eigen machen sollte. Nochmals: Diese niemals mit dem Troll selbst diskutieren! Verinnerliche sie vor allem zu dem Zweck, die n\u00f6tigen Schritte gegen ihn auch durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Verinnerliche sie, um gegen das Arsenal hinterh\u00e4ltiger Ablenkungsstrategien des Trolls gefeit zu sein.<\/p>\n<p>Zu Punkt 1: Wenn der Troll behauptet, seine subjektive Sicht der Wirklichkeit oder seine eigene Ethik h\u00e4tten ihre eigene Wertigkeit, die sich wie alle heidnischen Grundwerte auf die Menschenw\u00fcrde berufen, vergiss dabei niemals, dass du dasselbe Recht auch f\u00fcr deine eigenen Positionen einfordern kannst. Nat\u00fcrlich sind die unterschiedlichen Sichtweisen Einzelner von Bedeutung und sollten respektiert werden, und jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie er angesichts seiner eigenen ethischen Konzepte und seinem Verst\u00e4ndnis unserer Gottheiten zu handeln hat. Aber das bedeutet eben auch, dass du genauso das Recht hast, dein Handeln auf eigene Wahrnehmung und Ethik zu gr\u00fcnden. Wenn du also jemanden konstant als l\u00fcgnerisch, ehrlos und zersetzend erlebst, dann handele so, wie es diese Situation und deine eigene heidnische Ethik erfordert. Lass nicht zu, dass der Troll dir seine eigenen vermeintlich ethischen Bedingungen diktiert.<\/p>\n<p>Zu Punkt 2: Vertrauen auf ein heidnisches Wort und das Entgegentreten auf gleicher Augenh\u00f6he kann nicht in naiver Vertrauensseligkeit bestehen. Diese Lektion sollten wir inzwischen alle leidvoll gelernt haben. Welche Haltung man dabei einnimmt, muss immer davon abh\u00e4ngen, mit wem man es dabei im Einzelfall zu tun hat. Ich kann auch einem tollw\u00fctigen Marder gegen\u00fcber viel Liebe und Verst\u00e4ndnis empfinden. Das hei\u00dft aber nicht, dass man sich ihm so n\u00e4hern sollte wie der eigenen verschmusten Katze, sondern eben wie einem tollw\u00fctigen Marder und somit genau so, wie die jeweilige Situation es im Einzelfall erfordert. Wenn dich jemand dauernd bel\u00fcgt, bist allein du es, der dir, deiner Gruppe und den G\u00f6ttern dadurch schadet, dass man eine solche Person nicht auch als notorischen L\u00fcgner behandelt.<\/p>\n<p>Zu Punkt 3: Wenn du zul\u00e4sst, dass der Troll seine zersetzende T\u00e4tigkeit in eurer Gruppe auch weiterhin fortsetzt, machst du dich zu einem \u201eCo-S\u00fcchtigen\u201c. Mit diesem Begriff bezeichnet man Menschen aus dem Umfeld eines Alkohol- oder Drogenabh\u00e4ngigen, die ihn zu sch\u00fctzen versuchen. Sie m\u00f6gen ihn beim Arbeitgeber entschuldigen, ihm aus Schwierigkeiten mit der Justiz heraushelfen und ihn aus einer falsch verstandenen Zuneigung und Loyalit\u00e4t heraus vor den Folgen seines eigenen Tuns zu sch\u00fctzen versuchen. Das aber f\u00fchrt nur dazu, dass der Abh\u00e4ngige sein sich selbst (und andere) zerst\u00f6rendes Verhalten fortsetzt, und daraus entsteht nur weiteres Unheil. Nat\u00fcrlich will man niemandem seinen Willen aufzwingen, ein Auge auf die Aktivit\u00e4ten in der eigenen Gemeinschaft sollte man aber doch haben. Die L\u00f6sung ist also klar: \u201eDu kannst dich verhalten, wie du willst, aber nicht hier bei uns!\u201c Wenn ein Troll dir mit dem Zw\u00f6lf-Schritte-Programm zu kommen versucht, sage ihm einfach, er soll sein Reha-Programm woanders durchziehen.<\/p>\n<p>Zu Punkt 4: Ist das autorit\u00e4r? Ganz sicher nicht. Keiner ist dazu gezwungen, in eurer Gruppe zu sein, sondern die Mitglieder sind m\u00fcndige Erwachsene, die sich aus freiem Willen dazu entschieden haben. Ihr habt jedes Recht dazu, eure Gemeinschaft so zu leben, wie euch das angemessen scheint, und alle anderen haben das Recht, sich darin eingliedern oder auch nicht, wenn sie daran etwas st\u00f6rt. Autorit\u00e4re Strukturen k\u00f6nnen nur dort entstehen, wo man Mittel zum Zwang zu ben\u00f6tigen meint. Wo es \u00dcbereinstimmung gibt, kann auch kein autorit\u00e4res Verhalten entstehen, und niemand bleibt in eurer Gemeinschaft, der sich nicht pers\u00f6nlich dazu entschlossen hat. Du hast weder das Recht noch die Macht, \u00fcber andere zu herrschen oder zu bestimmen, aber wenn du eine verantwortliche Position in eurer Gruppe hast, dann hast du das Recht (und die Verantwortung!), ein paar Grundregeln festzulegen. Andererseits hat der Troll kein Recht, dich dazu zwingen zu wollen, weiterhin Kontakt mit dir oder eurer Gruppe zu halten zu d\u00fcrfen. Der Troll hat kein Recht zu diktieren, welches Verhalten in eurer Gruppe annehmbar ist und welches nicht. Dieses Recht liegt bei dir und euch.<\/p>\n<p>Zu Punkt 5: Versuchst du \u201edie eine und allein selig machende Wahrheit\u201c zu verk\u00fcnden, nur weil du eine Meinung \u00e4u\u00dferst? Nat\u00fcrlich nicht. Vorw\u00fcrfe, man sei autorit\u00e4r oder religi\u00f6s dogmatisch, sind in heidnischem Zusammenhang einfach absurd (wer seine eigene Lehre verk\u00fcnden will, ist nun einmal kein Heide). Wir k\u00f6nnen keinem seinen Glauben diktieren oder ihm vorschreiben, wie er diesen zu leben hat. Jeder Heide, der mit den Vorstellungen und der Glaubenspraxis einer Gruppe Schwierigkeiten hat, kann sich jederzeit woanders hin wenden oder zumindest Abstand zu der Person halten, deren Meinungen ihm nicht passen. Jemand der euch \u00f6ffentlich (!) des Autoritarismus und religi\u00f6ser Dogmatik bezichtigt, ist zweifellos ein Troll, der einfach versucht \u00c4rger zu machen und euch in Schwierigkeiten zu bringen. Entsprechende Angriffe gegen andere Gruppen sollte man einfach ignorieren, aber auch wenn man selbst das Ziel ist, sollte man dem keine Aufmerksamkeit schenken. Vorw\u00fcrfe religi\u00f6ser Dogmatik sind lediglich der Versuch, dich einzusch\u00fcchtern und mundtot zu machen. Tats\u00e4chlich sind das Beispiele daf\u00fcr, wie der Troll seine Meinung anderen aufzuzwingen versucht. Der Troll versucht einen Standpunkt zu unterdr\u00fccken, der ihm nicht behagt. Wer also versucht hier tats\u00e4chlich, die \u201eeine und einzig m\u00f6gliche Wahrheit\u201c zu verk\u00fcnden?<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von der Gesundheit des Selbstzweifels<\/strong><\/h4>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es vern\u00fcnftig und wichtig, die eigenen Meinungen und Ansichten in Frage zu stellen. Gerade Heiden in verantwortungsvoller Position, die ihre eigenen Entscheidungen nicht auch einer konstanten selbstkritischen Betrachtung unterwerfen, sind gef\u00e4hrliche Menschen, vor denen man sich h\u00fcten sollte. Wenn das aber zum konstanten Selbstzweifel wird, der n\u00f6tiges und effektives Handeln l\u00e4hmt, ist das genauso gef\u00e4hrlich. Ja, nat\u00fcrlich: Unterziehe dein eigenes Verst\u00e4ndnis gerade ethischer Fragen immer wieder einer erneuten Selbstpr\u00fcfung. Gehe nicht davon aus, dass du immer Recht hast, wenn du dich nicht in die Rolle eines unfehlbaren Papstes dr\u00e4ngen m\u00f6chtest, der andere am liebsten schon abweichender Meinungen wegen am liebsten auf den Scheiterhaufen bringen m\u00f6chte (tats\u00e4chlich ist das Unverm\u00f6gen, die eigene Meinung in Frage zu stellen, geradezu ein Markenzeichen von Trollen!). Aber andererseits dr\u00fccke dich nicht vor Entscheidungen, nur weil andere in der Sache anderer Meinung sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Heiden haben auch die Verantwortung, alles zu tun, um ihre Gemeinschaft zu sch\u00fctzen. Das hat nichts mit unrechtm\u00e4\u00dfig angeeigneter Befehlsgewalt, sondern vielmehr mit Verantwortung f\u00fcr alle Mitglieder der Gruppe zu tun. Wenn man einem Troll erlaubt, diese Selbstzweifel bei sich selbst noch zu n\u00e4hren oder sie zu manipulieren, kommt man dieser Verantwortung nicht nach. Vielmehr handelt es sich bei dieser unangemessenen Manipulation gesunder Selbstkritik bei anderen nur um ein weiteres Beispiel f\u00fcr die Verdrehung wichtiger heidnischer Grundwerte durch Trolle.<\/p>\n<p>Die Konsequenzen sollten sich klar aus eben diesen Grundwerten ergeben, wie man sie selbst verinnerlicht hat. Genau mit diesen Grundwerten sollte man sich deshalb auch immer wieder intensiv auseinandersetzen, um ein m\u00f6glichst tiefgreifendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr sie zu entwickeln. Eine solche Zeit der Innenschau ist aber nicht ausgerechnet dann angesagt, wenn eine Krise sich zuspitzt. Diese Fragen gilt es zu l\u00f6sen,<span>\u00a0<\/span><strong>bevor<\/strong><span>\u00a0<\/span>ein Troll sie in Frage zu stellen versucht. \u201eL\u00f6sen\u201c soll dabei nicht hei\u00dfen, diese Fragen auf ewig endg\u00fcltig beantwortet zu haben, es ist vielmehr dringend angeraten, sich immer wieder erneut damit zu besch\u00e4ftigen, weil man im Lauf der Jahre und der eigenen Weiterentwicklung dabei immer neue Aspekte und Antworten entdecken wird. Aber wenn jemand die eigene Gemeinschaft akut bedroht, ist schnelles und und entschlossenes Handeln gefragt, und die sollte sich auf Vorsichtsma\u00dfnahmen und fr\u00fchere Erkenntnisse zu solchen Problemen st\u00fctzen. Danach ist dann immer noch Zeit genug, die Situation erneut zu bewerten und die Erkenntnisse dar\u00fcber zu vertiefen. Menschen wachsen auch daran, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Man sollte also keine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Angst davor entwickeln, im schlimmsten Fall auch selbst einmal einen Fehler zu machen und daraus zu lernen.<\/p>\n<p>Man sollte dieses Thema innerhalb der eigenen Gruppe ausreichend durchdiskutieren, damit alle bez\u00fcglich eines jederzeit m\u00f6glichen Ernstfalls hinreichend mit der Problematik vertraut sind. Wenn ein Troll damit anf\u00e4ngt, heidnische Grundwerte zu verdrehen, um so sein eigenes ehrloses und zersetzendes Verhalten zu entschuldigen oder gar erkl\u00e4ren zu wollen, sollten so viele andere wie m\u00f6glich dazu in der Lage sein, diese Taktik ebenfalls durchschauen zu k\u00f6nnen. Aber nochmals: Diese Punkte darf man auf keinen Fall mit dem Troll selbst besprechen! Das w\u00fcrde das ganze Leid nur verl\u00e4ngern! Es gilt nur, ihn umgehend loszuwerden, und danach kann man in aller Ruhe noch einmal alles mit den anderen besprechen. In gr\u00f6\u00dferem Umfeld \u2013 also in \u00fcberregionalen Vereinen und Dachorganisationen \u2013 liegen die Dinge leider viel komplizierter, weil man sich hier bez\u00fcglich jeglicher Beschwerden \u00fcber andere Mitglieder normalerweise nur an einen Vorstand oder Rat wenden kann, und in dieser Situation ist es dem Troll ein Leichtes, die Dinge immer noch weiter zu verdrehen und darauf zu bestehen, dass sie endlos ausdiskutiert werden, bevor es \u00fcberhaupt zu einer Abstimmung \u00fcber seinen Ausschluss kommt. Auf dieses Problem werde ich in einer der n\u00e4chsten Folgen dieser Artikelreihe ausf\u00fchrlich eingehen. An dieser Stelle kann ich f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Vereine nur schon einmal zwei wichtige Grundregeln daf\u00fcr nennen:<\/p>\n<p>1. \u00dcber die M\u00f6glichkeit einer solchen Bedrohung und des Umgangs damit sollte man sich schon sehr fr\u00fchzeitig geeinigt haben.<\/p>\n<p>2. Man sollte daf\u00fcr eine Vorgehensweise entwickelt haben, die sicher gew\u00e4hrleisten kann, dass man angesichts n\u00f6tiger Ma\u00dfnahmen dabei \u201ebeim Thema\u201c bleibt und sich nicht verzettelt.<\/p>\n<p>In der kommenden Folge werde ich darlegen, welche Aspekte des Heidentums entsprechende Gruppen so verwundbar f\u00fcr Trollangriffe und zu einem so dankbaren Ziel zersetzender Pers\u00f6nlichkeiten macht. Es ist wichtig zu verstehen, wo unsere schwachen Stellen liegen, durch die sich Trolle stets die Schneisen f\u00fcr ihre Einf\u00e4lle bahnen.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teil 4: Warum Trolle heidnische Gemeinschaften lieben<\/h2>\n<p>Diese Artikelserie besch\u00e4ftigt sich damit, wie man mit zersetzenden Menschen in heidnischen Gemeinschaften umgeht. Es gibt eine bestimmte Art von Menschen, die es zwanghaft dazu treibt, all das niederzurei\u00dfen, was andere aufgebaut haben. Solche Menschen k\u00f6nnen sich auch in eure Gemeinschaft einschleichen. Ich benutze f\u00fcr solche Menschen den Begriff \u201eTrolle\u201c, weil ich mich damit einer sehr m\u00e4chtigen und sehr alten europ\u00e4ischen Vorstellung von den zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4ften des Chaos bediene \u2013 aber sie sind auch leicht auszutricksen, wenn man sich ein wenig mit ihnen auskennt.<\/p>\n<p>Dieses Trollproblem ist f\u00fcr das Heidentum seit Jahrzehnten typisch. Bereits in Berichten und Briefwechseln aus dem Wicca seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts l\u00e4sst sich \u00fcberall und immer wieder der Stallgeruch von Trollen wahrnehmen. Was also hat das Heidentum an sich, dass es Trolle unwiderstehlich anzuziehen scheint?<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verwundbare Stellen<\/strong><\/h4>\n<p>Trolle sind stets auf der Suche nach bestimmten Situationen und Konstellationen, die sie f\u00fcr ihre Zwecke missbrauchen k\u00f6nnen. Allen heidnischen Gruppen sind bestimmte Merkmale gemeinsam, die sie einerseits zu attraktiven Angriffszielen f\u00fcr Trolle machen, es aber gleichzeitig erschweren, solchen Angriffen angemessen zu begegnen.<\/p>\n<p>Zum einen \u2013 wie in der letzten Folge dargelegt \u2013 sind Trolle sehr geschickt darin, bestimmte heidnische Grundwerte zu ihren Gunsten zu verdrehen. Sobald sie erkannt worden sind, ziehen sich Trolle sofort auf windige Verteidigungsstrategien zur\u00fcck, wie z.B. das Konzept \u201esubjektiver Sichtweise\u201c, heidnische Loyalit\u00e4t, das eigene Reha-Programm, selbstverantwortliche Ethik, Gegenvorw\u00fcrfe von Autoritarismus usw. Zum anderen gibt es weitere verwundbare Stellen im Heidentum, die sich Trollen als willkommene Einfallsschneisen darstellen, und um die soll es in dieser Folge gehen.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Kleine Gruppengr\u00f6\u00dfen<\/strong><\/em>. Trolle lieben kleine Gruppen. Es ist relativ leicht, in einem kleinen Teich zu einem gro\u00dfen Fisch zu werden. Da Trolle sich wichtig vorkommen wollen, sind Gruppen von etwa zw\u00f6lf Personen f\u00fcr sie ideal.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Anti-autorit\u00e4re Strukturen<\/strong><\/em>. Heiden haben gegen\u00fcber autorit\u00e4ren Strukturen ein nat\u00fcrliches Misstrauen und ein gro\u00dfes Unabh\u00e4ngigkeitsbed\u00fcrfnis. Ein Troll kann das ausnutzen, um Verdacht gerade gegen Respektspersonen in der Gruppe zu s\u00e4en, den er dann verst\u00e4rken und weiter aufbauen kann.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Unb\u00fcrokratische Strukturen<\/strong><\/em>. Im Allgemeinen gibt es in heidnischen Gruppen keine strikten Vorschriften oder Verhaltensregeln \u2013 und auch in gr\u00f6\u00dferen Vereinen so gut wie kaum. So existieren z.B. im Fall von Streitf\u00e4llen keine formalen Regeln \u00fcber die Belegbarkeit von Aussagen oder Grundregeln der Fairness. Das bedeutet, dass ein Troll v\u00f6llig haltlose Ger\u00fcchte in die Welt setzen kann, die oftmals kritiklos geglaubt werden, ohne dass man ihn auffordern w\u00fcrde, seine Aussagen auch zu belegen.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Keine ethischen Regeln<\/strong><\/em>. Es gibt so gut wie keine heidnischen \u00c4ltestenr\u00e4te oder Komitees f\u00fcr Ethik. Somit gibt es auch keine kompetente Stelle, an der man Beschwerden \u00fcber einen Troll mit Aussicht auf Erfolg vorbringen k\u00f6nnte. Es gibt keine Instanz, die einen Troll stoppen oder auch nur behindern k\u00f6nnte. Und wenn es eine solche Instanz g\u00e4be, w\u00fcrden Heiden ihrer anti-autorit\u00e4ren Grundhaltung wegen vermutlich sofort den Verein wechseln.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Toleranz<\/strong><\/em>. Toleranz bez\u00fcglich unterschiedlicher Ansichten ist geradezu ein Markenzeichen des Heidentums (oder zumindest eines der Ziele). Trolle k\u00f6nnen sich meisterlich so darstellen, als wenn nur deshalb auf ihnen \u201eherumgehackt\u201c w\u00fcrde, weil sie anders sind. Sie beschuldigen dann andere, keiner Meinung gegen\u00fcber offen zu sein, die von der eigenen abweicht, und damit k\u00f6nnen sie es tats\u00e4chlich leicht schaffen, gro\u00dfe Sympathie auf sich zu ziehen.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Gegenseitige Hilfe<\/strong><\/em>. Es gibt Gruppen, deren Mitglieder sich bei ihrem spirituellen Wachstum gegenseitig zu helfen und unterst\u00fctzen versuchen. Wenn das zersetzende und ehrlose Tun eines Trolls aufgedeckt wird, tut er manchmal so, als w\u00fcrde er durchaus erkennen, dass er ein ernstliches Problem hat, versichert dann, sich dem gewissenhaft widmen zu wollen, macht dann aber einfach weiter wie bisher. Und man schmei\u00dft doch nicht einfach jemanden raus, der versprochen hat, sich zu bessern, oder?<\/p>\n<p>Dies sind einige der Punkte, die heidnische Gruppen Trollen gegen\u00fcber so verwundbar und gleichzeitig f\u00fcr sie attraktiv machen. All diese Punkte sind zutiefst in der heutigen heidnischen Kultur und ihrem Selbstverst\u00e4ndnis eingebettet, und die meisten davon d\u00fcrften sich schwerlich \u00e4ndern: Kleine heidnische Gruppen auf lokaler Ebene werden nicht pl\u00f6tzlich zehn- oder zwanzigmal gr\u00f6\u00dfer werden, wir werden keine autorit\u00e4ren Strukturen entwickeln und es wird in absehbarer Zukunft auch nicht zur Bildung einer \u201eHeidnischen Ethik-Kommission\u201c kommen \u2013 und wenn irgendetwas davon Wirklichkeit werden sollte, w\u00e4re das Heidentum nicht mehr das, was es ist. Deshalb m\u00fcssen wir M\u00f6glichkeiten finden, trotz dieser schwachen Punkte effektiv gegen Trolle vorgehen zu k\u00f6nnen. Und das erreicht man am besten dadurch, indem man diese vermeintlich schwachen Punkte als Vorteile erkennt, die man auch als St\u00e4rken der eigenen Gemeinschaft nutzen kann.<\/p>\n<p><strong>Einige hilfreiche Hinweise<\/strong><\/p>\n<p>Das Heidentum besitzt n\u00e4mlich auch etliche St\u00e4rken, die sich wirkungsvoll zur Bek\u00e4mpfung von Trollen einsetzen lassen. Deshalb m\u00f6chte ich die oben angef\u00fchrten Punkte nun unter diesem Aspekt betrachten.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Kleine Gruppengr\u00f6\u00dfen<\/strong><\/em>. Gerade die \u00dcberschaubarkeit und die engen Beziehungen der Mitglieder zueinander in kleinen Gruppen erschweren es dem Troll, \u00fcber lange Zeit unentdeckt zu bleiben. In gr\u00f6\u00dferen Vereinen f\u00e4llt es einem Troll viel leichter, sich in der Menge zu verstecken und das eigene Wesen zu tarnen, w\u00e4hrend er emsig Ger\u00fcchte und Verleumdungen streuen kann.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Anti-autorit\u00e4re Strukturen<\/strong><\/em>. Auch wenn die allgemeine heidnische Ablehnung religi\u00f6ser Autorit\u00e4t den Angriffen des Trolls auf respektierte Mitglieder ein aufmerksames Publikum er\u00f6ffnen mag, erschwert es dem Troll doch gleichzeitig, die Macht zu erlangen, nach der er sich sehnt. Selbst die Position eines Vorsitzenden im Vorstand ist nicht wirklich das, was er sich w\u00fcnscht, und w\u00e4re kaum befriedigend f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Unb\u00fcrokratische Strukturen \/ keine ethischen Regeln<\/strong><\/em>. Gerade das Fehlen entsprechender Regularien oder Instanzen, an die man sich im Notfall um Hilfe wenden k\u00f6nnte, gibt einem freie Hand f\u00fcr eigenes Handeln. Es bedarf keiner Erlaubnis \u201evon oben\u201c, um die n\u00f6tigen Schritte durchzuf\u00fchren, und es bedarf keiner f\u00f6rmlichen Regeln, die peinlich genau eingehalten werden m\u00fcssten (das bezieht sich aber leider nicht auf gro\u00dfe Vereine). Trolle neigen gl\u00fccklicherweise dazu, danach alle Br\u00fccken hinter sich abzubrechen und weiterzuziehen.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Toleranz<\/strong><\/em>. Auch wenn Trolle sich auf die Toleranz im Heidentum berufen k\u00f6nnen, um ihr Tun damit zu rechtfertigen, funktioniert das umgekehrt nat\u00fcrlich genauso gut. Die Verleumdung anderer erzeugt n\u00e4mlich keinesfalls einen solchen Hass auf die Opfer \u00fcbler Nachrede, wie Trolle sich das erhoffen. Vielmehr werden die meisten gelangweilt abwinken und das als pers\u00f6nliche Differenzen verbuchen, selbst wenn sie den L\u00fcgen eines Trolls Glauben schenken sollten.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Gegenseitige Hilfe<\/strong><\/em>. Wenn ein Troll versucht, dieses Konzept innerhalb eurer Gemeinschaft dazu auszunutzen, dabei sein eigenes \u201eProblem\u201c als Entschuldigung daf\u00fcr anzuf\u00fchren, sich nicht \u00e4ndern zu wollen, mache ihm klar, dass du Alkohol- oder Drogenabh\u00e4ngige nicht verdammst, weil sie vielleicht r\u00fcckf\u00e4llig werden, dass du aber nicht zu ihrem Co-S\u00fcchtigen werden willst.<\/p>\n<p>Im Umgang mit Trollen bietet das Heidentum zumindest einen theologischen Aspekt, der uns gegen\u00fcber allen anderen Religionen einen gewaltigen Vorteil einr\u00e4umt. Im Heidentum gibt es keine Notwendigkeit einer \u201eErl\u00f6sung\u201c, und Heiden empfinden nicht den geringsten Drang danach, anderer Menschen \u201eSeelen retten\u201c zu wollen. In etlichen anderen Religionen \u2013 vor allem in evangelikalischen christlichen Gruppen \u2013 wird es deren Priestern oder Predigern fast bis zur Unm\u00f6glichkeit erschwert, ein Gemeindemitglied ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen, weil dort der Glaube herrscht, alle Nichtmitglieder seien zu ewiger H\u00f6llenqual oder anderen schlimmsten Strafen verdammt. Ihrer \u00dcberzeugung nach ist ein aus der Gemeinschaft Ausgeschlossener eine \u201everlorene Seele\u201c, und eine solche Seele zu verlieren, wird vor allem als Versagen des Predigers selbst verstanden. In solchen Gemeinschaften wird ein Ausschluss als Katastrophe f\u00fcr den Betreffenden empfunden und f\u00fcr den Prediger genauso, wenn er zu diesem Mittel greifen muss. Exkommunikation ist in christlichem Zusammenhang deshalb sehr selten.<\/p>\n<p>Im Heidentum dagegen ist all das kein Problem. Es gibt keine theologischen Vorgaben, die einen davon abhalten k\u00f6nnten, dauerhafte Unruhestifter m\u00f6glichst schnell loszuwerden. Im Heidentum gibt es nicht den Glauben, man m\u00fcsse einer ganz bestimmten religi\u00f6sen Gemeinschaft angeh\u00f6ren, um \u201eerl\u00f6st\u201c zu werden, genauso wenig den Glauben, dass es besonders heilsam sei, sich mit Menschen einzulassen, die einem bewusst schaden wollen. Jemanden aus der eigenen Gruppe oder dem Verein auszuschlie\u00dfen, l\u00e4sst einen auch nicht dumm in dem Wettlauf dastehen, m\u00f6glichst viele \u201eSeelen gerettet\u201c zu haben, weil wir an diesem Wettlauf n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht teilnehmen. Und wen immer man auch aus der eigenen Gruppe oder dem Verein ausschlie\u00dft, der oder die ist deshalb nicht dazu verdammt, in der christlichen H\u00f6lle zu schmoren. Man er\u00f6ffnet dieser Person damit lediglich die M\u00f6glichkeit, einen anderen spirituellen Weg zu finden, der besser zu ihren Zielen und ihrem Wesen passt. Und darin liegt Heil.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eidgebundene Aspekte<\/strong><\/h4>\n<p>In dieser Artikelserie besch\u00e4ftige ich mich ganz allgemein mit heidnischen Gruppen und Aspekten, nicht aber speziell mit Gruppen, deren Mitglieder durch Eide miteinander oder ihren Lehren gegen\u00fcber zutiefst verbunden sind. Der Grund daf\u00fcr ist der, dass Trolle ein allgemein heidnisches Problem sind. Fast alle Eigenschaften der Trolle, die Art und Weise, wie sie Schaden anrichten, und die M\u00f6glichkeiten, wie man mit ihnen umgehen sollte, sind unabh\u00e4ngig von der jeweiligen heidnischen Richtung durchweg identisch. Die Probleme und typischen Muster dabei sind immer dieselben, und das erstreckt sich nat\u00fcrlich auch auf eidgebundene Gemeinschaften wie magische Orden usw. In solchen Gruppen aber tun sich einige spezielle Probleme und M\u00f6glichkeiten auf, auf die ich im Folgenden kurz eingehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Was Trolle an eidgebundenen Gemeinschaften besonders anzieht, ist ihre Faszination f\u00fcr alles Geheimnistuerische. Das Spielchen \u201eIch wei\u00df etwas, was du nicht wei\u00dft\u201c ist f\u00fcr jeden Troll geradezu unwiderstehlich. Wahrscheinlich sind gerade eidgebundene Gemeinschaften schon aus diesem Grund viel \u00f6fter Opfer von Trollangriffen als andere. Wenn man dann noch die mystische Aura bedenkt, die von magischen Orden, gewissen Wicca-Richtungen oder rosenkreuzerischen und vergleichbaren Gruppen bewusst gepflegt wird, wird es verst\u00e4ndlich, warum solche Gruppen Trolle noch mehr anziehen, als es in authenthisch-rekonstruktionistischen Religionen wie z.B. Asatru der Fall ist.<\/p>\n<p>Wenn man dort jemanden ausschlie\u00dft, ist die Hauptsorge dabei nat\u00fcrlich, dass sich die Person danach nicht mehr an ihre Eide gebunden f\u00fchlt. Mitglieder eidgebundener Gemeinschaften versuchen ihre Geheimnisse sehr zu sch\u00fctzen, und die Sorge, dass ein ehemaliges Mitglied sensibles Material ver\u00f6ffentlichen oder sonstwie verbreiten k\u00f6nnte, ist durchaus berechtigt. Ganz allgemein neigen Trolle aber dazu, Menschen verletzen zu wollen, nicht Gemeinschaften an sich. Wenige Trolle sehen auch viel Sinn in Eidbr\u00fcchen, vor allem nicht darin, eidgesch\u00fctzte Interna zu offenbaren, weil sie dann ihr Lieblingsspiel geheimnistuerischen Insiderwissens nicht mehr fortf\u00fchren k\u00f6nnen. Zudem haben viele dieser Richtungen Wege zum Umgang mit Eidbrechern gefunden. Wenn das auch in eurem Fall so ist, lasst euch nicht von der Sorge um eine Indiskretion von Interna davon abhalten, einen Troll loszuwerden.<\/p>\n<p>Ein Vorteil gr\u00f6\u00dferer und langlebigerer Richtungen gerade im Wicca ist heute ihre Best\u00e4ndigkeit und Festigkeit, wodurch sie sich den Luxus leiten k\u00f6nnen, neuen Interessenten gegen\u00fcber eine gewisse Vorsicht walten zu lassen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Wicca-Gruppen schwer zu finden waren und diese Tradition kurz vor dem Aussterben zu stehen schien. Aber das ist Vergangenheit, und heute ist die Zahl der Coven und der aktiven Veteranen gro\u00df genug, um einen Fortbestand dieser Tradition sicherzustellen. Diese Gruppen k\u00f6nnen deshalb sehr w\u00e4hlerisch dabei sein, wen sie ausbilden und wie das ablaufen soll, und sie k\u00f6nnen sich somit mehr Zeit bei der Entscheidung dar\u00fcber lassen, ob ein neues Mitglied auch zu ihnen passt. Wenn von Anfang an deutlich wird, dass es Jahre dauern kann, bis jemand auch nur daran denken kann, die Leitung eines Coven zu \u00fcbernehmen, verlieren die meisten Trolle schnell das Interesse und ziehen weiter, weil die Macht, die sie sich w\u00fcnschen, ihnen f\u00fcr lange Zeit vorenthalten bleiben wird. Und wenn der Leiter eines Coven sich gr\u00fcndlich die Zeit daf\u00fcr nimmt, Neumitglieder m\u00f6glichst gut kennenzulernen, wird es dem Troll sehr schwer fallen, sein wahres Wesen unter Verschluss zu halten.<\/p>\n<p>Andererseits macht gerade die Festigkeit und Best\u00e4ndigkeit solcher Traditionen sie in anderer Hinsicht zu einem begehrten Ziel. Trolle sind Kr\u00e4fte des Chaos. Instinktiv hassen und f\u00fcrchten sie alles, was einen festen und stabilen Eindruck macht, und gerade solche Strukturen werden von ihnen besonders genau auf m\u00f6gliche Schwachstellen hin untersucht. Langj\u00e4hrige Respektspersonen in solchen Traditionen sind dabei die Lieblingsziele von Trollen, die es als gro\u00dfen eigenen Erfolg empfinden, wenn sie solche Menschen diskreditieren oder sogar zu Fall bringen k\u00f6nnen. Man erinnere sich: Troll-Angriffe richten sich bevorzugt gegen Personen, nicht gegen Gruppen. Aber auch die Gruppen erleiden dabei erheblichen Schaden, vor allem wenn sie \u2013 wie im Wicca \u2013 um den Leiter eines Covens herum aufgebaut sind. Trolle richten ihren Blick auf solche Leiter oder andere Respektspersonen, und ihr Hass auf Autorit\u00e4ten bedingt, dass jeder, der seiner langen Erfahrung oder seines Wissens wegen Anerkennung genie\u00dft, genau die Art von Person darstellt, der ein Troll Schaden zuf\u00fcgen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Daraus wird deutlich, dass es gerade f\u00fcr solche Personen \u00fcberlebenswichtig ist, den Umgang mit Trollen zu beherrschen. Man muss Trolle als das erkennen, was sie sind, und lernen, ihrem Tun entschieden und entschlossen entgegenzutreten. Deine Selbstsicherheit dabei wird die des Trolls ersch\u00fcttern. Trolle lieben zwar m\u00f6glichst hochgestellte Opfer, aber nur solche, von denen sie denken, sie k\u00f6nnten ihnen auch schaden. Gegen eine Mauer anzurennen, l\u00e4sst den Troll dumm dastehen, und das nimmt ihm alle Macht. Das l\u00e4utet ihm die Todesglocke. Seine Macht beruht auf Techniken der Einsch\u00fcchterung. Wenn sich aber erst einmal jemand l\u00e4cherlich gemacht hat, kann er niemanden mehr einsch\u00fcchtern.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe und etablierte Traditionen haben einen weiteren m\u00f6glichen Vorteil. Sie organisieren sich zwar in sippen\u00e4hnlichen und eng verbundenen Kleingruppen, zwischen denen aber ein enges Kommunikationsgeflecht besteht. Das bietet die M\u00f6glichkeit, dass sich auch die Leiter und Respektspersonen gegenseitig Vertrauen schenken und sich austauschen k\u00f6nnen. Wird jemand Ziel eines Trollangriffs, ist das eine so unglaublich schmerzhafte und zerm\u00fcrbende Erfahrung, wie das kaum jemand nachvollziehen kann, der das nicht am eigenen Leibe erlebt hat. Es w\u00e4re keine schlechte Idee, eine (formlose)<span>\u00a0<\/span><em>Vereinigung der Troll-Opfer<\/em><span>\u00a0<\/span>(VTO) zu gr\u00fcnden, um denen beizustehen, die entsprechender Unterst\u00fctzung oder Trostes bed\u00fcrfen. In jedem Fall ist das Vertrauen derjenigen in dich, die in vergleichbaren Positionen sind, die beste Hilfe bei dem Umgang mit Trollen.<\/p>\n<p>Solch eine Vereinigung k\u00f6nnte auch dazu dienen, andere \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit von Trollen zu informieren und ihnen die Techniken zu vermitteln, wie mit dem Problem umzugehen ist. Eine m\u00f6glichst breite Weiterbildung \u00fcber Trollbek\u00e4mpfung in Theorie und Praxis w\u00e4re im Heidentum unendlich wertvoll. Der \u00dcberlieferung nach werden Trolle durch das Sonnenlicht in Felsen verwandelt. Wissen und Fr\u00fcherkennung sind unser \u201eSonnenlicht\u201c, das Trollen ihre F\u00e4higkeit nimmt, Schaden anzurichten.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren traf meine eigene Gruppe das Ungl\u00fcck, uns mit einem Troll herumschlagen zu m\u00fcssen \u2013 leider damals noch ohne jedes Wissen \u00fcber die damit verbundene Problematik. Da Erfahrung der beste Lehrmeister ist, ist uns die Lektion, die wir damals dadurch gelernt haben, seitdem zutiefst eingebrannt. So gesehen war das eine sehr wertvolle Erfahrung, die wir durchleben mussten. Allerdings hatten sich andere Heiden mit eben diesem Troll schon zuvor herumschlagen m\u00fcssen, und es w\u00e4re sehr hilfreich gewesen, wenn wir rechtzeitig zuvor entsprechende Warnungen bekommen h\u00e4tten. Eine weitere m\u00f6gliche Aufgabe einer VTO k\u00f6nnte also sein, allgemeine Warnungen vor bestimmten Trollen zu verbreiten.<\/p>\n<p>Aber auch hier lauern neue Gefahren. Trolle sind \u00e4u\u00dferst geschickt darin, jegliche Regeln einer Gemeinschaft zu ihrem Vorteil verdrehen und manipulieren zu k\u00f6nnen. Sie beherrschen es auch meisterlich, Streit und Zwietracht zu stiften und die Zielpersonen ihrer Angriffe erfolgreich zu verleumden und zu isolieren. Jede Gruppierung \u2013 selbst unsere hypothetische VTO \u2013 kann somit Opfer eines Trollangriffs werden. Trolle w\u00e4ren sogar nur zu gl\u00fccklich, sich gerade in eine solche Vereinigung einschleichen zu k\u00f6nnen, um eines von deren Mitgliedern anfallen zu k\u00f6nnen. Ein Troll w\u00fcrde also mit besonderer Freude einer VTO beitreten, denn aus welcher Position heraus k\u00f6nnte er besser andere Menschen verleumden?<\/p>\n<p>Aber damit kommen wir zu dem Problem, wie man mit Trollen umgeht, wenn sie sie ihr zersetzendes Tun nicht auf \u00fcberschaubare kleine und lokale Gruppen beschr\u00e4nken, sondern sich in gro\u00dfe Vereine, Dachorganisationen, Fest-Kommittees usw. einschleichen, ganz zu schweigen von Trollen auf Mailing-Listen und in Diskussionsforen im Internet. Auf diese Probleme werde ich ausf\u00fchrlich in den n\u00e4chsten Folgen dieser Artikelserie eingehen.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teil 5: Trolle in gr\u00f6\u00dferen Vereinen<\/h2>\n<p>Diese Artikelserie besch\u00e4ftigt sich damit, wie man mit zersetzenden Menschen in heidnischen Gemeinschaften umgeht. Es gibt eine bestimmte Art von Menschen, die es zwanghaft dazu treibt, all das niederzurei\u00dfen, was andere aufgebaut haben, oft dadurch, dass sie hinterlistig und grundlos Respektspersonen oder Leiter in Gemeinschaften zu verleumden versuchen. Ich benutze f\u00fcr solche Menschen den Begriff \u201eTrolle\u201c, weil ich mich damit einer sehr m\u00e4chtigen und sehr alten europ\u00e4ischen Vorstellung von den zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4ften des Chaos bediene \u2013 aber sie sind auch leicht auszutricksen, wenn man sich ein wenig mit ihnen auskennt.<\/p>\n<p>Die bisherigen Folgen gaben Hinweise darauf, wie man Trolle erkennt und auf welche Warnzeichen man dabei achten sollte, um die Sorte Mensch zu identifizieren, die nur auf \u00c4rger aus ist. Die Grundtechnik im Umgang mit Trollen besteht schlicht und einfach darin, sie umgehend loszuwerden. Trolle, die Aufnahme in eure Gemeinschaft beantragen, sollten mit Entschiedenheit abgewiesen werden. Kann ein Troll seine Maske lange genug aufrechterhalten, um Mitglied zu werden, sollte man ihn hinauswerfen, sobald er enttarnt ist. In Wicca-Coven ist der Umgang mit Trollen deshalb einfach (sofern man schnell und entschlossen handelt), weil dort die Leiter die unangefochtene Autorit\u00e4t besitzen, alle Entscheidungen nach eigenem Gutd\u00fcnken zu treffen.<\/p>\n<p>In anderen heidnischen Richtungen \u2013 vor allem im Asatru \u2013 ist das anders, und Trolle k\u00f6nnen auch ihren Weg in gro\u00dfe heidnische Vereine finden, wo die Autorit\u00e4t nicht bei einem Vorstand sondern bei der Mitgliederversammlung liegt, und wo es deshalb f\u00fcr alles b\u00fcrokratische Vorgehensweisen gibt, die meistens genau in einer Satzung oder anderen Regularien niedergelegt sind. Trolle werfen auch sehr gerne Handgranaten in laufende Diskussionen, sei es in der Leserbriefecke der Vereinszeitschrift, in Mailinglisten oder Diskussionsforen, wo es oft ein Ding der Unm\u00f6glichkeit ist, sie auf leichte Art wieder los zu werden. Es w\u00e4re auch zu fragen, wie man gruppen- und traditions\u00fcbergreifend bzw. innerhalb des gro\u00dfen und wachsenden Heidentums insgesamt vorgehen sollte, damit der Troll nicht einfach weiter wandern und die n\u00e4chste Gruppe zerst\u00f6ren kann. Diese Folge besch\u00e4ftigt sich mit Trollen in gro\u00dfen Vereinen. Die n\u00e4chste diskutiert das Problem der Trolle im Internet und die Vorteile, zur Troll-Abwehr ein gruppen- und vereins\u00fcbergreifendes Fr\u00fchwarnsystem aufzubauen. Auch wer kein Mitglied in einem gr\u00f6\u00dferen Verein ist, d\u00fcrfte einigen Nutzen aus den folgenden Ausf\u00fchrungen ziehen k\u00f6nnen, da hier Grundregeln beschrieben werden, die in anderen Situationen genauso anwendbar sind. Und auch jedes Wissen dar\u00fcber, wie ein Troll wahrscheinlich handelt und wie man darauf wirkungsvoll reagiert, kann in vielen anderen Zusammenh\u00e4ngen wertvoll sein.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das organisatorische Vorgehen<\/strong><\/h4>\n<p>Die folgenden Hinweise und Ratschl\u00e4ge gr\u00fcnden sich auf F\u00e4lle aus dem wirklichen Leben, auf Beispiele aus heidnischen Vereinen, die versuchten, sich eines Trolls zu erwehren \u2013 und \u00fcblicherweise daran scheiterten. Man kann nicht eindringlich genug darauf hinweisen, dass so etwas tats\u00e4chlich st\u00e4ndig passiert.<\/p>\n<p>Die weitaus wichtigste und n\u00fctzlichste Ma\u00dfnahme im Umgang mit Trollen ist dabei die Sicherstellung, dass m\u00f6glichst viele Vereinsmitglieder f\u00fcr das Problem sensibilisiert sind und ebenfalls wissen, auf welche Erkennungs- und Warnzeichen man dabei zu achten hat. Dar\u00fcber sollte man innerhalb des Vereins Workshops oder Vortr\u00e4ge abhalten, am besten mit j\u00e4hrlichem Auffrischungskurs. Man m\u00f6chte schlie\u00dflich, dass die eigenen Mitglieder Trolle und ihr zersetzendes Tun m\u00f6glichst schnell erkennen k\u00f6nnen, damit man ihn schnellstm\u00f6glichst wieder loswerden kann. Aber so n\u00f6tig solche Weiterbildungsma\u00dfnahmen auch sind, sie sind leider nicht ausreichend. Man braucht auch eine sichere Vorgehensweise f\u00fcr den Ernstfall.<\/p>\n<p>Bevor man einen heidnischen Verein gr\u00fcndet oder einem solchen beitritt, der gr\u00f6\u00dfer als eine \u00f6rtliche Sippe ist, sollte man sicherstellen, dass es m\u00f6glichst genaue Vorgehensweisen gegen die Verletzung ethischer Grundregeln gibt. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird unweigerlich ein Troll jemanden in deinem Verein zum Angriffsziel machen. F\u00fcr den Umgang damit bedarf es in Vereinen genauer Regeln. Wenn es ein solches Regelwerk nicht gibt, zieht man das Unheil geradezu an. In einem landesweiten Verein kam es z.B. dazu, dass ein Troll es geschafft hatte, in ein hohes Vorstandsamt gew\u00e4hlt zu werden. Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin, das Regelwerk des Vereins bez\u00fcglich der Verletzung ethischer Grundregeln f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4ren zu lassen. Die Folge war eine v\u00f6llige Zerst\u00f6rung des Vereins, der sich sechs Monate sp\u00e4ter aufl\u00f6ste. Man braucht unbedingt genaue Regeln und Vorgehensweisen, um Mitglieder wegen b\u00f6swilliger Verleumdung, Verletzung ethischer Grundregeln und Vereinssch\u00e4digung hinauswerfen zu k\u00f6nnen. Und der Verein muss willens sein, diese Regeln auch konsequent anzuwenden, um Mitglieder auszuschlie\u00dfen, die das zu Recht verdient haben.<\/p>\n<p>Jedes System der Behandlung entsprechender Klagen muss zus\u00e4tzliche Sicherheitsma\u00dfnahmen beinhalten, weil Trolle sehr gut darin sind, Regeln zu manipulieren. Zus\u00e4tzlich zu einem genauen Regelwerk dar\u00fcber, wie man Trolle hinauswerfen kann, muss man darin also zus\u00e4tzlich auch Schutzmechanismen einbauen, die verhindern, dass der Troll eben dieses Regelwerk f\u00fcr sich selbst missbraucht. Die eine M\u00f6glichkeit dabei ist die, dass er schon die Klage selbst und ihre Annahme durch neue Verleumdungen zu sabotieren versucht, die andere besteht darin, dass er seinerseits eine Klage gegen sein Opfer vorbringt. Jedes Vorgehen angesichts solcher Klagen muss also diese beiden M\u00f6glichkeiten stets im Auge behalten.<\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen wird eine solche Klage von einem Mitglied kommen, das sich durch ein anderes verletzt oder verleumdet f\u00fchlt. Dabei kochen die Gef\u00fchle oft \u00fcber, und ein Troll wird alles tun, um genau das geschickt in f\u00fcr ihn g\u00fcnstige Bahnen zu lenken, egal wie weit er selbst von dem Fall \u00fcberhaupt betroffen ist. Deshalb muss jedes f\u00f6rmliche Vorgehen strengsten Regeln folgen, die genauestens einzuhalten und mit geradezu mechanischer Pr\u00e4zision anzuwenden sind. Je strenger das Regelwerk ausgearbeitet ist, umso schwieriger ist es zu manipulieren. Man sollte all das bei eigenen Ausarbeitungen in Betracht ziehen. Hier folgt nun ein Beispiel f\u00fcr eine solche Vorgehensweise im Fall einer Klage \u00fcber unethisches bzw. ehrloses Handeln, das sich in der bisherigen Praxis gut bew\u00e4hrt hat. Jede Gruppe und jeder Verein mag es im Detail den eigenen Gegebenheiten und Bed\u00fcrfnissen anpassen.<\/p>\n<p><strong>1.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Annahme der Klage<\/strong><\/em>. Ein Vereinsmitglied reicht dem Vorstand eine schriftliche Klage bez\u00fcglich der Verletzung ethischer Grundregeln durch ein anderes Mitglied ein. Daraus muss klar hervorgehen, \u00fcber welches Tun genau man sich im Detail beschwert (was genau ist wann und wo vorgefallen, und wer war au\u00dferdem anwesend, um das bezeugen zu k\u00f6nnen?). Diese Klage hat auch eine kurze Erkl\u00e4rung zu beinhalten, warum das beanstandete Tun f\u00fcr den Verein als solchen von Belang sein sollte.<\/p>\n<p><strong>2.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Voruntersuchung<\/strong><\/em>. Die Klage erf\u00e4hrt eine erste Voruntersuchung durch den Vorstand. Der Vorstand muss dar\u00fcber befinden, ob das beanstandete Verhalten tats\u00e4chlich eine Verletzung der ethischen Grundregeln darstellt, wie der Verein sie vertritt, und ob der Beschwerdef\u00fchrer \u00fcberzeugende Belege oder Zeugenaussagen daf\u00fcr vorlegen oder im Nachhinein beibringen kann, dass sich die Dinge tats\u00e4chlich so abgespielt haben. Wenn die Klage sich gar nicht auf die Verletzung ethischer Grundregeln bezieht oder sie durch keine Belege gest\u00fctzt werden kann, ist sie als gegenstandslos zu erkl\u00e4ren. Andernfalls weiter mit dem folgenden Punkt 3.<\/p>\n<p><strong>3.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Einsetzung der Kommission<\/strong><\/em>. Der Vorstand ernennt eine Untersuchungskommission (nicht mehr als drei oder vier Personen), um die Klage auf eine quasi gerichtliche Ebene zu heben. Dieser Kommission obliegt es, dem Beschuldigten eine Kopie der Anklage zukommen zu lassen und von ihm bis zu einem festgesetzten Termin eine Stellungnahme dazu einzufordern. Ein Monat d\u00fcrfte ein realistischer Zeitrahmen f\u00fcr die Arbeit einer solchen Untersuchungskommission sein. Innerhalb dieser Zeit haben nat\u00fcrlich beide Seiten das Recht, zus\u00e4tzliche Beweise oder Zeugenaussagen in Schriftform einzureichen, die aber nat\u00fcrlich den Regeln der Beweisf\u00fchrung gen\u00fcgen m\u00fcssen (die ich unten im Anschluss erl\u00e4utern werde).<\/p>\n<p><strong>4.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>\u00dcbergabe<\/strong><\/em>. Wenn die beschuldigte Person eine Stellungnahme bis zu dem festgesetzten Termin verweigert, gilt die Anschuldigung als \u201edurch Unterlassung bewiesen\u201c. Andernfalls wird nach Ablauf des Zeitrahmens das gesamte schriftliche Beweismaterial dem Vorstand \u00fcbergeben. Dem Vorstand muss ein entsprechender Zeitraum einger\u00e4umt werden (zwei Wochen sollten daf\u00fcr in der Regel gen\u00fcgen), um das Material zu pr\u00fcfen und sich damit vertraut zu machen.<\/p>\n<p><strong>5.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Beschlussfassung<\/strong><\/em>. Bei dem n\u00e4chsten Vorstandstreffen oder der n\u00e4chsten Mitgliederversammlung (je nachdem, wie die Entscheidungsfindung in dem jeweiligen Verein geregelt ist) wird die Klage nochmals detailliert diskutiert. Auch dabei m\u00fcssen beide Seiten abermals die M\u00f6glichkeit haben, Zeugenaussagen und zus\u00e4tzliche Belege vorlegen zu k\u00f6nnen (abermals gem\u00e4\u00df der unten erl\u00e4uterten Regeln der Beweisf\u00fchrung). Wenn der Beschuldigte eine Teilnahme daran verweigert oder ohne \u00fcberzeugende Entschuldigung fernbleibt, gilt die Anschuldigung als \u201edurch Nichterscheinen bewiesen\u201c. Andernfalls stimmt der Vorstand bzw. die Mitgliederversammlung dar\u00fcber ab, ob die Anschuldigung als bewiesen gelten kann.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Regeln der Beweisf\u00fchrung<\/strong><\/h4>\n<p>Trolle sind ganz gro\u00df darin, von Klagen gegen sich abzulenken, indem sie alle m\u00f6glichen irrelevanten Details oder vermeintlichen Ungerechtigkeiten anf\u00fchren, die ihnen angeblich selbst einmal vor Monaten oder gar Jahren widerfahren sind. Dies darf man auf keinen Fall zulassen! Die Untersuchungskommission einer entsprechenden Klage sollte alle schriftlichen Eingaben dazu zwar sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen, aber dann auch alle die als \u201enicht ma\u00dfgeblich\u201c aussondern, die mit den konkreten Inhalten der Klage nichts zu tun haben. Alle als \u201enicht ma\u00dfgeblich\u201c beurteilten Aussagen m\u00fcssen aber dennoch dem Vorstand bzw. auf Antrag auch den Mitgliedern zug\u00e4nglich gemacht werden, um dem zu erwartenden Vorwurf des Trolls vorzubeugen, es solle etwas vertuscht, unterdr\u00fcckt oder zur\u00fcckgehalten werden. Bei m\u00fcndlicher Aussage vor der Kommission oder dem Vorstand sollte man sich zuvor darauf einigen, einem der Anwesenden das Recht zuzugestehen, auch m\u00fcndliche Aussagen als f\u00fcr das Thema \u201enicht ma\u00dfgeblich\u201c abweisen zu k\u00f6nnen. Dabei gilt es f\u00fcnf wesentliche Themenkomplexe zu beachten:<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Konzentration auf das Wesentliche<\/strong><\/em>. Schriftliche wie m\u00fcndliche Aussagen d\u00fcrfen sich nur auf das beziehen, worum es in der Klage tats\u00e4chlich geht. Man darf keine Versuche zulassen, durch damit nicht zusammenh\u00e4ngende Vorw\u00fcrfe und Gegenanschuldigen von der eigentlichen Sache abzulenken.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Verifizierung<\/strong><\/em><em>.<\/em><span>\u00a0<\/span>Aussagen, die lediglich auf H\u00f6rensagen beruhen oder deren Quellen nicht offengelegt werden, sind nicht zul\u00e4ssig. Allgemein beschr\u00e4nke man die Aussagen der Beteiligten darauf, was sie selbst gesehen, geh\u00f6rt oder was sie miterlebt haben. Nat\u00fcrlich ist es statthaft, dass eine Person dabei das wiedergibt, was ihr von einer anderen lediglich berichtet worden ist. Dann aber muss klar sein, wer ihr das berichtet hat, und das muss durch diese Person dann auch best\u00e4tigt werden. Trolle lieben Aussagen wie diese: \u201eJemand hat mir erz\u00e4hlt, dass Edgar dies und das getan hat. Nein, ich kann nicht sagen, wer mir das erz\u00e4hlt hat, weil ich versprochen habe, den Namen nicht preiszugeben.\u201c Wenn sich ein Zeuge weigert, die Quelle seiner Information preiszugeben, hat diese Aussage als nicht zul\u00e4ssig behandelt zu werden.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Genauigkeit<\/strong><\/em>. Man bestehe auf Genauigkeit und Details. Wenn jemand behauptet: \u201eEdgar hat sich gemein und verletzend verhalten\u201c, verlange man genaue Details f\u00fcr dieses \u201egemeine und verletzende\u201c Verhalten \u2013 wenn das f\u00fcr die Beschwerde denn von Bedeutung ist, andernfalls sollte man das ignorieren. Wenn keine genauen Details genannt werden k\u00f6nnen, ist eine solche Aussage ebenfalls nicht zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Manipulation<\/strong><\/em>. Ob sie jemand anderen beschuldigen oder sich selbst verteidigen, Trolle versuchen dabei fast ausschlie\u00dflich, die Gef\u00fchle m\u00f6glichst heftig aufkochen zu lassen, was vor allem dem Ziel dient, die Untersuchungskommission selbst zu manipulieren und ihre Urteilsf\u00e4higkeit zu tr\u00fcben. Solche Versuche emotionaler Manipulation darf man nicht zulassen. Man konzentriere sich ausschlie\u00dflich auf das, was wirklich passiert ist.<\/p>\n<p><em><strong>\u2022 Angriffe<\/strong><\/em>. Wenn sie eines Fehlverhaltens beschuldigt werden, reagieren Trolle oft mit Gegenanschuldigungen gegen ihre Widersacher, denen sie dabei dann grundlose Bosheit, Neid oder Eifersucht unterstellen. Trolle haben sogar schon die reine Tatsache, dass eine Klage gegen sie vorgebracht wurde, als \u201eBeweis\u201c f\u00fcr die Bosheit der anderen Seite zu verwenden versucht. Auf solche Tricks darf man nicht hereinfallen. Auch blo\u00dfe Unterstellungen sind nicht zul\u00e4ssig. Trolle lieben es, dabei ihre Gegner als unbedeutend und \u201enicht erleuchtet genug\u201c darzustellen oder sie mit geh\u00e4ssigen und abwertenden Bezeichnungen zu belegen. Ebenso lieben sie den Gegenvorwurf, man wolle \u201edie einzige und allein seligmachende\u201c Meinung verk\u00fcnden, und vergleichen einen gerne mit der Inquisition. Solchen Unsinn gilt es zu ignorieren.<\/p>\n<p>All diese Vorgehensweisen dienen nur der Verschleierung dessen, dass die Person, die sich ihrer bedient, nichts wirklich Wesentliches oder Vern\u00fcnftiges vorzubringen hat. Es sind einfach nur Manipulationsversuche. Wenn die klagef\u00fchrende oder die beschuldigte Person wiederholt solche Techniken einzusetzen versucht, sollte das bei der Entscheidung \u00fcber ihre Glaubw\u00fcrdigkeit sehr zu ihren Ungunsten in die Waagschale fallen.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kommentar zu dem Vorgehen<\/strong><\/h4>\n<p>Dieser Kommentar bezieht sich auf die f\u00fcnf Punkte des vorletzten Abschnitts (Das organisatorische Vorgehen) und folgt denen in der Nummerierung.<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong><em><strong><span>\u00a0<\/span>Annahme der Klage<\/strong><\/em>. Klagen bez\u00fcglich ethischen Fehlverhaltens sind immer sehr problematisch. Dabei handelt es sich oft um eher subtile Vorf\u00e4lle, die nur selten klare Verst\u00f6\u00dfe gegen die Satzung des Vereins darstellen. Ethik unterliegt auch immer individuell unterschiedlichem Verst\u00e4ndnis, und was die eine Person als unethisches Verhalten empfindet, mag einer anderen als durchaus statthaft erscheinen, was sich innerhalb unterschiedlicher Vereine erst recht unterscheiden mag. In der Hitze des Augenblicks mag jemand das Gef\u00fchl haben, ihm sei Unrecht getan worden, sollte sich aber vielleicht erst einmal wieder beruhigen. H\u00e4ufig wachsen sich auch einfache Missverst\u00e4ndnisse zu gr\u00f6\u00dferen Krisen aus. Andererseits aber sollten tats\u00e4chliche ehrlose Handlungen auch nicht einfach hingenommen werden, schon gar nicht von einer spirituellen oder religi\u00f6sen heidnischen Gemeinschaft. Aus diesen Gr\u00fcnden muss sich eine Klage auf konkrete Handlungen beziehen und eben auch die Erkl\u00e4rung beinhalten, warum das beanstandete Tun f\u00fcr den Verein als solchen von Belang sein sollte. Die Satzung oder ein weiteres Regelwerk sollte einige Richtlinien und Beispiele daf\u00fcr geben, was f\u00fcr Handlungen nicht toleriert werden, aber auch klar sagen, dass eine solche Aufz\u00e4hlung niemals vollst\u00e4ndig sein kann.<\/p>\n<p><strong>2.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Voruntersuchung<\/strong><\/em>. Die Klage muss sich auf konkrete Handlungen beziehen, nicht auf angeblich dahinter stehende Motive. Selbst im Fall durchaus vern\u00fcnftigen Handelns k\u00f6nnen Trolle jemanden der angeblich dahinter stehenden finsteren Absichten wegen verleumden und hoffen dann darauf, dass andere das glauben und sich deshalb von dem Opfer des Trolls abwenden und lossagen. Wenn eine Tat aber nicht als solche ehrlos ist, kann man das auch nicht den Motiven dahinter unterstellen. Und solange eine Person keine Beweise f\u00fcr ihre eigenen unfehlbaren hellseherischen F\u00e4higkeiten beibringen kann, ist jegliche Andeutung auf den angeblichen Geisteszustand (und damit die Motive) anderer als unzul\u00e4ssig abzulehnen. So beklagte sich z.B. einmal ein Troll dar\u00fcber, dass er aus einem Wicca-Coven ausgeschlossen worden sei, und machte daf\u00fcr ausschlie\u00dflich die Gemeinheit des Coven-Leiters verantwortlich. Ein anderer beschwerte sich bitter dar\u00fcber, dass ihm kein Zugang zu den schriftlichen Aufzeichnungen eines Covens gew\u00e4hrt wurde, nur weil ihn die Leiterin angeblich nicht leiden konnte. Die Leiter von Wicca-Coven sind zu solchen Entscheidungen aber nicht nur berechtigt, sondern in gewissen F\u00e4llen geradezu verpflichtet. Jemand aus einem Coven auszuschlie\u00dfen stellt keine Verletzung ethischer Regeln dar, genauso wenig die Weigerung, jemandem Zugang zu vertraulichem Schriftmaterial zu gew\u00e4hren. Trolle haben andere schon wegen der Art und Weise angegriffen, wie diese \u201eGuten Morgen\u201c sagen oder ihren Geburtstag feiern. Wenn die Handlung selbst, \u00fcber die Klage gef\u00fchrt wird, nicht den ethischen Regeln des Vereins widerspricht, sollte die Klage als gegenstandslos abgewiesen werden. Es kann nicht darum gehen, in den Kopf von jemandem zu schauen, um dessen Motive zu ergr\u00fcnden, und auf keinen Fall darf man zulassen, dass nur durch Unterstellung vermeintlicher Motive eine neutrale Handlung selbst als ehrlos gelten soll.<\/p>\n<p><strong>3.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Einsetzung der Kommission<\/strong><\/em>. Es gilt sicherzustellen, dass mehrere Personen in den Vorgang der Bearbeitung des Falls eingebunden sind und die entsprechende Kommission bilden. Sollte die Verantwortung daf\u00fcr n\u00e4mlich nur bei einer Person liegen, wird diese sofort zum Ziel weiterer Manipulation des Trolls werden. Ein solches Szenario kann so aussehen: Edgar bekommt mit, dass Xelda Verleumdungen und falsche Ger\u00fcchte \u00fcber ihn streut und auch sonst zersetzendes Verhalten an den Tag legt. Edgar reicht also eine entsprechende Klage beim Vorstand ein. Der Vorstand beruft Fred als \u201eUntersuchungskommission\u201c, der die schriftlichen Stellungnahmen einzufordern hat. Auf der Stelle beginnt sich Xelda bei Fred einzuschmeicheln und macht ihm \u00fcberzeugend klar, dass Edgars Vorw\u00fcrfe v\u00f6llig aus der Luft gegriffen seien und nur seiner Boshaftigkeit und Rachsucht entspringen, nur weil sie einmal mit ihm nicht einer Meinung gewesen sei. Fred empfindet Mitleid mit Xelda, \u201efindet\u201c auf einmal die Unterlagen nicht mehr und tut auch sonst alles, um Edgars Klage abzuw\u00fcrgen. Gleichzeitig verst\u00e4rkt Xelda hinter den Kulissen ihre Verleumdungen gegen Edgar.<\/p>\n<p>Mehr als nur eine heidnische Vereinigung ist aufgrund solcher Vorg\u00e4nge zerst\u00f6rt worden. Wenn sich der zur Untersuchung Berufene erst einmal eine eigene Meinung gebildet hat, neigt er (oder sie) erfahrungsgem\u00e4\u00df dazu, Aussagen zu \u00e4ndern, zu verzerren, zur\u00fcckzuhalten oder weitere einzufordern, um die Behauptungen der einen Seite zu st\u00e4rken oder zu schw\u00e4chen. Diese Gefahr l\u00e4sst sich nur dadurch entsch\u00e4rfen, indem diese Untersuchungskommission aus mehreren Personen besteht (drei oder vier, eine gr\u00f6\u00dfere Zahl ist wieder eher hinderlich), die gemeinsam daf\u00fcr verantwortlich sind, dass die weitere Behandlung der Klage so korrekt wie m\u00f6glich erfolgt. Sie k\u00f6nnen sich dabei gegenseitig konstant eines \u201eReality Checks\u201c versichern. Die Verantwortung und Aufgabe dieser Kommission muss dabei genau definiert und begrenzt sein. Dabei sollte es genaue Fristen geben, innerhalb derer Klagen, Beschwerden und Gegendarstellungen einzureichen sind, und ihre Arbeit muss weitgehend \u00f6ffentlich sein \u2013 ohne versteckte Strategien und geheime Nachforschungen. L\u00e4sst man solch einer Kommission zu sehr freie Hand, ist die Gefahr gro\u00df, dass sie sich verzettelt. F\u00fchrt diese Kommission ihre Aufgabe nicht korrekt und innerhalb des definierten Zeitrahmens durch, sollte das f\u00fcr deren Mitglieder klare Konsequenzen haben, die im Extremfall bis zu ihrem eigenen Ausschluss aus dem Verein reichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>4.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>\u00dcbergabe<\/strong><\/em>. Wenn jemand in einer Klage eines ethischen Fehlverhaltens beschuldigt wird, darf man nicht zulassen, dass diese Person die Behandlung des Falles durch blo\u00dfe Verweigerung der Mitarbeit abzuw\u00fcrgen versucht. Trolle sind sehr gut darin, \u00fcberzeugende Ausreden daf\u00fcr zu finden, warum sie gerade bei diesem Treffen nicht anwesend sein oder die Frist f\u00fcr eine Erkl\u00e4rung nicht einhalten k\u00f6nnen. Dadurch darf kein Sand ins Getriebe des Vorgehens geraten. Genau das war in gr\u00f6\u00dferen Vereinen aber oftmals Folge einer solchen manipulativen Verweigerung. Auch ist es im Fall eines verleumderischen Troll-Angriffs gut nachvollziehbar, wenn das Opfer es als unter seiner W\u00fcrde betrachtet, darauf \u00fcberhaupt zu antworten. Aber wenn die Untersuchungskommission ihre Aufgabe gut und sachlich genug erledigt, gibt es keinen Grund f\u00fcr solch eine Reaktion des Troll-Opfers. Nat\u00fcrlich steht es jedem frei, den Verein zu verlassen, anstatt sich auf solch ein Verfahren einlassen zu wollen. In diesem Fall w\u00fcrde die gesamte Klage gegenstandslos. Wenn von einem entsprechend Beschuldigten aber einfach keinerlei Stellungnahme zu den Vorw\u00fcrfen kommt, auch wenn eben daf\u00fcr Entschuldigungen oder \u201eErkl\u00e4rungen\u201c vorgebracht werden, sollte der Vorstand zu dessen Ungunsten entscheiden und ihn aus dem Verein ausschlie\u00dfen. (Nat\u00fcrlich sind Ausnahmen von dieser Regelung denkbar, aber die sollten sich auf drastische F\u00e4lle beschr\u00e4nken, wie z.B. den, dass der Beschuldigte seit Wochen auf der Intensiv-Station im Koma liegt).<\/p>\n<p><strong>5.<span>\u00a0<\/span><\/strong><em><strong>Beschlussfassung<\/strong><\/em>. Eine ausf\u00fchrliche Behandlung der Klage sollte anl\u00e4sslich der n\u00e4chsten ordentlichen Mitgliederversammlung erfolgen. Das verhindert den Geruch m\u00f6glicher Manipulation, der spontan einberufenen au\u00dferordentlichen Sitzungen immer anhaftet, weil bei denen dann oft nur wenige Mitglieder und vielleicht nur eine der zerstrittenen Parteien anwesend sein k\u00f6nnen. Dadurch wird auch der m\u00f6gliche Vorwurf entkr\u00e4ftet, eine der Parteien sei gar nicht oder erst viel zu sp\u00e4t von einer solchen Sitzung unterrichtet worden. Gleichfalls vermeidet man so jedes Gef\u00fchl von Panik und den Eindruck einer Krisensitzung oder gar eines Katastropheneinsatzes, die mit solchen Sondertreffen oder au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlungen oft verbunden sind. Es ist schlie\u00dflich ungemein wichtig, die Prozedur nach genauen Regeln ablaufen zu lassen, damit der Troll m\u00f6glichst keine M\u00f6glichkeit bekommt, die Emotionen der Anwesenden erneut manipulieren zu k\u00f6nnen. Bei dem Beschluss dar\u00fcber, ob eine Klage als erwiesen gilt oder nicht, sollte man sich auf die \u00dcberzeugungskraft der Aussagen und auf die Glaubw\u00fcrdigkeit der Beteiligten und Zeugen verlassen und dabei immer auch bedenken, dass es hier nicht um Haftstrafen, Abtrennung von Gliedma\u00dfen oder Einzug des Verm\u00f6gens geht. Die schlimmstm\u00f6gliche Strafe besteht darin, den Betreffenden aus dem Verein auszuschlie\u00dfen, und das bedeutet weder f\u00fcr ihn noch f\u00fcr euch das Ende der Welt. Deshalb also keine Angst vor einem entsprechenden Beschluss, wenn die Klage gegen ihn \u00fcberzeugend belegt worden ist. In den meisten F\u00e4llen beruht die gesamte Aussage solch einer Klage auf dem Wort einer einzigen Person (oder einer winzigen Gruppe), das wiederum gegen das einer anderen Person steht. Hier bedarf es sorgf\u00e4ltiger Pr\u00fcfung: Wessen Version ist \u00fcberzeugender? Wer k\u00f6nnte sich durch L\u00fcgen dabei einen Vorteil verschaffen? Die Versionen, die einem dabei von Trollen aufgetischt werden, weisen oft gewisse L\u00fccken auf oder wirken in bestimmten Punkten unlogisch. Handlungen werden als in keinem Verh\u00e4ltnis zu deren vermeintlichem Ausl\u00f6ser bzw. Motiv dargestellt. Ein solcher Streitfall drehte sich vor einiger Zeit z.B. einmal um die Behauptung von Person A, dass Person B anderen einen bestimmten Initiationsritus hatte angedeihen lassen, wozu er nach Meinung von Person A gar nicht \u201eberechtigt\u201c gewesen sei, was Person B heftig bestritt. Person A behauptete nun, Person B w\u00fcrde das nur deshalb bestreiten, weil man sich vormals \u00fcber den Wert einiger literarischer Quellen in die Haare geraten sei. Wer also sagt hier die Wahrheit? Niemand h\u00e4tte Grund dazu, der Version von Person A zu glauben. Person B h\u00e4tte dabei weder durch ein Eingest\u00e4ndnis noch durch eine L\u00fcge etwas zu gewinnen oder zu verlieren, w\u00e4hrend die Version von Person A alle klassischen Merkmale einer Trollversion zeigt, bei der ein unterstelltes Motiv keinerlei nachvollziehbare Beziehung zu der angeprangerten Handlung oder den tats\u00e4chlichen Belangen der Sache hat.<\/p>\n<p>Ein Verein mag es allgemein als w\u00fcnschenswert empfinden, nach Art und Schwere unterschiedliche und abgestufte Sanktionen f\u00fcr ehrloses Handeln zu haben, die von einer Einschr\u00e4nkung bestimmter Rechte bis hin zum Ausschluss reichen. Auch wenn eine Klage von der Mitgliederversammlung als berechtigt anerkannt wurde, kann es sinnvoll sein, in einem zweiten Abstimmungsgang dar\u00fcber zu entscheiden, wie schwer die Verfehlung zu bewerten und wie sie zu ahnden ist. Aber Trolle sind daf\u00fcr ber\u00fcchtigt, auch solche Entscheidungsprozesse zu unterminieren, weshalb man sicherstellen sollte, dass es im Fall eines \u201eSchuldspruches\u201c auch zu irgendwelchen Konsequenzen kommt. Selbst bei einem \u201eSchuldspruch\u201c schaffen es Trolle n\u00e4mlich oftmals, unbehelligt den Saal zu verlassen, weil sie alle weiteren Konsequenzen f\u00fcr sich selbst geschickt zu verhindern wissen, indem sie eine solch weitere Abstimmung sabotieren. Die in solch einem Fall \u00fcberf\u00e4llige Reaktion sollte deshalb unbedingt in einem sofortigen Ausschluss aus dem Verein bestehen. Der m\u00f6gliche Straf-Katalog sollte zwar auch geringere Sanktionen bereit halten (aber solches Verhalten nie g\u00e4nzlich ungestraft lassen), aber im Fall einer solch strikten Regelung bietet sich dem Troll kein Anreiz dazu, einen zweiten Abstimmungsgang zu verz\u00f6gern oder ihn sabotieren zu wollen. Nach Abschluss des gesamten Vorgangs sollte der Vorstand all das schriftliche Material \u00fcberpr\u00fcfen, das von der Untersuchungskommission als f\u00fcr die Sache selbst \u201enicht ma\u00dfgeblich\u201c abgelehnt wurde. Sollte sich dann herausstellen, dass dabei nicht mit der n\u00f6tigen Korrektheit vorgegangen wurde, k\u00f6nnen Entscheidungen immer noch r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden, und diese M\u00f6glichkeit besteht nat\u00fcrlich auch dann, wenn aus anderen Quellen weitere Informationen auftauchen, die die Sache in neuem Licht erscheinen lassen. Das ist das Gute dabei, wenn es nicht um Enthauptung oder das Abhacken einer Hand geht: M\u00f6gliche Irrt\u00fcmer und daraus resultierende Fehlentscheidungen sind stets korrigierbar. Und das ist ein Grund mehr daf\u00fcr, dass man bei offensichtlichem Entscheidungsbedarf nicht zu z\u00f6gerlich handeln sollte.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Troll-Strategien<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn ein Troll eine Klage \u00fcber ehrloses Verhalten gegen andere vorbringt, ist die in der Regel unberechtigt, unbelegbar, hat nichts mit der Satzung des Vereins zu tun und zielt meistens darauf ab, den Beschuldigten durch Unterstellung b\u00f6swilliger Motivation zu verleumden. Eben deshalb liegt ein solches Hauptgewicht meiner Vorschl\u00e4ge auf der Notwendigkeit, die Relevanz solcher Anschuldigungen zun\u00e4chst einmal grunds\u00e4tzlich zu pr\u00fcfen und sie gegebenenfalls schon zu diesem Zeitpunkt abzuschmettern, bevor das Ganze seinen weiteren Weg geht. Wenn eine solche Klage schon in diesem Stadium als ungerechtfertigt erkannt wird, gilt es vor allem, den Ankl\u00e4ger k\u00fcnftig bez\u00fcglich weiterer Troll-Merkmale sch\u00e4rfstens im Auge zu behalten. Dabei muss man sorgf\u00e4ltig zwischen irrelevanten Anschuldigungen und dem tats\u00e4chlichen Vollzug ehrloser Taten unterscheiden. Trolle sind sehr gut darin, ganz normales Handeln anderer Menschen als skandal\u00f6s und unheilschwanger darzustellen. Man pr\u00fcfe ausschlie\u00dflich das tats\u00e4chliche Handeln, nicht aber die angebliche Motivation dahinter. Wenn ein Handeln an sich keine Verletzung ethischer Grunds\u00e4tze darstellt, kann es auch nie Gegenstand einer entsprechenden Klage sein.<\/p>\n<p>Allgemein geht von Trollen in dieser Hinsicht aber nicht die gr\u00f6\u00dfte Gefahr aus, da sie nie glaubw\u00fcrdige Belege f\u00fcr ihre dreisten Behauptungen beibringen k\u00f6nnen. Wenn man dergleichen von ihnen verlangt, erweist es sich stets als unm\u00f6glich, den von ihnen Beschuldigten das nachweisen zu k\u00f6nnen, was sie nach Darstellung der Trolle angeblich Ehrloses getan haben sollen.<\/p>\n<p>Trolle selbst hingegen haben \u00e4u\u00dferst raffinierte Strategien entwickelt, sich selbst gegen entsprechende Anschuldigungen zu wehren. Ihre beiden wirkungsvollsten Methoden bestehen darin, ihre Gegner b\u00f6swilliger Verleumdung zu bezichtigen oder aber alle M\u00f6glichkeiten der jeweiligen Vereins-Satzung auszureizen.<\/p>\n<p>Wenn solch eine Klage gegen einen Troll vorgebracht wird, wird dessen erste Reaktion darin bestehen, den Kl\u00e4ger als \u201egemein und verleumderisch\u201c zu denunzieren. In den weitaus meisten F\u00e4llen wird eine solche Klage von jemandem kommen, den der Troll zuvor \u00fcber lange Zeit selbst mit Verleumdungen und Sticheleien verfolgt hat. Und eben deshalb sitzt der Troll in der Regel auf einem gediegenen Vorrat von Aussagen seines Opfers, die er nun auf geh\u00e4ssigste Art f\u00fcr seine eigenen Zwecke missbrauchen kann. Fast schon unweigerlich wird der Troll behaupten, dass die Klage gegen ihn Folge einer unbedeutenden Meinungsverschiedenheit sei und das Ganze als Beweis f\u00fcr die Boshaftigkeit und Rachsucht des Beschwerdef\u00fchrers darzustellen versuchen. Von solch einem Ablenkungsversuch auf die angeblichen Motive dahinter darf man sich nicht beeindrucken lassen! Es geht ausschlie\u00dflich um das angeprangerte unethische Handeln des Beschuldigten. Und ein solches Handeln bleibt auch dann noch unethisch, wenn dem Beschwerdef\u00fchrer unterstellt wird, er w\u00fcrde es aus den falschen Motiven heraus anprangern.<\/p>\n<p>Es ist darauf zu achten, dass die Fristen und der Ablauf der f\u00fcr solche F\u00e4lle erarbeiteten Vorgehensweisen strikt eingehalten werden. Genau ausgearbeitete Vorgehensweisen in einer Atmosph\u00e4re von Unparteilichkeit k\u00f6nnen weitgehend verhindern, dass dabei jemandem Unrecht widerf\u00e4hrt. Auf keinen Fall darf man zulassen, dass der Troll Sondersitzungen beantragt, Termine hinausschiebt, Untersuchungen der Motive der Gegenseite anzustiften versucht oder sich in andere Belange des Vereins einzumischen versucht, solange die Klage schwebt. In einem Fall reagierte ein Troll auf eine Klage gegen ihn, indem er eine Reihe w\u00fcster Drohungen und Forderungen vorbrachte und den Beschwerdef\u00fchrer massiv mit Unterstellungen und Verleumdungen \u00fcberzog. Solche aggressiven Reaktionen und Versuche, das gesamte Verfahren entgleisen zu lassen, sollten sofort alle Alarmglocken schrillen lassen, da sie auf das Wirken eines besonders \u00fcblen Trolls hindeuten. Um so nachhaltiger sollte die Untersuchungskommission auf der genauen Einhaltung der Vorgehensregeln bestehen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens kann es in solch einem Fall durchaus angebracht sein, auch die Zeugenaussagen zu ber\u00fccksichtigen, die nichts mit der Klage selbst zu tun haben \u2013 wenn auch nicht in der Form, wie der Troll es beabsicht hat. Drohungen, Forderungen, Verleumdungen und Beschimpfungen k\u00f6nnen als Beweis daf\u00fcr gewertet werden, dass deren Urheber auch jetzt noch ehrlos handelt, denn schlie\u00dflich gilt ein solches Handeln doch als ehrlos, oder nicht? Tats\u00e4chlich stellt eine solche Reaktion selbst ein erneutes unethisches Handeln dar, das den klaren Berweis daf\u00fcr gleich mitliefert. Wer ein Untersuchungsverfahren in solcher Form zu missbrauchen versucht, sollte allein schon deshalb sofort aus dem Verein ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Zuweilen mag ein gutm\u00fctiger Mensch einwenden, dass der Ausschluss aus dem Verein eine zu harte Strafe sei. Sollte man nicht auch vergeben und vergessen k\u00f6nnen? Sollte man solch kleinliche Streitereien nicht \u00fcberwinden und sich wieder dem widmen k\u00f6nnen, wozu man sich eigentlich in diesem Verein zusammengefunden hat? Ja, nat\u00fcrlich sollte man das k\u00f6nnen, aber deshalb muss man einem Troll nicht erlauben d\u00fcrfen, einem gerade dabei Schaden zuzuf\u00fcgen. Der entscheidende Punkt dabei ist, jede Person so zu behandeln, wie es ihrem Wesen angemessen ist. Der Grundsatz, niemandem bewusst Schaden zuf\u00fcgen zu wollen, muss auch auf einen selbst und die gutwilligen Vereinsmitglieder bezogen werden. Wenn man zul\u00e4sst, dass ein Troll sich innerhalb des Vereins ungehindert austoben darf, wird man immer mehr Zeit damit verbringen m\u00fcssen, die rauchenden Tr\u00fcmmer hinter ihm aufzur\u00e4umen und die Wunden zu verbinden, und damit widmet man sich ganz bestimmt nicht dem, wozu man sich eigentlich in diesem Verein zusammengefunden hat.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teil 6: Netzwerke und Internet<\/h2>\n<p>Es gibt eine bestimmte Art von Menschen, die es zwanghaft dazu treibt, in heidnischen Gruppen und Vereinen zersetzend t\u00e4tig zu werden. \u00dcblicherweise \u00e4u\u00dfert sich das in unfairen Angriffen vor allem auf Vorstandsmitglieder und auf die respektiertesten Mitglieder des Vereins. Ich benutze f\u00fcr solche Menschen den Begriff \u201eTrolle\u201c, weil ich mich damit einer sehr m\u00e4chtigen und sehr alten europ\u00e4ischen Vorstellung von den zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4ften des Chaos bediene \u2013 aber sie sind auch leicht auszutricksen, wenn man sich ein wenig mit ihnen auskennt.<\/p>\n<p>In den bisherigen Teilen dieser Artikelserie habe ich Methoden und Techniken vorgestellt, wie man sie erkennt und auf welche Warnzeichen man dabei achten sollte, um nicht in gro\u00dfe Schwierigkeiten zu geraten. Nochmals kurz zur Erinnerung: Trolle k\u00f6nnen nichts daf\u00fcr, dass sie Trolle sind. Sie wollen auch nicht wirklich zerst\u00f6rerisch wirken. Sie k\u00f6nnen einfach nicht anders. So wie bei einer Lawine oder einer Seuche ist ihr zerst\u00f6rerisches Potenzial einfach Teil ihrer Natur. Man kann sie nicht \u00e4ndern und man kann sie nicht aufhalten. Das Beste ist, ihnen einfach aus dem Weg zu gehen. Der einzig m\u00f6gliche Umgang mit ihnen besteht darin, sie als solche zu erkennen und sich nicht mit ihnen einzulassen. Man muss aufpassen, dass sie sich nicht in die eigene Gruppe oder den eigenen Verein einschleichen, und wenn einem Troll das doch gelingen sollte, muss man ihn sofort ausschlie\u00dfen, sobald man erkannt hat, dass es sich um einen Troll handelt.<\/p>\n<p>Diese Folge behandelt die Vorteile, die vereins\u00fcbergreifende Netzwerke bei dem Problem bieten k\u00f6nnen, sowie den Umgang mit Trollen im Internet. Aber zun\u00e4chst ist es wichtig, sich noch einmal klar zu machen, warum gegen Trolle mit aller Sch\u00e4rfe vorzugehen ist. W\u00fcrde man so gegen einen gutwilligen und vern\u00fcnftigen Menschen vorgehen, k\u00f6nnte man das zwar in der Tat als brutal und herzlos bezeichnen. Es ist aber wichtig, alle Ph\u00e4nomene der Natur auch genau ihrer Natur gem\u00e4\u00df zu behandeln. Das sollte gerade in einer Naturreligion eine Grundregel sein.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sind Trolle wirklich so gef\u00e4hrlich?<\/strong><\/h4>\n<p>Trolle leben in einer ganz anderen Wirklichkeit als ihre Mitmenschen. Nat\u00fcrlich gilt auch im Heidentum, dass jeder die Welt und die Gottheiten auf seine eigene Art wahrnimmt und jedem Heiden die G\u00fcltigkeit seiner eigenen Sichtweise zugestanden wird, auch wenn die nicht streng objektiv sein sollte oder nicht mit der \u201eObjektivit\u00e4t\u201c \u00fcbereinstimmt, auf die man sich bez\u00fcglich einer gesellschaftlichen Konvention \u201egeeinigt\u201c hat. Was den Troll aber zum Troll macht, ist nicht blo\u00df seine andere Wahrnehmung der Realit\u00e4t, sondern die Tatsache, dass er die Welt ausschlie\u00dflich als finster und gef\u00e4hrlich wahrnimmt und sich selbst konstant von Verfolgung und Gefahren bedroht sieht. Das hat nichts mit \u201egut und b\u00f6se\u201c zu tun (im Heidentum gibt es die theologische Vorstellung eines Kampfes von \u201egut gegen b\u00f6se\u201c nicht). Das ist einfach so, und im Umgang mit solchen Menschen muss man sich dessen bewusst sein. Die pers\u00f6nliche Welt eines Trolls besteht ausschlie\u00dflich aus finstersten und gef\u00e4hrlichsten Bedrohungen, wie sie auch als Symptome einer klinischen Psychose auftreten k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen sehr \u00fcberzeugend l\u00fcgen, weil sie tats\u00e4chlich an das glauben, was sie von sich geben. Diese Form von angsterzeugenden Symptomen f\u00fchrt zu einem tiefverwurzelten Verfolgungswahn und zu der \u00dcberzeugung, dass es die ganze Welt auf sie abgesehen h\u00e4tte. Die Ironie bei solch einem Verfolgungswahn liegt darin, dass er so zu einer sich selbst erf\u00fcllenden Prophezeiung wird und dann auch nicht mehr ganz unbegr\u00fcndet ist. Menschen m\u00f6gen n\u00e4mlich keine Personen mit Verfolgungswahn, da solche Personen sich sehr verletzend verhalten k\u00f6nnen. Paranoiker teilen stets heftig an ihre Mitmenschen aus, weil sie \u00fcberzeugt sind, dauernd einen Erstschlag f\u00fchren zu m\u00fcssen, damit es sie selbst nicht vorher erwischt. Und deshalb sind sie tats\u00e4chlich unbeliebt und werden geschnitten, und ihre Mitmenschen reagieren ablehnend auf die von ihnen angerichteten Sch\u00e4den. Und nach einiger Zeit haben tats\u00e4chlich viele Mitmenschen eine Stinkwut auf sie. Trolle f\u00fchlen sich ungeliebt, weil sie unbeliebt sind.<\/p>\n<p>Diese Verbindung von psychotischen Symptomen und Verfolgungswahn l\u00e4sst bei Trollen ein Verhalten entstehen, bei dem ihrer Meinung nach alles erlaubt ist, um sich gegen die vermeintlich bevorstehenden Angriffe gegen sie zu verteidigen und zu sch\u00fctzen. Dieser Zweck heiligt f\u00fcr sie alle Mittel und nimmt keinerlei R\u00fccksicht auf die Unversehrtheit anderer oder auf soziale Konventionen. Da gesellschaftliche Regeln f\u00fcr sie nicht z\u00e4hlen, \u00e4hneln sie Soziopathen. Diese Merkmale \u2013 Symptome \u00e4hnlich denen von Psychose, Verfolgungswahn und Soziopathie \u2013 machen den Umgang mit einem Troll zu einer gef\u00e4hrlichen Angelegenheit, und manchmal auch schon lediglich ein Gespr\u00e4ch mit ihm.<\/p>\n<p>Menschen sind soziale Wesen. Wir alle bed\u00fcrfen des Kontaktes zu anderen Menschen, und nicht einmal ein Troll kann allein auf einer einsamen Insel gl\u00fccklich werden. Da sie so oft geschnitten wurden und sich unbeliebt gemacht haben, treibt es Trolle noch intensiver zu weiteren sozialen Kontakten. Ihres Verfolgungswahns wegen bestehen die einzigen Formen menschlichen Kontakts, zu denen sie dabei f\u00e4hig sind, aber in T\u00e4uschung, Falschheit und Streit. Trolle brauchen den Streit wie andere Menschen Nahrung oder Zuneigung. Auch ein geistig gesunder Mensch braucht von Zeit zu Zeit menschliche Best\u00e4tigung: \u201eIst mit mir alles in Ordnung?\u201c \u2013 \u201eJa, du bist v\u00f6llig in Ordnung, du bist ein netter Mensch und ich mag dich.\u201c F\u00fcr einen Troll erw\u00e4chst solch eine Best\u00e4tigung durch Konflikte: \u201eBesitze ich Macht und kann ich Einfluss auf meine Umwelt aus\u00fcben?\u201c \u2013 \u201eJa, denn du hast es geschafft, mich zutiefst zu verletzen.\u201c<\/p>\n<p>All dies sind Probleme, mit denen der durchschnittliche Heide nicht umzugehen gelernt hat, und das sollte er auch gar nicht erst versuchen. Einen Troll kann man nicht \u00e4ndern und man kann ihn nicht bessern. Psychose und Paranoia kann man nicht durch Argumente heilen, und man kann den Troll durch nichts dazu bringen, sich gesellschaftlichen Regeln anzupassen oder zu einem vern\u00fcnftigen Handeln zu finden. Freundlichkeit, Zuwendung und Hilfsbereitschaft lassen einen nur selbst zu einer willkommenen Zielscheibe werden. Er wird dich nach Strich und Faden bel\u00fcgen, und deine eigene Aufrichtigkeit und Offenheit werden ihm lediglich die Informationen liefern, die er sp\u00e4ter in verdrehter Form als Waffe gegen dich einsetzen wird. Er wird dich lediglich benutzen, um Zugang zu anderen Menschen zu gewinnen, und denen wird er dann die \u00fcbelsten Verleumdungen \u00fcber dich erz\u00e4hlen. Gleichzeitig werden die aber auch seine n\u00e4chsten Opfer sein, nachdem er dich erledigt hat.<\/p>\n<p>Trolle<span>\u00a0<\/span><strong>sind<\/strong><span>\u00a0<\/span>gef\u00e4hrlich. Sie sind keine Wesen, mit denen man zu tun haben m\u00f6chte \u2013 nicht weil sie \u201eb\u00f6se\u201c w\u00e4ren, sondern ihrer inneren Triebkr\u00e4fte wegen, \u00fcber die weder du noch sie selbst Kontrolle besitzen. Und das sollte man auch gar nicht erst versuchen. Das w\u00e4re so, als w\u00fcrde man einen Schwarm Haie zum Essen einladen. Wer ist dabei dann wohl der Nachtisch? Trolle richten ihre Angriffe gegen Einzelpersonen. In seinem in Teil 1 erw\u00e4hnten Buch nennt der Autor Kenneth Haugk diese Menschen \u201eAntagonisten\u201c und definiert ihr Treiben so:<\/p>\n<p>\u201eAntagonisten sind Individuen, die sich auf Grundlage unbeweisbarer Behauptungen zu ma\u00dflosen Aussagen erdreisten, wobei sie Person oder Funktion anderer angreifen. Diese Angriffe sind von selbsts\u00fcchtigem Wesen, zerst\u00f6rerisch statt konstruktiv, und oft gegen Personen in F\u00fchrungspositionen gerichtet.\u201c<\/p>\n<p>Trolle richten ihre Angriffe gegen die, die sie als F\u00fchrungspersonen oder besonders respektierte Vereinsmitglieder wahrnehmen. Darin sind sie sehr gut und haben betr\u00e4chtliche Erfahrung darin. Ihre Angriffe k\u00f6nnen verheerende Folgen haben. Aber leider tragen sie kein Schild vor sich her, auf dem stehen w\u00fcrde: \u201eIch hei\u00dfe Xelda und bin ein Troll!\u201c Sie lassen sich auch nicht an \u00e4u\u00dferen Merkmalen wie Fangz\u00e4hnen oder gr\u00fcnem Fell erkennen. Tats\u00e4chlich sind Trolle wahre Meister der Tarnung. Das m\u00fcssen sie schon aus reinem Selbstschutz heraus sein. W\u00e4ren sie schnell und einfach zu erkennen, w\u00fcrden alle Menschen sie meiden und sie w\u00fcrden mental hungern. Trolle k\u00f6nnen ausgesprochen liebenswert auftreten, wenn man sie erstmals kennenlernt. Und diese Fassade k\u00f6nnen sie auch \u00fcber l\u00e4ngere Zeit aufrechterhalten. Was also kann man tun?<\/p>\n<p>In Teil 2 dieser Artikelserie habe ich Erkennungsmerkmale der Trolle und einschl\u00e4gige Warnsignale aufgelistet. Aber auch wenn man die verinnerlicht hat, bedarf es der Beobachtung \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, um dabei das Risiko eines Fehlurteils auszuschlie\u00dfen. Schlie\u00dflich will man weder jemanden als Troll behandeln, der gar keiner ist, noch will man jemandem Vertrauen schenken, der einem dann bei der n\u00e4chstbesten Gelegenheit ein Messer in den R\u00fccken st\u00f6\u00dft. Genauso wenig will man aber den Rest seines Lebens damit verbringen, jedes neue Mitglied mit Argwohn zu be\u00e4ugen und hinter jedem freundlichen L\u00e4cheln die Falschheit eines Trolls bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen. Gibt es also eine schnellere M\u00f6glichkeit, um Trolle zu erkennen? Ja, die gibt es, aber davon wird allzu selten Gebrauch gemacht.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Netzwerke und vereins\u00fcbergreifende Zusammenarbeit<\/strong><\/h4>\n<p>Trolle neigen zum Herumtreiben, um neue Opfer zu finden. So k\u00f6nnte es auf einen Troll deuten, wenn eine Person in keiner Gruppe l\u00e4nger als ein Jahr oder gar nur ein paar Monate Mitglied bleibt. Nat\u00fcrlich kann es sich dabei aber auch nur um jemanden handeln, der einfach noch nicht das gefunden hat, was er sucht. Deshalb ist solch ein Verhalten keineswegs schon ein Beweis f\u00fcr dessen Trollnatur. Aber wenn diese Person immer \u2013 oder fast immer \u2013 im Streit gegangen ist und dabei eine Spur menschlicher Verw\u00fcstung hinterlassen hat, dann kann es kaum mehr Zweifel geben.<\/p>\n<p>Heidnische Gruppen und Vereine derselben Richtung haben oft gute Beziehungen und Verbindungen untereinander. So kann man idealerweise schnell erfahren, welchen Eindruck eine bestimmte Person bei einer anderen Gruppe hinterlassen hat. Und darauf sollte man h\u00f6ren. Man muss das nicht unkritisch \u00fcbernehmen, sollte dem aber dennoch Beachtung schenken. Wenn Gruppe X oder Verein Y schon mehr Erfahrungen mit Xelda gemacht hat als du, dann wissen sie wahrscheinlich auch, wovon sie reden. Bildet ein vereins- und gruppen\u00fcbergreifendes Netzwerk, in das man Menschen einbinden sollte, deren Meinung man respektiert, deren Urteilsverm\u00f6gen man vertraut, die in vergleichbaren Funktionen t\u00e4tig sind und die man als vern\u00fcnftig und intelligent einsch\u00e4tzt. Ein solcher Dialog auf individuell-menschlicher Ebene z.B. zwischen Vorstandsmitgliedern kann auch gut zwischen Gruppen funktionieren, die sich offiziell auf vereinspolitischer Ebene gegenseitig nicht gr\u00fcn sind. Mit denen kann man solche Belange besprechen und eigene Erfahrungen austauschen und weitergeben. H\u00f6re auf ihre Ratschl\u00e4ge und noch mehr auf ihre Warnungen. Man wird allzu leicht denken m\u00f6gen: \u201eNa ja, auch wenn Edna und Marvin \u00c4rger mit Xelda hatten, was hei\u00dft das schon? Ich bin sicher, ich bekomme das besser hin.\u201c Eine solche Denkweise ist ein gro\u00dfer Fehler! Wenn sich der Troll nicht v\u00f6llig ge\u00e4ndert haben sollte, bekommst du das<span>\u00a0<\/span><strong>nicht<\/strong><span>\u00a0<\/span>besser hin. Trolle sind krank. Sie wollen nicht geheilt werden und du kannst sie nicht heilen. Auf entsprechende Warnungen, die innerhalb eines verl\u00e4sslichen Netzwerkes weitergegeben werden, sollte man also auf alle F\u00e4lle h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Aber wie gesagt, will man dabei nat\u00fcrlich unbedingt vermeiden, ein Fehlurteil zu f\u00e4llen. Deshalb ist die Verl\u00e4sslichkeit eines solchen Netzwerkes so ungemein wichtig. Es ist eine Sache, dummes Gerede und substanzlose Ger\u00fcchte zu ignorieren, zumal deren Urheber ja oft genug selbst Trolle sind. Aber es ist eine ganz andere Sache, konkrete Warnungen von Menschen in den Wind zu schlagen, deren Urteilsverm\u00f6gen und Erfahrung man vertraut, vor allem, wenn diese direkten Kontakt mit der betreffenden Person hatten \u2013 und das um so mehr, wenn deren Erfahrungen durch weitere Stimmen auch noch best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Aber was ist, wenn der Troll sich tats\u00e4chlich v\u00f6llig ge\u00e4ndert hat? Zwar haben die letzten drei Gruppen alle schlimme Erfahrungen mit Xelda gemacht, nun aber steht sie vor dir und behauptet, sie habe sich v\u00f6llig ge\u00e4ndert, sei gereift, durch Erfahrungen gewachsen und jetzt ein g\u00e4nzlich anderer Mensch. Wie weit kann man solch einer Selbstbehauptung trauen?<\/p>\n<p>Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten. Wenn Xelda sich wirklich ge\u00e4ndert hat, bedeutet das, dass sie den Schaden erkannt und begriffen hat, den sie in der Vergangenheit angerichtet hat. Es obliegt ausschlie\u00dflich ihr selbst, zu ihren letzten drei Gruppen Kontakt aufzunehmen und sich zu entschuldigen \u2013 ohne windige Ausfl\u00fcchte und ohne die Verantwortung f\u00fcr ihr Tun dabei auf andere abzuschieben. Und dann liegt es ebenfalls ausschlie\u00dflich bei ihr, alles daf\u00fcr zu tun, die Sch\u00e4den und Verletzungen, die sie angerichtet hat, auf bestm\u00f6gliche Art wieder gutzumachen. Wenn Xelda dazu nicht bereit ist, dann hat sie sich auch nicht ge\u00e4ndert. H\u00e4tte sie sich wirklich ge\u00e4ndert, h\u00e4tte sie diese Wiedergutmachung n\u00e4mlich schon geleistet, bevor sie \u00fcberhaupt bei dir auftauchte. Wenn Xelda sich ge\u00e4ndert h\u00e4tte, w\u00fcrdest du auch keine Warnungen mehr von ihren fr\u00fcheren Opfern h\u00f6ren, sondern vielmehr erstaunte Berichte \u00fcber eine wahre menschliche Transformation. Wenn sich an den Warnungen aber nichts ge\u00e4ndert hat, ist Xelda auch nicht sonderlich gereift.<\/p>\n<p>Sollte man von sich aus \u00f6ffentlich vor Trollen warnen, mit denen man schlimme eigene Erfahrungen gemacht hat? Meiner Erfahrung nach h\u00f6ren andere Menschen nicht auf solche Warnungen \u2013 manchmal zwar schon, aber nicht sehr h\u00e4ufig. Heiden sind im allgemeinen viel zu stolz auf ihre geistige Unabh\u00e4ngigkeit, ihr Wissen und ihre F\u00e4higkeit, sich selbst ein eigenes Urteil zu bilden. Deshalb sollte man die eigenen Erfahrungen mit bestimmten Trollen nicht ungefragt in die \u00d6ffentlichkeit hinausposaunen, denn das k\u00f6nnte einen als kleingeistig und rachs\u00fcchtig erscheinen lassen.<\/p>\n<p>Aber auch bei der Arbeit in Netzwerken gibt es Risiken. Es kann im Extremfall auch dann tats\u00e4chlich passieren, dass eine Person zu Unrecht ausgeschlossen oder nicht als neues Mitglied zugelassen wird. Diese M\u00f6glichkeit schrumpft aber auf ein Minimum, wenn die in das Netzwerk eingebundenen Personen alle mit dem Troll-Problem vertraut sind. Die sollten sich so oft wie m\u00f6glich treffen und eng zusammenarbeiten. Hinter ungerechtfertigten Ausschl\u00fcssen stehen n\u00e4mlich oft Menschen, die dadurch eine private Rechnung begleichen wollen, und deren Verhaltensmuster dann auch in anderen F\u00e4llen als bedenklich auff\u00e4llt. Je besser man jemanden kennt \u2013 oder eine kleine Gruppe \u2013, umso besser lernt man auch, wie weit man ihrem Urteil trauen kann. Ger\u00e4t man dabei in ein Netzwerk, in dem Einzelne dominieren wollen und politische Spielchen ablaufen, steig aus und bau dein eigenes auf. Wenn ein Netzwerk aus vern\u00fcnftigen Menschen besteht, f\u00e4llt jeder, der das f\u00fcr seine eigenen Machtspielchen missbrauchen will, schnell auf \u2013 und wird vern\u00fcnftigerweise als eigene Gattung von Troll behandelt werden.<\/p>\n<p>Mit den Mitgliedern eines solchen Netzwerkes sollte man h\u00e4ufigen und engen Kontakt pflegen. Lerne sie so gut wie m\u00f6glich kennen. Verlass dich auf ihre Unterst\u00fctzung und lass ihnen auch deine Unterst\u00fctzung zukommen. Wenn einer von ihnen zur Zielscheibe eines Trolls wird, braucht er (oder sie) alle R\u00fcckendeckung und Kraft. Eine solche Erfahrung ist unglaublich verletzend und kr\u00e4ftezehrend. Sei f\u00fcr ihn da. Vor allem bedarf er auch einer soliden Erdung und einer Schulter zum Ausheulen. Ein solches Netzwerk ist auch dar\u00fcber hinaus eine gute Idee. Wie oft haben wir nicht schon den Ruf nach einer einigen und starken heidnischen Position vernommen? Hier liegt die M\u00f6glichkeit, damit anzufangen, und wir haben sehr gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Trolle im Internet<\/strong><\/h4>\n<p>Es gibt eine bestimmte Gattung von Trollen, die es lieben, in Mailinglisten oder Internet-Diskussionsforen \u00c4rger zu machen. Sie schaffen es, jede Diskussion \u00fcber Monate zu sprengen oder ansonsten vern\u00fcnftige Diskussionen zu nichtssagendem Geschwafel verkommen zu lassen. Die folgenden Ausf\u00fchrungen \u00fcber solche Trolle beruhen auf jahrelanger Beobachtung und Erfahrung sowie langem Experimentieren, was gegen sie hilft und was nicht. Solches Experimentieren ist recht einfach durchzuf\u00fchren, und jeder kann das einmal selbst probieren, falls gew\u00fcnscht. Man meldet sich einfach in einem Diskussionsforum an und wartet, bis ein Troll auftaucht. Keine Sorge, man wird nicht lange warten m\u00fcssen, da sie sich im Internet in gro\u00dfer Zahl herumtreiben. Sobald du merkst, dass sich dort ein Troll ein Opfer ausgesucht hat, misch dich ein und teste verschiedene Methoden von Antworten. Sei aber darauf gefasst, dass Trolle erhebliches Geschick darin besitzen, dich fertig zu machen und dumm aussehen zu lassen. Sei auch darauf gefasst, dabei heftig angegangen zu werden. Sehr d\u00fcnnh\u00e4utige Personen mit hohem Blutdruck sollten sich diese Erfahrung also vielleicht besser ersparen.<\/p>\n<p>Das Internet ist ein einzigartiges Medium, in dem sich eine geradezu unglaubliche Zahl von Trollen tummelt. Der Grund daf\u00fcr d\u00fcrfte der sein, dass man nirgendwo anders bez\u00fcglich der eigenen Person so leicht l\u00fcgen kann. Man hat die M\u00f6glichkeit zu jeder beliebigen Selbstdarstellung, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben muss, und es ist fast unm\u00f6glich, entsprechende Behauptungen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Trolle, die in ihrem wirklichen Leben erkannt und entlarvt worden sind, st\u00fcrzen sich deshalb begeistert auf das Internet. Zudem geht das potenzielle Publikum im Internet in die Tausende \u2013 theoretisch sogar in die Millionen. Wie befriedigend es f\u00fcr den Troll auch sein mag, eine heidnische Gruppe zerst\u00f6rt zu haben, so ist es f\u00fcr ihn doch ungleich aufregender, jemanden unter den Augen eines m\u00f6glichen Millionenpublikums fertig machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch hier ist ein Troll nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Weil das L\u00fcgen hier so einfach ist, nutzt der Troll dies, um sich auch hier als vern\u00fcnftig und nett darzustellen. Und Trolle k\u00f6nnen sich bekanntlich als extrem nett verkaufen, wenn sie das als n\u00f6tig erachten. Sie verwickeln ihre Opfer in Diskussionen, wobei sie so viele pers\u00f6nliche Informationen wie m\u00f6glich sammeln, um sie in dem bevorstehenden Angriff v\u00f6llig verdreht als Waffe einsetzen zu k\u00f6nnen. Und wenn der dann erfolgt, k\u00f6nnen sie sich als \u00e4u\u00dferst b\u00f6sartig und hartn\u00e4ckig erweisen.<\/p>\n<p>Ein Troll wird alle \u00c4u\u00dferungen seines Opfers bewusst missverstehen und verdrehen. Wenn er sich bei einem seiner Angriffe mit vern\u00fcnftigen Fragen und berechtigten Entgegnungen konfrontiert sieht, wird er entweder den Beleidigten spielen oder diese Antworten schlicht ignorieren. Vor allem aber wird ihn das nicht davon abhalten, sein Opfer auch weiterhin auf \u00fcbelste Art zu attackieren. Weist man auf Widerspr\u00fcche in den Darstellungen des Trolls hin und bittet um Erkl\u00e4rung, wird er darauf \u00fcberhaupt nicht eingehen oder sich auf einen neuen Punkt konzentrieren, den er an dir zu kritisieren hat. Weist man auf die beleidigenden Inhalte der Beitr\u00e4ge des Trolls hin, wird er sofort den Ton wechseln, sich dar\u00fcber beschweren, dass in Wirklichkeit du es doch seiest, der sich ihm gegen\u00fcber boshaft verhalte, und alles versuchen, sich nun selbst als unschuldiges Opfer darzustellen. Darin sind Trolle sehr gut.<\/p>\n<p>Notfalls st\u00fcrzen sich Trolle auch auf v\u00f6llig irrelevante Details wie Tipp- und Grammatikfehler, einen falsch benutzten Begriff \u2013 auf alles, was nichts mit dem tats\u00e4chlichen Thema zu tun hat, um mit diesem Trick von Entgegnungen gegen sie abzulenken und darauf nicht antworten zu m\u00fcssen. Dabei beschuldigen sie andere durchweg der Unvernunft, Intoleranz und \u201emangelnder Erleuchtung\u201c, und glatte Beschimpfungen werden dazu eingesetzt, um von den oft berechtigten Gegenargumenten ihrer Opfer abzulenken. Dabei ist der Lieblingsvorwurf von Trollen, man w\u00fcrde auf einer \u201eeinzig m\u00f6glichen und allein selig machenden Wahrheit\u201c bestehen. Dieser Vorwurf ist eines der sichersten Anzeichen daf\u00fcr, dass man es mit einem Online-Troll zu tun hat.<\/p>\n<p>Wie also geht man damit um? Das Ziel des Online-Trolls besteht darin, dass du dich bedroht und erniedrigt f\u00fchlst. Wenn du auf dieselbe Art zur\u00fcckschl\u00e4gst, ist das f\u00fcr den Troll das Beste, was du \u00fcberhaupt machen kannst. Der Troll will n\u00e4mlich vor allem im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen und dabei gleichzeitig m\u00f6glichst viel Schaden anrichten. Man erinnere sich: Trolle brauchen den Streit so n\u00f6tig wie andere ihr t\u00e4glich Brot. Schl\u00e4gt man also auf selbe Art zur\u00fcck, dann macht man dem Troll damit nur klar, dass seine Strategie bestens funktioniert hat. Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen \u2013 selbst wenn die in Zorn und Ablehnung besteht \u2013 vermitteln dem Troll das Gef\u00fchl von Best\u00e4tigung und Anerkennung, und das f\u00fchlt sich f\u00fcr ihn auch dann noch viel besser an, als wenn er einfach ignoriert w\u00fcrde. Und wenn es ihm gelingt, Menschen tats\u00e4chlich zu verletzen, verschafft ihm das ein Gef\u00fchl von Macht und Einfluss.<\/p>\n<p>Und wie reagiert man nun auf solche Angriffe? Zun\u00e4chst einmal das Wichtigste: Mach dir klar, dass der Troll nicht die Macht hat, dir wirklich schaden zu k\u00f6nnen. Angriffe eines Trolls sind durch sein Gef\u00fchl von Hilflosigkeit und Angst motiviert. Und diese Gef\u00fchle will er dadurch auch in dir erzeugen. Ob du das aber zuzulassen gewillt bist, das liegt ausschlie\u00dflich bei dir, nicht jedoch in der Macht des Trolls.<\/p>\n<p>Es ist sehr schwer, daf\u00fcr ein einfaches Universalrezept vermitteln zu wollen. Die folgenden Ratschl\u00e4ge stellen zwar gute grunds\u00e4tzliche Hilfen dar, sind aber nicht in jedem Einzelfall gleicherma\u00dfen anwendbar. Man sollte dabei von sich selbst auch nicht erwarten, immer perfekt reagieren zu m\u00fcssen. Wir sind schlie\u00dflich alle nur Menschen. Zuweilen antwortet man eben voller Wut oder Frust, und oft sind die Anschuldigungen des Trolls so haarstr\u00e4ubend, dass man auch gar nicht anders kann, als darauf sofort zu reagieren. Das soll man auch gerne machen, danach aber sollte man alles tun, um sich wieder zu zentrieren und zu erden. (Eine sehr hilfreiche Technik besteht darin, die Antwort vor dem Absenden einen Tag lang liegen zu lassen und sie dann nochmals daraufhin zu pr\u00fcfen, ob sie auch wirklich das enth\u00e4lt, was man sagen wollte. Aber nicht viele besitzen immer diese Selbstkontrolle, auch ich nicht.)<\/p>\n<p>Wird man \u00f6ffentlich angegriffen, ist es nur zu verst\u00e4ndlich, dass man sich dagegen verteidigen will und sich Sorgen dar\u00fcber macht, was andere nun wohl \u00fcber einen denken k\u00f6nnten. Aber gerade im Zorn reagiert man oft zu vorschnell. Dabei sollte man n\u00e4mlich bedenken, dass das, was einem bei solchen Angriffen selbst als irrational und verleumderisch aufst\u00f6\u00dft, auf alle anderen vern\u00fcnftigen Menschen ganz genauso wirkt. Die Irrationalit\u00e4t der Angriffe eines Trolls \u2013 wenn er z.B. einen anderen Heiden als Inquisitor bezeichnet \u2013 wird auch allen anderen als v\u00f6llig \u00fcberzogen und verfehlt auffallen. Es besteht keine Notwendigkeit, sich gegen solche absurden Vorw\u00fcrfe verteidigen zu m\u00fcssen. Regt man sich \u00fcber solch offensichtlichen Unsinn \u00f6ffentlich auf, ger\u00e4t das sogar eher selbst in die N\u00e4he des Irrationalen. Schlichte Beleidigungen sollte man einfach ignorieren. Wenn man sich dauernd Sorgen dar\u00fcber macht, was andere Menschen deshalb \u00fcber einen denken k\u00f6nnten, sollte man sich auch klarmachen, dass man umso unbesch\u00e4digter daraus hervorgeht, je weniger man sich selbst auf die Troll-Ebene von Verleumdungen und Beleidigungen herabziehen l\u00e4sst. Und das wiederum l\u00e4sst den Troll ziemlich dumm dastehen, was ihn seiner gr\u00f6\u00dften Kraft beraubt.<\/p>\n<p>Wenn ein Troll all deine \u00c4u\u00dferungen bewusst missdeutet oder von dir ge\u00e4u\u00dferte Meinungen v\u00f6llig verdreht, sollte man darauf reagieren? Das h\u00e4ngt von der Art des Diskussionsforums ab. Wenn dessen Mitglieder erfahrene und belesene Heiden sind, besteht die beste Weise des Umgangs mit Trollen darin, sie v\u00f6llig zu ignorieren. Stelle in klaren und deutlichen Worten deine Position dar und gehe auf jegliche Verdrehungen durch den Troll gar nicht erst ein. Dessen absurde Verdrehungen m\u00fcssen schlie\u00dflich auch allen anderen auffallen, und schon allein deswegen er\u00fcbrigen sich detaillierte Widerlegungsversuche. Man will schlie\u00dflich nicht in eine vermeintlich argumentative Debatte mit einem Troll verwickelt werden, dem es dabei nur darum geht, dein Selbstbewusstsein und deine Selbstachtung zu untergraben. In solch einem Diskussionsforum darfst du auch auf Unterst\u00fctzung durch andere User hoffen, und dann solltest du eher auf deren berechtigte Reaktionen eingehen als auf die Ausf\u00fchrungen des Trolls.<\/p>\n<p>In einem Forum allerdings, in dem das Bildungsniveau allgemein gering und der Ton dementsprechend ist, kann sich die Situation anders darstellen. Dort ist niemand in der Lage, dem Thema inhaltlich in all seinen Ver\u00e4stelungen oder wissenschaftlichen Literaturhinweisen folgen zu k\u00f6nnen, weshalb man dort allzu leicht auf die Behauptungen von Trollen hereinf\u00e4llt. In einem solchen Umfeld sollte man durchaus auf den Troll einzugehen versuchen, sich dabei aber immer eines ruhigen und vern\u00fcnftigen Tones bedienen. Man beziehe sich dabei ausschlie\u00dflich auf sachliche Argumente, nicht auf Beschimpfungen und Verleumdungen, die nur dazu gedacht waren, einen in Zorn zu versetzen. Je vern\u00fcnftiger man selbst dabei argumentiert, um so weniger vern\u00fcnftig wird der Troll dastehen \u2013 und seine Argumente genauso wenig.<\/p>\n<p>Der Troll will, dass du in Zorn ger\u00e4tst, weil du dich verletzt f\u00fchlst und dich zu verteidigen versuchst. Wenn du diese Erwartungen des Trolls kontinuierlich verweigerst, wird er schlie\u00dflich entt\u00e4uscht verschwinden, um sich hoffnungsvolleren Opfern zuzuwenden. Behalte dabei in jedem Fall einen h\u00f6flichen Ton, stelle h\u00f6fliche Fragen und weise h\u00f6flich auf logische Fehler in den Verdrehungen des Trolls hin. Die Unf\u00e4higkeit des Trolls, darauf vern\u00fcnftig und \u00fcberzeugend reagieren zu k\u00f6nnen, wird auch allen anderen denkenden Menschen dort auffallen, ebenso wie die Neigung des Trolls, H\u00f6flichkeit mit Beleidigungen, Vernunft mit Verzerrungen und Zur\u00fcckhaltung mit Aggressivit\u00e4t zu begegnen. Dadurch stellt sich der Troll selbst kalt, ohne dass du noch besonders dazu beitragen m\u00fcsstest.<\/p>\n<p>Das Problem bei dieser Taktik besteht darin, dass Trolle \u2013 und vor allem Online-Trolle \u2013 manchmal Anh\u00e4nger und Sekundanten um sich zu scharen verm\u00f6gen. Wenn ein Troll in einer Auseinandersetzung sein Gesicht zu verlieren beginnt, springen diese Sekundanten ein und beklagen, wie h\u00e4sslich und gemein du dich dem Troll gegen\u00fcber doch verhalten h\u00e4ttest. Den Unterschied zwischen solchen Sekundanten und Menschen, die jemand anderen aufrichtig gegen unfaire Angriffe verteidigen, liegt im Ton: Sekundanten sind dabei geh\u00e4ssig und grob, w\u00e4hrend aufrichtige Verteidiger zwar ebenfalls deutliche Worte finden k\u00f6nnen, aber ihrerseits nicht auf Beschimpfungen zur\u00fcckgreifen m\u00fcssen. Wenn diese Sekundanten auftauchen, ist es an der Zeit, sich zur\u00fcckzuziehen. F\u00fcr den Moment hast du gewonnen, denn der Auftritt der Sekundanten macht dir klar, wie absurd und hilflos der Troll allen nun erscheint (andernfalls m\u00fcssten die Sekundanten nicht zu seiner Verteidigung einspringen). Wenn man jetzt noch weiter nachst\u00f6\u00dft, k\u00f6nnte einem das auch von anderen negativ ausgelegt werden. Au\u00dferdem d\u00fcrften die meisten Mitlesenden zu diesem Zeitpunkt von dem Thread schon gelangweilt genug sein. Vor allem darf man bei all dem nie den Humor verlieren. Ein Troll ist schlie\u00dflich nichts weiter als ein Troll. Wenn du deutlich machst, dass du seine Beleidigungen nicht ernst nimmst, werden die meisten anderen Teilnehmer das auch nicht tun.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teil 7: Nach dem Auschluss eines Trolls<\/h2>\n<p>In dieser Artikelreihe habe ich die Gefahren beschrieben, die von Trollen ausgehen, wie man sie erkennt, wie man sich gegen sie wehren kann und welche Ma\u00dfnahmen dabei funktionieren und welche nicht. In diesem letzten Teil m\u00f6chte ich einige abschlie\u00dfende und zusammenfassende Gedanken \u00e4u\u00dfern, aber auch darauf eingehen, welche Gefahren von einem Troll auch dann noch ausgehen k\u00f6nnen, wenn man bereits davon \u00fcberzeugt ist, ihn gl\u00fccklich losgeworden zu sein.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der grunds\u00e4tzliche Umgang mit Trollen. Eine Zusammenfassung.<\/strong><\/h4>\n<p>Rein theoretisch ist der Umgang mit Trollen ganz einfach: Lerne, wie man Trolle erkennt. Wenn man erst einmal davon \u00fcberzeugt ist, dass es sich bei einer Person um einen Troll handelt, sollte man sofort entschlossen handeln. Die zwei wichtigsten Grunds\u00e4tze:<\/p>\n<p>1. Wenn man Trolle schon im Vorfeld erkennt, darf man sie nicht in die eigene Gruppe aufnehmen.<\/p>\n<p>2. Wenn sie einen \u00fcberlisten k\u00f6nnen und es ihnen gelingt, sich einzuschleichen, sind sie sofort auszuschlie\u00dfen, sobald man ihre wahre Natur erkannt hat.<\/p>\n<p>Wenn jemand Verhaltensweisen eines Trolls aufweist, gehe im Geist alle Trolle durch, denen du bisher begegnet bist, wie deine Kommunikation mit ihnen verlief und welche Troll-Strategien sie angewandt haben. Schau noch einmal in den fr\u00fcheren Teilen dieser Artikelserie nach, woran man Trolle erkennen kann und welcher Strategien sie sich bedienen. Wenn du davon \u00fcberzeugt bist, dass es sich bei einer Person, die bei euch Mitglied werden m\u00f6chte, um einen Troll handelt, sage dieser Person: \u201eUnsere Gruppe ist keine gute Wahl f\u00fcr dich. Das Heidentum ist ein weites Feld. Ich bin sicher, du wirst eine andere Gruppe finden, die besser zu dir passt.\u201c Sollte die Person bereits Mitglied sein, benutze dieselben Worte und f\u00fcge hinzu: \u201eUm das klar zu machen: Du bist hiermit nicht l\u00e4nger Mitglied unserer Gruppe.\u201c<\/p>\n<p>Sei selbstsicher und \u00e4u\u00dfere das kurz und b\u00fcndig. Es gibt keinen Grund, dabei sarkastisch, h\u00e4misch oder herzlos zu sein. Dessen wird der Troll dich danach wahrscheinlich sowieso bezichtigen, aber du selbst bist dir des Unterschiedes zwischen Entschlossenheit und Herzlosigkeit bewusst, also sei dabei nicht z\u00f6gerlich. Selbstsicheres und entschlossenes Auftreten machen dem Troll auch klar, dass du keine Angst vor ihm hast und davon \u00fcberzeugt bist, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Genau wie Wachhunde k\u00f6nnen auch Trolle Angst auf hundert Meter riechen und werden versuchen, deine eigene Angst und Unsicherheit auszunutzen, um dich zu verunsichern und einzusch\u00fcchtern. In dieser Situation gibt es keinen Grund zu z\u00f6gern. Du wei\u00dft, was zu tun ist, und bist in der Lage, das auch zu tun.<\/p>\n<p>Lass dich nicht dazu hinrei\u00dfen, Verst\u00e4ndnis oder Nachsicht zu zeigen. Kleide deine Worte nicht in h\u00f6fliche Umschreibungen. Sei nicht hintergr\u00fcndig oder spitzfindig \u2013 Hintergr\u00fcndigkeit wird von Trollen nach Belieben missverstanden und verdreht. Der Troll wird nat\u00fcrlich eine Begr\u00fcndung oder Erkl\u00e4rung verlangen. Fang jetzt nicht an, ihm die Gr\u00fcnde aufzuz\u00e4hlen, weil das sofort zu einer F\u00fclle von Ausreden, Irref\u00fchrungen, Mitleid erregenden L\u00fcgen, Gejammer \u00fcber seine Opferrolle und Vortr\u00e4gen \u00fcber unterschiedliche Sichtweisen f\u00fchrt. Wiederhole stattdessen einfach: \u201eUnsere Gruppe ist keine gute Wahl f\u00fcr dich. Das Heidentum ist ein weites Feld. Ich bin sicher, du wirst eine andere Gruppe finden, die besser zu dir passt. Du bist hiermit nicht l\u00e4nger Mitglied unserer Gruppe.\u201c<\/p>\n<p>Dann bestehe darauf, dass sich der Troll nicht mehr blicken l\u00e4sst. Versuche in der Folgezeit nicht, deine Probleme mit dem Troll \u201ebeizulegen\u201c. Arbeite nicht darauf hin, dass er dich wieder \u201eleiden\u201c mag. Gib ihm keinerlei Erkl\u00e4rungen f\u00fcr deine Entscheidung. Allgemein sollte man ausgeschlossene Trolle ab diesem Moment so behandeln, als w\u00fcrden sie nicht existieren.<\/p>\n<p>Danach noch eine Verbindung mit dem Troll zu haben oder ihm gar zu erlauben, weiteren Kontakt mit dir oder den anderen Mitgliedern aufrecht zu erhalten, wird von ihm als Schw\u00e4che ausgelegt werden. Das wird von einem Troll als klare Einladung und als Gelegenheit dazu verstanden, sein manipulatives und zersetzendes Verhalten zu wiederholen oder fortzusetzen. Entschlossen jeden Kontakt abzubrechen macht dem Troll vielmehr klar, dass du selbst keine Trollspielchen betreibst und dich auch in keine hineinziehen l\u00e4sst. Es macht deutlich, dass du nicht bereit bist, dich manipulieren oder in eine ver\u00e4ngstigte Verteidigungsposition dr\u00e4ngen zu lassen.<\/p>\n<p>Antworte nicht auf Briefe oder Anrufe eines ausgeschlossenen Trolls. Das bringt einfach nichts. Wenn der Troll dich anruft und auch erreicht, solltest du allerdings nicht sofort wortlos wieder auflegen, denn das kann wiederum als Angst interpretiert werden und wird zu Verleumdungen f\u00fchren, du seiest unh\u00f6flich oder Schlimmeres. Auch hier sollte man selbstsicher und bestimmt sein \u2013 und g\u00e4nzlich unaufgeregt.<\/p>\n<p>Lege dir ein paar ganz einfache S\u00e4tze zurecht, die du dir so lange vorsagst, bis du sie im Schlaf beherrschst, bestimmt und ruhig: \u201eUnser Kontakt ist beendet. Wir haben nichts mehr zu bereden.\u201c Wenn der Troll fragt, ob er dich zu einer besser passenden Zeit anrufen soll, antworte ihm: \u201eUnser Kontakt ist beendet. Wir haben nichts mehr zu bereden.\u201c Wenn er dich fragt, warum du so hart und herzlos seiest, antworte ihm: \u201eUnser Kontakt ist beendet. Wir haben nichts mehr zu bereden.\u201c Wenn er dich irgend etwas anderes fragt, z.B. wie es dir denn so geht oder ob du den neuesten James-Bond-Film schon gesehen h\u00e4ttest, antworte ihm: \u201eUnser Kontakt ist beendet. Wir haben nichts mehr zu bereden.\u201c Dann f\u00fcge hinzu: \u201eIch bin momentan sehr besch\u00e4ftigt, deshalb lege ich jetzt auf. Auf Wiederh\u00f6ren.\u201c Dann lege auf. Du musst nicht abwarten, bis der Troll \u201eAuf Wiederh\u00f6ren\u201c sagt, von sich aus wird er das n\u00e4mlich kaum tun. Dabei ist das Wort \u201eKontakt\u201c viel besser als \u201eBeziehung\u201c oder \u201eVerbindung\u201c. Sage nicht: \u201eUnsere Beziehung ist beendet.\u201c Du willst dem Troll schlie\u00dflich keine Gelegenheit dazu bieten, die intimeren Aspekte des Begriffes einer \u201evormaligen Beziehung\u201c verdrehen zu k\u00f6nnen. \u201eKontakt\u201c ist ein viel neutralerer Begriff, unpers\u00f6nlicher, weniger intim. Deine ehemaligen Verbindungen zu dem Troll lediglich als \u201eKontakt\u201c zu bezeichnen, l\u00e4sst ihn vielleicht erst einmal eine Pause einlegen.<\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt, funktioniert ein solch hartes und kompromissloses, aber dennoch sehr einfaches Vorgehen leider nur in kleinen Gruppen, nicht aber in gro\u00dfen Vereinen mit einer Satzung. Hier kann man tats\u00e4chlich nur auf die in Teil 5 beschriebenen aufw\u00e4ndigen Prozeduren zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00f6gliche Folgen im Internet<\/strong><\/h4>\n<p>Beantworte auch keine E-Mails von Trollen. Vor allem aber versuche zu vermeiden, dass dich ein ausgeschlossener Troll in Online-Diskussionen auf Mailinglisten oder Internetforen verwickelt. Wenn ein Troll dich im wirklichen Leben angegriffen hat, wird er das mit noch gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit auch online versuchen, wo er das vor einem riesigen Publikum durchziehen kann. Seine ersten an dich gerichteten Postings werden wahrscheinlich noch h\u00f6flich formuliert sein oder vielleicht sogar interessant klingen, vielleicht auch in Form einer ganz sachlichen Frage. Das k\u00f6nnte dich zu der Vorstellung verf\u00fchren, der Troll habe sich ge\u00e4ndert und w\u00fcrde sich zumindest auf \u00f6ffentlicher B\u00fchne wieder zivil benehmen. Lass dich nicht t\u00e4uschen! Der Troll wird dich durch einige h\u00f6flich formulierte Beitr\u00e4ge zu \u00c4u\u00dferungen bringen, die er f\u00fcr neue Angriffe gegen dich verdrehen kann. Trolle sind unglaublich hartn\u00e4ckig. Sie werden sich wieder auf dich st\u00fcrzen, sobald du ihnen die T\u00fcr auch nur einen Spalt weit \u00f6ffnest, und das Internet ist ein viel zu attraktiver Ort f\u00fcr sie, um es nicht zu nutzen.<\/p>\n<p>Wenn dich ein ausgeschlossener Troll \u00f6ffentlich im Internet kontaktiert, hat man keine wirklich guten Karten. Die beste Reaktion besteht wahrscheinlich darin, das einfach zu ignorieren. Tu einfach so, als gebe es sein Posting gar nicht. Online-Diskussionen schreiten so schnell voran, dass einzelne Beitr\u00e4ge schnell in Vergessenheit geraten. Wenn der Troll nicht in seinen Versuchen nachl\u00e4sst, dich dort in eine Diskussion verwickeln zu wollen, ignoriere das auch weiterhin. Jede \u00f6ffentliche Entgegnung an ihn wird nur dem Troll in die H\u00e4nde spielen.<\/p>\n<p>Wenn dich ein anderer Teilnehmer fragt, warum du auf die Anfragen nicht eingehst, kannst du ihm das in einer Privatmail erkl\u00e4ren, indem du z.B. schreibst: \u201eIch ziehe es vor, auf Kontaktversuche eines bei uns ausgeschlossenen Mitgliedes lieber nicht zu antworten.\u201c Man darf n\u00e4mlich nicht davon ausgehen, dass die Teilnehmer auf heidnischen Listen und Foren mit den Gefahren und Techniken von Trollen vertraut sind. Wenn du das also \u00f6ffentlich zu erkl\u00e4ren versuchst, wird das mit Sicherheit von den meisten anderen als willk\u00fcrlicher Angriff auf den armen Troll verstanden werden, und der Troll wird das sofort nutzen, um dich als gemein, boshaft und nachtragend hinzustellen. Solange das Wissen um die Existenz von Trollen, um ihre Techniken, Natur und Erkennungsmerkmale im Heidentum nicht allgemein bekannt ist, wird man wenig Erfolg damit haben, die wahre Sachlage glaubhaft und \u00fcberzeugend erkl\u00e4ren zu wollen. Je nach Ton und Niveau des entsprechenden Forums sollte man sich auf eine kurze und einfache \u00f6ffentliche Reaktion beschr\u00e4nken, die z.B. so aussehen k\u00f6nnte: \u201eWir hatten in der Vergangenheit ein paar pers\u00f6nliche Probleme miteinander, und ich m\u00f6chte nur sicherstellen, dass die jetzt nicht hier in dieses Forum hineingetragen werden.\u201c Nat\u00fcrlich mag man es auch mit einer deutlicheren Reaktion versuchen, aber je heftiger deine Reaktion ausfallen wird, umso mehr Staub wird sie auch aufwirbeln, deshalb sollte man dabei die anderen Teilnehmer gut einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, und hoffen, dass die meisten auch dich selbst kennen. Jedenfalls sollte man die Antwort kurz und einfach abfassen und sie so enden lassen: \u201eDas ist alles, was ich \u00f6ffentlich dazu sagen m\u00f6chte.\u201c<\/p>\n<p>Trolle werden im Internet h\u00e4ssliche und falsche Dinge \u00fcber dich und \u00fcber das verbreiten, was sie von dir, von deiner Gruppe oder deinem Verein angeblich erleiden mussten. Tu dein Bestes, um das zu ignorieren. Alle, die dich kennen, werden diese Behauptungen als L\u00fcgen erkennen. Wenn man sich online in eine Diskussion dar\u00fcber ziehen l\u00e4sst, muss man sich zwangsl\u00e4ufig verteidigen, was der Troll als Schw\u00e4che ausnutzen und entsprechend verwerten wird.<\/p>\n<p>Ausgeschlossene Trolle werden alles, was sie bei euch gelernt haben, dazu nutzen, sich anderweitig beliebt zu machen und Anerkennung zu gewinnen. Sie werden sich als liebenswerte, aufrichtige, kenntnisreiche, hilfsbereite und \u00fcberhaupt als rundum ganz wundervolle Menschen darstellen. So gelingt es ihnen, online eine gewisse Anh\u00e4ngerschaft um sich zu scharen, die gro\u00dfe St\u00fccke auf sie h\u00e4lt, ohne sie jemals pers\u00f6nlich kennenzulernen. Es ist eine extrem gallenbittere Erfahrung, mitansehen zu m\u00fcssen, wie Trolle munter und vergn\u00fcgt im Internet auftreten und durch Einsatz ihrer wirkungsvollsten Trollstrategien dort Anh\u00e4nger und Anerkennung finden, w\u00e4hrend du einer der Wenigen bist, die ihre wahre Natur kennen. Es gibt leider kaum etwas, was man dagegen tun k\u00f6nnte. Dies mag sogar die schlimmste Erfahrung sein, die man nach erfolgreicher Abwehr des Trolls in der Zeit danach erdulden muss. Betrachte den Troll einfach als Seuche, die deine Gruppe heimgesucht hat und die leider anderswo erneut auftreten wird, eine unpers\u00f6nliche Macht, der man keinen Einhalt gebieten kann und gegen die es keinen wirklichen Schutz gibt. Betrachte all das als potenzielle Lernm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Leute, die dem Troll k\u00fcnftig zum Opfer fallen werden.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Versuche erneuter Kontaktaufnahme<\/strong><\/h4>\n<p>Auch noch geh\u00f6rige Zeit danach kann es passieren, dass der ausgeschlossene Troll dich anruft, um dich um Hilfe zu bitten. Diese Bitte um Hilfe kann sich auf alles M\u00f6gliche beziehen, von den allt\u00e4glichsten bis hin zu okkultesten Angelegenheiten. Der Troll k\u00f6nnte in Geldschwierigkeiten sein, \u00fcberzeugt davon, Ziel eines magischen Angriffs zu sein oder sich gerade wieder in heftigem Streit mit jemand anderem befinden. Du willst das aber gar nicht genauer wissen, und du wirst dich auch nicht wirklich wieder mit ihm einlassen wollen. Es liegt nicht in deiner Verantwortung, dem Troll aus irgendwelchen Schwierigkeiten heraushelfen zu m\u00fcssen. Das w\u00fcrde in dem Troll auch keineswegs Gef\u00fchle von Dankbarkeit oder Verbundenheit erwecken. Es w\u00fcrde ihn auch nicht davon \u00fcberzeugen, dass du doch kein so schlechter Mensch seiest. Die einzige Folge w\u00e4re die, dass du dich wieder in seinen Fallstricken verf\u00e4ngst und damit abermals Opfer seines manipulativen Verhaltens wirst.<\/p>\n<p>Dabei wird der Troll in dir Schuldgef\u00fchle zu erwecken versuchen: \u201eIch wei\u00df, dass wir damals ein Problem miteinander hatten. Aber jetzt brauche ich wirklich Hilfe. K\u00f6nnen wir diese kleinlichen Differenzen nicht einmal beiseite lassen?\u201c Oder: \u201eDas ist doch schon ewig lange her. K\u00f6nnen wir etwas, das so lange zur\u00fcckliegt, nicht endlich einmal begraben?\u201c Oder: \u201eWei\u00dft du, so am eigenen Zorn festzuhalten, ist ziemlich krank. Kannst du dar\u00fcber nicht hinauswachsen?\u201c Nun magst du denken, dass Menschen sich ja \u00e4ndern k\u00f6nnen. Aber solange du keine sehr konkreten Hinweise auf das Gegenteil hast, denk daran, dass Trolle sich im Allgemeinen nicht \u00e4ndern, jedenfalls nicht ohne radikalen Anlass und intensive Therapie. Und w\u00e4re das in diesem Fall erfolgt, h\u00e4ttest du wahrscheinlich davon geh\u00f6rt. Die richtige Antwort an den Troll muss also lauten: \u201eIch richte meine Kraft nun auf die lohnenswerten und wichtigen Dinge. Unser Kontakt ist beendet. Ich bin sicher, du wirst das, was du brauchst, anderswo finden.\u201c Der Troll mag nun entgegnen: \u201eAber nein, du bist der Einzige, an den ich mich wenden kann.\u201c Dann geht er auf deine F\u00e4higkeiten und dein Wissen ein oder auf was auch immer, wovon er denkt, es w\u00fcrde dir schmeicheln. Du antwortest: \u201eIch richte meine Kr\u00e4fte nun auf die lohnenswerten und wichtigen Dinge. Unser Kontakt ist beendet. Ich bin sicher, du wirst das, was du brauchst, anderswo finden.\u201c Dann f\u00fcge hinzu: \u201eIch bin momentan sehr besch\u00e4ftigt, deshalb lege ich jetzt auf. Auf Wiederh\u00f6ren.\u201c Dann lege auf.<\/p>\n<p>Verst\u00e4ndlicherweise scheuen sich die meisten Menschen, so hart und abweisend zu reagieren. Aber H\u00f6flichkeit und Anteilnahme sind bei einem Troll verschwendet und w\u00fcrden nur wieder gegen dich verwendet, um das Gespr\u00e4ch in der Hoffnung in Gang zu halten, dich abermals manipulieren zu k\u00f6nnen. Man erinnere sich: Alle nat\u00fcrlichen Dinge sollten ihrem Wesen gem\u00e4\u00df behandelt werden. Man h\u00e4lt einen Wellensittich nicht im Aquarium und versucht einen Goldfisch nicht auf einer Vogelstange balancieren zu lassen. Einem Troll gegen\u00fcber H\u00f6flichkeit und Anteilnahme zu zeigen ist aber so, als wollte man einen Goldfisch in einem Vogelk\u00e4fig halten. Genauso wenig w\u00fcrdest du einen Waschb\u00e4ren zu dir in die Wohnung lassen, egal wie niedlich und s\u00fc\u00df er auch aussieht und dich anschaut. Waschb\u00e4ren haben ein sehr kr\u00e4ftiges Gebiss, sind stets \u00fcbellaunig und v\u00f6llig unz\u00e4hmbar, und sie werden keinerlei Dankbarkeit f\u00fcr deine Gastfreundschaft zeigen. Waschb\u00e4ren unterscheiden sich eigentlich gar nicht so sehr von Trollen.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Den Troll \u00fcberleben<\/strong><\/h4>\n<p>Jemand hat einmal gesagt: \u201eDie beste Rache ist ein gut gelebtes eigenes Leben\u201c. Das Schlimmste, was man einem Troll antun kann, besteht in einem langen und gl\u00fccklichen Leben, dem der Troll auch mit all seiner Anstrengung nicht beikommen kann. Das hasst er. Aber nat\u00fcrlich bleibt man dabei nicht unbesch\u00e4digt. Jede Erfahrung im eigenen Leben formt uns, sch\u00e4rft das Bewusstsein und die Art und Weise, wie wir auf die Welt um uns reagieren. Man kann nicht verhindern, dass der boshafte und irrationale Angriff eines Trolls bei einem selbst schlimme Narben hinterl\u00e4sst. Man kann allerdings entscheiden, wie man mit dieser Erfahrung umgeht.<\/p>\n<p>Von Nietzsche stammt das ber\u00fchmte Wort: \u201eWas uns nicht umbringt, macht uns nur noch st\u00e4rker.\u201c Und darin liegt mehr als nur ein K\u00f6rnchen Wahrheit. Selbst schmerzhafteste Lektionen bleiben immer noch Lektionen, und einige der schmerzhaftesten sind auch die wertvollsten. Wir bezeichnen unser Heidentum als Erfahrungsreligion, und deshalb sollten wir gerade aus Erfahrungen auch zu lernen verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Die Natur ist nicht immer idyllisch, harmonisch und wohlt\u00e4tig. Fragt ein Reh, das keinen Ausweg aus einem Waldbrand mehr findet. Die Natur ist auch nicht beherrschbar. Fragt einen Bauern, dem der Hagel oder eine D\u00fcrre die Ernte zerst\u00f6rt hat. Und einige schmerzhafte Tatsachen lassen sich nicht \u00e4ndern. Fragt jemanden, der seinen geliebten Partner viel zu fr\u00fch durch den Tod verloren hat.<\/p>\n<p>Wie sollte man also mit dem Trollproblem umgehen? Man sollte es nutzen, um die eigene Gemeinschaft zu festigen und um ein Netzwerk aus vertrauensw\u00fcrdigen Menschen aufzubauen. Man sollte es nutzen, um heidnische Vereine m\u00f6glichst schnell durch die Einf\u00fchrung von Regeln zu st\u00e4rken, durch die sie flexibler, unb\u00fcrokratischer und somit wirkungsvoller gegen Trolle in den eigenen Reihen vorgehen k\u00f6nnen. Man sollte es nutzen, um selbst zu einer gr\u00f6\u00dferen Gelassenheit und zu einer Akzeptanz der Welt zu gelangen, wie sie nun einmal ist. Wenn man mit einem Troll zu tun hat, sollte man von Freunden und Liebsten alle Hilfe annehmen, die sie geben k\u00f6nnen. Ruf die Gottheiten an und lass dich von ihrer warmen Freundschaft umschlie\u00dfen. Und wenn ein Freund Opfer eines Trollangriffs wird, steh ihm bei.<\/p>\n<p>In gewisser Weise erf\u00fcllen Trolle sogar einen wertvollen Zweck (\u201eJedes \u00d6kosystem braucht seine Maden\u201c). Sie erinnern uns daran, dass auch wir Heiden nicht alles \u00e4ndern k\u00f6nnen, wir nicht alle Aspekte der Welt kontrollieren k\u00f6nnen und dass einige Seiten des Lebens sehr schmerzhaft sein k\u00f6nnen. Aber manchen Schmerz muss man eben einfach ertragen. Trolle sind eine Gelegenheit, trotz Hindernissen zu lernen und zu wachsen \u2013 oder nein, gerade<span>\u00a0<\/span><strong>an<\/strong><span>\u00a0<\/span>diesen Hindernissen zu wachsen. Sie sind eine Gelegenheit, nicht nur die sch\u00f6pferischen, sondern auch die zerst\u00f6rerischen Aspekte der Gottheiten zu akzeptieren. Sie erinnern uns an die M\u00f6glichkeit, uns auf die Kraft unserer Freunde und Liebsten st\u00fctzen zu k\u00f6nnen, wie auch auf die Kraft und St\u00e4rke, die wir von den G\u00f6ttern erbitten k\u00f6nnen. So gesehen hat die Existenz von Trollen also auch eine positive Seite. Das hei\u00dft aber nicht, dass man sich mit ihnen auch einlassen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Damit sind wir am Ende dieser Artikelserie angelangt. Es lie\u00dfe sich noch weit mehr \u00fcber die verschiedenen Techniken sagen, mit Hilfe derer man Trolle erkennen und in ihre Schranken weisen kann. Andere altgediente Heiden m\u00f6gen ihre ganz eigenen Methoden daf\u00fcr entwickelt haben. Hier liegt ein weiterer m\u00f6glicher Vorteil von Netzwerken und vereins\u00fcbergreifender Zusammenarbeit: die M\u00f6glichkeit des Erfahrungsaustausches gerade zu diesem wichtigen Thema. Redet dar\u00fcber und tauscht euch aus. Ihr werdet froh dar\u00fcber sein, das getan zu haben, wenn ihr das n\u00e4chste Mal mit einem Troll zu tun habt.<\/p>\n<p><strong>Copyright (c) 2002 David Petterson<br \/>\n\u00dcbersetzung aus dem Englischen von Kurt Oertel<\/strong><\/p>\n<p><strong>Erschienen in 7 Teilen, 2009-11, in den Herdfeuerausgaben 24-26, 28, 30-32<\/strong><em><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Eran \u00dcbersetzung aus dem Englischen von Kurt Oertel Teil 1: Das Grundproblem Wir alle haben verschiedentlich mit ansehen m\u00fcssen, wie heidnische Gruppen oder auch gr\u00f6\u00dfere Vereine und Dachverb\u00e4nde durch innere Streitigkeiten zerst\u00f6rt wurden und zerfielen. In manchen F\u00e4llen ist das einfach nur Teil des nat\u00fcrlichen Kreislaufs von Entstehung und Zerfall, wobei sich etwas \u00dcberaltertes&hellip; <br \/> <a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wie-man-sich-vor-trollen-schuetzt\/\">Read more<\/a><\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[30,29,28],"class_list":["post-119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-asatru-heute","tag-bewegung","tag-gruppe","tag-heidentum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":355,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119\/revisions\/355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.dwa-server.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}